Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Auswärtssieg nach langer Unterzahl

6 min read

Die U23 belohnt sich für eine starke Anfangsphase und gewinnt bei der TuS Bersenbrück mit 4:1. Nach Treffern von Hugo Afonso, Marvin Awuah und Amer Buljubasic führten die eiskalten Nachwuchslöwen vor 233 Zuschauern bereits nach 25 Minuten mit 3:0. Kurz darauf sahen die Blau-Gelben eine Rote Karte und eine einstündige Unterzahl stand der Möhrle-Elf bevor. Sofort drückten die Gastgeber und ließen einen Angriff nach dem anderen in Richtung von Nick Bodon rollen. Kurz nach dem Seitenwechsel fiel dann auch das 3:1 und nun wurde es ungemütlich. Doch der Abwehrriegel hielt und kurz vor Schluss sorgte Amer Buljubasic mit seinem achten Saisontreffer und dem 4:1 für die Entscheidung.

Vor dem Spiel gab es eine Bratwurst, zu der mich der Grillmeister lautstark rief. Auch bei Braunschweiger Gästen erkannte der Mann wohl den Wurst-Hunger. Für 3,00 Euro gab es zum Grillgut ein kleines, aber feines Brötchen. Die Wurst war wirklich ziemlich gut und vervollständigte den guten Gesamteindruck. Die zusätzlich angereichte Wurstpappe und das doch etwas zu kleine Brötchen schmälern da nur wenig: 8,5/10 gibt es von mir.

U23-Coach Uwe Möhrle entschied sich für folgende Aufstellung: Nick Bodon (TW) – Andrej Schlothauer, Raffael Ziegele, Gunnar Niemann (C), Max Belger (67. Arda Aksac) – Abdel Awali (55. Jakob Benstead), Hugo Afonso – Robin Placinta, Mason Grumbach (89. Tyron Ohaji) – Amer Buljubasic (83. Yesua Motango), Marvin Awuah (64. Marvin Hounkpati)

Nach kurzem Abtasten suchten die jungen Löwen die Offensive. Mason Grumbach steckte durch die Abwehrkette auf Marvin Awuah durch, der im Strafraum klar unfair von den Beinen geholt wurde. Der Schiedsrichter zögerte überhaupt nicht: Strafstoß. Diesen nahm sich Hugo Afonso und knallte einen Strafstoß raus, der kaum unhaltbarer sein kann. Von der Unterkante der Latte prallte das Leder links ins Tor. Die frühe Führung nach sieben Minuten, das 1:0 für die U23!

Keine drei Minuten später wurde Amer Buljubasic im letzten Drittel klar gefoult, doch sowohl der Schiedsrichter als auch die Blau-Gelben sahen den möglichen Vorteil und der Angriff rollte weiter. Über Robin Placinta, Hugo Afonso und Mason Grunbach kam der Ball zu Marvin Awuah. Dieser hatte am Strafraumrand etwas Platz und drosch das Leder in die untere linke Ecke. Der Doppelschlag und das 2:0 für den BTSV!

Zwei Zeigerumdrehungen danach setzte Amer Buljubasic vor dem Strafraum Robin Placinta in Szene, der aus 20 Metern abzog, aber geblockt wurde. Die Gastgeber kamen hier merklich ins Schwimmen und verloren kurz darauf den Ball am eigenen Strafraum: Marvin Awuah visierte aus 18 Metern erneut die untere linke Ecke an, doch dieses Mal brachte der Schlussmann eine Pranke an den Ball und hatte die Kugel im Nachfassen sicher. Auf der anderen Seite kamen auch die Gastgeber zum Abschluss. Nach einer Flanke von der rechten Seite klärten die Löwen die Kugel zu kurz, die Volley-Direktabnahme vom Strafraumrand flog aber weit über den Kasten und sogar hinweg über die Sponsoren-Wand. 25 Minuten waren gespielt, als Mason Grumbach an der Mittellinie den Ball eroberte und Amer Buljubasic auf die Reise schickte. Der Stürmer marschierte zum Strafraum und zog aus 18 Metern ab. Sein Flachschuss schlug im unteren rechten Eck ein. Das 3:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Im direkten Gegenzug kamen die Gastgeber nach einer Flanke von links aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch Nick Bodon pflückte den Ball aus der rechten Ecke. Es sah hier alles nach einer ruhigen Partie aus, in der die jungen Löwen ohne große Probleme den ersten Auswärtssieg der noch jungen Saison einfahren würden. Doch dann wurde eine der vielen Provokationen seitens der immer wieder lautstark schreienden Bersenbrücker Bank belohnt. Robin Placinta ließ sich zu einer Antwort hinreißen, die dem Schiedsrichter-Assistenten genug war, um dem Schiedsrichter eine Rote Karte zu empfehlen und die gab es dann auch. Etwas mehr als eine halbe Stunde war gespielt, mit Nachspielzeit wartete eine einstündige Unterzahl auf die jungen Löwen. Die Gastgeber brannten anschließend ein echtes Flankenfeuerwerk ab und schlugen Ball nach Ball in den Strafraum der Blau-Gelben. Doch mehr als ein abgefälschter Schuss vom Strafraumrand, bei dem Nick Bodon sicher zupackte, kam nicht dabei heraus.

