Später Ausgleich in Unterzahl
6 min readEs sah gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden nach der zweiten Niederlage in Folge für die U23 aus. Doch tief in der Nachspielzeit gab es Strafstoß für die verletzungsbedingt in Unterzahl spielenden jungen Löwen. Benjamin Mbom nahm sich sofort der wichtigen Aufgabe an und verwandelte eiskalt in das untere linke Eck, ehe der junge Stürmer in einer Jubeltraube seiner Mitspieler verschwand. Zuvor hatten die Gastgeber, bis 2023 langjähriger Regionalligist, die deutlich höhere Spielanteile, kamen aber meistens nur aus der zweiten Reihe zum Abschluss, sodass Löwen-Schlussmann Julian Moser nicht wirklich mehr zu tun hatte als sein Kontrahent auf der anderen Seite. Dennoch war es aus Eintracht-Sicht ein sehr chancenarmes Spiel mit einem leicht glücklichen Ende und einem nicht unverdienten Punkt gegen einen starken Gegner.
Vor dem Spiel ging es an den Cateringstand. 4 Euro für eine Bratwurst in der Oberliga, das ist schon ordentlich. Ordentlich beschreibt dann auch das Grillgut. Nichts wirklich Überragendes, aber auch nichts Schlechtes. Eine Standard-Wurst mit einer Scheibe Toast, die besser aussah, als sie schmeckte. 6/10 von mir.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Julian Moser (TW) – Leon Suzuki, Phil-Louis Kunze (C), Salem Nouwame – Maxim Root, Lukas Sommer (74. Mason Grumbach), Karim Hüneburg, Francis Mbassi – Maksym Tytarenko (60. Aaron Tshiumanga), Linus Queißer (60. Benjamin Mbom), Robin Placinta (74. Anthony Reid)
Den ersten Abschluss hatten die jungen Löwen, als Maksym Tytarenko den Ball von Francis Mbassi bekam, doch der Offensiv-Spieler jagte die Kugel aus 20 Metern über den Fangzaun. Im Gegenzug folgte der erste einiger wuchtiger Distanzschüsse der Gastgeber, die Robustheit und dominantes Auftreten an den Tag legten. Versuch Nummer eins setzte einmal auf und zischte klar vorbei, zwei Minuten später fehlten nur wenige Zentimeter. Nur eine Zeigerumdrehung danach war es ebenfalls sehr eng, dieses Mal flog der Ball aber nicht drüber, sondern vorbei. Im Gegenzug ergab sich eine Ecke für die Löwen, die Robin Placinta scharf in die Gefahrenzone schlug. Im Gewühl kam der Ball irgendwie aufs Tor, doch noch vor der Linie konnten die Gastgeber klären.

Zwei Minuten später musste Julian Moser erstmals eingreifen und lenkte einen brandgefährlichen Fernschuss mit den Fingerspitzen über die Latte. Die anschließende Ecke spielten die Gastgeber flach auf den Strafraumrand, den folgenden Schuss parierte Moser zur Seite, danach konnten die Blau-Gelben klären. Kurz darauf steckte Linus Queißer stark auf Maksym Tytarenko durch, der sich den Ball an den letzten beiden Gegenspielern vorbei legte und diese einfach überrannte. Doch dabei legte sich Tytarenko den Ball etwas zu weit vor, sodass er im Laufduell mit dem Torwart einen Schritt zu spät kam. Auf der anderen Seite zischte der nächste Fernschuss der Hausherren knapp über den Querbalken. Zehn Minuten vor der Halbzeit steckte Salem Nouwame auf Maksym Tytarenko durch, der im direkten Duell den Torwart aus spitzem Winkel nicht überwinden konnte. Doch die Fahne ging ohnehin hoch: Abseits.
Zwei Zeigerumdrehungen danach kontrollierte Linus Queißer einen langen Abschlag von Julian Moser technisch anspruchsvoll und steckte herrlich auf Robin Placinta durch. Doch erneut war der Torwart einen Schritt eher am Ball. Wenig später bekam Maksym Tytarenko den Ball an der Mittellinie von Maxim Root und ließ die Kugel durch die eigenen Beine rollen. Seinen Gegenspieler überrumpelte er dabei völlig und hatte plötzlich ganz viel Platz, zog in den Strafraum und suchte aus halbrechter Position den Abschluss, doch der Torwart konnte mit beiden Fäusten parieren. Die Kugel flog im hohen Bogen zu Lukas Sommer, der den Ball aufs rechte Eck köpfte, doch dort klärte ein Verteidiger für seinen bereits geschlagenen Keeper.
Dann war Halbzeit. Die Gastgeber hatten extrem viel Ballbesitz und waren oft im letzten Drittel, klare Chancen hatten sie aber in ähnlicher Anzahl wie die jungen Löwen und waren im Strafraum der U23 noch überhaupt nicht zum Abschluss gekommen, während die Blau-Gelben vor allem mit der späten Doppelchance eine dicke Gelegenheit hatte. Dennoch war das von der Chancenanzahl im Vergleich zu den vorherigen Spielen sehr mau, die Gastgeber traten aber auch eindrucksvoll dominant auf und behielten in sämtlichen engen Situationen stets die Ruhe und Übersicht.

Rehden kam wacher aus der Kabine und belohnte sich früh. Die U23 verlor kurz vor dem eigenen Strafraum zu einfach den Ball und stand dann ungeordnet, sodass die Gastgeber blitzschnell auf die blanke linke Seite verlagerten und die Kugel scharf und flach in die Gefahrenzone spielen konnten. Dort lief die Nummer 10, Bocar Djumo ein und vollstreckte mit dem ersten Kontakt eiskalt. Der Torschütze wurde unter anderem bei Inter Mailand ausgebildet und brachte Erfahrung aus Stationen in fünf verschiedenen Ländern mit: das 1:0 für den BSV Schwarz-Weiß Rehden.
Die Gastgeber hatten einige erfahrene Spieler in den eigenen Reihen und waren zudem ebenso mit starken Talenten ausgestattet, wie die Eintracht. Man merkte den Gastgebern die jahrelange Regionalliga-Zugehörigkeit durchaus an. Anschließend suchten die Hausherren die Offensive überhaupt nicht mehr und beschränkten sich aufs Verwalten der Führung. In dem immer hitziger werdenden, aber sonst fairen Spiel hagelte es nach dem 1:0 satte zehn gelbe Karten des Schiedsrichters, der sich von den ständigen lauten Protesten der Gastgeber durchaus beeinflussen ließ und gleich mehrere fragwürdige Entscheidungen traf. Währenddessen beschwerten sich die Akteure und Zuschauer der Heimseite auch bei noch so klar richtigen Entscheidungen gegen sie lautstark. Der Sieg schien dem BSV Rehden also viel zu bedeuten.

Auch wenn die Hausherren es anders sahen, lag der Schiedsrichter bei der nächsten Situation richtig: Nach einem langen Ball rannten sich Verteidiger und Torwart gegenseitig über den Haufen, der nebenher laufende, aber nicht direkt beteiligte Benjamin Mbom schaltete blitzschnell und hielt den Ball im Spiel. Der Stürmer entschied sich gegen den Abschluss aufs leere Tor, aber auch aus extrem spitzem Winkel und flankte die Kugel zum völlig freien Aaron Tshiumanga. Die Hereingabe geriet aber ziemlich scharf, Tshiumanga erwischte das Spielgerät nicht richtig und köpfte aus 13 Metern über das leere Tor. Die dicke Gelegenheit zum Ausgleich. Erneut großes Glück hatten die Gastgeber fünf Minuten später. Maxim Root wurde nach einer Flanke abseits vom Geschehen im Strafraum umgetreten. Ein Foul war das allemal, gesehen hatte es das Schiedsrichterteam anscheinend nicht, denn einen Strafstoß gab es nicht.
Auf der anderen Seite klärte Kapitän Phil-Louis Kunze eine scharfe Flanke in höchster Not, verfehlte das eigene Tor dabei aber nur knapp. In einer heißen Schlussphase ohne größere Chancen musste der Spielführer nach einem Foul verletzungsbedingt raus, die jungen Löwen waren in der Nachspielzeit somit in Unterzahl, denn die Wechselmöglichkeiten waren bereits erschöpft. Die Nachspielzeit war bereits fast abgelaufen, als der Ball im Gewühl irgendwie durchrutschte und Salem Nouwame plötzlich zehn Meter vor dem Tor freie Bahn hatte. Der letzte Verteidiger wusste sich nicht mehr anders zu behelfen und brachte den Verteidiger zu Fall. Auch wenn das die Gastgeber nicht hören wollten, das war ein Strafstoß und dieses Mal sah es der Schiedsrichter genauso. Auf den Platzverweis für die nicht ballbezogene Notbremse verzichtete der Unparteiische allerdings. Stürmer Benjamin Mbom hatte sich sofort bereiterklärt, den wichtigen Strafstoß auszuführen und ließ sich auch von Zwischenrufen der Zuschauer nicht verunsichern: Mbom setzte die Kugel genau neben den linken Pfosten, der Torwart, der sich sogar für die richtige Ecke entschieden hatte, war chancenlos. Benjamin Mbom war schon gar nicht mehr zu sehen, denn die gesamte Mannschaft hatte eine Jubeltraube um den Torschützen gebildet. Der ganz späte Ausgleich zum 1:1!

Julian Moser musste noch einmal im direkten Duell mit einem Stürmer eingreifen, aufgrund eines Fouls und gleichzeitiger Abseitsstellung hätte das Tor aber ohnehin nicht gezählt und dann war Schluss! Die U23 spielt zum ersten Mal auf fremden Platz unentschieden und belohnt sich für einen großen Kampf mit dem nicht unverdienten Ausgleich. Die Gastgeber konnten mit dem spät hergeschenkten Sieg nicht so gut umgehen und so durfte ich mir einige eher weniger freundliche Kommentare anhören. Als der Schiedsrichter bereits den Platz verlassen hatte, wurde es nochmal heiß auf dem ramponierten Grün. Die Gastgeber lösten eine Rudelbildung aus und kurz darauf waren sämtliche Spieler, Trainer, Betreuer und sogar Zuschauer an einem Geschubse und Gepöbel beleidigt, dass sich immer wieder beruhigte, aber bis in die Kabinen immer wieder neu anfing. Zum Glück blieb es harmlos. Bereits am Samstag geht es für die U23 weiter. Dann sind die jungen Löwen zu Gast bei der Zweitvertretung vom SV Meppen. Anstoß ist um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
