BGD-Saisonvorschau: Wenig Lichtblicke in der Eintracht-Brandung

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Hallo Löwen!

Endlich wieder 2. Liga!

Ich muss zugeben, mir geht die Saison zu früh los. Leider kann ich das Gefühl nicht abschütteln, dass es auch für die Eintracht-Verantwortlichen zu früh kommt. Auf dem Transfermarkt konnte Eintracht bisher als Aufsteiger, trotz eines kleinen Vorsprungs, noch nicht überzeugen. Drei Neuzugänge sollen noch kommen, wobei das wohl nicht ganz sicher ist.

Die Testspiele zeigten, dass die Eintracht in einigen Bereichen nicht optimal aufgestellt ist und, dass es taktisch noch was nachzuarbeiten gibt. Im organisatorischen Bereich offenbarte man im Sommer ebenfalls einige Schwächen und ließ die Fans oftmals bis zum letzten Drücker schwitzen. Und in der Fanszene ist das letzte Saisonspiel mit dem Platzsturm noch eine offene Wunde. Die 15.000 Euro Strafe hätten wir gut z. B. fürs Datenscouting gebrauchen können. Auch die Stadion-Namensretter-Aktion läuft seit über 55 Tage und scheint bisher noch kein großer Wurf zu sein.

Elf Freunde müsst ihr sein. Bild: bs1895.de

Auf den Verein wartet also eine voraussichtlich turbulente neue Saison in einer schweren Liga mit vielen Nebengeräusch. Der einzige Leuchtturm in der dunklen Eintracht-Brandung ist aus meiner Sicht aktuell Trainer Michael Schiele, von dem man aber auch keine Wundertaten erwarten sollte und, noch wichtiger, den man zu keinem zweiten Torsten Lieberknecht erheben sollte. Schon allein um ihn zu schützen. Doch auch Schiele hat seine „Blindspots“, zu denen wir gleich noch kommen.

Uns erwartet also eine Saisonvorschau mit wenigen Lichtblicken und Perlen. Wer das gerde nicht ertragen kann, sollte jetzt aufhören zu lesen (Augenzwinkern).

Kader (Stand 15.7.2022)

Fangen wir mit dem interessantesten Thema an: der aktuelle Kader. Wir haben auch dieses Jahr Global Soccer Network gebeten, uns das Team-Ranking der aktuellen Liga zu präsentieren und einen Blick auf die durchschnittliche Spielerqualität der Eintracht zu werfen. Hier geht es zu allererst um die richtigen Eigenschaften der Spieler und welche Qualitäten sie auf dem Platz bringen können.

GSN-Ranking (stand 15.7.2022)

Eintrachts aktueller Kader weist demnach die schlechteste Qualität in der Liga auf und startet mit den schlechtesten Vorraussetzungen. Mit einem GSN-Indexwert von 55,41 stecken wir aktuell von der Spielerqualität und den Eigenschaften her im Liga-Keller fest. Ein Wert von rund 58 wäre statistisch nötig, um wenigstens das untere Mittelfeld zu erreichen.

Dass sich die Eintracht im Vergleich zu den Mitaufsteigern nicht im gleichen Maße verbessern konnte, zeigt der Vergleich zum vergangenen Sommer. Eintracht hatte im Sommer 2021 einen Indexwert von 52,58, der 1. FC Kaiserslautern einen Wert von 50,70 und der 1. FC Magdeburg einen Wert von 49,26. Unsere Löwen verzeichnen im Jahresvergleich nur einen Zuwachs von 2,83 Indexpunkte, während sich der FCK um 6,15 Punkte und der FCM sogar um 8,07 Punkte verbessern konnten. Anders ausgedrückt: Die Mitaufsteiger haben sich für die 2. Liga qualitätsmäßig ordentlich aufgerüstet. Dies geht teilweise schon auf den Winter 2021/22 zurück.

AufsteigerGSN-Index Sommer 2021GSN-Index Sommer 2022Zuwachs
Eintracht52,5855,41+2,83
FCK50,7056,85+6,15
FCM49,2657,33+8,07
Quelle: GSN

Im Grunde kann man die Transfers von Eintracht in drei Kategorien einteilen. Erstmal gibt es hier die Kategorie TOP-Transfers. Die gelungensten Verpflichtungen waren die von Immanuel Pherai, Ron-Thorben Hoffmann und Saulo Decarli. Alle drei bringen unser Team im Bereich der Spielerqualität nach vorne – sie bringen jeweils sogar direkt Erstliga-Qualität mit sich. Von Pherai und Hoffmann heißt es, dass sie von den Anlagen her sogar die internationale Klasse erreichen können.

In die zweite Kategorie könnte man die nicht zu 100 % überzeugenden Transfers einordnen. Es sind Verpflichtungen, die aus Datensicht kaum Sinn ergeben: Fabio Kaufmann, Mehmet Ibrahimi und Anton Donkor. Kaufmann weist unteres Zweitliganiveau auf und wird sich wohl kaum weiterentwickeln können. Donkor bringt es gerade so auf unteres Zweitliganiveau, hat dafür aber noch Luft nach oben. Als Ergänzungsspieler für Kijewski ist das auf jeden Fall okay. Am meisten Entwicklungspotenzial der drei bringt Ibrahimi mit. Doch hier gibt es auch einen Haken: Zum jetzigen Zeitpunkt hat er eigentlich noch nicht das Niveau für die 2. Liga. Im besten Fall findet er sehr schnell in die Saison und kann im weiteren Verlauf gut mitwirken. Im schlimmsten Fall bildet man ihn ein Jahr aus, ohne einen erkennbaren Ertrag für den Klassenerhalt zu haben.

Bevor wir zur letzten Kategorie kommen, müssen wir noch einen Zwischenstopp bei Luc Ihorst einlegen. Ein uns bekannter Spieler, den man jetzt fest verpflichten konnte. Von den Daten her ist dies ein guter Transfer, bei dem man allerdings die Frage stellen muss, ob er vom Spielstil her auch optimal zum Schiele-Fußball passt. Vermutlich würde er insbesondere von einen weiteren Stürmer neben sich profitieren. Auf dem Papier hat Ihorst aber Bundesliganiveau und sollte, geht man nach den Daten, unser Stürmer Nr. 1 sein.

Nun kommen wir zur letzten Kategorie „X“: die noch bevorstehenden Transfers. Drei Spieler sollen es noch sein. Und wenn man sich die aktuelle Kaderqualität anguckt, dann sollte klar sein, dass es im Grunde nur Spieler mit gehobener Zweitligaqualität sein können. Nur das würde unsere Mannschaft aus dem „Qualitätskeller“ herausheben. Auf der Liste stehen wohl noch ein Stürmer, ein Spieler für die linke Außenbahn und ein Innenverteidiger. Diese Analyse der Verantwortlichen bei der Eintracht decken sich mit unseren Daten.

Letztendlich kann man bei unserer derzeitigen Transferpolitik nur etwas den Kopf schütteln. Vor allem, weil sich Peter Vollmanns Statements in der Presse aus meiner Sicht immer stärker nach Alibiantworten anhören. Aus meiner Sicht es es schlicht so, dass Eintrachts Weg des Netzwerkscoutings in der 2. Liga noch deutlicher an seine Grenzen stößt. Dass man nicht (wenigstens zusätzlich) datenbasiert scouten will, wissen wir ja bereits. Hier muss sich der Geschäftsführer Sport Kritik gefallen lassen. Allerdings kann er durchaus mit weiteren 2 oder 3 Top-Transfers die Waage noch auf die richtige Seite kippen. Eine endgültige Bewertung können wir erst am Ende der Transferphase geben.

Doch auch Michael Schiele muss sich hier in gewisser Weise Kritik gefallen lassen, sollte es bis zum Ende der Transferphase keine positiven Vollzugsmeldungen mehr geben. Denn nach BGD-Infos sollen es seine Wunschspieler sein, nach denen aktuell gescoutet wird. Da Eintracht, wie so viele Verein in Deutschland, den Kader auch nach den Vorlieben des Trainers aufbaut, trägt auch er eine Verantwortung. Das Problem: Wird Michael Schiele irgendwann man mal nicht mehr Trainer von Eintracht Braunschweig sein, haben wir vielleicht wieder das Problem, dass die Mannschaft zu sehr auf den vorherigen Trainer ausgerichtet ist. Der Neue müsste dann schon fast 1:1 Schieles Eintracht-DNA übernehmen.

