Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Ernüchternde Niederlage

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Etwas über 500km ist die Strecke zwischen dem Eintracht-Stadion und dem Albstadion (der Voith-Arena) lang. Um die 600 Braunschweiger hatten sich auf den Weg nach Heidenheim gemacht um die Eintracht erstmals seit über vier Jahren wieder im Auswärtsblock in der Zweitklassigkeit unterstützen zu dürfen. In der Saison 2020/21 waren dauerhaft keine Zuschauer erlaubt. Ich persönlich startete schon am Freitag in Richtung Süddeutschland mit Zwischenstopp und Nachtlager in Schweinfurt. Dort schaute ich mir das Regionalliga-Spiel zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem TSV Buchbach an. Spannend und sehenswert war vor allem das Sachs-Stadion. Das Spiel selber hatte eher ein dürftiges Niveau, mit vielen technischen Unzulänglichkeiten, doch dazu später mehr.

Pünktlich zur Öffnung der Stadiontore ging es in den Auswärtsblocks des Albstadions. Durch meine vier vorherigen Besuche konnte ich die Plätze mit der besten Sicht einigermaßen erahnen und schnappte mir sogleich einen Wellenbrecher für mich und den Rest der Gruppe. Als Verpflegung holte ich mir kurz darauf eine Feuerwurst. Schwer zu beschreiben, aber heiß und fettig passt schon ganz gut. Dazu noch eine leicht scharfe Würze, da blieben nur wenig Wünsche offen. Einzig der Preis von vier Euro ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch vergebe ich hier im Gesamtbild 8/10 Punkten auf meiner Wurst-Skala.

Die Feuerwurst in Heidenheim bekommt eine Weiterempfehlung von mir

Und dann ging es schon los: Neben gelben Rauchtöpfen aus dem Gästeblock gab es eine Choreo der Heidenheimer zu 50 Jahren Albstadion zu bestaunen. Sah ganz cool aus! Etwas später nahmen die Heimfans Bezug auf unsere Namensretter-Aktion und präsentierten ein Banner mit der Aufschrift „Eintracht-Stadion jetzt und immer!“. Sehr sympathisch!

Löwen-Trainer Michael Schiele veränderte die Startelf zur Auftaktniederlage gegen den HSV auf keiner Position: Ron-Thorben Hoffmann – Saulo Decarli, Brian Behrendt, Philipp Strompf (76. Luc Ihorst) – Jan-Hendrik Marx (67. Maurice Multhaup), Jannis Nikolaou, Robin Krauße (C., 67. Bryan Henning), Niko Kijewski (75. Anton Donkor) – Immanuel Pherai – Fabio Kaufmann (67. Keita Endo), Lion Lauberbach

Mannschaftskreis vor dem Spiel

Die Hausherren wurden in der vierten Minute nach einer Beste-Ecke gefährlich, doch den Kopfball von Schimmer pflückte Hoffmann sicher aus der Luft. Im Gegenzug holte Lauberbach eine Ecke raus, die Strompf deutlich am Tor vorbei köpfte. Wenig später war Busch schneller als Strompf, die Flanke fing Hoffmann jedoch souverän ab. Nur eine Zeigerumdrehung später beförderte das erste Mal in der Saison ein Einträchtler einen Ball ins Tor. Leider ins eigene. Der Ball kam auf rechts zu Busch, der viel zu viel Platz und Zeit zum Flanken hat. Strompfs Klärungsversuch missling und von seinem Schienbein prallt der Ball unhaltbar in die lange Ecke, Eigentor. Das hatte gesessen und Heidenheim blieb dran. Nur kurze Zeit später wurde Kleindienst im Strafraum geblockt, als die Gastgeber gleich mehrere Braunschweiger einfach stehen ließen. Nach Ablauf der Anfangsviertelstunde hatte Krauße eine gute Idee, sein Schnittstellenpass auf Pehrai wurde aber etwas zu steil und landete am Ende bei Heim-Schlussmann Müller.

Zehn Minuten später landet ein abgefälschter Krauße-Fernschuss in den Armen des Torwarts. Im Gegenzug beförderte Schimmer eine Beste-Flanke deutlich über den Löwen-Kasten. Eine Minute später drang Kaufmann über halbrechts in den Strafraum ein. Statt einen Mitspieler zu suchen, entschied sich unsere Nummer 37 für einen Abschluss aus spitzem Winkel, zu zentral, kein Problem für Kevin Müller. Die nächste Chance hatten wieder die Heidenheimer, doch Tim Kleindienst schoss vom Strafraumrand knapp vorbei. Etwas später probierte es Pherai aus ähnlicher Position, verzog aber klar. Deutlich gefährlicher wurde wenig später ein Angriff der Heidenheimer. Beste hat plötzlich ganz viel Platz und marschiert in Richtung Tor. Kurz vor dem Strafraum zog er ab, doch Hoffmann griff über und parierte stark zur Ecke. Diese fand den Kopf von Kleindienst, der den Ball aber nicht aufs Tor bringen konnte. Dann konterte mal wieder die Eintracht. Pherai setzte Kijewski ins Szene, der aus ähnlicher Position wie zuvor Beste zum Abschluss kam, aber derart wenig Druck hinter den Ball brachte, dass Müller überhaupt keine Probleme hatte den Ball aufzunehmen. Da war mehr drin!

