Pflichtaufgabe spät erfüllt
8 min readGegen den zwei Ligen tiefer spielenden JFV Cloppenburg mussten die jungen Löwen bis in die Schlussphase um den Einzug ins Viertelfinale des Niedersachsen-Pokals bangen. Trotz klarer Überlegenheit in allen Belangen brachten erst die letzten zehn Minuten die Erlösung. Basim El-Haj, Aurel Gega und Bastian Redecker sorgten für den 3:5-Endstand. Zuvor war die U19 bereits sehr früh in der Partie kurios in Rückstand gegangen. Durch einen Doppelschlag von Ben Fuchs und Liam Marheineke ging die Mannschaft von Trainer Christian Menzel im zweiten Durchgang zwar in Führung, ein zweifelhafter Elfmeter und ein weiteres Tor direkt im Anschluss brachten die Gastgeber aber erneut in Front, bis der Druck der jungen Löwen vor etwa 350 Zuschauern in der Schlussphase zu groß wurde.
U19-Coach Christian Menzel entschied sich für folgende Aufstellung: Laurin Peters (TW) – Mika Gehring (46. Aurel Gega), Andrej Schlothauer, Ben Fuchs, Jakob Benstead, Noah Weisheit – Luca Gille (36. Niklas Gambke), Karim Hassanin (42. Bastian Redecker) – Basim El-Haj (C), Enio Karepi (46. Sebastian Dabrowski) – Liam Marheineke

Die Partie begann aufgrund eines Staus bei der Anreise der Löwen eine Viertelstunde später. Darüber hinaus mussten die Blau-Gelben auch noch mit Leibchen auflaufen. Doch dann ging es los und die Eintracht hatte die erste Torchance: Ben Fuchs drückte eine Freistoßflanke von Luca Gille knapp über den Querbalken. Kaum zwei Minuten waren gespielt, als die Gastgeber erstmals in den BTSV-Strafraum eindringen konnten. Die erste Klärungsaktion misslang und die Kugel trudelte Richtung Torlinie, auf der sich die Löwen gleich zweimal gegenseitig abschossen. Aus dem Gewühl fand der Ball irgendwie ins Netz. Ein Eigentor war es anscheinend nicht, denn der Schiedsrichter notierte als Torschützen die Nummer 9. Unter großem Jubel ließen sich die Hausherren von den zahlreich erschienenen Zuschauern feiern, das ganz frühe 1:0.
Anschließend wurde es ganz schwierig für die Mannschaft von Trainer Christian Menzel, denn die Cloppenburger standen nicht selten mit neun Feldspielern direkt vor dem eigenen Strafraum. Ein echtes Abwehrbollwerk, denn den Gastgebern ging es verständlicherweise nur darum, die überraschende Führung irgendwie ins Ziel zu bringen. Doch nur zwei Minuten nach dem 1:0 gab es bereits die erste Chance für die jungen Löwen: Karim Hassanin, der unlängst für die ägyptische U20-Nationalmannschaft nominiert wurde, steckte auf Basim El-Haj durch. Dieser suchte aus spitzem Winkel den Abschluss, doch der Keeper parierte zu Ecke. Diese wurde von Jakob Benstead ausgeführt und prallte Basim El-Haj vor die Füße, der aus zwölf Metern per Volley abzog, den Ball aber knapp über das Tor jagte.

Zwei Zeigerumdrehungen später bugsierte Mika Gehring eine Flanke von Noah Weisheit über die Latte. Kurz darauf wurde Luca Gille in Strafraumnähe gefoult, Basim El-Haj zirkelte den fälligen Freistoß mit viel Gefühl über die Mauer, aber auch knapp über den linken Winkel. Ein paar Minuten danach legte Mika Gehring den Ball von der rechten Eckfahne zurück auf Basim El-Haj, der vom rechten Strafraumeck flanken konnte. Liam Marheineke schraubte sich in die Luft und entschied das Kopfballduell für sich, platzierte seinen Kopfball aber zu zentral, der JFV-Schlussmann packte sicher zu. Drei Minuten später war Marheineke selbst Flankengeber, Mika Gehring köpfte die Hereingabe aber über den Querbalken. Kurz darauf erwischte Ben Fuchs eine Freistoßflanke von Luca Gille mit dem Kopf, beförderte die Kugel aber direkt in die Arme des Torwarts.
Eine Zeigerumdrehung danach blieb Luca Gille nach einem Foul liegen. Das hatte ganz schön geknallt und der Mittelfeldspieler konnte auch nicht weitermachen. Gute Besserung an der Stelle!
Niklas Gambke kam für ihn in die Partie. Drei Minuten danach rutschte der Ball zu Mika Gehring durch, der freie Bahn hatte, den Schlussmann der Cloppenburger im direkten Duell aber nicht überwinden konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Enio Karepi einen Geistesblitz und überwand die Abwehrkette mit einem gekonnten Lupfer aus dem Fußgelenk. Ben Fuchs tauchte eigentlich völlig frei vor dem Tor auf, wurde aber vom letzten Mann der Gastgeber am Arm umgerissen. Eigentlich ein Lehrbuch-Strafstoß und eine Rote Karte, doch der Schiedsrichter winkte sofort ab und ließ tatsächlich weiterspielen. Eine völlig unverständliche Fehlentscheidung.
Dann war Halbzeit. Die jungen Löwen waren nach allen Belangen klar überlegen, hatten es nach dem kuriosen Gegentreffer aber nicht geschafft, die zahlreichen Torchancen auch in Tore umzuwandeln und so ging es mit einem Rückstand in die Kabine. Trainer Christian Menzel reagierte doppelt und brachte Aurel Gega und Sebastian Dabrowski für Mika Gehring und Enio Karepi in die Partie.