Die bisherigen Transfers tragen klar die Handschrift des Netzwerk-Scountingansatzes von Schiele und Co. Ein Ex-Spieler von ihm (Kaufmann) und einige ehemalige Gegenspieler, denen er bereits begegnet ist (Donkor von Mannheim, Hoffmann von Bayern, Pherai von Dortmund). Das sind dann schon 4 der 6 Neuzugänge. Mit Decarli haben wir darüber hinaus einen Ex-Löwen, der mit „Chefscout“ Dennis Kruppke noch zusammen gespielt hat und ein Junior-Talent von einem Bundesligisten (Ibrahimi), das erneut (wie Fabrice Hartmann vergangene Saison) vom Brause-Club ausgeliehen wurde.

Weil man an der Hamburger Straße außerdem nicht besonders effizient zu scouten scheint, wie der Blick in die Gehaltstabelle 2020/21 zeigt, haben die Eintracht-Verantwortlichen noch zu beweisen. Beispielsweise, dass Sponsoren- und Fangelder vernünftig und möglichst effizient eingesetzt werden.

Doch sollte man die Eintracht-Verantwortlichen auch nicht mit Kritik zuschütten. Ein in den vergangenen Wochen oft angesprochenes Thema war der Teamgeist. Zwar hat das Thema manchmal etwas von Klinsmann und 2006, doch sollte der Faktor Zusammenhalt nicht unterschätzt werden. Es ist hier nicht nur das „Menschliche“, was zusammen passt, auch die Spielereigenschaften ergänzen sich gut. Die Eintracht hat gezielt Wert darauf gelegt, dass die Spieler auch in Schieles Eintracht-DNA reinpassen.

Das belegen übrigens auch die Daten. Laut GSN hat der aktuelle Kader eine „Team-DNA“ von 88 Punkten. Ein Wert über 85 ist gut und in unserem Fall könnte es sogar ein sehr entscheidender Faktor sein. Denn in dieser Wertung liegt Braunschweig immerhin auf dem 10. Platz in Liga 2. Spielerqualität im Kader alleine nützt nichts, wenn die Spieler nicht ins Team passen und man sie nicht optimal einsetzen kann. Die Team-DNA von GSN spiegelt wider, wie gut die Spieler zur generellen Spielidee von Schiele passen. Ob sie zum Beispiel zu dem sehr gradlinigen Stil mit schnellem Abschluss passen. Hier kann man festhalten: Gute Arbeit! Hoffentlich wird dieser Aspekt die unzureichende Qualität im Kader etwas kompensieren können.

„In die DNA fließen Faktoren wie Spieltempo, Art und Weise des Passspiels (Tiki-Taka oder nur lange Bälle als Beispiel), wie verteidigt die Mannschaft (Raumdeckung, Manndeckung, mix aus beidem). Oder wie agiert man generell. Spielt man dominant mit viel Ballbesitz, setzt man nur auf Konter etc. Und geht man dabei voll ins Risiko, beispielsweise mit einer extrem hohen Viererkette. Oder setzt man auf Sicherheit, steht tief etc. Und dann wird jeder Spieler gecheckt, wie gut er in diese Spielweise passt.“

Global Soccer Network

Taktik

Nun kommen wir endlich zu meinem Lieblingsteil der Analyse, nämlich der Frage nach der passenden Taktik. Die angesprochene Team-DNA verrät uns, dass die Spieler gut zur Grundtaktik oder Spielidee passen. Diese war in der 3. Liga deutlich sichtbar. Ich werde sie hier kurz präsentieren. Wer eine ausführliche Analyse lesen möchte, für den kann ich die Analyse von Florian Zenger empfehlen.

Mit Ball spielte Braunschweig fast immer schnell und direkt, jedoch nicht blind nach vorne, sondern mit kontrollierten Spielzügen. Eintracht spielte 16,34 Pässe pro Minute Ballbesitz gepaart mit vielen kurzen Ballbesitzphasen. Im letzten Drittel verzeichnete die Eintracht die schnellsten Abschlüsse in der Liga. So brauchte man z.B. nicht auf die gehörige Portion Extra-Kreativität von Martin Kobylanski zurückgreifen, weil der Abschluss in nur wenigen Sekunden gesucht wurde, während die Abwehr des Gegners noch unaufgeräumt war. Dies führte zu einer hohen Anzahl an Schüssen. Schwächen hatte man vor allem mit Ball gegen eine tiefstehende und gut organisierte Abwehr. Eintracht konnte doch auch hier erfolgreiche Lösungen präsentieren.

