Testspielsieg nach langer Überzahl
6 min readNach einer ganz frühen Roten Karte spielen die 2. Frauen fast die gesamten 90 Minuten in Überzahl, fanden aber trotzdem nicht so richtig in die Spur. Trotz ungewohnter Fehler und fast unglaublichem Chancenwucher setzte sich die Klasse der Löwinnen gegen den Gastgeberverein SG Bockenem/Ambergau durch. Gegen den letztjährigen Tabellenachten der Hannoveraner Landesliga hatte Lea Eggers zur Pausenführung getroffen. Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Christiane Sturm auf 0:2, im direkten Gegenzug konnten die Gastgeberinnen aber verkürzen und kamen kurz darauf sogar zum Ausgleich. Ein Doppelpack von Lenja Kastner, die nach einer Verletzungspause ihr erstes Spiel absolvierte, brachte den Blau-Gelben den am Ende absolut verdienten 2:4-Testspielsieg.
Eintracht-Coach Sebastian Thies entschied sich für folgende Aufstellung: Darleen Hermanski (TW) – Alysha Jakubowski (46. Anna Srock), Lotta Bierschwall (61. Heidi Hilscher), Dilara Esen (76. Lotta Bierschwall), Marie Johanna Brunner (46. Lena Krüger), Svenja Lemke (46. Lenja Kastner) – Josephine Michler, Aileen Willeke (70. Marie Johanna Brunner), Lea Eggers (80. Alysha Jakubowski) – Lilly Schröder (70. Melina Melzig), Melina Melzig (46. Christiane Sturm)
In der Halbzeitpause gab es eine Bratwurst für 3,50€. Diese war ok, mehr aber auch nicht. Für eine gute Bewertung war die Wurst außen deutlich zu fest. Dass ein weiterer angereister Eintracht-Fan seine Wurst mit Barbecue-Soße bevorzugte war ebenso eine neue Erkenntnis. 6,5/10 von mir.

Keine zwei Minuten waren gespielt, als Melina Melzig die Abwehr der Gastgeberinnen mit einem schnellen Sprint überraschte und einen unmöglichen Ball eroberte. Die letzte Verteidigerin setzte ohne Chance auf den Ball zur Grätsche an und trat die Eintracht-Stürmerin von hinten in die Beine. Klarer geht es nicht: Die ganz frühe Rote Karte für die Gastgeberinnen, die Löwinnen somit also 88 Minuten in Überzahl. Melzig konnte zum Glück weitermachen. Den anschließenden Freistoß aus etwa 18 Metern setzte Josephine Michler an den Querbalken.


Zehn Minuten später nahm Lilly Schröder eine Jakubowski-Ecke direkt, doch auf der Linie klärte eine Verteidigerin, den Abpraller drückte Melina Melzig am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach setzte Lilly Schröder mit einem genialen Steilpass Melina Melzig in Szene, die freie Bahn hatte, im direkten Duell aber nicht an der Torfrau vorbei kam. Kurz darauf kam Melzig aus 20 Metern per Volley zum Abschluss, ballerte die Kugel aber klar am Tor vorbei. Fünf Minuten später kam der Ball über Melzig zu Lea Eggers, die auf Lilly Schröder durchsteckte. Diese traf im Fallen ins untere rechte Eck, doch der Schiedsrichter hatte eine Abseitsstellung erkannt, es blieb also beim 0:0.
Auf der anderen Seite musste Darleen Hermanski bei einem eher harmlosen Fernschuss erstmals eingreifen und tat dies auch souverän. Nicht ganz eine halbe Stunde war gespielt, als Josephine Michler mit einem tollen Pass Svenja Lemke über die linke Seite auf die Reise schickte. Deren flache Hereingabe vom linken Strafraumrand landete genau bei Lea Eggers, die das Leder aus 14 Metern direkt nahm und in der rechten unteren Ecke versenkte. Die verdiente Führung für die Eintracht, das 0:1!

Ein paar Minuten danach verlagerte Melina Melzig das Spiel auf die rechte Seite, Lilly Schröder konnte vom rechten Strafraumeck flanken. Ihre Hereingabe drehte sich gefährlich aufs Tor, flog dann aber doch über den Querbalken. Eine Zeigerumdrehung später bekam Lea Eggers den Ball von Josephine Michler und zog aus 20 Metern ab, doch die Torhüterin schnappte sich den Aufsetzer problemlos. Kurz vor der Pause bediente Lilly Schröder mit einem feinen Pass Alysha Jakubowski. Die rechte Schienenspielerin zog aus spitzem Winkel ab, doch eine Abwehrspielerin kam noch dazwischen. Die abgefälschte Kugel flog knapp links am Tor vorbei. Die anschließende Ecke war dann auch eine Aufgabe für Alysha Jakubowski. Über Umwege kam der Ball zu Marie Johanna Brunner, die von der Strafraumkante per Volley abzog, aber geblockt wurde.
Dann war Halbzeit. Auch wenn die Überzahl nicht unbedingt zu erkennen war, dominierten die Löwinnen das Spiel, führten verdient und hätten ihren Vorsprung auch höher ausbauen können. Sebastian Thies wechselte gleich vier mal und brachte Christiane Sturm, Anna Srock, Lenja Kastner und Lena Krüger in die Partie. Dafür nahmen Marie Johanna Brunner, Melina Melzig, Svenja Lemke und Alysha Jakubowski zunächst auf der Bank Platz.

Kurz nach Wiederanpfiff eroberte Lea Eggers resolut den Ball, knallte die Kugel aus 20 Metern aber knapp über die Latte. Zwei Zeigerumdrehungen später steckte Josephine Michler auf Chrissi Sturm durch, die sich gegen mehrere Gegenspielerinnen robust behauptete, aus zwölf Metern aber nicht an der Torhüterin vorbeikam. Die fällige Ecke servierte Lenja Kastner auf den zweiten Pfosten, dort köpfte Lotta Bierschwall das Leder aus kurzer Distanz an den Querbalken. Etwas mehr als fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Christiane Sturm nach einem Pass von Lenja Kastner allen davon lief, frei vor dem Tor auftauchte und eiskalt vollstreckte. Das überfällige 0:2 für die Braunschweiger Eintracht!
Doch im direkten Gegenzug brachen die Gastgeberinnen plötzlich und viel zu einfach frei durch: Darleen Hermanski brachte im direkten Duell zwar noch die Hand an den Schuss, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Der ganz schnelle Anschlusstreffer, nur noch 1:2.
Nur wenige Augenblicke später rannte Christiane Sturm nach einem langen Ball von Lotta Bierschwall dem Spielgerät hinterher, konnte aber nur noch einen Pressschlag mit der Torfrau erzwingen, aus diesem entstand aber keine Gefahr. Zwei Minuten danach verschaffte sich Josephine Michler mit einer tollen Bewegung Platz und flankte die Kugel von der rechten Seite in den Strafraum. Lenja Kastner kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch ihr Versuch wurde ans Außennetz abgefälscht.

Kastner führte die fällige Ecke selbst aus, diese landete bei Christiane Sturm, die volles Risiko ging, den Ball per Volley aber aus dem Karl-Binder-Stadion ballerte. Fünf Minuten später rettete Anna Srock als letzte Verteidigerin mit einem tollen Zweikampf in höchster Not. Keine Zehn Minuten nach dem Anschlusstreffer legten sich die Löwinnen den Ausgleich dann aber quasi selbst rein. Nach einem Ballverlust im eigenen Strafraum tauchte die Nummer 6 der Gastgeberinnen frei vor Darleen Hermanski auf und schlenzte die Kugel unhaltbar ins rechte Eck: 2:2.
Zehn Minuten später setzte sich Christiane Sturm stark über die linke Seite durch und konnte gefährlich in den Strafraum eindringen. Dort legte die Stürmerin uneigennützig quer, Melina Melzig kam aus elf Metern völlig frei zum Abschluss, bugsierte den Ball aber genau in die Arme der Torfrau. Eine Viertelstunde vor dem Ende löffelte Josephine Michler das Spielgerät in den Lauf von Lenja Kastner, die das Leder über Christiane Sturm und Melina Melzig zurück bekam und aus 14 Metern per Volley-Schuss im linken Eck unterbrachte. Die erneute Führung, das 2:3 und der erste Treffer von Kastner seit der Rückkehr aus der Verletzungspause!

Nur eine Minute später fing Lea Eggers den Ball ab und setzte Christiane Sturm in Szene, die zu Melina Melzig querlegte, doch die wurde im letzten Moment noch am Schuss gehindert. Ein paar Minuten danach fand ein langer Freistoß von Josephine Michler über Melina Melzig und Marie Johanna Brunner den Weg zu Christiane Sturm, deren Direktabnahme aus 18 Metern aber zu zentral geriet. Kurz darauf trafen einige weitere Zuschauer ein, die die knapp zweistellig mitgereisten Eintracht-Unterstützer netterweise mit „Alle Braunschweiger töten begrüßten“. Auf dem Platz ging es dann weiter: Alysha Jakubowski drang über links in den Strafraum, traf die Kugel aus spitzem Winkel aber nicht richtig, sodass die Torfrau den Ball locker aufnehmen konnte.
Zwei Minuten später setzte Christiane Sturm clever ihren Körper ein und nutzte dann ihren Tempovorteil. So luchste sie der letzten Verteidigerin die Kugel ab und hatte freie Bahn, doch die Torfrau parierte den geschnippelten Schuss mit einer starken Reaktion und hielt den Nachschuss von Melina Melzig sogar fest. Zwei Zeigerumdrehungen danach brach Christiane Sturm nach einem Steilpass von Melzig frei durch, schob die Kugel aber rechts am Tor vorbei. Mit Ablauf der regulären Spielzeit behauptete sich Christiane Sturm sehenswert links im Strafraum und bugsierte die Kugel irgendwie zu Lenja Kastner, die aus 13 Metern vollstreckte und den Ball im linken Eck unterbrachte. Der Doppelpack für Kastner und der Endstand: 2:4!

Denn direkt danach war Schluss! Die Löwinnen waren anscheinend nicht alle ganz zufrieden, hatten sich neben den vielen liegen gelassenen Chancen auch einige andere Fehler auf den Platz verirrt. Bevor es in zwei Wochen in der Liga los geht, hat Trainer Sebastian Thies aber noch reichlich Zeit, seine Mannschaft noch besser einzustellen. Auch heute wurde sichtlich, dass die Löwinnen Qualität haben und mit Landesligisten auf jeden Fall mithalten können. Der Sieg war absolut verdient und hätte höher ausfallen können. Am kommenden Sonntag steigt auf den Gelände vom NFV in Barsinghausen die Generalprobe. Um 13 Uhr geht es dann gegen Viertligist Hessen Kassel. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
