Ein hartes Stück Arbeit
6 min readDie 1. Frauen brauchen beim SV Wendessen viel Arbeit und etwas Glück, siegen am Ende aber verdient mit 3:1 und ziehen in die 3. Runde des Niedersachsen-Pokals ein. Nach einer fast ereignislosen ersten Hälfte traf Jill Lange für die Löwinnen zur Führung, ehe Ex-Löwin Christiane Sturm einen Handelfmeter zum Ausgleich verwandelte. Fast im direkten Gegenzug sorgte Anna Fries für die erneute Führung. Fünf Minuten später traf Jill Lange erneut, machte damit alles klar und wurde zur entscheidenden Spielerin des Tages!
Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Nele Schäfer (TW) – Lea Eggers (65. Jolie Just), Leandra Hampe-Michels, Gina Berger, Lina Herterich (65. Cindy Kaufmann) – Jill Lange (82. Victoria Wiedermann), Neele Wunsch, Anna Fries (88. Marie Gollmer), Charlotte Brühler (86. Antonia Farr) – Celina Klebe – Lyn Meyer (C)

Der Rasen in Wendessen wirkte etwas stumpf und trocken, beide Teams hatten in der Ballkontrolle und im Passspiel dadurch Probleme. Die erste Torannäherung hatten die Löwinnen: Nach einer Ecke von Celina Klebe köpfte Anna Fries links am Tor vorbei. Der Schiedsrichter entschied auf Eckstoß, das war falsch. Kapital daraus schlagen konnten die Blau-Gelben aber nicht. Etwas mehr als zehn Minuten später legte Lina Herterich für Jill Lange ab, die vom linken Strafraumeck abzog, doch Ex-Löwin Christiane Sturm konnte den Schuss blocken. Die ehemalige Gewinnerin des Blau-Gelben Schuhs wechselte im Winter 2025 vom Biberweg nach Wendessen, lief heute aber nicht im Sturm, sondern in der Innenverteidigung aus.
Zusammen mit der Spielführerin standen somit zwei große und agile Verteidigerinnen gegen die Blau-Gelbe Torfabrik Lyn Meyer. Die Gastgeberinnen standen tief und dicht gestaffelt, sie verteidigten diszipliniert und leidenschaftlich. Den Löwinnen fiel es schwer, zu klaren Abschlüssen zu kommen. So war es ein Fernschuss von Neele Wunsch, der der nächste nennenswerte Abschluss werden sollte. Ein Abwehrbein kam noch an die Kugel und konnte den Schuss entschärfen, die Torfrau packte sicher zu.

Kurz darauf verarbeitete Lyn Meyer im Strafraum eine Halbfeldflanke von Gina Berger klasse und drehte sich mit dem Ball um ihre Gegenspielerin. Ihr Drehschuss aus spitzem Winkel flog knapp über den Querbalken. Zwei Zeigerumdrehungen später kam Lea Eggers rechts vor dem Strafraum an den Ball. Die Rechtsverteidigerin hatte etwas Platz und zog einfach mal ab. Ihr Schuss setzte noch einmal auf und rauschte auf die untere rechte Ecke, doch die Torfrau tauchte ab und packte zu.
Auf der anderen Seite wurde es nicht zum letzten Mal nach einem ruhenden Ball brandgefährlich. Nach einer Ecke kamen die Gastgeberinnen aus kurzer Distanz zum Kopfball, Nele Schäfer verhinderte mit einem starken Reflex den Rückstand, anschließend konnte Neele Wunsch die Situation bereinigen. Zwei Minuten später verschaffte sich Lyn Meyer mit einem schnellen Antritt etwas Platz, ihr Linksschuss aus 25 Metern geriet aber zu zentral. Fünf Minuten vor der Pause setzte Leandra Hampe-Michels mit einem herrlichen langen Ball aus der eigenen Hälfte über die Abwehrkette Lyn Meyer in Szene, die mit einem schnellen Haken an ihrer Gegenspielerin vorbei in den Strafraum brach. Halbrechts zehn Meter vor dem Tor traf die Torjägerin aber nur das rechte Außennetz.
Dann war Halbzeit! Viel war vor den Toren nicht passiert. Den Löwinnen fiel nicht viel ein, die Gastgeberinnen beschränkten sich fast ausschließlich aufs Verteidigen. Im Pokal konnte es logischerweise nicht torlos enden, spätestens im Elfmeterschießen waren Tore zu erwarten. Beide Teams verzichteten auf Wechsel.

Kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball im Tor der Löwinnen. Nach einer Freistoßflanke verlängerten die Gastgeberinnen den Ball in die Gefahrenzone. Dort kam eine Spielerin vor BTSV-Torfrau Nele Schäfer an den Ball und köpfte die Kugel im hohen Bogen unter die Latte. Doch die Fahne ging hoch: Abseits. Das hatte eher anders ausgesehen, auf jeden Fall knapp. Möglicherweise etwas glücklich für die Löwinnen.
Quasi im direkten Gegenzug flankte Lina Herterich den Ball vom linken Strafraumrand in die Mitte. Dort setzte sich Celina Klebe im Luftduell durch und verlängerte das Leder mit dem Kopf auf den Elfmeterpunkt. Dort hechtete Jill Lange in die Kugel und grätschte das Leder gegen die Laufrichtung der Torfrau in die untere linke Ecke. Der Ball war drin, doch die Gastgeberinnen reklamierten nun ebenfalls auf Abseits. Wieder sehr knapp, erneut fiel die Entscheidung für die Löwinnen: Das Tor zählte. Das Glück des Tüchtigen? Das 1:0 für den BTSV!

Nun musste Wendessen selbst die Offensive suchen und bat den Löwinnen etwas mehr Platz an. Über Neele Wunsch, Lea Eggers und Leandra Hampe-Michels kam die Kugel zu Celina Klebe, die aus 20 Metern abzog, ihr Schuss flog rechts am Tor vorbei. Kurz darauf kam Celina Klebe vom linken Strafraumeck aus der Drehung zum Abschluss: Wieder rauschte der Ball rechts vorbei. Wenig später bekamen die Gastgeberinnen am linken Strafraumeck einen Freistoß zugesprochen. Die folgende Freistoßflanke rauschte gefährlich durch den Löwinnen-Strafraum, doch die Blau-Gelben konnten auf Kosten einer Ecke klären.
Diese wurde auf den ersten Pfosten geschlagen, wo sich zwei Löwinnen in die Luft schraubten. Die eine köpfte der anderen den Ball an die Hand. Nach kurzem Zögern und lautstarken Forderungen der sich hinter dem Tor befindenden Herrenmannschaft der Gastgeber entschied der Schiedsrichter: Strafstoß. Eine durchaus harte Entscheidung, eine klare Fehlentscheidung war das aber auch nicht. Bitter, hatten die Löwinnen doch bisher kaum Torchancen zugelassen. Der Strafstoß war eine Aufgabe für Christiane Sturm, die heute zwar bekanntermaßen als Innenverteidigerin auflief, sich aber als Stürmerin und Torhüterin mit dieser Situation bestens auskannte. Die beste Wendessen-Torjägerin der vergangenen Saison visierte die untere linke Ecke an. Das hatte BTSV-Torfrau Nele Schäfer geahnt und brachte eine Hand an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Der Ausgleich, das 1:1.
Drohte das Spiel nun zu kippen? Einige unter den zahlreich mitgereisten Blau-Gelben hatten Sorgenfalten auf der Stirn. Doch die Löwinnen suchten sofort die Offensive: Lea Eggers setzte auf der rechten Seite Jill Lange in Szene, die eine scharfe Flanke in die Gefahrenzone schlug, doch die Torfrau brachte gerade noch die Fingerspitzen an den Ball und wischte die Kugel an der einschussbereiten Cindy Kaufmann vorbei. Es gab daher Einwurf für die Löwinnen. Der Ball landete dann wirklich bei Cindy Kaufmann, die vom linken Strafraumrand auf den Elfmeterpunkt flankte. Dort kam die aufgerückte Anna Fries mit einem langen Bein vor der Torfrau an die Kugel und spitzelte das Spielgerät ins linke Eck, die schnelle Antwort und die erneute Führung, das 2:1!

Nun monierten die Gastgeberinnen ein Foul an ihrer Torfrau, die angeschlagen liegen geblieben war. Doch Anna Fries hatte klar den Ball gespielt und die Torhüterin mit dem Fuß eher nicht getroffen. Dennoch machte die Torfrau nicht weiter. Gute Besserung an der Stelle! Für sie rückte Christiane Sturm in den Kasten. Die Ex-Löwin hatte sich heute bisher als resolute Innenverteidigerin und Torschützin gezeigt und streifte jetzt neben den Handschuhen auch ein Leibchen mit Werbung der Champions League über.
Als es dann weitergehen konnte, suchten die Gastgeberinnen den erneuten Ausgleich. Einen unangenehmen Fernschuss konnte Nele Schäfer nicht festhalten, Leandra Hampe-Michels reagierte am schnellsten und klärte den Abpraller ohne Kompromisse. Zehn Minuten waren noch zu spielen, als Neele Wunsch mit einem herrlichen Pass durch die Schnittstelle die umformierte Abwehrkette aushebelte. So hatte Jill Lange freie Bahn und behielt alleine vor Christiane Sturm die Nerven. Die rechte Schienenspielerin vollstreckte eiskalt in die untere linke Ecke. Der Doppelpack, der bereits sechste Saisontreffer für Jill Lange und die Entscheidung, das 3:1 für den BTSV!

Fünf Minuten später versuchte es Jolie Just aus der zweiten Reihe, knallte das Leder aber links am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach steckte Neele Wunsch sehenswert auf Victoria Wiedermann durch, die mit langen Schritten Richtung Strafraum marschierte. Kurz bevor die Rechtsverteidigerin eingeholt wurde, stieß sie die Kugel mit der Pike aus 18 Metern Richtung Tor. Die mitgereisten Anhänger holten schon Luft zum Jubeln, doch das Spielgerät klatschte doch noch nur an das rechte Lattenkreuz. Über Umwege kam die Kugel zu Lyn Meyer, die aus 16 Metern per Volley abzog: drüber. Wenige Augenblicke später zog Celina Klebe aus der zweiten Reihe ab, der Ball landete aber nur auf dem Tordach.
Dann war Schluss! Die Eintracht gewinnt am Ende nicht unverdient, aber mit viel Arbeit und dem nötigen Glück mit 3:1 gegen einen stark kämpfenden SV Wendessen. Somit steht der Einzug in die 3. Runde fest, der Gegner aber bislang nicht. Kommenden Sonntag geht es in der Oberliga weiter. Dann steht die Reise zum FC Pfeil Broistedt an. Anstoß ist um 12.30 Uhr. Mehr Bilder zum heutigen Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