Eine dieser Lösung war der Ballgewinn nach Pressing oder Gegenpressing. Gegen schwächere Gegner ging man stärker ins Angriffspressing über, gegen stärkere Gegner agierte man etwas vorsichtiger im Pressing. Defensiv ließ man wenig zu, profitierte aber auch von Torhüter Jasmin Fejzic, der sich in exzellenter Form präsentierte.

Die taktische Grundformation war ein klassisches 4-2-3-1, das gegen den Ball meist zu einem flachen 4-4-2 wurde. Im Aufbau nutzte man oft eine dynamische oder pendelte Dreierkette. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg war, dass die ganze Mannschaft aktiv gegen den Ball mitarbeitete, um den Ballgewinn zu erzwingen und um die instabile Abwehr des Gegners sowie die möglichen freien Räume auszunutzen. Dies wird wohl auch in der 2. Liga Bestand haben. Dass besonders viele Tore in der zweiten Hälfte des Spieles fielen, lag wohl auch daran, dass sich die Löwen im Spiel besonders fit präsentierten. Ob dies auch in der 2. Liga einen klaren Vorteil mit sich bringen wird ist fraglich.

Von den Daten her hat die Grundordnung 4-2-3-1 auch in der neuen Saison die besten Karten, um das Optimum aus der Mannschaft herauszubekommen. Die beste Elf sähe wie folgt aus:

Tor: Hoffmann, LV: Kijewski, LIV: Decarli, RIV: Behrendt, RV: Görlich, LDM: Henning, RDM: Nikolaou, LM/LA: Multhaup, RM/RA: Kaufmann, OM: Pherai, St: Ihorst

Im Tor wird Schiele vermutlich zunächst Fejzic bevorzugen, der auch als Kapitän weitermacht. Das könnte sich aber als Fehler herausstellen. Seine überragende Leistung lässt sich vermutlich nicht einfach so in die neue Saison übertragen. Dass Jasi hier kräftig überperformt hat, sieht man an seiner Performance Score: 53,62 vs. 52,62 von Hoffmann. Bringt Hoffmann seine normale Leistung, ist er von den Daten her ein bundesligareifer Keeper. Egal wie wichtig Jasi auch als Leader ist, die Torwartleistung sollte Vorrang haben. Hier gehen wir mit der Einschätzung von GSN voll mit. Hoffmann sollte hier dranbleiben und Druck machen.

Jasi vs. Hoffmann im Datenvergleich (Quelle: GSN)

Eine weitere Personalie, die zur Debatte stehen dürfte, ist die Position des rechten Verteidigers. Hier wird Schiele sehr wahrscheinlich Jan-Hendrik Marx den Vortritt geben. Doch auch Danilo Wiebe hat wieder gute Karten, wobei sich seine natürlichen Jagdgebiete im zentralen Mittelfeld befinden. Wir dürfen hier auch Brian Behrendt nicht vergessen, der auf dieser Position zur Not ebenfalls spielen kann. Allerdings hat von den Eigenschaften her hier überraschend Louis Görlich immer noch die Nase vorn. Er hat eine gute Partie gegen Rot-Weiss Essen gemacht und bringt den Daten zufolge die besten Eigenschaften für diese Position mit sich. Er wäre die Überraschung der Saison, sollte er sich durchsetzen können.

Bevor wir das Mittelfeld ansprechen, kommen wir noch kurz zum Sturm. Hier hat Luc Ihorst von den Eigenschaften her die Nase vor Lion Lauberbach. Allerdings muss sich Luc noch im Bereich der Fitness steigern. Somit ist zu erwarten, dass Lion zunächst als erster Stürmer aufläuft.

In der Zentrale wird es besonders spannend! Eventuell muss Robin Krauße seinen Platz im defensiven Mittelfeld räumen. Hier hat unser Zehner aus der letzten Saison, “segundo volante” Brian Henning die besten Karten von den Daten her. Allerdings könnte auch Robin die Nase leicht vorne haben, da er als Vizekäpitän weitermacht.

Henning könnte auch als Back-up für Immanuel Pherai eine wichtige Rolle einnehmen. Pherai ist hier wohl die Nummer 1, sowohl bei den Daten als auch beim Trainer. Allerdings wird von ihm auch eine aktive defensive Leistung und ein gutes Pressingverhalten erwartet. In der Offensive ist er ein Ausnahmespieler, doch im sehr streng organisierten 4-2-3-1 -System kommen seine Stärken, offensives 1 vs. 1 und Kreativität, nicht immer bestmöglich zum Tragen.

Gerade Pherai könnte von einer Taktikumstellung profitieren. In den Testspielen war zu erkennen, dass Eintracht auch mit einem 3-4-1-2 bzw. 3-1-4-2-System agiert hat. Pherai kann besonders von einem zweiten Stürmer profitieren. Die GSN-Einschätzung dazu: „Mit zwei Anspielstationen vor ihm und der Chance, als nachrückender Offensivmann immer wieder selbst Anspielstation im gefährlichen Bereich um den Strafraum herum zu sein, könnte Pherai das Angriffsspiel der Eintracht entscheidend verändern und viel variabler machen.“

In den Testspielen war die Ein-Mann-Defensives-Mittelfeld wohl nicht ganz stabil, weswegen ich persönlich stark davon ausgehe, dass es systemunabhängig eine Doppelsechs im Mittelfeld geben wird. Sollte es eine Dreierkette werden, könnten Michael Schultz oder Philipp Strompf in die Dreierabwehrkette als Innenverteidiger reinrücken. Beider haben nicht die nötige Qualität eines durchschnittlichen Zweitligaspielers und könnten z. B. gegen gut pressende Mannschaften in große Schwierigkeiten geraten.

Die Aufstellung gg. Union. (Wyscout)

Sollte es eine Doppelspitze im Sturm geben, ist vermutlich Fabio Kaufmann eine Option neben Lion Lauberbach. Das gilt jedenfalls so lange, bis Eintracht einen weiteren Stürmer als Neuzugang präsentieren kann.

Gegen den Ball wird es wichtig sein das Zentrum zu verteidigen, was laut Michael Schiele auch Vorrang haben soll. Da kann es je nach Gegner schon mal vorkommen, dass die Flügeln jeweils nur einmal besetzt sind, so wie zuletzt unter Daniel Meyer. Das Pressingverhalten wird Eintracht auch für die neue Liga adaptieren. Zwar wird das Angriffspressing noch verwendet, doch durch pressingresistentere Gegner wird dies nicht so häufig wie in der 3. Liga für Ballgewinne sorgen. Stattdessen wird die Eintracht mehr in der Abwehr und im Mittelfeld pressen, so wie es gegen Union Berlin der Fall war. Hier hatte Eintracht nur 5 hohe Balleroberungen.

Balleroberungen gg. Union (Wyscout)

Ganz Entscheiden werden auch die Standards sein. Da Eintracht nicht die größte Mannschaft in der Liga ist, müssen die langen Spieler wie Lauberbach freigespielt werden. Auch die Kreativität eines Pherai ist bei Standards gefragt. Auf die Standards bin ich in der neuen Saison besonders gespannt. Jedenfalls wurde von Schiele darauf in der Vorbereitung besonderes Augenmerk gelegt.

Ones to watch 2022/23

Worauf sollte man bei der Eintracht unter Schiele in der neuen Saison besonders achten? Meine Liste sieht wie folgt aus.

Mögliche Stärken

  • Schnelles Umschalten
  • Intakte Team-DNA

Mögliche Schwächen

  • Fehlende Kreativität
  • Fehlende Breite und Qualität im Kader
  • Restverteidigung beim Umschalten
  • Zu viele Pressingopfer im Aufbau
  • Lösungen gegen eine kompakte Abwehr

Noch ein Fragezeichen, kann eine Stärke oder Schwäche sein

  • Standards
  • Zweikampfverhalten
  • Defensivleistung
  • Pressingverhalten

Prognose: Bei der Eintracht kann es von Spieltag 1. an nur gegen den Abstieg gehen. Man sollte sich dennoch auf dem Transfermarkt unbedingt noch verstärken, sonst reicht die Qualität des Kaders vermutlich schlicht nicht aus. Wichtig wird es sein, die intakte Team-DNA für sich entscheidend auszunutzen und die Schwächen im Teamwork der Gegner entsprechend für sich auszunutzen.

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