Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Eintracht am Boden

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Die Eintracht zeigt erneut eine abstiegsreife Leistung. Gegen den neuen Spitzenreiter aus Elversberg hielt man eine Stunde lang die null, blieb in der Offensive aber auch weitgehend ungefährlich. Auf den Rückstand folgte die nächste Enttäuschung in den zuletzt schlimmen Wochen für die Eintracht-Fans. Ein Aufbäumen war überhaupt nicht zu erkennen, die Löwen ergaben sich nach dem ersten Rückschlag sofort. Die einzige nennenswerte Torchance nach dem 0:1 war ein abgeblockter Schuss durch U23-Akteur Linus Queißer in dessen ersten Zweitliga-Einsatz. Doch da stand es bereits 0:2 und in der Schlussminute sorgte ein mehr als haltbarer Fernschuss für den 0:3-Endstand. Die Geduld über 18.000 Löwen-Anhänger war aufgebraucht und die Unzufriedenheit wurde mehr als deutlich. Wenn sich nichts ändert, steigt die Eintracht ab.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Johansson (TW) – Robert Ivanov, Ermin Bičakčić (C), Jannis Nikolaou – Robin Krauße (74. Sven Köhler) – Sanoussy Ba (80. Linus Queißer), Fabio Kaufmann, Max Marie (67. Christian Conteh), Fabio di Michele Sánchez (67. Leon Bell Bell) – Johan Gómez (67. Sebastian Polter), Rayan Philippe

Es lief noch die erste Spielminute, als Robert Ivanov bereits in allerhöchster Not dazwischengehen musste und die frühe Großchance verhindern konnte. Eine Minute später brachen die Gäste erneut gefährlich in den Strafraum der Löwen, machten es dann selbst aber zu umständlich. Petkov kam von der Strafraumkante noch zum Abschluss, platzierte seinen Versuch aber genau in die Arme von Johansson. Kurz darauf verzeichneten auch die Löwen die erste Tor-Annäherung: Der Ball prallte vor die Füße von Fabio Kaufmann, der es aus etwa 20 Metern einfach mal probierte. Die Kugel hätte sogar den Weg ins Netz gefunden, doch der Gäste-Keeper parierte souverän zur Seite. Eine Minute später setzte Rayan Philippe mit der Hacke Johan Gómez in Szene, dessen Schlenzer vom linken Strafraumeck nur knapp über den rechten Winkel rauschte.

Im direkten Gegenzug kam Zimmerschied aus der zweiten Reihe zum Abschluss, Johansson packte aber sicher zu. Nun kamen die Gäste immer wieder gefährlich in und an den Strafraum der Löwen, diese konnten aber auch jedes Mal retten, bevor die Elversberger zum Abschluss kommen konnten. Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als ein SVE-Verteidiger nach einer Flanke von Kaufmann gerade noch vor Philippe und Gómez retten konnte. Im zweiten Anlauf wurde die anschließende Ecke dann auch halbwegs gefährlich, denn Jannis Nikolaou erwischte die Flanke von Fabio di Michele Sánchez mit dem Kopf, doch das war keine wirkliche Prüfung für den Schlussmann der Gäste.

Mitte der ersten Halbzeit wurde Gómez an der Mittellinie gefoult, doch das Spiel lief weiter und die Löwen machten es ganz schnell. Kaufmann setzte Rayan Philippe in Szene, der auf einmal freie Bahn hatte und Richtung Tor marschierte. Halblinks aus 14 Metern konnte der Franzose abziehen, setzte das Leder aber doch recht klar rechts am Tor vorbei. Auch der Toptorjäger der Eintracht zeigte nicht die Leistung, die er noch vor einigen Wochen auf den Platz gebracht hatte. Quasi im direkten Gegenzug wurde es brandgefährlich, doch Ermin Bičakčić hinderte Asllani im letzten Moment noch am Schuss. Eine Minute später wurde ein Schuss von Max Marie aus 18 Metern am Tor vorbei abgefälscht. Im Gegenzug sah Fabio di Michele Sánchez ganz alt aus: Baum bediente in der Mitte Asllani, der von mehreren Blau-Gelben umringt, aus zehn Metern zum Abschluss kam. Johansson schaute nur noch hinterher, aber der Schuss zischte knapp rechts am Tor vorbei.

Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als ein wuchtiger Fernschuss von Baum noch entscheidend abgefälscht wurde und knapp über den Querbalken sauste. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff hatte die Eintracht großes Glück: Bičakčić verlor nach einer Flanke das Kopfballduell gegen Schnellbacher, der zu Zimmerschied ablegte. Dieser vollstreckte alleine vor Johansson zum vermeintlichen 0:1, doch Schiedsrichter Hempel zeigte sofort an: Stürmerfoul. Das hätte man nicht abpfeifen müssen, der VAR schaltete sich aber auch nicht ein.

