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Kommentar: Daniel Scherning muss taktisch zulegen!

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Kompliment an Preußen Münsters Trainer Sascha Hildmann. Eine sehr reife taktische Leistung! Hildmann hat Daniel Scherning mit seinem Matchplan nahezu ausgecoacht.

Eintracht versuchte in einem 3-4-1-2 mannorientiert zu pressen, aber mit Münsters Keeper Johannes Schenk war immer ein „Extramann“ im Aufbau eingebunden. So hat Hildmann das mannorientierte Pressing der Eintracht ausgehebelt. Außerdem agierte Preußen mit vielen Variationen und Positionswechseln, wodurch die Eintracht-Defensive immer wieder einen Schritt zu spät kam.

Ironischerweise hatte die Eintracht selbst im Aufbau „einen Mann weniger“, da BTSV-Keeper Marko Johansson nicht besonders ins Aufbauspiel eingebunden war. Das wusste auch Hildmann, der seine Münsteraner mit einem schmalen 4-2-3-1 aufstellte. So hat Münster seinerseits mannorientiert gepresst und die Eintracht im Aufbau effektiv gestört.

Zudem vercoachte sich Scherning, wie er selbst zugab, auch ein Stück weit selbst. Die Anfangsformation mit Sebastian Polter und Levente Szabo erwies sich als zu langsam. Scherning reagierte zwar mit schnellen Läufern, doch insgesamt fand die Eintracht nur wenig Mittel, um selbst gefährlich zu werden. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass Münster ebenfalls kaum Torgefahr ausstrahlte. Das Unentschieden geht daher in Ordnung.

Vor dem Spiel lobte Scherning noch die Leidenschaft und die variable Offensive von Münster. Er betonte, dass die Eintracht mehr Ballbesitz haben und Lösungen finden müsse. Die Prioritäten – laufen, sprinten, Zweikämpfe gewinnen – dürften sich aber nicht ändern.

Genau hier liegt ein Kernproblem. Scherning fokussiert sich zu sehr auf Laufleistung und Zweikämpfe und damit auch auf die individuelle Leistung seiner Spieler. Bei seinen Spieltagsanalysen liegen diese oft im Fokus.

Die Frage ist jedoch: In welchen Räumen werden die Zweikämpfe geführt? Und sind die Laufwege überhaupt sinnvoll? Gewonnene Zweikämpfe bringen nur dann etwas, wenn sie auch zum Erfolg führen. Unnötige Läufe verschwenden nur Energie, die die Eintracht beim Umschalten gebrauchen könnte.

Im Spiel war immer wieder zu beobachten, wie die Spieler sich gegenseitig Anweisungen gaben, wo sie sich im Aufbau oder beim Anlaufen positionieren sollten. Die Folge war eine statische Eintracht. Es ist eigentlich beängstigend, wie viele Automatismen am 10. Spieltag fehlen.

In seiner zweiten Saison bleibt Scherning den Beweis schuldig, dass er auch taktisch in der 2. Liga angekommen ist. Es wird Zeit, dass er selbst den nächsten Schritt als Trainer macht oder sich an seiner Seite Personal sucht, das sein Können im taktischen Bereich vervollständigt.

Sonst wird es schwer für die Eintracht, die Klasse zu halten.

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