Keine drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da fiel endlich der überfällige 1:1-Ausgleich. Eine Ecke von Jakob Benstead brachte Ben Fuchs hinter dem zweiten Pfosten unter Kontrolle und bugsierte die Kugel aus spitzem Winkel am Torwart vorbei über die Linie. Das war mehr als verdient und wichtig: der ganz schnelle Ausgleich nach dem Wiederanpfiff!
Wenige Sekunden nach dem Anstoß hatten die jungen Löwen den Ball wieder und der nächste Angriff rollte auf das Cloppenburger Tor. Basim El-Haj bediente Liam Marheineke, der leicht bedrängt aus halbrechter Position zum Abschluss kam, sein Schuss aus 15 Metern flog aber rechts am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug gab es dann die zweite Torchance für die Gastgeber: Ein langer Ball rutschte durch die Abwehrkette, anschließend blockten Ben Fuchs und Jakob Benstead gemeinsam in höchster Not, der Nachschuss aus spitzem Winkel flog am Tor vorbei.

Sofort ging es wieder in die andere Richtung, keine Minute später bekam Liam Marheineke den Ball von Bastian Redecker und steckte auf Aurel Gega durch, der aus zehn Metern nicht am stark reagierenden Torwart vorbeikam. Gega hielt den Ball im Spiel und setzte Liam Marheineke in Szene, der noch einen Haken schlug und aus acht Metern abzog. Mit der Fußspitze fälschte ein Abwehrspieler die Kugel noch entscheidend ab. Der Torwart wäre chancenlos gewesen, doch so flog der Ball hauchzart links am Tor vorbei. Die folgende Ecke von Basim El-Haj landete bei Aurel Gega, der das Leder mit dem Rücken zum Tor überragend gegen zwei Verteidiger fest machte und das Auge für Liam Marheineke hatte. Der Stürmer donnerte die Ablage aus zehn Metern mit ordentlich Schmackes ins Netz. Da war er endlich, der so verdiente Führungstreffer, das 1:2 für die Braunschweiger Eintracht.
Fünf Minuten später hätten die jungen Löwen beinahe den Deckel draufgemacht. Nach einem herrlichen Angriff über mehrere Stationen kam Basim El-Haj aus 14 Metern zum Abschluss, setzte die Kugel aber rechts am Tor vorbei. Nicht ganz eine halbe Stunde war noch zu spielen, als die Gastgeber eine Freistoßflanke per Kopf querlegten. Plötzlich stand ein JFV-Akteur zwei Meter vor dem Tor frei, drückte die Kugel aber über das leere Tor. Noch überraschender war, dass der Schiedsrichter plötzlich auf Strafstoß entschied. Torwart Laurin Peters hätte einen Gegenspieler unfair behindert. Wie er das gemacht haben soll, war für mich absolut nicht zu erkennen. Eine mehr als zweifelhafte Entscheidung des Schiedsrichters, vor allem mit Hinblick auf den nicht gegebenen Strafstoß aus der ersten Halbzeit.

Den Gastgebern war es egal, die Nummer 11 versenkte die Kugel im rechten unteren Eck. Der Ausgleich zum 2:2. Doch damit nicht genug, anscheinend war der Ärger der jungen Löwen so groß, dass sie sich keine zwei Minuten später bei einem Angriff über die rechte Seite einfach überrennen ließen. Die ungestörte flache Hereingabe fand den Weg bis zum zweiten Pfosten, wo sich die Nummer 9 davongestohlen hatte und ins leere Tor einschob. Auf einmal lagen die Blau-Gelben wieder in Rückstand: 3:2. Anschließend gab es eine unschöne Szene. Eine Fangruppe der Gastgeber, die bereits zuvor Eintracht-Spieler beleidigt hatten, bespritzten den vor ihnen stehenden Assistenten absichtlich mit Bier. Dieser teilte dem Schiedsrichter den Vorfall allerdings nicht mit.
Zwei Minuten später legte Andrej Schlothauer eine Freistoßflanke von Jakob Benstead quer, die Cloppenburger konnten aber vor dem einschussbereiten Sebastian Dabrowski klären, der zudem zu Boden gestoßen wurde. Drei Zeigerumdrehungen danach bekam ein Abwehrspieler der Hausherren eine Schlothauer-Flanke ins Gesicht. Von dort prallte der Ball ins Toraus. Statt einer Ecke entschied der Schiedsrichter plötzlich auf Strafstoß. Doch dieses Mal meldete sich der Assistent beim Schiedsrichter, der den Elfmeter daraufhin zurücknahm. Statt einer Ecke ging es mit Schiedsrichterball weiter, den die Gastgeber erst auf Einwirken ihres Trainers zu den Blau-Gelben zurückspielten. Kurz darauf kam Liam Marheineke nach einem Konter aus 17 Metern zum Abschluss, knallte die Kugel aber über die Latte. Die letzten zehn Minuten hatten gerade begonnen, da machten es die jungen Löwen schnell und zielstrebig. Sebastian Dabrowski hatte am rechten Strafraumrand viel Platz und suchte Liam Marheineke, der das Leder geschickt durchließ. So hatte Basim El-Haj Zeit und Raum und vollstreckte eiskalt. Der hochverdiente Ausgleich, das 3:3!

Zwei Zeigerumdrehungen später wurde eine Ecke von Jakob Benstead vor die Füße von Bastian Redecker geklärt, der aus 20 Metern abzog. Sein Schuss zischte hauchzart über den linken Knick hinweg. Eine Minute danach suchte Ben Fuchs mit einem Steilpass Bastian Redecker. Basim El-Haj machte mit einer Körpertäuschung den Weg frei und so hatte der pfeilschnelle Flügelspieler freie Bahn, marschierte in den Strafraum und überwand den Schlussmann mit einem herrlichen Lupfer. Im hohen Bogen fiel der Ball Richtung linker Winkel, prallte aber genau auf Höhe des Winkels gegen den Innenpfosten und sprang knapp aus dem Tor raus. Redecker hielt die Kugel im Spiel und fand mit seiner Flanke Liam Marheineke. Der Stürmer setzte zum Fallrückzieher an und traf den Ball scheinbar perfekt. Doch mit einer Wahnsinnstat fischte der Keeper die Kugel noch aus dem rechten Winkel.
Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war der Bann dann endlich gebrochen: Einen langen Ball von Jakob Benstead verarbeitete Andrej Schlothauer überragend und hatte so viel Platz und die Übersicht für eine punktgenauer Hereingabe. Aurel Gega bugsierte die Flanke aus acht Metern an den linken Pfosten, reagierte dann aber blitzschnell und drückte den Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie. Da war sie, die so verdiente Führung: das 3:4 für die Braunschweiger Eintracht!

Auf der anderen Seite bekamen die Cloppenburger einen schmeichelhaften Freistoß in bester Position zugesprochen, der Ball flog aber weit über den Kasten. Aus dem Abstoß entwickelte sich ein schneller Gegenstoß für die jungen Löwen. Basim El-Haj kam in einem Zweikampf zu Fall, spielte im Liegen aber einen tollen Pass auf Aurel Gega, der das Leder an Liam Marheineke weitergab. Der Stürmer bediente mit dem Außenrist Bastian Redecker, der aufs Tor marschierte und das Spielgerät aus 16 Metern wuchtig in die linke untere Ecke knallte. Absolut unhaltbar und die Vorentscheidung, das 3:5 für den BTSV!
Aus dem Anstoß entwickelte sich ein langer Ball, der tatsächlich die Abwehrkette der jungen Löwen überwand. Der JFV-Akteur nahm den Ball mit der Brust an, drehte sich und jagte das Leder volley über den Kasten. Im Gegenzug wurde ein Schuss von Basim El-Haj aus 18 Metern geblockt. Die Kugel prallte zu Liam Marheineke, der aus ähnlicher Entfernung den Abschluss suchte: drüber.

Dann war Schluss! Die jungen Löwen ziehen nach einem ganz frühen Rückstand etwas holprig, aber absolut verdient in die nächste Runde ein. Gegen in quasi allen Belangen unterlegenen, aber eiskalten Gastgebern fiel der Sieg im Vergleich zum Chancenverhältnis und zu den Spielanteilen zu gering aus, im Pokal geht es bekanntlich aber nur um den Sieg und nicht die Tordifferenz. Im Viertelfinale wartet aller Voraussicht nach der VfL Wolfsburg, also der schwerstmögliche Gegner. Losglück trug schon immer andere Farben als Blau-Gelb. Weiter geht es für die U19 erst am zweiten Oktoberwochenende. Dann geht die Reise zum Testspiel zum FC St. Pauli zum. Anstoß am 12.10. ist um 12.30 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