Somit ging es mit einem 0:0 in die Pause. Defensiv oft im letzten Moment gerettet, offensiv mit wenigen Szenen, die über Ansätze hinausgingen. Dennoch die beste Halbzeit seit Wochen. Das zeigt gut, in welcher Situation die Löwen stecken. Hier war noch alles drin, dazu musste man offensiv aber deutlich zulegen. Daniel Scherning verzichtete auf Wechsel.

Drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Asllani sich gegen mehrere Eintracht-Verteidiger durchsetzen konnte und aus 16 Metern abzog. Seinen eigentlich völlig harmlosen und zentralen Flachschuss konnte Johansson nicht festhalten und hatte Glück, dass Nikolaou schneller als die SVE-Stürmer reagierte und den Ball wegschlagen konnte. Kurz darauf chippte Philippe den Ball in den Lauf von Gómez, der die Kugel wirklich stark verarbeitete, aus vollem Lauf fast von der Grundlinie aus aber nicht am Gäste-Keeper vorbeikam. Den folgenden Eckstoß schlug Philippe direkt ins Toraus. Nicht die erste völlig missratene Ecke an diesem Tag.

Auf der anderen Seite flog ein Fernschuss von Sickinger klar am Tor vorbei. Kurz darauf ein erneutes Sinnbild für die wieder einmal katastrophal schwachen Standards der Blau-Gelben: Max Marie schlug die Kugel aus dem Halbfeld Richtung Strafraum, diesen erreichte das Spielgerät aber nur, weil der erste Verteidiger der Gäste nicht weiter vorne stand. Etwa eine Stunde war gespielt, als es ganz ruhig im Eintracht-Stadion wurde. Damar hatte 18 Meter vor dem Tor zu viel Platz und zog ab. Mehrfach und unglücklich abgefälscht landete die Kugel bei Asllani, der aus kürzester Distanz zum 0:1 vollstreckte.

Damit waren die Gäste nun Spitzenreiter, wie die knapp 100 mitgereisten Gästefans auch stolz im geschockten Eintracht-Stadion sangen. Kurz nach dem Anstoß tauchten die Elversberger wieder gefährlich im Strafraum auf, doch der Schuss von Zimmerschied wurde geblockt. Im Gegenzug wurde auch der Versuch von Max Marie geblockt. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit tanzte Asllani halb Braunschweig aus. Der SVE-Offensivakteur kam im Strafraum an den Ball, tanzte mehrere Blau-Gelbe Verteidiger und auch Johansson aus und spitzelte die Kugel aus spitzem Winkel ins leere Tor. Das hatte gesessen, jetzt wurde Unmut laut und alles andere ganz leise im so lange geduldigen Eintracht-Stadion: das 0:2.

Weiterhin keine Offensiv-Gefahr der Eintracht und auch die nächste Chance gehörte den Gästen, doch Ivanov blockte den Abschluss von Damar zur Ecke. Die anschließende Ecke bugsierte Sickinger klar übers Tor. Kurz darauf leitete Rayan Philippe einen Pass von Christian Conteh in den Lauf von Linus Queißer weiter. Der Stürmer, der eigentlich für die U23 in der Oberliga auf Torejagd geht, zog in den Strafraum und suchte aus 14 Metern den Abschluss. Doch Pinckert konnte in höchster Not noch blocken. Das war sie, die erste und einzige richtige Torchance der Eintracht nach dem Rückstand. Im Gegenzug kam Doppelpacker Asllani zum Abschluss vom rechten Strafraumeck, aber Johansson packte sicher zu. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Neubauer aus 20 Metern ab. Johansson verschätzte sich beim eigentlich recht zentralen Schuss katastrophal und konnte den Einschlag nicht verhindern. Das Ding ging auf die Kappe des Schwedens, das 0:3.

Die Gäste hatten kurz danach sogar eine weitere Torchance, doch Stock jagte die Kugel aus spitzem Winkel über den Querbalken. Dann war Schluss und die Eintracht war wieder einmal am Boden. Die vierte bedenkliche Leistung in Folge. Nachdem die erste Halbzeit noch als „ok“ zu bewerten war, konnte man dem zweiten Durchgang keine positiven Merkmale mehr zuschreiben. Am Ende spielt so ein Absteiger. Die Eintracht wird Lösungen finden müssen. Der Glaube an den Klassenerhalt ist bei vielen Eintracht-Fans weiter geschrumpft.

Bis dahin

Euer Kivi

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