Die Choreo der Heidenheimer vor dem Spiel

Eintracht wurde eigentlich nur gefährlich, wenn wir schnell umschalten konnten und Heidenheim noch nicht sortiert war. Die gut gestaffelte Abwehr der Heidenheimer schien einfach nicht zu knacken zu sein. Als es mal wieder schnell ging, kam Kaufmann vor dem Strafraum an den Ball und suchte klug Pherai, doch ein Heidenheimer hatte den Braten gerochen und konnte gerade noch so klären. Die letzte Aktion der Halbzeit hatten die Löwen: Mit viel Gefühl im Fuß und gutem Auge brachte Pherai den Ball in den Strafraum, wo Marx angerauscht kam und den Ball Volley mit viel Mut und Risiko auf die lange Ecke brachte: Knapp vorbei!

Dann war Halbzeit: Immer wenn es Heidenheim temporeich machte, gerieten wir in Probleme und hatten Schwierigkeiten die Gastgeber vom Ball zu trennen. Teilweise ließen die Offensivakteure gleich mehrere Blau-Gelbe in einem Dribbling stehen. Unsere Offensivbemühungen waren bis auf schnelle Gegenstöße absolut ungefährlich. Sobald die Heidenheimer geordnet verteidigen konnten, taten wir uns sehr schwer. Quasi an jedem halbwegs gefährlichen Angriff maßgeblich beteiligt: Immanuel Pherai. Die Heidenheimer Abwehr verstand es bis dato aber besser, den Niederländer aus dem Spiel zu nehmen als die HSV-Defensive.

Vor dem Spiel: Gelber Rauch im Gästeblock

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang und die erste Chance hatten die Blau-Gelben, die jetzt auf die Gästefans spielten: Lauberbach setzte wunderschön Pherai in Szene, der in den Strafraum eindringen konnte und vielleicht einen Kontakt zu früh abschloss. So war der Winkel und seine Position zum Ball womöglich nicht perfekt und der Ball rutschte am langen Pfosten vorbei. Fünf Minuten später kam ein langer Freistoß zu Krauße, der vom linken Strafraumeck auf die lange Ecke schlenzte: vorbei. Nur eine Minute später brachte Kaufmann eine scharfe Flanke in die Mitte zu Lauberbach, der den Ball aber nicht aufs Tor bringen konnte. In der 60. Minute konnte die Löwen-Defensive nicht mit Pick mithalten der für Schöppner auflegte. Dessen Schuss wurde zur Ecke geblockt. Diese wurde zurück zum „Absender“ geklärt. Den zweiten Flankenversuch konnte Strompf nicht verhindern und in der Mitte setzte sich Tim Kleindienst gleich gegen Behrendt und Decarli durch. Keine Chance für Hoffmann: 2:0.

Danach passierte einige Zeit wenig. Eine Viertelstunde vor dem Ende konnte Behrendt einen Abschluss von Beste gerade noch zur Ecke blocken, die aber nicht gefährlich wurde. Zehn Minuten später zog Sessa von der linken Strafraumecke nach innen und zog flach ab: Knapp vorbei. Im Gegenzug köpfte Lauberbach eine Henning-Flanke am Tor vorbei. Kurz darauf kam Ihorst im Strafraum an den Ball, konnte das Spielgerät aber nur sehr unsauber kontrollieren und verzog danach auch deutlich. Mit Ablauf der regulären Spielzeit erhöhte der 1. FC Heidenheim auf 3:0: Kleindienst verlängerte in den Lauf von Pick, der einfach zu schnell für die hinterhereilende Löwen-Abwehr war. Pick zog in den Strafraum und schloss ab. Behrendt klärte noch vor der Linie, doch Sessa war mitgelaufen und drückte den Ball zum 3:0-Endstand über die Linie.

Nach dem Spiel wurde die Mannschaft von den mitgereisten Anhängern aufgebaut

Eine verdiente Niederlage gegen einen starken Gegner, die in der letzten Saison immerhin auf Platz zwei der Heimtabelle vor den beiden Aufsteigern landeten. Offensiv war das viel zu ungefährlich, vor allem wenn die Gastgeber geordnet verteidigen konnten. Erneut wurde in vielen Situationen zu einem ungünstigen Zeitpunkt oder einfach zu ungefährlich abgeschlossen.

Bis Dahin

Euer Kivi

1 thought on “Ernüchternde Niederlage

  1. Absoout zum kotzen so in die Saison zu starten, vone macht man nix aus seinen Chancen, hinten geht gefühlt sofort die 1.Chance des Gegners rein, dazu dieser über alle Maßen üble Spielplan, der einem an den ersten 8 Spieltagen nur Mannschaften beschert die oben mit dabei waren, wenn man Glück hätte ginge vllt in Bielefeld was, sollten die bis dahin nicht auch besseren Fußball spielen.

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