Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Zu spät aufgewacht

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Die Eintracht zeigte gegen den 1. FC Magdeburg lange keine gute Leistung und fand erst spät ins Spiel. Doch die Schlussoffensive gegen den FCM wurde am Ende nicht belohnt, die Löwen nutzten ihre zahlreichen Chancen einfach nicht und mussten sich zudem über drei absolut vermeidbare Gegentreffer ärgern, zudem war hatte man vor knapp 23.000 Zuschauern wieder einmal früh in Rückstand gelegen. Somit war das 1:3 von Rayan Philippe nur Ergebniskosmetik und die Blau-Gelben stehen weiterhin auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Grill (TW) – Sanoussy Ba (46. Marvin Rittmüller), Robert Ivanov (79. Walid Ould-Chikh), Ermin Bičakčić (C), Jannis Nikolaou, Leon Bell Bell (62. Fabio di Michele Sánchez) – Sven Köhler, Niklas Tauer (46. Fabio Kaufmann), Johan Gómez – Rayan Philippe, Levente Szabó (62. Christian Conteh)

Wie auch beim ersten Auswärtsspiel auf Schalke hatte die Eintracht die erste Torchance und wieder war es Rayan Philippe. Nach einem langen Ball lief der Franzose seinen Verfolgern davon, scheiterte aber aus leicht spitzem Winkel freistehend an FCM-Schlussmann Reimann. Anschließend passierte einige Minuten lang nichts, die Gäste hatten dafür fast durchgehend den Ball. Und so passierte es wieder einmal in der Anfangsviertelstunde: Musonda lief auf dem Flügel Ba davon und konnte vom linken Strafraumrand ungestört flanken. Am zweiten Pfosten hatte Kaars noch mehr Platz und drückte die Kugel aus kurzer Distanz ins Netz: Der erneut frühe Rückstand für die Scherning-Elf, das 0:1.

Auf der anderen Seite klärten die Gäste einen Köhler-Freistoß zu Rayan Philippe, der sich am Strafraumrand um die eigene Achse drehte und knapp über den Querbalken schoss. Kurz darauf versuchte es Philippe aus der zweiten Reihe: rechts vorbei. Ein paar Minuten danach legte Szabó eine Philippe-Flanke quer, doch die Gäste konnten vor Ba und Tauer klären. Zehn Minuten vor der Pause konnte Philippe in den Strafraum eindringen, sein Querpass prallte zu ihm zurück, anschließend ballerte aus spitzem Winkel klar am Tor vorbei.

Fünf Minuten später konnte Grill einen Aufsetzer von Kaars aus 20 Metern nicht festhalten, Nikolaou war aber rechtzeitig da und bereinigte die Situation. Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, da konterten die Löwen über Ba. Dessen Pass landete bei Johan Gómez, der sich gegen zwei Verteidiger durchsetzen konnte und aus elf Metern im Fallen zum Abschluss kam. Doch ein Verteidiger fälschte den Schuss noch zur Ecke ab. Anschließend konterten die Magdeburger, doch Musonda knallte die Kugel klar am Tor vorbei.

Dann war Halbzeit. Es war kein guter Auftritt der Löwen und die Enttäuschung der Fans war deutlich zu spüren, auch wenn es nur einige wenige Pfiffe gab. Das war in allen Belangen zu wenig und ließ tausende Sorgenfalten im Stadion erscheinen. Daniel Scherning war ebenfalls unzufrieden und wechselte gleich doppelt. Für Sanoussy Ba und Niklas Tauer kamen Marvin Rittmüller und Fabio Kaufmann.

Fabio Kaufmann war es dann auch, der die Blau-Gelbe Fangemeinde „Fluch und Segen“ spüren ließ. Nach einem starken Ballgewinn nahe des gegnerischen Strafraums hatte Kaufmann eigentlich ziemlich freie Bahn und eine Überzahl-Situation, zog aber viel zu überhastet und viel zu früh ab und setzte das Leder aus 22 Metern weit am Tor vorbei. Ein paar Minuten später schnürten die Löwen den Gegner am Strafraum ein, Ivanov spielte den Ball unbedrängt mehrere Meter an Rittmüller vorbei ins Seitenaus. Der FCM machte es anschließend schnell und nach einem Steckpass stand Kaars scheinbar alleine vor Grill, doch Bell Bell kam noch herangerauscht und blockte in letzter Sekunde, zuvor hatten die Löwen einen völlig unnötigen Einwurf fabriziert. Eine Zeigerumdrehung später setzte sich Kaufmann über den rechten Strafraumrand durch und konnte ungestört flanken, seine Hereingabe rauschte aber unerreichbar durch den FCM-Strafraum.

Im direkten Gegenzug überrumpelten die Gäste mit einem Pass die Hintermannschaft der Löwen: Kaars umkurvte den herausgeilten Grill und schob aus spitzem Winkel ins Tor: das 0:2.
Nun taumelten die Blau-Gelben: El-Zein versuchte es von der Strafraumkante, sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht. Diese flog den Löwen dann um die Ohren. Herchers Schuss aus dem Rückraum blockte Nikoloau zwar, der Ball prallte aber von Köhler zu Gnaka, der aus kurzer Distanz BTSV-Schlussmann Grill überwinden konnte: Vor drei Minuten stand es noch 0:1, jetzt 0:3.

Anschließend schalteten die Gäste mehrere Gänge zurück, die Eintracht wachte aber auch endlich auf und wurde besser: Köhlers Distanzschuss flog aber am Tor vorbei. In der 67. Minute durfte die Südkurve dann aber erstmals nach der Sommerpause jubeln. Wenn auch verhalten, angesichts des Spielstandes. Rayan Philippe leitete den Treffer selbst ein und legte das Leder links raus auf Fabio di Michele Sánchez, der die perfekte Vorarbeit lieferte und den Franzosen frei vor das Magdeburger Tor brachte : Philippe spitzelte die Kugel aus kurzer Distanz mit der Fußspitze an FCM-Keeper Reimann vorbei. Nur noch 1:3, sofort waren die Eintracht-Fans wieder da und schöpften Hoffnung!

Kurz darauf verzog Gómez aus 22 Metern zu hektisch, mehrere Spieler hatten ziemlich frei gestanden. So ging der Schuss des US-Amerikaners deutlich über den Kasten. Zwei Minuten später hallte ein Torschrei durchs Eintracht-Stadion, doch der Ball war dann doch nicht drin. Christian Conteh hatte super antizipiert, sein Tempo ausgenutzt und einen Rückpass erlaufen. Er bugsierte die Kugel im Fallen an Reimann vorbei. Die Kugel kullerte aufs leere Tor, das Stadion-Dach begann schon zu vibrieren, doch Hugonet machte den Spielverderber und kratzte das Spielgerät noch von der Linie. Eine Minute später konnte El-Zein in höchster Not zur Ecke klären. Diese bugsierten die Gäste selbst auf den Kasten, aber wieder war Reimann zur Stelle.

Eine Zeigerumdrehung später kam Köhler von der Strafraumkante zum Abschluss. Sein platzierter Flachschuss hätte genau ins untere linke Eck gepasst, doch Reimann kam noch mit den Fingerspitzen an den Ball und lenkte die Kugel ins Toraus. Nach der folgenden Ecke wurde es wild im Strafraum, der Ball sprang hin und her, am Ende stand Gómez im Abseits. Wieder nur eine Minute später kam der Ball von Gómez zu Philippe, der herrlich auf Conteh durchsteckte, der alleine vor dem Tor auftauchte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf.

Kurz darauf zog Conteh mit einem Dribbling mehrere Gegenspieler auf sich und legte dann für Fabio di Michele Sánchez ab, der aus 16 Metern wuchtig abzog, seinen Schuss aber zu zentral platzierte. Reimann konnte mit beiden Fäusten parieren, der Ball kam zu Johan Gómez, der aber nicht mehr zum Abschluss kam. In den Minuten danach flogen immer wieder Flanken und Ecken in den Magdeburger Strafraum, aber immer wieder war ein Kopf, Bein oder irgendein anderes Körperteil der Gäste im Weg.

Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Ermin Bičakčić einen Abschluss von Christian Conteh gegen die Laufrichtung von Reimann abfälschte, doch der FCM-Keeper brachte irgendwie noch eine Hand an den Ball und parierte erneut. Eine echte Wahnsinnstat! Nach der anschließenden Ecke landete der Ball bei Jannis Nikolaou, der aus spitzem Winkel per Volley abzog, doch Reimann riss im letzten Moment die Fäuste hoch und konnte auch diesen Schuss abwehren.

Eine Minute hatte die Nachspielzeit noch auf der Uhr, als Conteh nach einer Halbfeldflanke frei vor dem Kasten auftauchte, die Kugel aus wenigen Metern aber volley am Tor vorbei setzte. Die nächste dicke Gelegenheit für die Löwen! Als die Nachspielzeit bereits abgelaufen war, bekamen die Blau-Gelben noch einmal einen Freistoß zugesprochen. Walid Ould-Chikh schaffte dabei etwas, was in Pflichtspielen eine absolute Seltenheit im Eintracht-Kosmos ist: Der Niederländer zirkelte den Ball aus 22 Metern gefährlich aufs Tor, doch natürlich war Reimann erneut da und lenkte die Kugel mit der Faust über den Querbalken.

Doch die Ecke wurde nicht mehr ausgefüllt und das Spiel war vorbei. Enttäuscht sanken die Löwen zu Boden. Die durchaus ansehnliche Schlussphase darf aber nicht über das schwache restliche Spiel hinwegtäuschen, denn die Magdeburger führten immerhin mit 1:3 und konnten das Ergebnis verwalten. Die Eintracht spielt erst am Montag, dem 19.08. wieder, dann geht es im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Ein Spiel, bei dem der BTSV nichts zu verlieren hat, ehe in der Liga gegen den 1. FC Köln ein schwerer Gegner wartet, gegen den ergebnisunabhängig eine bessere Leistung auf den Platz gebracht werden muss.

Bis dahin

Euer Kivi

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