Dann war Halbzeit! Ein turbulenter erster Durchgang, bei dem bis zum Platzverweis alles nach einer klaren Sache aussah. Doch danach erzwangen sich die Gastgeber gefühlt 100 % Ballbesitz und fuhren einen unfassbar hohen Druck auf. Wirklich gefährlich waren sie bis dahin noch nicht geworden, doch es wartete eine zweite, lange Halbzeit auf die jungen Löwen.

Gleich die erste Aktion nach dem Seitenwechsel führte zum Tor. Eine Flanke von der linken Seite legten die Hausherren im Strafraum noch einmal quer. Die Nummer 11 ließ Nick Bodon aus elf Metern keine Chance und drosch das Leder in die Maschen. Nur noch 3:1, der erste Saisontreffer für die Gastgeber in dieser Saison.

Das war ziemlich früh und erhöhte den Druck nur noch. Ein paar Eintracht-Fans waren mitgereist und befürchteten mit vielen Jahren Eintracht-Erfahrung Böses. Doch die nächste Gefahr kam von den jungen Löwen: Amer Buljubasic drang über rechts in den Strafraum ein, wurde aber im letzten Moment noch am Abschluss gehindert. Die Gastgeber versuchten es weiterhin hauptsächlich über Flanken, die aber nicht wirklich gefährlich wurden. Stattdessen strahlten die Blau-Gelben mit ihren geringen Ballbesitzanteilen mehr Gefahr aus. Eine Freistoßflanke von Mason Grumbach von der linken Seite rutschte bis zum zweiten Pfosten durch. Dort stand der zwei Minuten zuvor eingewechselte Jakob Benstead, der das Leder aus einem Meter über das leere Tor köpfte. Ärgern musste sich der Verteidiger aber nicht, denn die Fahne ging hoch: Abseits.

Zwei Zeigerumdrehungen später rollte ein Konter der Gastgeber. Ein Steckpass brachte den Stürmer frei vor Nick Bodon zum Abschluss, der im direkten Duell aber stark reagierte und den Anschlusstreffer verhinderte. Drei Minuten danach setzte Marvin Hounkpati vom linken Strafraumrand Amer Buljubasic in Szene, der sich am Elfmeterpunkt um seinen Gegenspieler drehte und abzog. Ein Verteidiger warf sich in die Schussbahn und blockte mit der Hand. Einen Strafstoß gab es aber nicht.

Acht Minuten später zirkelte Mason Grumbach einen Freistoß vom linken Strafraumeck direkt aufs Tor. Sein Versuch sauste knapp über den linken Winkel. Auf der anderen Seite sprang der Ball nach einer Ecke hin und her. Es ging wild zu im Strafraum der jungen Löwen, die gleich mehrere Abschlüsse blockten, sich am Ende aber befreien konnten. Kurz darauf landete ein Kopfball nach einer Flanke in den Armen von Nick Bodon. Wenige Minuten waren noch zu spielen, als Andrej Schlothauer einen Seitenwechsel antizipierte und den Ball mit einem sehenswerten Sprung per Kopf nicht nur erwischte, sondern auch noch in die eigene Laufbahn stieß. Der Rechtsverteidiger nahm den Kopf hoch und setzte Amer Buljubasic in Szene, der mit einer überragenden Bewegung gleich zwei Gegner aussteigen ließ und somit freie Bahn hatte. Mit einem trockenen Schuss in die untere rechte Ecke ließ der Toptorjäger der Liga dem Schlussmann keine Chance: das 4:1!

Das war die Vorentscheidung, da waren sich auch die mitgereisten Eintracht-Fans sicher. Ziemlich sicher zumindest. Der selbst gewählte Gästeblock befand sich übrigens direkt bei einem Schild, auf dem „Fanclub Südkurve“ stand. Allerdings war hier weder der Süden, noch konnte man eine Kurve entdecken. Vielleicht war dies auch eine Erinnerung an eine frühere Spielstätte. Die Hausherren hingegen versuchten weiterhin, zumindest einen zweiten Treffer zu erzielen. Den letzten Torschuss hatten aber die jungen Löwen. Nach einem Ballgewinn sah Yesua Motango, dass der Torhüter weit vor seinem Kasten stand und versuchte es einfach mal aus dem Mittelkreis: rechts vorbei.

Dann war Schluss! Die U23 holt im zweiten Anlauf den ersten Auswärtssieg der Saison und ließ sich auch nicht von der langen Unterzahl beirren. Am Ende war es ein absolut verdienter Sieg, auch in der Höhe. Weiter geht es für die U23 am kommenden Sonntag gegen den nächsten noch sieglosen Gegner. Zu Gast in der Rheingoldarena ist der 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Anstoß ist um 14 Uhr. Der Eintritt mit eurer Dauerkarte ist frei, kommt doch mal vorbei!
Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen