Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Das nächste Debakel

7 min read

Die Eintracht kassiert bereits zum dritten Mal eine krachende Auswärtsniederlage mit fünf Gegentoren. Gegen die Fortuna aus Düsseldorf war die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning von Beginn an nicht ansatzweise auf Zweitliga-Niveau und ließ sich in einer katastrophalen Anfangsphase abschlachten. So war das Spiel bereits nach elf Minuten entschieden. Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht wirklich besser, denn sobald die Gastgeber Ernst machten, wurde es sofort gefährlich. Die geschlossen extrem schwache Mannschaftsleistung wurde mit zwei weiteren Gegentoren gekrönt. Da die wenigen Offensiv-Bemühungen keine Früchte tragen sollten, setzte es vor 34.500 Zuschauern eine krachende Niederlage.

Vor dem Spiel gab es eine Bratwurst für 4 Euro. Diese war absolut in Ordnung, auch wenn das Brötchen auf eine etwas untypische Weise eingeschnitten war. Ich vergebe eine solide 7,5/10.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Johansson (TW) ‐ Fabio Kaufmann, Paul Jaeckel (46. Robert Ivanov), Ermin Bičakčić (C, 46. Sebastian Polter), Kevin Ehlers, Leon Bell Bell – Sven Köhler (80. Jannis Nikolaou), Robin Krauße – Johan Gómez (46. Max Marie), Rayan Philippe, Walid Ould-Chikh (72. Sanoussy Ba)

Von Beginn an konnte die Eintracht gegen die druckvollen Gastgeber wenig ausrichten. Etwa zwei Minuten waren gespielt, als Kaufmann Iyoha am linken Strafraumrand nicht am Abschluss hindern konnte. Marko Johansson schaute nur hinterher und sah, wie die Kugel hauchzart am rechten Pfosten vorbeiflog. Eine gute Minute später war es dann so weit: Fabio Kaufmann sah im Laufduell mit Iyoha ganz alt aus und konnte die Hereingabe von der linken Seite nicht verhindern. In der Mitte sprang Jaeckel unter dem Ball hindurch, Kapitän Ermin Bičakčić hatte Kownacki aus den Augen verloren, der die Flanke aus der Luft direkt nahm und die Kugel durch die Beine von Johansson schob. Das war ganz schwach verteidigt, das 1:0 für Düsseldorf.

Auf der anderen Seite sprang der Ball im Strafraum an die Hand von Siebert, doch weder der Schiedsrichter noch der Videoassistent sahen die Szene als elfmeterwürdig an. Etwas mehr als drei Minuten nach dem Rückstand pennte die gesamte Löwen-Abwehr. Zu dritt spielten die Hausherren acht Einträchtler aus: Iyoha setzte Appelkamp in Szene, der auf dem Elfmeterpunkt Johannesson fand. Der Isländer nahm die Kugel direkt. Sein Flachschuss kam zentral aufs Tor, Marko Johansson konnte den Einschlag trotzdem nicht verhindern und musste bereits zum zweiten Mal den Ball aus dem Netz holen: das 2:0.

Was für ein katastrophaler Start für die Blau-Gelben. Die 1.500 mitgereisten Fans ließen sich davon nicht beirren und unterstützten ihre Eintracht lautstark weiter. Und dann kam es noch schlimmer: Wie im Training kombinierten sich die Düsseldorfer über den rechten Flügel. Die eigentlich sortierte Abwehr fand überhaupt keinen Zugriff und kam nicht in die Zweikämpfe. So blieb nur die Zuschauerrolle, als sich Sobottka nach einem Doppelpass mit Oberdorf auf der rechten Strafraumseite wiederfand und ungestört flanken konnte. In der Mitte stand Jaeckel meterweit von Kownacki entfernt und sprang unter dem Ball hindurch. Kownacki bedankte sich und schnürte aus kurzer Distanz den Doppelpack. Das 3:0 nach elf(!) Minuten.

Eine Minute später hätte es beinahe erneut geklingelt. Lunddal bekam die Kugel von Johannesson und bediente per Flachpass Doppelpacker Kownacki, der aus 14 Metern abzog. Kevin Ehlers brachte noch den Fuß dazwischen, doch das Leder flog im hohen Bogen über Johansson hinweg und senkte sich Richtung Tor. Doch der Ball landete nur auf dem Tordach. Drei Zeigerumdrehungen danach klärte Jaeckel nach einer Flanke von Lunddal in allerhöchster Not vor dem einschussbereiten Kownacki. Da war auch viel Risiko dabei, denn das hätte auch in einer Notbremse enden können. 20 Minuten waren gespielt, als die Fortunen zum nächsten Abschluss kamen. Lunddal und Kownacki spielten die Eintracht schwindelig, Kownacki zog aus 14 Metern ab, leicht abgefälscht zischte die Kugel knapp über den Kasten.

Bei der folgenden Ecke verließ Johansson seinen Kasten, traf die Kugel mit der Faust aber nicht und hatte Glück, dass die Gastgeber aus dem Gewühl über das leere Tor köpften. Zwei Minuten später zogen die Hausherren zweimal gefährlich aus der zweiten Reihe ab. Der Versuch von Appelkamp flog knapp vorbei, beim Versuch von Johannesson kam noch ein Löwenbein entscheidend dazwischen. Kurz darauf ereignete sich eine symbolische Offensiv-Szene für die Blau-Gelben: Ould-Chikh setzte Johan Gómez in Szene, der sich mit großem Einsatz in den Strafraum kämpfte, dort aber den falschen Zeitpunkt für den Abschluss wählte und einen Verteidiger anschoss.

Wenig später versuchte es Kevin Ehlers einfach mal aus der zweiten Reihe, knallte die Kugel aber bestimmt 15 Meter am Tor vorbei. Zehn Minuten vor der Pause bekamen die Löwen einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld zugesprochen. Diesen servierte Köhler aber so genau in die Arme von Fortuna-Keeper Kastenmeier, dass man die Aktion nicht mal als Aufwärmen für den beschäftigungslosen Schlussmann werten konnte. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Iyoha abermals Kaufmann überrannte. Seine Flanke landete bei Kownacki, der aber nicht an Ermin Bičakčić vorbeikam. Die anschließende Ecke wurde nicht gefährlich. Es lief bereits die Nachspielzeit, als es Rayan Philippe mal mit einem Schlenzer vom rechten Strafraumeck probierte. Das war definitiv die gefährlichste Situation der Löwen, ging aber auch zwei Meter am Tor vorbei.

Dann war Halbzeit und die Messe bereits eine halbe Stunde gelesen. Hier half nur ein Wunder für mehr als Schadensbegrenzung. Die Eintracht war chancenlos, überfordert und lag auch in der Höhe verdient zurück. Während die Einschaltquoten im Braunschweiger Land rapide abgenommen haben dürfen, harrten die mitgereisten Eintracht-Fans weiter aus und feierten sich selbst. Trainer Daniel Scherning wechselte dreifach und brachte Sebastian Polter, Max Marie und Robert Ivanov für Kapitän Ermin Bičakčić, Johan Gómez und Paul Jaeckel.

Besser wurde es dadurch allerdings nicht. Obwohl, vielleicht doch: Es dauerte immerhin ganze fünf Minuten, bis die Gastgeber erstmals gefährlich wurden. Johannesson tanzte im Strafraum Ehlers auch und suchte mit einem Querpass seinen Mitspieler, doch im allerletzten Moment kam Fabio Kaufmann noch dazwischen. Zwei Minuten später tauchte Sobottka im Strafraum auf und versuchte es ebenfalls per Querpass, dieses Mal konnte Ehlers gerade noch klären. Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Johansson einen harmlosen Fernschuss von Iyoha nicht festhalten konnte und nach vorne abprallen ließ. Lunddal lupfte den Abpraller über den Löwen-Schlussmann, aber auch links am Tor vorbei. Und dann passierte es, die Blau-Gelben erspielten sich tatsächlich einen Schuss aufs Tor: Leon Bell Bell kam an der Strafraumkante zum Abschluss und jagte das Leder wuchtig aufs Tor. Kastenmeier riss die Fäuste hoch und lenkte die Kugel über den Querbalken.

Zwei Zeigerumdrehungen folgte bereits Abschluss Nummer zwei, um den sich Kastenmeier kümmern musste, doch der Schlenzer von Philippe aus halbrechter Position war eine leichte Aufgabe für den Schlussmann der Hausherren. Eine Stunde war gespielt, als der umtriebige Max Marie mit einem gekonnten Pass Sebastian Polter Richtung Grundlinie schickte. Der noch torlose Stürmer nahm einen leichten Kontakt an und ging theatralisch zu Boden. Zu theatralisch, denn obwohl der Kontakt vorhanden war, gab es gelb, da der Schiedsrichter die Aktion als Schwalbe bewertete und auch der VAR schaltete sich nicht ein.

Zwei Minuten danach konnten die Löwen Sobottka nicht stoppen, der Kownacki in Szene setzte. Doch der Doppelpacker jagte die Kugel aus 13 Metern klar über den Kasten. Wenige Augenblicke später zielte auch Fridriksson aus ähnlicher Position zu hoch. Eine Minute später brachten die Gastgeber über Johannesson und Vermeij viel zu einfach Oberdorf in Schussposition, der aus 14 Metern völlig ungestört zum Abschluss kam, das Ziel aber klar verfehlte. 20 Minuten waren noch zu spielen, als die Gastgeber ihre Abschlüsse anscheinend neu kalibriert hatten. Über Hoffmann kam der Ball zu Appelkamp, der viel zu viel Platz hatte und mit einem simplen Pass die gesamte Braunschweiger Hintermannschaft zerpflückte. Johannesson tauchte alleine vor dem Kasten auf und vollstreckte aus leicht spitzem Winkel in die linke untere Ecke. Das 4:0 für die Gastgeber, die in den sieben Heimspielen zuvor nur sieben Treffer erzielt hatten und heute auf dem Weg zum erst zweiten Heimsieg der Saison waren.

Auf der anderen Seite prüfte Polter mit einem harmlosen Kopfball Torwart Kastenmeier, der aber sicher zupackte. Kurz darauf probierten es Philippe und Marie von der Strafraumkante. Während der Versuch des Franzosen geblockt wurde, geriet der Schuss von Marie viel zu zentral. Fünf Minuten später setzte sich Philippe gegen fünf Düsseldorfer durch, sein Abschluss aus halblinker Position wurde aber erneut geblockt. Zwei Zeigerumdrehungen danach bekam Max Marie den Ball von Rayan Philippe und probierte es links vor dem Strafraum mit einem Schlenzer, verfehlte das Ziel aber klar. Drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit behauptete sich van Brederode gegen zwei Blau-Gelbe und steckte dann auf Pejcinovic durch. Ehlers stand zu tief und hob das Abseits auf und so konnte der 19-jährige Stürmer alleine vor Johansson zum 5:0 vollstrecken.

In der Nachspielzeit ließen die Blau-Gelben dann noch die große Chance für etwas Ergebniskosmetik liegen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke zog Leon Bell Bell aus 15 Metern ab, Kastenmeier konnte nur klatschen lassen, Sebastian Polter drückte den Abpraller aus drei Metern Richtung Tor, schaffte es aber nicht, Kastenmeier zu überwinden, der zur Ecke parieren konnte. Die Eintracht-Fans sahen das zum Großteil gar nicht, hatten sie dem Spiel mitterlweile hüpfend den Rücken zugewandt. Die folgende Ecke landete bei Kastenmeier, der mit einem langen Abwurf einen „zwei gegen eins“-Konter einleitete, doch seine Mitspieler verstolperten die Kugel.

Dann war endlich Schluss. Das dritte Auswärts-Debakel der Saison und die nächste erschreckend schwache Leistung, nach Kaiserslautern und Regensburg sogar die dritte große Enttäuschung in Folge. So ist das nicht zweitligareif, so steigt man ab, denn so werden irgendwann auch die schwachen Aufsteiger vorbeiziehen, gegen die der Mannschaft von Daniel Scherning kein einziger Sieg gelang. Das Trainer-Team wird sich etwas einfallen lassen müssen, denn so kann es definitiv nicht weitergehen.

Bis dahin

Euer Kivi

2 thoughts on “Das nächste Debakel

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen