Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Löwen zerpflücken Kleeblätter

6 min read

HEIMSIEG! Die Eintracht gewinnt endlich und holt die ersten drei Punkte der Saison. Vor etwas mehr als 19.000 Zuschauern bezwangen die Löwen den bis dahin ungeschlagenen Gast aus Fürth und setzten sich nach einem Doppelpack von Rayan Philippe hochverdient mit 2:0 durch. Der erste Sieg der Spielzeit 2024/25 hätte sogar noch höher ausfallen können, denn die Blau-Gelben ließen gleich mehrere Hochkaräter ungenutzt. Doch am Ende stand nicht nur erstmals die Null auf der Gegentorseite, sondern auch erstmals drei Punkte auf der Überweisung aufs Eintracht-Punktekonto.

Marc Pfitzner vertrat den gesperrten Eintracht-Coach Daniel Scherning und schickte die Löwen in folgender Besetzung aufs Feld: Lennart Grill (TW) – Marvin Rittmüller, Paul Jaeckel, Ermin Bičakčić (C), Robert Ivanov, Fabio di Michele Sánchez – Fabio Kaufmann (77. Johan Gómez), Sven Köhler, Robin Krauße (90. Niklas Tauer) – Sebastian Polter (69. Levente Szabó), Rayan Philippe (90. Christian Conteh)

Die erste Torchance hatten die Löwen: Nach einem Ballgewinn ging es blitzschnell über die rechte Seite. Kaufmann suchte mit einer flachen Hereingabe den ziemlich freien Philippe, der den Ball aber verpasste. Kurz darauf rettete Jung im letzten Moment vor dem Franzosen, der ansonsten freie Bahn gehabt hätte. Den ersten Abschluss der Partie hatten dann aber die noch ungeschlagenen Gäste: Zu einfach wurde Massimo in Schussposition gebracht und zog aus spitzem Winkel ab, der Flachschuss zischte links am Tor vorbei. Auf der anderen Seite ergab sich nach einer Flanke von di Michele Sánchez die nächste Gelegenheit für die Löwen. Der Ball rutsche zum zweiten Pfosten durch, wo Bičakčić aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, das Leder aber klar am Tor vorbei setzte.

Zwei Zeigerumdrehungen später versuchte es Philippe aus spitzem Winkel, doch Kleeblatt-Keeper Noll parierte zur Ecke. Diese wurde zwar gefährlich und drehte sich beinahe direkt ins Tor, doch die Gäste konnten auf Kosten einer erneuten Ecke klären. Polter verlängerte die Hereingabe zu Ivanov, der aus wenigen Metern frei zum Kopfball kam, seinen Versuch aber zu zentral platzierte. Ein paar Minuten danach blockte Bičakčić einen gefährlichen Fernschuss von Hrgota. Im Gegenzug versuchte es Kaufmann aus der zweiten Reihe, sein zu zentraler Flachschuss wurde aber nicht wirklich gefährlich.

Etwa eine halbe Stunde war gespielt, als Kaufmann mit einer Flanke Krauße fand, der aus zehn Metern zum Kopfball kam, aber nicht genügend Druck hinter die Kugel bringen konnte. Leichte Aufgabe für Noll im Tor der Gäste. Zwei Minuten danach setzte Polter am gegnerischen Strafraum gut nach und luchste Dietz den Ball ab und bediente sofort Rayan Philippe, der seinen Gegenspieler im ersten Kontakt wie eine lästige Fliege abschüttelte und das Leder aus sieben Metern in halblinker Position in den rechten Winkel donnerte. Ein Gewaltschuss zur Führung und tausende Eintracht-Fans lagen sich in den Armen: Das war verdient, das war gerecht, das war das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Kurz darauf die nächste Chance für die Männer in Gelb und Blau: Eine Köhler-Ecke prallte von Philippe zu Sebastian Polter, der anscheinend etwas zu überrascht war und aus kurzer Distanz direkt in die Arme von Torwart Noll schoss. Kurz vor der Pause die nächste dicke Gelegenheit für Polter: Marvin Rittmüller servierte von der rechten Seite mustergültig, der Löwen-Stürmer setzte seinen Flugkopfball aber knapp links am Tor vorbei.

Dann war Halbzeit. Die Eintracht führte hochverdient und hatte die Gäste absolut im Griff. Lennart Grill war völlig beschäftigungslos geblieben und auch sonst gab es keinen Grund für Scherning-Vertreter Marc Pfitzner, Wechsel vorzunehmen. Dementsprechend ging es unverändert in den zweiten Durchgang.

Doch nach Wiederanpfiff wurden erstmal die Fürther gefährlich: Eine scharfe Flanke rutschte erst an allen vorbei, landete dann über Umwege bei Green, der aus 17 Metern in die Arme von Grill schoss. Eine Zeigerumdrehung später konterten die Löwen: Philippe bediente Polter, der Kaufmann suchte, doch ein Verteidiger kam noch dazwischen. Kurz darauf rutschte eine Rittmüller-Flanke zu di Michele Sánchez durch, der es aus spitzem Winkel direkt versuchte: drüber. Auf der anderen Seite verfehlte Srbeny aus 16 Metern nur knapp.

Gerade als die Gäste so langsam ins Spiel kamen, bekam Rayan Philippe die Mega-Chance aufs 2:0. Polter steckte perfekt auf den Franzosen durch, der einfach zu schnell für seine Verfolger war und alleine auf das Tor der Gäste zulief. Doch im direkten Duell scheiterte der Stürmer an Kleeblatt-Keeper Noll, eilte dem Abpraller hinterher, doch in allerletzter Sekunde konnte Bansé auf Kosten einer Ecke klären. Diese wurde zu Kaufmann geklärt, der aus 15 Metern sofort abzog, aber geblockt wurde. Etwa eine Stunde war gespielt, als es erneut Ecke gab. Diese wurde vorerst geklärt, doch Linksverteidiger di Michele Sánchez schlug den Ball erneut in die Gefahrenzone. Dort setzte sich Robert Ivanov im Luftduell durch. Sein Kopfball prallte an den linken Pfosten und landete bei Rayan Philippe, der blitzschnell reagierte und abzog. Dieses Mal prallte der Ball an den rechten Pfosten, dann aber über die Linie. Der Riesenjubel im Eintracht-Stadion verebte schnell, denn die Fahne des Assistenten war oben. Doch nach fast vierminütiger Überprüfung des VAR war klar: Das Tor zählt. Philippe setzte zum Sprint vor die Südkurve an und schrie mit einem Freudensprung alles raus, was sich die letzten Wochen angesammelt hatte: das 2:0 für den BTSV!

Die Gäste benötigten einige Minuten, um wieder zurück ins Spiel zu finden. Gefährlich wurde es aber erst, als di Michele Sánchez ein dickes Geschenk verteilte. Eigentlich hatte der Linksverteidiger den Ball gut abgelaufen, ging dann aber im eigenen Strafraum ins Dribbling und verlor mehr als unnötig die Kugel. Doch im Verbund blockten die Löwen mehrfach und verhinderten den Anschlusstreffer. Auf der anderen Seite war di Michele Sánchez erneut beteiligt, seinen Schuss aus leicht spitzem Winkel faustete Noll mit beiden Fäusten weg. Wenige Augenblicke später brach Szabó nach Pass von Gómez plötzlich frei durch, schoss aber viel zu überhastet bereits aus 17 Metern. Sein Flachschuss kam darüber hinaus auch noch ohne Wucht und viel zu zentral. Leichte Beute für Noll. Rayan Philippe hatte zudem ziemlich frei im Strafraum gestanden.

Wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit packte Rayan Philippe nochmal einen echten Zaubertrick aus. Der Topscorer der Eintracht nahm einen Ball mit dem Oberschenkel perfekt mit und legte das Spielgerät dann mit der Hacke herrlich ab. Gómez und Szabó standen eigentlich beide sechs Meter völlig alleine vor Gäste-Torwart Noll, Gómez brauchte aber etwas zu lange für seine Entscheidung und holte so Wagner zurück in die Szene, der in allerletzter Sekunde noch blocken konnte. Der hätte drin sein müssen. Die Nachspielzeit hatte bereits begonnen, als Szabó der Ball am linken Strafraumeck vor die Füße fiel. Der Ungar schlenzte sofort aufs lange Eck und überraschte damit Torwart Noll, der nicht mehr an die Kugel kam, doch erneut prallte der Ball ans Gebälk: Vom linken Pfosten sprang der Ball zurück ins Feld. Kurz darauf setzten sich die Löwen im Strafraum der Gäste fest, doch das dauerte alles erneut zu lange, bis sich ein Blau-Gelber zum Abschluss entschied, am Ende wurde Tauer geblockt.

Dann war Schluss und die Löwen auf dem Platz und in den Blöcken lagen sich in den Armen! Der erste Sieg der Saison war geschafft und das mehr als verdient! Tatsächlich hätte der Erfolg bei der Chancenanzahl durchaus höher ausfallen können, doch am Ende kann man gegen einen bis dahin ungeschlagenen Gegner mehr als zufrieden sein. Darüber hinaus kassierten die Löwen erstmals kein Gegentor. Weiter geht es am kommenden Freitag. Um 18.30 Uhr ist man zu Gast beim SSV Ulm.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Löwen zerpflücken Kleeblätter

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen