Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Der BTSV ist wieder da!

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Wichtig! Ganz wichtig war der Erfolg der Braunschweiger Eintracht am Sonntagnachmittag gegen den direkten Abstiegskonkurrenten aus Kaiserslautern. Ein verdienter Sieg, der viele heisere Kehlen zum Start in die Weihnachtswoche in Braunschweig und dem Umland zur Folge haben wird. Gegen den Mitaufsteiger aus der Saison 2021/22 ließen die Löwen keinen Schuss aufs Tor zu, lagen nach einem Eigentor aber dennoch früh zurück. Doch von einer tollen Stimmung der treuen Fans getragen, kämpften sich die Blau-Gelben zurück ins Spiel und kamen durch Rayan Philippe noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Nach dem Wiederanpfiff wurde wieder einmal klar, dass es neben Mumme und Wolters eine weitere Braunschweiger Spezialität gibt: die 2. Halbzeit. Nun war die Mannschaft von Daniel Scherning klar überlegen und erspielte sich gleich eine ganze Reihe von Chancen. Rayan Philippe sammelte seinen vierten Scorerpunkt in den letzten beiden Spielen und bediente Johan Gómez, der das Eintracht-Stadion explodieren ließ. Doch die strapazierfähigen Nerven der Eintracht-Fans wurden noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Das Schiedsrichtergespann übersah eine Abseitsstellung, wodurch die Roten Teufel in der Nachspielzeit zum vermeintlichen Ausgleich kamen. Durch den Eingriff des VAR blieb es aber beim absolut verdienten Heimsieg, der wichtiger kaum sein könnte. Mit vier Punkten Abstand ist das rettende Ufer in Sichtweite. Der BTSV ist wieder da!

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Marvin Rittmüller, Robert Ivanov, Ermin Bičakčić, Hasan Kuruçay (82. Saulo Decarli), Anton Donkor – Robin Krauße (C) – Johan Gómez (82. Jannis Nikolaou), Þórir Helgason (87. Sebastian Griesbeck) – Rayan Philippe (87. Luc Ihorst), Florian Krüger (67. Sidi Sané)

Die Gäste suchten sofort den Weg in die Offensive, doch der Schuss von Ritter wurde geblockt. Im Gegenzug versuchte es Þórir Helgason nach einem Donkor-Einwurf direkt, ballerte das Leder aber klar drüber. Ähnlich weit über den Kasten jagte die Kugel wenig später Linksverteidiger Anton Donkor, der nach Pass von Philippe aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Kurz darauf hatten die Löwen Glück, dass ein Foulspiel von Donkor an Tachie nicht gepfiffen wurde. Da das Ganze knapp außerhalb des Strafraums stattfand, konnte der VAR auch nicht eingreifen. Wenig später verursachte Hasan Kuruçay einen Freistoß auf der rechten Außenbahn aus Kaiserslautern-Sicht. Der Stimmungsboykott gegen den Einstieg eines Investors bei der DFL hatte gerade sein Ende gefunden und so wurde es laut im Eintracht-Stadion. Nur wurde es wenige Sekunden später wieder ganz leise. Den von Puchachz getretenen Freistoß bugsierte Kapitän Robin Krauße unglücklich ins eigene Netz. Ohne Schuss aufs Tor lagen die Gäste plötzlich vorne und wieder einmal mussten die Löwen ein Gegentor nach einem Standard hinnehmen, 0:1.

Das hatte gesessen, doch die Blau-Gelben berappelten sich und hatten fünf Minuten später die erste dicke Gelegenheit auf den Ausgleich: Anton Donkor spielte einen tollen Pass in den Lauf vom startenden Philippe, der plötzlich freie Bahn hatte und schneller als seine Verfolger war. Aus leicht spitzem Winkel kam der Franzose aus wenigen Metern aber nicht an FCK-Torwart Krahl vorbei. Anschließend bemühten sich die Löwen lange, auf eine richtige Torchance mussten die Eintracht-Fans aber noch etwas warten. Doch es sollte sich lohnen: Zehn Minuten vor der Pause eroberte Gómez und Krauße kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball. Der Kapitän gab das Leder an Florian Krüger weiter, der im ersten Kontakt einen herrlichen Steilpass durch die Schnittstelle spielte. Rayan Philippe war perfekt gestartet und hatte 40 Meter vor dem Tor erneut freie Bahn. Elvedi konnte mit dem Tempo des Franzosen nicht mithalten und so hatte Philippe nur noch Torwart Krahl vor sich, behielt die Nerven und traf aus 13 Metern zum Ausgleich! Riesenjubel im Eintracht-Stadion, die Führung der Gäste war egalisiert, 1:1!

