Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Die ersten Tage im Trainingslager

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Nach einigen Jahren reisen die Löwen in diesem Jahr auch im Sommer mal wieder ins Ausland. Die Eintracht ist zu Gast in Bad Häring in Österreich und nutzt die umliegenden Sportplätze zur Vorbereitung auf die dritte Zweitligasaison in Folge. Ich werde immer über einige Tage zusammengefasst und natürlich von den anstehenden Testspielen berichten.

Meine Anreise erfolgte mit Übernachtungsstopp in Erlangen. Dort wurde ich von einer Familie aus Erlangen angesprochen, die es mit der Eintracht halten und sich riesig gefreut haben, endlich mal wieder einen Eintracht-Fan aus der Löwenstadt zu treffen. Ansonsten war es interessant, eine Stadt kennenzulernen, die man mit Eintracht-Bezug sonst wohl nie besuchen wird.

Samstag, 1. Tag im Trainingslager

Am Samstagmorgen ging es Richtung Österreich mit dem Ziel Bad Häring. Zwei kleinere Staus konnten umfahren werden und so sah man erstmals auch das Münchener Umland. Kurz vor der Mittagszeit erreichte ich die SVK-Arena in Kirchbichl, in der die Löwen ihre erste Einheit absolvieren sollten. Da bis zur Nachmittagseinheit noch etwas Zeit war, ging es auf Erkundungstour zu den nächstgelegenen Restaurants. Ziel Nummer 1 befand sich im Sommerurlaub, doch im zweiten Versuch gab es dann doch etwas zu essen. Ein unpaniertes Schnitzel, mit Schinken und Käse überbacken, hieß am Ende die Entscheidung, „Innsbrucker Art“, so die Speisekarte. Das schmeckte durchaus lecker! Leider konnte die Ferienwohnung erst am späten Nachmittag bezogen werden und so hieß es: Warten, bis die Löwen am Trainingsplatz eintrafen.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit und über 30 Grad war bereits das Warten schweißtreibend und so waren die Schattenplätze mehr als verlockend. Nach und nach trafen unter großem Hallo auch weitere mitgereiste Eintracht-Fans ein. Gegen 16 Uhr trudelte dann auch der Löwen-Tross ein, die Spieler begannen sofort mit Aktivierungsübungen. Kurz darauf übernahm Fitness-Coach Janning Michels das weitere Aufwärmprogramm, ehe endlich der Ball ins Spiel kam. Zuerst im „Rondo“, zwei Spieler in der Mitte müssen die Pass-Stafette der außenstehenden Spieler unterbrechen. Anschließend wurde es locker, denn das Trainerteam hatte sich Übungen mit Spaßfaktor überlegt.

Während vier Teams auf zwei Feldern Fußball-Tennis gegeneinander spielten, präsentierte Marc Pfitzner dem Rest eine Übung, bei der es gleich mehrfach auf Genauigkeit ankam. Die auf gegenüberliegenden Seiten stehenden Teams mussten einen genauen langen Ball spielen, der im ersten Kontakt zum Mitspieler weitergeleitet werden musste. Dieser musste die Kugel anschließend in die Mitte des Feldes spielen, wo mehrere Hütchen aufgestellt waren. Je nachdem, welches Hütchen am nächsten war, fiel die Höhe der Punktzahl aus. Bei beiden Übungen hatten die Spiele sichtbar und auch hörbar eine Menge Spaß. Beim Fußball-Tennis wurde es dann auch noch akrobatisch: Robin Krauße zauberte innerhalb weniger Sekunden gleich zwei Fallrückzieher aus der Trickkiste.

Und so war die erste Trainingseinheit in Österreich auch schon wieder beendet. Zum Abkühlen ging es für mich ins Freibad in Bad Häring, das tat wirklich gut! Danach wurde endlich die Ferienwohnung bezogen, ehe es gemeinsam mit den anderen mitgereisten Fans zu einem Restaurant ging, um das Achtelfinalspiel der Deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

Sonntag, 2. Tag im Trainingslager

Am zweiten Tag hatte es sich merklich abgekühlt, warm genug für die kurze Hose war es aber dennoch. Um 10 Uhr begann dann auch schon die zweite Einheit, ebenfalls in der SVK-Arena in Kirchbichl. Es lag eine XXL-Einheit vor den Löwen, die mit Aktivierung und Abbau die drei Stunden Marke erreichte. Und dabei ging es ordentlich zur Sache. Nachdem Janning Michels die Blau-Gelben für das restliche Trainerteam vorbereitet hatte, wurde es eng: Auf kleinem Raum liefen alle Feldspieler durcheinander und durchliefen mit einem Partner mehrere Übungen mit dem Ball.

Kurz darauf suchten die Trainingskiebitze Deckung, denn direkt vor der Tribüne hatte das Trainerteam eine Spielform mit Mini-Toren aufgebaut. In je zwei Teams durfte ab einer Markierung geschossen werden. Sobald Team 1 den Abschluss gesucht hatte, durfte Team 2 starten. Ziel war es, nach dem eigenen Abschluss das Tor ein paar Meter weiter zu verhindern. Dabei ging es nicht nur ordentlich zur Sache, es wurde auch lautstark. Die Löwen feierten sich für gelungene Aktionen und ärgerten sich lautstark, wenn etwas nicht wie geplant funktionierte.
Anschließend wurde die Übung in leicht abgewandelter Form wiederholt, nun standen die Tore nicht mehr nebeneinander, sondern diagonal gegenüber.

Zum Abschluss wurden dann wieder die großen Tore genutzt, allerdings auf weiterhin engen Raum. Dabei setzte das Trainerteam die Spieler unterschiedlichen Unter- und Überzahl-Situationen aus. So hagelte es weiterhin intensive Zweikämpfe und auch die Torhüter waren bei einer Vielzahl von Torabschlüssen gefragt. Trainer Daniel Scherning kommentierte lautstark, was ihm gefiel und wo Verbesserungsbedarf bestand. Die kapp zweistellig anwesenden Fans beobachteten das Treiben gespannt, denn es war dauerhaft etwas geboten und reichlich Gelegenheit, die Neuzugänge kennenzulernen.

Die Zeit zur Nachmittagseinheit war kurz, reichte aber für ein Mittagessen und einen kurzen Stopp in der Ferienwohnung. Trainingseinheit Nummer 3 fand dann auf einem anderen Sportplatz statt. Beim FC Bruckhäusl, das Vereinslogo wirkte verdächtig bekannt, gab es zum Glück ebenfalls eine überdachte Tribüne, denn es hatte angefangen zu regnen. Nach kurzem Aufwärmen auf dem Nebenplatz kamen erneut die Mini-Tore zum Einsatz, dieses Mal duellierten sich die Teams in Zweier-Gruppen.

Danach förderten die Trainer den Ehrgeiz in einem Miniturnier. Den Verlierern drohte eine kleine Strafe, die natürlich geheim bleibt. Und so war ordentlich Feuer drin auf den beiden Plätzen. Alle fünf Teams wollten unbedingt gewinnen und so fand Freude und Ärger lautstark ihren Weg in den verregneten österreichischen Himmel. Am Ende durften sich Kevin Ehlers, Jannis Nikolaou, Jona Borsum, Linus Queißer, Karim Hüneburg, Max Marie, Johan Gómez, Sidi Sané und Fabio di Michele Sánchez als Sieger freuen. Pünktlich zum Ende der dritten Trainingseinheit fing es dann stärker an zu regnen und auch Blitz und Donner rückten immer näher. Somit galt auch für mich: Schnell zurück in die Ferienwohnung.

Montag, Tag 3 im Trainingslager

Der Montag begann so, wie der Sonntag endete: immer wieder Regen. Wieder waren die mitgereisten Fans im Glück, trainiert wurde im Stadion des FC Bruckhäusl, es gab also erneut ein Dach. Gastgeberverein Bruckhäusl spielt nach Auskunft des Zuständigen vor Ort fünftklassig und begrüßt regelmäßig um die 500 Zuschauer. Die Nutzung des Vereinslogos, quasi eine österreichische Kopie vom FC Barcelona, wurde durch eine direkte Bekanntschaft mit Johan Cruyff möglich gemacht.

Der Start in die neue Woche verlief für die Löwen nach Aktivierungsübungen über eine Passübung auf dem B-Platz, anschließend ging es für einige Minuten lange Bälle schlagen zurück ins Stadion. Danach übten die Blau-Gelben unter lautstarken Anweisungen von Daniel Scherning verschiedene Angriffsszenarien, allerdings ohne Gegenspieler. Die nächste Übung war dann wieder ein Duell zweier Mannschaften. Dabei kamen vier Tore hintereinander, wobei die hinteren Tore nur unter bestimmten Bedingungen bespielt werden durften. Das Siegerteam feierte ausgiebig und ließ sich von den vereinseigenen Fotografen jubelnd ablichten. Somit war wieder einmal eine Trainingseinheit beendet.

Für mich ging es zwischen den beiden Einheiten nach Wörgl, eine kleine Stadt nur wenige Minuten vom Löwen-Lager entfernt. Dort gab es im Kirchenwirt Käsespätzle und nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt auch noch ein Eis. Der Trainingslager-Besuch muss sich ja auch lohnen! Ein kurzer Stopp in der Ferienwohnung und schon folgte der Aufbruch zur Nachmittagseinheit, erneut im Stadion vom FC Bruckhäusl. Der Regen endete pünktlich zum Trainingsbeginn und das war gut, denn dieses Mal wurde fast ausschließlich der B-Platz benutzt und hier gab es kaum Möglichkeiten sich unterzustellen.

Nach der individuellen Aktivierung hatte Athletik-Coach Janning Michels ein kleines Highlight in petto, dass bei Spielern und Fans für Erheiterung sorgte. Die Spieler mussten sich je nach Anweisungen um eine Hütchenreihe bewegen, bestimmte Positionen einnehmen und beim entsprechenden Kommando das richtige Hütchen greifen. Und das, bevor es der Gegenüber schaffte. Und so konnte sich mancher alter Hase doch gegen den flinken Jungspund durchsetzen. Ermin Bičakčić freute sich über seinen Sieg gegen den agilen Sidney Raebiger mit einem breiten Grinsen. Anschließend ging es auf engem Raum um Ballbesitz und Passspiel.

Bei der nächsten Übung nahmen die Fans etwas Abstand. Denn direkt vor dem Zuschauerbereich baute das Trainerteam zwei Tore mit etwa 15 Meter Abstand auf. Im zwei gegen zwei ging es dabei natürlich darum, den gegnerischen Torwart zu überwinden und Gegentore zu verhindern. Die Fans orientierten sich beim Abstand an Sportdirektor Benjamin Kessel, der neben Vereinspräsidentin Nicole Kumpis und Geschäftsführer Finanzen Wolfram Benz mittlerweile angereist war. Denn dem ehemaligen Rechtsverteidiger konnte man mit einem Zwinkern schließlich vertrauen, einzuschätzen, inwieweit man durch die Aktionen seiner Spieler gefährdet war! Es ging ordentlich zur Sache und die Bälle zischte in alle Richtungen, aber auch regelmäßig ins Tor. Alle Spieler konnten mit Einzelaktionen glänzen, aber natürlich klappte auch nicht alles.

Zum Abschluss wurde das Spielfeld sowohl verlegt als auch vergrößert. Auch Neuzugang Sanoussy Ba war die ganze Trainingseinheit mit dabei. Nun ging es in größere Teams wieder darum, am Ende die meisten Tore erzielt zu haben. Und so gab es auch dieses Mal einen Sieger und natürlich ein Siegerfoto, welches Fabio Kaufmann mit einem Purzelbaum crashte.

Danach war auch die Nachmittagseinheit vorbei. Für mich ging es in die nächste Stadt in kurzer Entfernung: Kufstein. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt wurde der nicht ganz so große Hunger mit einer Brotzeitplatte gestillt. Wieder mal sehr lecker!

Das soll es mit der Berichterstattung vor dem ersten Teststpiel gewesen sein. Morgen reisen die Löwen nach Jenbach und treten dort gegen der FC Winterthur an, ein Erstligist aus der Schweiz. Bilder zu jedem Trainingstag findet ihr in meinen Flickr-Alben.
Bilder zu Tag 1.
Bilder zu Tag 2.
Bilder zu Tag 3.

Bis dahin

Euer Kivi

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