Blau-Gelbe Dominanz

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Am gestrigen Sonntag stand für mich das letzte Blau-Gelbe Pflichtspiel der Saison 2021/22 an. Am Dienstag geht es für mich in den Urlaub. Zum Abschluss meiner Pflichtspiel-Saison reiste die zweite Herrenmannschaft zum SSV Kästorf. Ein Spiel um die goldene Ananas und vor allem die Gastgeber sollten dies eindrucksvoll nachweisen. Ein paar Blau-Gelbe Anhänger waren dabei, sodass es sogar sowas wie einen kleinen Auswärtsblock gab, der sich gegenüber der kleinen Sitztribüne bildete. Mit einem Auswärtssieg wäre klar, dass die Kästorfer in der Abschlusstabelle hinter der Eintracht bleiben würden. Einzig verbleibender Konkurrent um Platz 4 ist der SSV Nörten-Hardenberg, der aber auch schon etwas auf Abstand gehalten wird.

Löwen-Trainer Marcus Danner schickte im letzten Auswärtsspiel der Saison folgende Löwen in den Sommer-Kick: Tobias Bremer (TW) -Jonas Wand (46. Daniel Pflüger), Hendrik Neumann, Gunnar Niemann (C), Ibrahim Diallo – Emil Kischka (53. Jan Schenk), Lukas Hungier – Moritz Hindermann, Timon Wloch (70. Denis Tuzlak), Florian Ohk (46. Nathan Wahlig) – Nils Gehde (57. Raphael Zimpfer)

Nach wenigen Minuten dribbelte sich Timon Wloch über die linke Seite durch, seine Flanke flog aber genau in die Arme des Keepers. Kurz darauf gingen die Löwen in Führung: Es war die 5. Spielminute als Nils Gehde nach einem Ballgewinn blitzschnell schaltete und auf Emil Kischka durchsteckte. Der 20-Jährige, der laut der Braunschweiger Zeitung einen Profi-Vertrag bekommen könnte, hielt sich seine Gegenspieler vom Leib, drang in den Strafraum ein und zog ab. Vom rechten Pfosten sprang der Ball über die Linie. Trotz der wenig gespielten Minuten dominierten die Blau-Gelben bereits klar die Partie und hatten gefühlt 90% Ballbesitz. Nur kurz nach dem Treffer zeigten die Einträchtler eine wunderschöne Kombination, die bei Moritz Hindermann endete. Von der rechten Seite flankte er aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo der heutige Stürmer Nils Gehde völlig frei stand und den Ball mit viel Risiko per Volley direkt nahm. Der Ball ging ein gutes Stück am Tor vorbei, aber das Schiedsrichtergespann hatte ohnehin bereits eine Abseitsstellung erkannt. Kästorf kam überhaupt nicht ins Spiel und hatte bei dem ein oder anderen Abpraller in Strafraumnähe Glück, dass der Ball keinem Blau-Gelben vor die Füße fiel. Sehr häufig fehlte nur ganz wenig zur nächsten großen Chance für die Zwote.

Florian Ohk in Aktion vor den Augen des Trainergespanns

Die nächste gefährliche Szene entstand durch einen der vielen Doppelpässe zwischen Florian Ohk und Ibrahim Diallo, durch die die Beiden immer wieder in Richtung Grundlinie marschieren konnten. Dieses Mal kam Diallo zur Flanke, in der Mitte war Moritz Hindermann einen halben Kopf zu kurz und konnte den Ball nicht auf den Kasten drücken, doch die Szene blieb heiß. Am Ende wurde Jonas Wand aus kurzer Distanz zur Ecke geblockt. Der nächste Diallo-Ohk Doppelpass endete in einer Ohk-Flanke, die an die Hand eines Abwehrspielers flog, klarer Handelfmeter. Nils Gehde legte sich den Ball zurecht und versuchte das Spielgerät mit ordentlich Kraft im Tor unterzubringen, doch die Kugel flog knapp über den Querbalken: Weiterhin 0:1. Nur eine Zeigerumdrehung später setzte sich Florian Ohk gegen mehrere Gegenspieler durch und versuchte einen Querpass auf den mitgelaufenen Timon Wloch zu spielen. Im allerletzten Moment konnten die Gastgeber dazwischen spritzen und klären. Die Szene war aber noch nicht geklärt. Im zweiten Anlauf konnte Diallo eine Flanke bringen, der Torwart kam raus, der Ball flutschte ihm aber durch die Hände und prallte vom überraschten Nils Gehde am leeren Tor vorbei ins Toraus.

Drei Minuten später dann doch der fast erlösende Treffer zum 0:2. Emil Kischka trieb den Ball von der Mittellinie an voran und sah den startenden Nils Gehde. Es folgte ein genau getimter Pass, sodass Gehde nur noch den Keeper vor sich hatte, den er mit einem feinen Haken austanzte und ins leere Tor einschieben durfte: 0:2. Die Co-Produktion des ersten Treffers in vertauschten Rollen. Einige Minuten später wurden die Gastgeber das erste Mal in der Offensive aktiv und trafen sogar: Das Tor zählte aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht. Im Gegenzug wurden die Löwen wieder richtig gefährlich. Erneut war es Kischka, der Gehde in Szene setzte. Dieser schloss aus 14m aus halblinker Position ab, dieses Mal konnte der Kästorf-Keeper aber parieren. Nur eine Minute später kombinierten die Blau-Gelben wunderschön über Diallo, Gehde und Ohk, dessen Flanke zur Ecke geblockt wurde. Diese trat Hindermann in die Gefahrenzone wo mehrere Löwen und Kästorfer hochstiegen. Der Ball landete im Netz, Hendrik Neumann wurde gefeiert, als Eigentorschütze eingetragen wurde aber die Nummer 11 vom SSV Kästorf.

Kapitän Gunnar Niemann im Vorwärtsgang

Nun nahm sich die Partie eine kurze Auszeit bis ein haargenauer langer Ball von Neumann von Hindermann super kontrolliert wurde. Der Flügelspieler zog nach innen und visierte die kurze Ecke an: Knapp daneben! In der gleichen Spielminute überrannte Wloch mit viel Tempo gleich mehrere Gegenspieler, suchte den Weg Richtung Grundlinie und gab von da den Ball scharf vors Tor: Ein Abwehrbein bereinigte die Situation. Die letzte Offensivaktion hatten die Gastgeber per Fernschuss, dieser ging aber vorbei, sodass Löwen-Keeper Bremer im ersten Durchgang überhaupt nicht eingreifen musste. Eine hochverdiente Halbzeitführung wie man sie bei Tabellennachbarn selten sieht. Auch der Trainer der Gastgeber, Sajmir Zaimi, gab nach dem Spiel gegenüber der Braunschweiger Zeitung zu, dass die Kästorfer mit dem Halbzeitstand noch gut bedient waren.

Im zweiten Durchgang ließen es die Löwen deutlich ruhiger angehen. Dies hatte vorerst jedoch keine Auswirkungen auf die Torgefahr der Gastgeber. Dennoch führte die erste etwas zielstrebigere Aktion der Braunschweiger gleich zum 0:4. Nicht mal zehn Minuten waren seit Wiederanpfiff vergangen als der gerade eingewechselte Nathan Wahlig den Ball bekam, mit zwei Bewegungen gleich drei Gegenspieler wie Altsenioren aussehen ließ und den vierten Gegenspieler einfach überrannte. Danach nahm er den Kopf hoch und spielte genau im richtigen Moment den startenden Nils Gehde an, der sich von seinem Gegenspieler abgesetzt hatte. Mit einer starken Ballmitnahme ließ sich die Nummer 6 seinem Gegenspieler dann auch keine Chance mehr an den Ball zu kommen. Noch drei Schritte, dann folgte der flache Abschluss auf die kurze Eck, drin das Ding: Doppelpack! Danach passierte einige Minuten nicht viel. Eintracht machte es souverän und ruhig, Kästorf konnte nicht. Doch dann musste Tobias Bremer tatsächlich eingreifen, hatte bei dem unplatzierten Fernschuss aber kaum Probleme und faustete das Leder aus der Gefahrenzone.

Flügelrakete Zimpfer wird zur kommenden Saison zum SSV Vorsfelde wechseln

Eine Viertelstunde später kam Denis Tuzlak fast zwischen einen Rückpass, doch der Tormann konnte den Ball noch wegschlagen. Im Gegenzu kam der ehemalige Probespieler von den 2. Herren Alieu Nyassi nach einem Konter aus gefährlicher Position zum Abschluss, traf aber nur den Pfosten. Eine Minute später dribbelte sich Raphael Zimpfer in eine Abschlussposition, sein Rechtsschuss aus 18m war aber sichere Beute für den Heim-Keeper. Kurz darauf ließ Nathan Wahlig mehrere Gegenspieler wie Slalomstangen stehen, suchte aber nicht den Abschluss sondern legte uneigennützig auf den mitgelaufenen Tuzlak rüber, dessen Schuss aus 14m von den Fingerspitzen des Torhüters über den Querbalken gelenkt wurde. Es ging aber trotzdem mit Abstoß weiter. Fünf Minuten vor dem Ende kamen die Kästorfer nochmal, die jetzt unbedingt den Ehrentreffer erzielen wollten, ein Schuss aus 20m wurde aber von Keeper Bremer zur Ecke abgewehrt. In der Schlussminute war die Löwenabwehr nach einem Ballverlust dann plötzlich völlig offen. Der Heim-Stürmer kam im Strafraum an den Ball und wurde von einem Eintracht-Bein dann klar getroffen und gelegt, wieder Elfmeter! So kamen die Gastgeber mit ihrem zweiten Schuss aufs Tor dann doch noch zu ihrem Ehrentreffer, denn der Ball schlug unten links ein.

Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man die kleine Tribüne

Danach war Schluss, ein absolut verdienter Sieg mit vielen gelungenen Aktionen der Blau-Gelben. Da hat es richtig Spaß gemacht zuzuschauen! Für mich ist die Saison damit vorbei, die Blau-Gelben selber empfangen aber noch zwei Gegner. Am Mittwoch reist der MTV Isenbüttel an, Anstoß ist hier um 19 Uhr und am Sonntag heißt der letzte Gegner der Saison I. SC Göttingen 05. Anstoß hier ist um 15 Uhr. Beide Partien finden in der Rheingoldarena statt.
Ich bedanke mich für eine Saison, die meistens Spaß gemacht hat und freue mich auf die neue Spielzeit.

Bis Dahin

Euer Kivi

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