Danach passierte bis zum Pausenpfiff tatsächlich gar nichts mehr, mit einem ausgeglichenen Zwischenstand ging es in die Kabine. Die Gäste hatten die bessere Spielanlage, kamen aber äußerst selten wirklich gefährlich in den Strafraum der Löwen, die ihrerseits zwei dicke Chancen durch Rayan Philippe hatten. Da dieser eine davon verwandelte, stand es zur Pause 1:1 und der Franzose traf somit im zweiten Spiel hintereinander.

In der zweiten Halbzeit brannten die Blau-Gelben von Beginn an ein echtes Feuerwerk ab. Erst brach Donkor über die linke Seite durch und fand keinen Abnehmer, dann suchte Krüger aus 20 Metern den Abschluss. Sein Schuss wurde abgefälscht und flog knapp rechts am Tor vorbei. Der fällige Eckstoß wurde dann richtig gefährlich: Johan Gómez nahm das Leder aus neun Metern volley, doch FCK-Schlussmann Krahl bekam irgendwie noch die Hände an den Ball und verhinderte mit seiner starken Parade die Führung für den BTSV. Da waren nicht einmal zwei Minuten im zweiten Durchgang gespielt, die Stimmung war nun prächtig. Und auch die nächste Ecke sorgte über Umwege für einen Abschluss, doch die Direktabnahme von Rechtsverteidiger Marvin Rittmüller verfehlte das Ziel klar. Kurz darauf sorgte ein schneller Einwurf von Rittmüller für den nächsten Abschluss: Johan Gómez ließ seinen Gegenspieler aussteigen und bediente Þórir Helgason, der aus etwa 20 Metern wuchtig abzog. Der Ball zischte einen halben Meter über den rechten Winkel. Die Eintracht war hier jetzt richtig am Drücker!

Nicht einmal eine Zeigerumdrehung später lief ein schneller Gegenstoß über den agilen Johan Gómez, der es vielleicht etwas zu eigensinnig versuchte, durch die Gäste aber auch nur durch ein Foulspiel zu stoppen war. Es gab einen Freistoß in hervorragender Position. Doch auch ein Tag, an dem vieles zu funktionieren schien, zeigte sich: Einen Freistoßspezialisten haben die Löwen noch nicht unter sich. Þórir Helgason setzte den Versuch in die Mauer, doch die Einträchtler reagierten schneller als die Kaiserslauterer und wollten es einfach mehr: Über mehrere Stationen kam der Ball zu Florian Krüger, der die Kugel vom linken Strafraumeck auf den zweiten Pfosten löffelte. Dort sprang Hasan Kuruçay artistisch dem Ball hinterher, verpasste das Spielgerät aber ebenso knapp wie dieses am rechten Pfosten vorbeisprang.

Dann zeigten sich auch mal die Gäste erstmals nach dem Seitenwechsel: Ritter zog von der linken Seite nach innen und versuchte es mit einem Schlenzer. Der Ball flog ein Stück am rechten Eck vorbei. Danach ging es weiter nur in Richtung Südkurve, denn Tor stand das Tor mit Kaiserslautern-Keeper Krahl. Nach einer Flanke von Rittmüller kam Gómez halblinks im Strafraum an den Ball, scheiterte im ersten Versuch an Krahl, behauptete den Abpraller und zog erneut ab. Erneut war Krahl dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball dennoch aufs Tor kam, doch noch vor der Linie hielt Soldo den Kopf hin. Versuch Nummer 3 des US-Amerikaners wurde dann geblockt. Die Führung für die Eintracht lag in der Luft, die Südkurve gab nun alles und die Sitztribünen wurden zu Stehtribünen. Drei Minuten später schickte Krauße mit einem tollen Pass Rayan Philippe in die Tiefe, der den Ball gegen zwei Gegenspieler klasse behauptete und das Leder dann mit etwas Glück an Johan Gómez weitergab. Gómez zog links in den Strafraum und knallte das Ding aus 14 Metern humorlos ins lange Eck. Jetzt explodierte hier alles. Tausende Eintracht-Fans lagen sich in den Armen, brüllten sich die Seele aus dem Leid und feierten den so verdienten Führungstreffer. 2:1 für die Braunschweiger Eintracht!

Jetzt waren die Gäste gefragt, die hier eigentlich ebenfalls unbedingt gewinnen mussten, aber etwas beeindruckt schienen, welchen Einsatz die Löwen hier an den Tag legten. Es war zu diesem Zeitpunkt klar zu erkennen, welche Mannschaft den Sieg mehr wollte. Ache versuchte es dann zwar mal aus der zweiten Reihe, doch Robert Ivanov blockte den Schuss zur Ecke. Aus dieser entstand ein Abschluss von Elvedi, der weit vom Tor entfernt weit am Tor vorbeischoss. Im Gegenzug versuchte es Philippe mit einem wuchtigen Abschluss aus 22 Metern, schoss dabei aber nur Elvedi kurzzeitig spielunfähig. Der Verteidiger konnte nach kurzer Verschnaufpause aber weitermachen. Die Blau-Gelben wollten nun die Vorentscheidung. Marvin Rittmüller dribbelte auf seiner rechten Seite in eine Flankenposition und schnippelte die Kugel auf den Elfmeterpunkt. Dort schraubte sich Rayan Philippe in die Luft und erwischte das Leder fast perfekt mit dem Kopf. Leider nur fast, denn der Ball ging hauchzart links am Kasten vorbei. Keeper Krahl hätte keine Abwehrchance gehabt.

Danach kamen die Gäste besser in die Partie und drängten auf den Ausgleich. Bis in die Nachspielzeit konnten die Löwen aber alles verteidigen, blocken oder anderweitig verhindern. Und so war es wieder mal ein Standard, der für einen gefährlichen Abschluss eines Gegners sorgte. Die Kugel landete am zweiten Pfosten bei Hanslik, doch Anton Donkor brachte irgendwie noch den Fuß dazwischen und verhinderte den späten Ausgleich! Den Abpraller köpfte Soldo klar am Tor vorbei. Ein Freistoß sorgte dann für viele graue Haare auf Seiten der Eintracht. Über Umwege kam es zu einer zweiten Flanke. Ivanov und Bičakčić irrititerten sich gegenseitig, sodass der Ball von Redondos Rücken zu Ragnar Ache sprang, der aus kurzer Distanz einschob.

Das Löwenherz rutschte in die Kniekehle, denn sollte man das Spiel nicht gewinnen, wäre die Winterpause eine düstere Phase. Doch der VAR erkannte schnell, was der Assistent übersehen hatte: Ache stand klar im Abseits, als der Ball von Redondos Rücken zu ihm prallte. Großer Jubel und riesige Erleichterung bei den Farben Blau und Gelb. Doch einmal wurde es noch knifflig. Alle 22 Spieler waren im und um den Löwen-Strafraum, im Gewusel schmissen sich die Blau-Gelben in alles, was auf sie zukam und am Ende drückte Ache den Ball klar über die Latte.

Und dann war Schluss! Riesengroßer Jubel im Eintracht-Stadion. Denn der BTSV ist wieder da! Nach zwei Siegen in Folge ist der Rückstand auf Platz 15 von neun auf vier Punkte geschmolzen. Die Einträchtler können sich also realistische Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, wenn sie vor dem Weihnachtsbaum sitzen. Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, denn den nächsten Spielbericht gibt es erst im Jahr 2024, wenn die Eintracht im Testspiel auf den SV Werder Bremen trifft.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Der BTSV ist wieder da!

  1. Was mir beim neuen Trainer gefällt: Er gibt Talenten eine Chance, die vorher auf der Bank gesessen haben. Das ist natürlich auch der Not geschuldet, aber es scheint sich trotzdem auszuzahlen. Eine Stabilisierung und sogar Leistungssteigerung ist erkennbar.

    Ich wünsche euch allen eine guten Rutsch ins neue Jahr und das wir frühzeitig den Klassenerhalt feiern können. Mit Babymetal. Der besten Band aus Japan 😀

    https://youtu.be/MCdwBCqNtno?si=cG8JLxyzFh4Wzr1k

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