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Warum spielt die Eintracht immer so Scheiße?

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Moin Löwen! (aktualisiert 1.12.2024 um 15:09)

das 0:0 gegen Jahn Regensburg wirft erneut Fragen auf. Viele Fans sahen in der Leistung der Eintracht eine Abstiegsreife Mannschaft. Von einem Heimspiel gegen einen Tabellenkeller-Gegner erwartet man eigentlich einen klaren Sieg. Der Ärger ist daher verständlich.

Ich beobachte schon länger, dass die Eintracht gegen bestimmte Gegnertypen besser aussieht als gegen andere. Nehmen wir die Spiele gegen den HSV und Regensburg als Beispiel – sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Ein Grund dafür liegt in der Diskrepanz zwischen Eintrachts Spielphilosophie und den tatsächlichen Fähigkeiten der Mannschaft.

Werfen wir einen Blick auf die Statistiken.

Zunächst teilen wir die Gegner in drei Kategorien ein, basierend auf ihrer Tabellensituation. Wir betrachten dabei drei Parameter: die Pressinghöhe PPDA (niedriger Wert = höheres Pressing), Ballbesitzanteile und gewonnene Zweikämpfe. (siehe unten)

Die Werte zeigen, dass Eintrachts Pressing höher stattfindet, wenn es gegen „schwächere“ Gegner geht. Gegen Teams aus dem Mittelfeld kann die Eintracht am effektivsten pressen. Eintrachts Ballbesitzanteil steigt gegen schwächere Teams. Am wenigsten Ballbesitz hat die Eintracht gegen die stärksten Teams der Liga. Bei den gewonnenen Zweikämpfen ist keine Korrelation zu erkennen.

Wie Spiele wie gegen Regensburg zeigen, ist mehr Ballbesitz für die Eintracht eher hinderlich. Dies hat zwei Hauptgründe.

Erstens stellt Daniel Scherning sein Team gerne auf den jeweiligen Gegner ein. Der Gegner wird mannorientiert angelaufen, die Formation gespiegelt und im Aufbau gestört. Ziel ist es, den Gegner vom Torerfolg abzuhalten und selbst den Ball so zu erobern, dass große Räume zum Vorstoßen entstehen. So kann die Eintracht ihre laufstarken Spieler wie Rayan Philippe, Fabio Kaufmann oder Johan Gomez einsetzen. Dies ist auch der zweite Hauptgrund: Der Gegner muss eine große Fläche unorganisiert verteidigen, was Eintrachts Stärken zugutekommt.

Bezeichnend dafür ist beispielsweise, wo die Eintracht die Bälle erobert (siehe unten). Im letzten Drittel sind es eher weniger. Man lässt den Gegner kommen, um dann bei einem Ballgewinn mit vollem Tempo auf die gegnerische Abwehr zuzulaufen und hinter die Abwehrkette zu gelangen. (Im Gegensatz dazu sind es nach Standards oder ersten Bällen oft die zweiten Bälle, mit denen die Eintracht zum Torerfolg kommen will.)

Beispiele aus dem Spiel heraus sind das 1:0 gegen den HSV oder das 1:0 gegen Greuther Fürth (siehe unten). In beiden Fällen hat die Eintracht Raum hinter der gegnerischen Abwehrkette, und der Gegner muss eine große Fläche verteidigen. Außerdem ist die Abwehr unorganisiert.

Steht der Gegner tief, spielt dies nicht Eintrachts Stärken in die Karten. Im Gegenteil, die Eintracht kreiert gegen tiefstehende Gegner qualitativ schlechtere Chancen.

Dies zeigt eine Statistik sehr deutlich (siehe unten). Hat die Eintracht weniger als 40 % Ballbesitzanteil in einer Partie – oft gegen stärkere Gegner – generiert sie im Schnitt pro Schuss 0,09 erwartete Tore. Die Partie gegen Hannover ist ein Beispiel dafür. Hat die Eintracht mehr als 40 %, aber weniger als 50 % Ballbesitz, generiert sie die qualitativ besten Chancen, 0,13 erwartete Tore pro Schuss. Oft ist die Eintracht in diesen Partien der Underdog, aber der Gegner ist nicht spielerisch überlegen. Die Partie gegen Greuther Fürth ist hier das Musterbeispiel.

Hier genau kommt der Haken. Muss die Eintracht selbst das Spiel gestalten, was oft gegen schwächere Gegner oder dem Spielverlauf geschuldet ist, sinkt die Qualität der Chancen auf 0,07 erwartete Tore pro Schuss. Die Qualität der Chancen wird fast halbiert, wenn die Eintracht mehr Ballbesitz hat als der Gegner. Das Spiel gegen Regensburg ist ein Beispiel dafür. Die Eintracht hatte in der Partie 59,48 % Ballbesitz. Ein Schuss von Philippe gegen Regensburg verdeutlicht dies gut (siehe unten): Die Eintracht hat keine freien Räume und findet daher keine guten Lösungen. Der Schuss sorgt mit 0,04 erwarteten Toren für kaum Gefahr.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eintrachts Performance stark von der Spielstärke und Herangehensweise des Gegners abhängt. Im Training, bei den Wintertestspielen und bei möglichen Transfers müssen Daniel Scherning und die Vereinsführung Lösungen gegen tiefstehende Gegner finden.

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