Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Niederlage gegen den FC Oberneuland

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Die U19 trat am Samstag bei dem ehemaligen Verein von Gerrit Holtmann, Karim Bellarabi und Ailton an, dem FC Oberneuland. In der „Marko Mock“-Arena wurden wir von Marko Mock selber begrüßt, der seit vielen Jahrzehnten Eintrachtfan ist und die Partie heute mit Blau-Gelben Schal verfolgte. Mit einem Sieg hätten die Nachwuchslöwen auf den zweiten Tabellenplatz springen können, doch am Ende einer Partie, in der viel gegen die Blau-Gelben lief, stand eine 2:1-Niederlage. Den Löwen-Treffer vor nicht ganz 100 Zuschauern erzielte Jona Borsum.

U19-Coach Marc Pfitzner schickte folgende Löwen auf den Rasen, der nicht gerade in einem guten Zustand war: Louis Krüger (TW) – Moritz Gollmer, Leon Suzuki (C), Florian Ohk (67. Jannis Soetebeer), Luis Hoßbach – Jona Borsum, Rami Zouaoui – Jan Philip Meinhardt (46. Adem Zekiri), Maksym Tytarenko, Robin Placinta – Fin Hoffmann (67. Len Schneider)

In der Anfangsphase passierte ziemlich wenig. Die Blau-Gelben hatten Probleme mit dem Rasen und rutschten immer wieder weg, die Gastgeber versuchten zwar, offensive Gefahr zu erzwingen, das gelang aber lange Zeit überhaupt nicht. Nachdem die Anfangsviertelstunde Geschichte war, hatte Tytarenko mal Platz zum Flanken, seine Hereingabe rutschte ihm aber ab und flog ins Toraus. Eine Minute später presste Hoffmann hoch und konnte einen Klärungsversuch der Oberneuländer im Strafraum blocken, der abgeprallte Ball flog ein Stück am Tor vorbei. Kurz darauf wurde Jona Borsum 25 Meter zentral vor dem Tor gefoult. Luis Hoßbach legte sich den Ball zurecht und verfehlte den Kasten nur knapp. Fünf Minuten später suchte Rami Zouaoui mit einem Steilpass den startenden Fin Hoffmann, der Pass geriet aber einen Tick zu steil. Wenig später brachte Robin Placinta einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in die Gefahrenzone. Dort setzte sich Jona Borsum durch, köpfte das Leder aber knapp am Tor vorbei.

Mitte der ersten Halbzeit blockte Löwen-Kapitän Leon Suzuki einen Fernschuss mit einem langen Bein zur Ecke. Der anschließende Eckstoß kam recht ungefährlich in die Mitte. Die Löwen hatten die Kugel bereits unter Kontrolle gebracht, Placinta wollte mit einem langen Schlag die Situation bereinigen, traf den Ball aber nicht voll und war dabei wohl leicht mit der Hand am Ball. Ich konnte es nicht erkennen, der Schiedsrichter entschied ach kurzem Überlegen aber auf Strafstoß. Diesen verwandelte der Kapitän der Gäste mit dem ersten Torschuss der Gastgeber in die rechte Ecke, 1:0.
Fast im direkten Gegenzug wurden die Löwen wieder gefährlich: Gollmer leitete an Hoffmann weiter, dessen Flanke die Abwehr der Bremer in höchster Not ins Toraus klärte. Doch der Schiedsrichterassistent hatte eine Abseitsstellung erkannt. Eine Szene hatten die Blau-Gelben im recht ereignislosen ersten Durchgang noch: Eine Flanke von Hoßbach erwischte Fin Hoffmann mit dem Kopf, platzierte das Leder aber zu zentral.

Dann war Halbzeit. Beide Teams mit wenig klaren Chancen, die Gastgeber nutzten mit einen unglücklichen Elfmeter ihre einzige wirkliche Torchance zum 1:0. Die Nachwuchslöwen hatten immer wieder Probleme mit dem Rasen. Zur Pause wechselte das Gespann aus Pfitzner und Kessel und brachten Adem Zekiri für Jan Philip Meinhardt.

Maksym Tytarenko am Ball (Foto von Stefan Schneider)

Die zweite Halbzeit hatte gerade erst begonnen, als Robin Placinta am gegnerischen Strafraum mit einer Grätsche zu spät kam. Von meiner Perspektive sah es wie ein Allerweltsfoul aus und auch die sehr „kommunikativen“ Heimfans forderten sie nicht, dennoch sah Placinta vom Schiedsrichter die Rote Karte. Für mich völlig überraschend, andere Perspektiven sprachen aber von einem Platzverweis, der man geben kann. Es gab noch minutenlange Diskussionen, der Schiedsrichter unterhielt sich lange mit seinem Assistenten und der Löwen-Bank. Ridha Kitar beschwerte sich zu sehr und sah als Mitglied des Trainerteams gelb. Die Eintracht nun also in Rückstand und in Unterzahl.

Dennoch verbuchten die Junglöwen die nächste Torchance: Hoffmann drang nach einer schönen Kombination in den Strafraum ein, sein Abschluss wurde aber zur Ecke geblockt. Die anschließende Ecke von Zouaoui köpfte Jona Renner ins Toraus. Zwei Minuten später setzte sich Hoffmann nach einem Zouaoui-Freistoß durch, sein Kopfball war aber leichte Beute für en FCO-Schlussmann. Eine Stunde war gespielt, als ein langer und eigentlich ungefährlicher Ball aus der FCO-Abwehr irgendwie doch durchrutschte und die Nummer 15 der Gastgeber plötzlich freie Bahn hatte. Löwen-Keeper war auch beim zweiten Oberneuland-Torschuss machtlos, 2:0.

Sofort verlegten die Hausherren sich auf extremes Zeitspiel und Trainer sowie Zuschauer versuchten nun noch mehr als ohnehin vorher schon durch Gemecker und Provokationen Unruhe ins Spiel zu bringen. Da konnte man über das meiste einfach nur ungläubig den Kopf schütteln, das war teilweise schon ziemlich peinlich. Aber es funktionierte, auf dem Rasen wurde es hektischer. Wenige Minuten später übertrieb der Heim-Trainer dann aber doch. Er hatte eine Ecke für seine Mannschaft gesehen und lag damit sowas von falsch, hier konnte es eigentlich keine zwei Meinungen geben: Abstoß für den BTSV. Da sich der Trainer aber nicht beruhigen wollte, sah er die gelbe Karte. Daraufhin ließ er sich offensichtlich zu unschönen Worten hinreißen und wurde nur Sekunden später mit glatt Rot aus dem Innenraum verwiesen. Doch damit hatte der peinliche Auftritt noch kein Ende: Nun wollte er dem Schiedsrichter an den Kragen. Bevor mehr als leichtes Geschubse passieren konnte wurde er von seinen eigenen Spielern aus dem Innenraum bugsiert. Was für eine Szene!

Rami Zouaoui beim Freistoß

Danach wurde dann tatsächlich auch mal wieder Fußball gespielt: Ein Fernschuss vom FCO landete fast auf der nahegelegenen Autobahn. Fünf Minuten später durfte Eintracht-Schlussmann Krüger das erste Mal eingreifen und hatte einen wuchtigen Schuss vom linken Strafraumeck im Nachfassen sicher. Auf der anderen Seite eroberte Adem Zekiri stark den Ball im letzten Drittel und setzte zu einem Dribbling an, trotz gleich zwei klaren Fouls ließ unsere Nummer 20 nicht fallen, kam aber nicht am dritten und letzten Mann vorbei. Den eigentlich fälligen Freistoß gab es allerdings nicht. Kurz darauf rollte der Ball scheinbar uneinholbar Richtung Toraus, doch Rechtsverteidiger Moritz Gollmer gab die Kugel nicht verloren und kratze die Kugel nach einem beherzten Sprint noch mit einer Flanke in die Mitte. Dort stand Jona Borsum gold(oder blau-gelb?)richtig und köpfte ins kurze Eck ein. Nur noch 2:1!

Fast hätte es kurios mit dem Doppelschlag geklappt: Beim nächsten Löwen-Angriff rutschte Len Schneider der Ball bei einer Flanke über den Fuß. Das Spielgerät drehte sich aufs Tor und klatsche an den Querbalken. Der Torwart hatte nur hinterher geschaut und wäre absolut machtlos gewesen. Fünf Minuten später nahm Hoßbach am linken Strafraumeck einen Ball volley: Drüber. In Überzahl hatten die Gastgeber in der Schlussphase natürlich viel Platz zum Kontern. In der 85. Spielminute brachen ein FCO-Stürmer über halbrechts in den Strafraum, knallte die Kugel aber über den Kasten. Im Gegenzug setzte sich Rami Zouaoui gleich gegen mehrere Gegenspieler durch, wurde stark bedrängt und ging im Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter hatte aber kein Foul erkannt und entschied auf Eckstoß. Diese flog den Blau-Gelben um die Ohren: Oberneuland konterte und erspielte sich ein 1gg1. Doch BTSV-Keeper war trotz geringer Beschäftigung hellwach und blieb im direkten Duell Sieger.

Auf der anderen Seite kam die nächste Ecke wieder besser: Hoßbach fand Zouaoui, der etwas überrascht war und den Ball mit dem Fuß mit zu wenig Schwung aufs Tor brachte, sodass der Oberneuland-Keeper parieren konnte. Kurz darauf teilte der Schiedsrichter die Nachspielzeit mit: Zehn Minuten gab es oben drauf! Aufgrund des enormen Zeitspiels und den langen Unterbrechungen nach den Platzverweisen allerdings völlig korrekt. Kurios: Ein Zuschauer lief zu dem Ball an der Seitelinie, den ein Eintrachtspieler gerade holen wollte und klaute diesen. Somit verhinderte er ein schnelleres Weiterspielen und verhalf seiner Mannschaft zu mehr Zeit um sich in der Abwehr zu sortieren.

Die erste Chance in der langen Nachspielzeit hatte die Eintracht: Hoßbach legte eine Zouaoui-Flanke zu Borsum, dessen Schuss von einem Abwehrbein entschärft wurde, sodass der Keeper der Gastgeber den Ball locker aufnehmen konnte. Wenig später köpfte Tytarenko eine Flanke von Hoßbach aus kurzer Distanz hauchzart über den Querbalken. Zwei Minuten danach behauptete Zouaoui mit einem tollen Dribbling den Ball gegen mehrere Gegenspieler und setzte Borsum in Szene, der aus spitzem Winkel am Außenpfosten scheiterte. Kurz darauf kam Len Schneider nach einem Diagonalball im Strafraum in Ballbesitz, knallte das Leder aber ans Außennetz. Die letzte Szene hatte Rami Zouaoui, der sich in der 90.+10 einen Freistoß 20 Meter vor dem Tor zurecht legte, das Spielgerät aber knapp über die Latte zirkelte.

Der Anschlusstreffer von Jona Borsum reichte nicht aus (Foto von Stefan Schneider)

Dann war Schluss: Die Schlussoffensive in Unterzahl war nicht von Erfolg gekrönt und so verpassen die Nachwuchslöwen den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Am kommenden Samstag können die Blau-Gelben im Nachholspiel beim JFV Calenberger Land aber in Schlagdistanz bleiben. Anstoß im Stadion an der Ammerke ist um 13 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

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