Wolters-Flutlichtpokal!
6 min readDie U23 gewinnt im Finale des Wolters-Flutlichtpokals verdient und ziemlich souverän mit 0:3 bei den Freien Turnern. Damit ist der erste Titel der Saison bereits in der Blau-Gelben Tasche gelandet. Die Feier über den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg musste vertagt werden, denn der 1. SC Göttingen 05 patzte zeitgleich nicht. Das hielt die jungen Löwen aber nicht davon ab, sich bei den Freien Turnern für das spektakuläre 5:5 vor zwei Wochen zu revanchieren. Nicht einmal 60 Sekunden waren gespielt, als Rami Zouaoui nach einer Flanke von Len Schneider zum 0:1 traf. Wenige Minuten später erhöhte Maksym Tytarenko bereits auf 2:0. Anschließend spielte die U23 die Partie souverän runter, viele Highlights gab es nicht mehr. Und wenn die starke Eintracht-Defensive mal etwas zuließ, war BTSV-Schlussmann Julian Moser da und hielt seinen Kasten sauber. Zehn Minuten vor Ende der Partie machte der eingewechselte Benjamin Mbom dann endgültig den Deckel drauf und traf nach einem Steckpass von Emil Kischka zum 0:3-Endstand. Kurz darauf konnte Christian Ebeling den Pokal in den Braunschweiger Himmel recken.
U23-Coach Ridha Kitar entschied sich für folgende Aufstellung: Julian Moser (TW) – Moritz Gollmer (88. Ensar Maloku), Phil-Louis Kunze, Erik Henschel (C), Len Schneider – Karim Hüneburg, Emil Kischka (85. Lukas Hungier) – Maksym Tytarenko (62. Benjamin Mbom), Rami Zouaoui, Robin Placinta (88. Jan Philip Meinhardt) – Linus Queißer (72. Christian Ebeling)
Die ersten 60 Sekunden der Partie liefen noch, als Len Schneider vom linken Strafraumrand unbedrängt flanken konnte. Am zweiten Pfosten hatte Rami Zouaoui genauso viel Platz und drückte das Leder aus kurzer Distanz ins Netz. Die ganz frühe Führung für die U23 im Stadtduell, im Finale: Das 0:1 für die Braunschweiger Eintracht!

Eine Minute später schlug Moritz Gollmer den Ball von der rechten Seite in den Strafraum. Rami Zouaoui nahm die Kugel klasse mit und zog halbrechts zehn Meter vor dem Tor volley ab. Ein Raunen rauschte durch die etwa 400 Zuschauer, aber nicht wegen eines weiteren Treffers, sondern weil die Kugel vom rechten Pfosten ins Toraus prallte. Die Blau-Gelben reklamierten vergeblich auf Eckball, laut dem Schiedsrichter hatte der Schlussmann der Gastgeber die Kugel nicht mehr berührt. Fünf Minuten danach spielte Emil Kischka einen Doppelpass mit Robin Placinta und zog aus 19 Metern ab, die Kugel zischte knapp über den Querbalken. Nicht ganz zehn Minuten waren gespielt, als die Blau-Gelben die Gastgeber schwindelig spielten. Nach einem Einwurf von Len Schneider spielten die jungen Löwen den Ball mit jeweils einem Kontakt über mehrere Stationen: Rami Zouaoui, Linus Queißer, Robin Placinta und wieder Len Schneider, der dann flach vor das Tor spielte. Maksym Tytarenko stand perfekt und traf aus kurzer Distanz zum 0:2. Ein löwenstark herausgespieltes Tor, da konnten die Freien Turner nur staunend hinterherschauen.
Eine Zeigerumdrehung später faustete der Turner-Schlussmann eine Flanke von Len Schneider vor die Füße von Robin Placinta, der sofort abzog. Doch der Torwart war schnell wieder oben, kam mit den Fingerspitzen noch an den Ball und hatte die Kugel anschließend sicher. Nur wenige Augenblicke danach kam der Ball über Len Schneider und Robin Placinta zu Rami Zouaoui, der aus 20 Metern geblockt wurde. Auf der anderen Seite legten die Freien Turner eine Flanke von der rechten Seite mit dem Kopf quer, Erik Henschel blockte den ersten Torschuss der Gastgeber zur Ecke. Kurz darauf spielten die Turner trotz eines verletzt am Boden liegenden Eintracht-Akteurs weiter, nutzten die Überzahl eiskalt aus und brachen über die linke Seite in den Strafraum, doch Julian Moser verhinderte mit einer starken Fußabwehr den Anschlusstreffer.

Im direkten Gegenzug brach Linus Queißer nach einem langen Ball frei durch, schoss aus leicht spitzem Winkel aber ein Stück über den Querbalken. Zehn Minuten vor der Pause rutschte eine Placinta-Flanke etwas überraschend zu Maksym Tytarenko durch, der so nicht mehr gezielt köpfen konnte, den Ball aber irgendwie Richtung Tor bugsierte. Mit einem Hechtsprung bekam der Torwart das Spielgerät gerade noch vor der Linie zu fassen. Vier Minuten später bediente Rami Zouaoui Len Schneider, der aus 20 Metern abzog. Seinen Flachschuss fischte der Keeper aus der rechten unteren Ecke.
Dann war Halbzeit. Das Spiel schien schon entschieden, das 5:5 war aber noch in den Köpfen der mitgereisten Eintracht-Fans. Die Gastgeber mussten schon zweimal verletzungsbedingt wechseln und waren neben der Suche nach dem Anschlusstreffer auch merklich darauf bedacht, nicht unterzugehen. Ridha Kitar schickte seine Mannschaft unverändert in den zweiten Durchgang.

Und da passierte erstmal gar nichts. Über eine Stunde war bereits gespielt, als die jungen Löwen den ersten Torabschluss hatten und der war gleich richtig gefährlich. Phil-Louis Kunze setzte sich gleich gegen drei Gegenspieler durch, die an ihm zogen und zerrten und bediente mit dem Außenrist Linus Queißer, der aus leicht spitzem Winkel mit dem Vollspann abzog. Sein Flachschuss zischte haarscharf links am Tor vorbei. Im Gegenzug rutschte ein langer Ball durch, doch der Schuss frei vor Julian Moser flog mehrere Meter über den Kasten. Aber immerhin nicht über den Fangzaun. Fünf Minuten später brachte Linus Queißer eine Halbfeldflanke von Moritz Gollmer mit feiner Technik unter Kontrolle, kam dann stark bedrängt von zwei Gegenspielern aber nicht mehr wirklich zum Abschluss. Den wenig druckvollen Schuss nahm der Torwart problemlos auf.
Ein paar Minuten danach spielten sich die Blau-Gelben am gegnerischen Strafraum fest, fanden aber keine Lücke zum Abschluss. So fasste sich Emil Kischka ein Herz und schlenzte die Kugel vom linken Strafraumeck auf die lange Ecke: knapp vorbei. Auf der anderen Seite bekamen die Gastgeber einen äußerst schmeichelhaften Freistoß in hervorragender Position zugesprochen. Der direkte getretene Versuch aus 17 Metern flog aber deutlich über den von Julian Moser bewachten Kasten. Drei Minuten später steckte Robin Placinta im Fallen auf Len Schneider durch, der die Kugel von der Grundlinie in den Rückraum legte. Rami Zouaoui nahm das Spielgerät aus 14 Metern mit der Innenseite direkt. Von der Oberkante der Latte prallte der Ball in den Außentheken-Bereich des Löwengartens. Das zweite Mal Aluminium an dem Tag für den technisch beschlagenen Mittelfeld-Akteur!

Eine Zeigerumdrehung danach setzte Karim Hüneburg clever Robin Placinta in Szene, der auf Christian Ebeling durchsteckte. Der Torjäger kam aus spitzem Winkel aber nicht am Turner-Schlussmann vorbei. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit machte die Eintracht den Deckel drauf. Emil Kischka steckte herrlich auf Benjamin Mbom durch, der selbst mit Ball viel zu schnell für alle Verfolger war und daher freie Bahn hatte. Mit einem schnellen Haken ließ Mbom den Torwart stehen und schob die Kugel ins leere Tor. Das 0:3!
Damit waren auch die restlichen Zweifel beseitigt, auch wenn die Blau-Gelben erst vor kurzem eine Drei-Tore-Führung bei den Freien Turnern hergaben. Aber heute wurde das Spiel auf dem großen Naturrasen-Platz ausgetragen, was den jungen Löwen und ihrer Spielstärke natürlich gut lag. Die Nachspielzeit bahnte sich schon an, da zappelte ein Freistoß von Phil-Louis Kunze im Netz, allerdings auf der falschen Seite. Der Versuch aus 19 Metern flog haarscharf rechts vorbei und landete im Außennetz. Kurz darauf verwehrte Julian Moser den Freien Turnern erneut den Ehrentreffer. Nach einem langen Ball tauchte ein Turner-Akteur völlig frei vor dem Eintracht-Keeper auf, doch dieser hielt den Schuss sogar fest.

Dann war Schluss! Die U23 gewinnt den Wolters-Flutlichtpokal das erste Mal seit dem Rückzug aus der Oberliga! Nach einer langen Rede der Pokalübergebenden, die leider nur die Spieler verstehen konnte, nahm Christian Ebeling die Trophäe entgegen und reckte sie auf dem Platz, auf dem er so viele Spiele für seinen Ex-Verein bestritt, im Blau-Gelben Trikot in den Braunschweiger Abendhimmel. Der erste Titel wurde somit eingefahren, der zweite Titel soll am Sonntag folgen. Denn dann reicht gegen den TSV Vahdet Braunschweig ein Punkt für die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga. Anstoß ist im Anschluss an das Zweitliga-Spiel gegen Wiesbaden um 17.30 Uhr in der Rheingoldarena. Kommt vorbei und brüllt unsere jungen Löwen zum Aufstieg!
Bis dahin
Euer Kivi
