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Derbysieger!

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Derbysieger! Die Eintracht gewinnt ein durch äußere Umstände merkwürdiges Niedersachsen-Derby hochverdient mit 2:0 und bleibt gegen den Derby-Rivalen auch im dritten Heimspiel hintereinander ungeschlagen und ohne Gegentor. Gegen völlig unterlegene Gäste erspielte sich die starke Scherning-Elf früh ein klares Chancenplus und ging bereits Mitte der ersten Halbzeit absolut verdient in Führung. Fabio Kaufmann krönte seine derbyreife Leistung mit dem Führungstor. Im zweiten Durchgang konnten die Blau-Gelben nicht mehr ganz an die Überlegenheit der ersten Hälfte anknüpfen, wirklich gefährlich wurde es aber selten und Keeper Lennart Grill musste nicht einen einzigen gefährlichen Schuss entschärfen. Auch ein durch den VAR zurückgenommenes Tor brachte die Löwen nicht aus dem Tritt und in der Nachspielzeit machte Rayan Philippe per Strafstoß alles klar: Eintracht Braunschweig ist Derbysieger!

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Grill (TW) – Paul Jaeckel, Ermin Bičakčić (C), Kevin Ehlers (72. Jannis Nikolaou) – Fabio Kaufmann, Niklas Tauer, Robin Krauße (75. Max Marie), Leon Bell Bell – Johan Gómez (90.+5 Christian Conteh) – Rayan Philippe (90.+5 Robert Ivanov), Levente Szabó (72. Sebastian Polter)

Bereits vor Anpfiff zeigte Weltmeister und Gäste-Keeper Zieler Nerven und legte sich mit einem Braunschweiger Balljungen an. Anschließend brachten die Löwen Feuer in die Partie, spielten körperlich und nervten die ambitionierten Gäste dauerhaft. Kaufmann rannte am gegnerischen Strafraum einen Verteidiger um und ging kurz darauf erneut rustikal zu Werke. Das war zwar ein Zeichen, aber auch die frühe gelbe Karte für den emotionalen Schienenspieler. Auch die erste Torchance hatten die Löwen: Ein Kopfball von Niklas Tauer landete bei Levente Szabó, der aus 16 Meter zum Abschluss kam, doch nicht an Zieler vorbeikam. Zudem ging die Fahne hoch: Abseits.

Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als es schon etwas gefährlicher wurde. Rayan Philippe löffelte den Ball in den Lauf von Robin Krauße, der etwas Platz hatte, die Kugel nicht ganz perfekt verarbeiten konnte und so im letzten Moment entscheidend gestört wurde. Im direkten Gegenzug kam Grill übermütig aus seinem Kasten, verpasste aber den Ball und so hatte Ngankam aus großer Entfernung die Chance aufs leere Tor, schoss aber vorbei. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Rayan Philippe ließ gleich mehrere Gegenspieler einfach stehen und tankte sich bis an den Strafraumrand. Seinen Schuss aus 18 Metern hatte Zieler erst im Nachfassen sicher. Keine Minute später setzte sich Philippe auf der rechten Seite durch und fand in der Mitte Robin Krauße, dessen Abschluss aus 13 Metern zu zentral geriet.

Kurz darauf ließ Bell Bell einen echten Gewaltschuss aus der zweiten Reihe ab, Zieler brauchte beide Fäuste, um den Schuss abzuwehren. Auf der anderen Seite wurde es nach einer Ecke der Gäste gefährlich, doch im Verbund konnte die Blau-Gelbe Hintermannschaft klären. 20 Minuten waren gespielt, als es trotz der bekannten Umstände sehr laut wurde im Eintracht-Stadion. Eine Flanke von Leon Bell Bell klärte Halstenberg vor die Füße von Fabio Kaufmann, der volles Risiko ging und das Leder direkt aus der Luft nahm. Der Schuss aus 14 Metern schlug mit ordentlich Karacho in der rechten unteren Ecke ein und das Stadion explodierte. Der Deutsch-Italiener ließ sich vor der Südkurve feiern und verschwand in einer Jubeltraube seiner Mitspieler. Die Eintracht lag im Derby in Führung, das 1:0 für den BTSV!

Zwei Minuten später kamen die Gäste aus ähnlicher Position zum Abschluss, doch Jaeckel fälschte den Schuss ans Außennetz ab. Doch anschließend waren die Blau-Gelben weiterhin klar überlegen: Rayan Philippe setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch, zog links in den Strafraum und suchte aus leicht spitzem Winkel den Abschluss. Zieler parierte aber zur Ecke. Diese brachte Philippe nah ans Tor und erneut wurde es richtig gefährlich: Zieler konnte die Flanke nur wenige Meter wegfausten, sodass Szabó aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, Zieler allerdings anschoss. Einen Nachschuss sollte es nicht mehr geben, da ein Gäste-Akteur mit der Fußspitze hauchzart vor Szabó am Ball war, der somit ein Luftloch schlug. Zwei Zeigerumdrehungen später legte Ehlers eine Freistoßflanke von Leon Bell Bell per Kopf quer, in höchster Not klärten die Roten zur Ecke.

Kurz darauf wurde auch der Gast gefährlich, der Schuss aus dem Rückraum flog aber weit über den Kasten von Lennart Grill. Ein paar Minuten danach wurde ein Schuss von Levente Szabó aus 18 Metern geblockt. Eine Zeigerumdrehung später legte sich Zieler erneut mit einem Balljungen an, die Nerven der Gäste lagen blank. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war Philippe mit Ball schneller als sein Gegenspieler und drang über die linke Seite in den Strafraum ein. In der Mitte waren Szabó und Gómez mitgelaufen, der Querpass des Franzosen rutschte aber zwischen beiden hindurch. Zwei Minuten später zog Philippe einen Freistoß aus 26 Metern direkt aufs Tor: knapp rechts vorbei.

Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Rayan Philippe mit einem starken Sprint ins Aufbauspiel der Gäste spritzte und plötzlich vor Zieler auftauchte, der den Lupfer des Blau-Gelben Topscorers aber abfangen konnte. Auf der anderen Seite köpfte der ehemalige Braunschweiger Nielsen eine Flanke aus zentraler Position über den Querbalken. Im Gegenzug wurde ein Versuch Philippe aus 20 Metern geblockt.

Direkt danach war Halbzeit! Die Eintracht war hier vollkommen überlegen und die klar gefährlichere Mannschaft. Einzig die Chancenverwertung konnte Trainer Daniel Scherning kritisieren, denn seine Mannschaft hätte bereits höher führen müssen. Dementsprechend verzichtete der Eintracht-Coach auf Wechsel und schickte die Löwen unverändert zurück aufs Feld.

Keine Minute war gespielt, als Rayan Philippe wieder einmal den Abschluss suchte, doch sein Schuss aus 20 Metern wurde zur Ecke abgefälscht. Diese sollte nichts einbringen. Drei Minuten später bediente Philippe auf der linken Seite Leon Bell Bell der ein paar Meter mit dem Ball lief und die Kugel dann auf den Elfmeterpunkt servierte. Rayan Philippe war hervorragend mitgelaufen und nahm die Kugel mit dem schwächeren Rechten direkt, bugsierte das Spielgerät aber genau in die Arme von Zieler. Auf der anderen Seite kamen die Gäste auch mal zum Abschluss, der Schuss aus 18 Metern ging aber an der kurzen Ecke vorbei. Im direkten Gegenzug tauchte Johann Gómez halbrechts im Strafraum auf, übersah den besser postierten Bell Bell und zog aus 14 Metern ab, doch erneut parierte Zieler.

Nach einer ganz kurzen Drangphase der Gäste ohne Abschluss versuchte es Kaufmann einfach mal aus knapp 30 Metern und ließ ein echtes Geschoss ab, dass haarscharf am rechten Winkel vorbeizischte und im Außennetz zappelte. Etwa eine Stunde war gespielt, als Grill erstmals eingreifen musste und einen direkt getretenen Freistoß zur Ecke parierte. Diese wurde nicht gefährlich. Wenig später flog ein Kopfball aus zehn Metern knapp am Löwen-Tor vorbei. Kurz vor der Meisterminute versuchte es Robin Krauße bei einem Freistoß aus 25 Metern direkt, setzte den Ball aber in die Mauer. Auf der anderen Seite strich ein Schuss aus 14 Metern knapp am Kasten von Lennart Grill vorbei. Nach einem Foul fiel Robin Krauße unglücklich und blieb benommen liegen. Für ihn kam Max Marie in die Partie. Gute Besserung, Robin!

Fünf Minuten später brachte Rayan Philippe den Ball von der linken Seite in die Mitte, wo Sebastian Polter an Max Marie weiterleitete, dessen Schuss aus zehn Metern in den Armen von Zieler landete. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit holte Philippe eine Ecke raus, die Bell Bell in den Strafraum schlug. Dort sprang die Kugel nach einem Abschluss von Philippe hin und her. Polter kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber an Zieler. Johan Gómez drückte den Ball zum vermeintlichen 2:0 ins Netz, doch der VAR schaltete sich ein und nahm das Tor aufgrund eines Handspiels vom US-Amerikaner zurück, weiter 1:0.

Fünf Minuten danach suchte Polter vom rechten Strafraumeck den Abschluss, knallte die Kugel aber weit am Tor vorbei. Die Nachspielzeit lief schon etwas, als Rayan Philippe auch nach über 90 Minuten Einsatzzeit mit Ball schneller als seine Gegenspieler ohne Ball war und links in den Strafraum eindrang. Dort wollte sich der Franzose den Ball an seinem Gegenspieler vorbeilegen und traf dessen Hand. Schiedsrichter Schlager entschied auf Strafstoß und der VAR korrigierte diese Entscheidung nicht. So hatte der bockstarke Rayan Philippe aus elf Metern die Chance zur Entscheidung und nutzte diese auch. Er knallte die Kugel zu seinem vierten Saisontor in die linke Ecke und sorgte für die nächste Explosion im Eintracht-Stadion: Das war die Entscheidung, der BTSV ist Derbysieger! Das 2:0!

Dann war Schluss! Die Eintracht bleibt im dritten Heimderby hintereinander ohne Gegentor und ist endlich wieder Derbysieger! Und das absolut verdient nach einer tollen Leistung der Löwen. So geht es mit ordentlich Schwung in die Länderspielpause, ehe es am Freitag, dem 18.10. zur Hertha nach Berlin geht. Anstoß im Olympiastadion ist um 18.30 Uhr.

Bis dahin, ihr Derbysieger

Euer Kivi

1 thought on “Derbysieger!

  1. Man ey immer hab ich das Pech, nicht bei den Siegen die Eintracht einfährt mal dabei zu sein, Nee stattdessen musst ich vorn paar Wochen erleben, wie ich das erste Mal seit ner Ewigkeit wieder da war, wie man unglücklich gegen den KSC verloren hatte.

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