Punkteteilung trotz Überzahl
8 min readDie U19 trifft in der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleich gegen den SV Babelsberg, muss sich aber trotzdem ärgern. Denn nach einem Platzverweis für die Gäste und dem Führungstreffer durch Abdel Awali für die jungen Löwen noch in der Anfangsviertelstunde sah vor etwa 80 Zuschauern alles nach einer klaren Sache aus. Doch mit einem Doppelschlag drehten die Gäste aus dem Nichts die Partie und erhöhten mit dem dritten Schuss aufs Tor noch vor dem Pausenpfiff auf 1:3. Nach dem Seitenwechsel war es ein Spiel auf ein Tor. Die Blau-Gelben belohnten sich zwar durch Tore von Mika Ketzscher und Abdel Awali, hätten den Sieg aufgrund des überdeutlichen Chancenplusses aber verdient gehabt.

Für 3,00 Euro gab es heute mal eine andere Wurst von Gerds Grill als sonst. Und diese war vollkommen in Ordnung. Bis auf die niedersächsische Toastscheibe gibt es nichts zu meckern, 8,5/10 von mir.
U19-Coach Alexander Arsovic entschied sich für folgende Aufstellung: Lowis Tetzlaff – Fynn Pietrzyk (77. Jakin Abdaoui), Mads Runge (C), Chris Horschig, Axilles Üye (46. Milan Gryglewski) – Chris-Calvin Bessambo, Ibrahim Cham – Aron Studenica, Abdel Awali, Koki Tamayama – Mika Ketzscher
Das Spiel begann auf holprigem Untergrund etwas verhalten. Es waren aber noch keine zehn Minuten gespielt, als Aron Studenica einen langen Ball von Torwart Lowis Tetzlaff an der Mittellinie festmachte und zurück auf Axilles Üye legte. Der Linksverteidiger schlug die Kugel aus der eigenen Hälfte über die Abwehrkette. Mika Ketzscher nahm das Leder im Vollsprint überragend mit und brach frei durch. Noch vor dem Strafraum brachte ihn ein Verteidiger unfair zu Fall. Klare Sache, Notbremse: Rote Karte und eine hervorragende Freistoßposition. Den fälligen Freistoß jagte Abdel Awali aber in die Mauer.

Dennoch war klar: Über 80 Minuten Überzahl, das war ein riesiger Vorteil für die jungen Löwen! Eine Zeigerumdrehung später kam die Kugel über Abdel Awali und Ibrahim Cham zu Chris-Calvin Bessambo, der aus 20 Metern abzog: klar drüber. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als Ibrahim Cham die Kugel über die Abwehrkette chippte. So hatte Aron Studenica freie Bahn und kam aus 14 Metern zum Abschluss. Seinen viel zu zentralen Versuch konnte der Torwart aber parieren. Die Kugel prallte zu Abdel Awali, der es mit einer Volley-Direktabnahme versuchte, vor dem leeren Tor aber am Ball vorbeitrat. Über Umwege kam die Kugel tatsächlich zu Awali zurück, der sich mit einem Haken genügend Platz verschaffte und aus 13 Metern in die untere rechte Ecke vollstreckte. Das war sie, die Führung, das 1:0!
Weiter ging es nur in eine Richtung. Abdel Awali zog einen Freistoß vom linken Strafraumeck direkt aufs Tor, doch der Torwart packte sicher zu. Eine Minute später geriet ein Flachschuss von Ibrahim Diallo aus der zweiten Reihe zu zentral. Dann griffen die Gäste das erste Mal zielstrebig an und drangen in den Löwen-Strafraum vor. Eigentlich hatte Chris Horschig die Situation schon entschärft, sein Gegenspieler lief schon aus dem Strafraum heraus, doch der Innenverteidiger wollte mit einer resoluten Grätsche komplett bereinigen. Dabei traf er leider vor allem seinen Gegenspieler. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde: Strafstoß.
Die Nummer 11 versenkte diesen in der unteren linken Ecke, Lowis Tetzlaff hatte sich für die rechte Ecke entschieden. Der Ausgleich zum 1:1.
Doch es kam noch schlimmer. Eine Zeigerumdrehung später foulten die jungen Löwen unnötig rechts vor dem Strafraum und verpennten die Freistoßflanke dann völlig. So konnte die Nummer 9 aus wenigen Metern ungestört einköpfen. Auch der zweite Abschluss der Gäste war drin. Spiel gedreht, plötzlich stand es 1:2.

Der Spielverlauf war somit völlig auf den Kopf gestellt, denn es war weiterhin ein Spiel auf ein Tor. Im direkten Gegenzug zog Koki Tamayama von der linken Seite nach innen, sein Schuss aus 20 Metern verfehlte das Ziel aber klar. Kurz darauf kam die Kugel über Fynn Pietrzyk, Ibrahim Cham und Abdel Awali zu Mika Ketzscher, der aus 13 Metern abziehen konnte, seinen Versuch aber zu zentral platzierte, der Schlussmann packte sicher zu. Ein paar Minuten danach legte Koki Tamayama für Abdel Awali ab, der aus 18 Metern wuchtig abzog. Ein Verteidiger blockte mit dem Oberarm, ein strafbares Handspiel war dies aber leider nicht.
Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als sich Mads Runge und Chris Horschig bei einem eigentlich harmlosen langen Ball nicht einig waren. So standen sich die beiden Innenverteidiger gegenseitig im Weg. Dadurch schnappte sich ein Babelsberger die Kugel und konnte auf die Nummer 11 durch. Der Stürmer hatte 40 Meter vor dem Tor freie Bahn, lief den Blau-Gelben davon, umkurvte Lowis Tetzlaff und schob ins leere Tor ein. Auch der dritte Abschluss landete somit im Kasten der Eintracht, die Gäste waren hier eiskalt. Das 1:3.
Beinahe wäre es noch schlimmer gekommen. Der vierte Torschuss der Gäste war ein Freistoß von der linken Strafraumkante. Dieser zappelte zwar im Netz, da der Ball aber hauchzart links am Winkel vorbeigeflogen war, zappelte die Kugel nur im Außennetz.
Dann war Halbzeit. Die jungen Löwen hatten sich über dominante 45 Minuten nur mit einem Tor belohnen können, die Gäste hingegen bestraften jeden Fehler der Blau-Gelben eiskalt. Dennoch war hier allen klar, dass dieses Spiel noch nicht verloren war. Dafür war die grundsätzliche Überlegenheit der Eintracht zu groß. Trainer Alexander Arsovic brachte mit Milan Gryglewski einen Stürmer für Linksverteidiger Axilles Üye. Chris Horschig rutschte auf die linke defensive Seite, Chris-Calvin Bessambo aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung, Abdel Awali orientierte sich etwas defensiver.

Kurz nach Wiederanpfiff zog Koki Tamayama in den Strafraum und ging nach einem Zweikampf zu Boden. Der Schiedsrichter ging zu Boden. Während die Diskussionen beider Teams bereits weniger wurden und der Assistent bereits seine Position zum Ausführen des Strafstoßes eingenommen hatte, nahm der Schiedsrichter seine Entscheidung plötzlich zurück. Der Grund dafür war von außen nicht ersichtlich. Scheinbar hatte der Assistent seinem Schiedsrichter gemeldet, dass für ihn ausreichend genug der Ball getroffen wurde. Bitter für die jungen Löwen.
Zwei Minuten später chippte Chris-Calvin Bessambo das Leder in den Strafraum. Dort hatte Aron Studenica viel Platz und freie Schussbahn. Sein Flachschuss halblinks 14 Meter vor dem Tor geriet aber zu zentral, der Torwart konnte daher parieren. Wenige Augenblicke danach schickte Ibrahim Cham über die rechte Seite Mika Ketzscher zur Grundlinie. Dessen Hereingabe landete bei Aron Studenica, der das Leder mit der Brust aus der Luft pflückte, mit einem schnellen Antritt an zwei Gegenspielern vorbeizog und aus elf Metern freie Schussbahn hatte. Sein Abschluss geriet aber zu zentral und landete genau in den Armen des Schlussmanns.
Eine Zeigerumdrehung später zog Abdel Awali aus der zweiten Reihe ab, ballerte die Kugel aber klar am Tor vorbei. Etwa eine Stunde war gespielt, als Fynn Pietrzyk an der Mittellinie ein Luftduell gewann und den Ball in den Lauf von Ibrahim Cham köpfte. Der Mittelfeldspieler setzte zu einem überragenden Dribbling über 40 Meter an und zog an mehreren Gegenspielern vorbei. Erst im Strafraum wurde Cham von einer rustikalen Grätsche gestoppt. Da sein Gegenspieler dabei weit am Ball vorbeitrat, gab es dieses Mal wirklich einen Strafstoß. Mika Ketzscher trat an und vollstreckte in die linke untere Ecke. Der Torwart war nach rechts gesprungen. Nur noch 2:3!

Beinahe hätten nun die jungen Löwen einen Doppelschlag auf den Platz gebracht. Nur eine Zeigerumdrehung nach dem Anschlusstreffer eroberte Ibrahim Cham stark den Ball im Mittelfeld und setzte im Strafraum Aron Studenica in Szene, der aus 15 Metern frei zum Abschluss kam, aber erneut am Torwart scheiterte. Mika Ketzscher schnappte sich den Abpraller, wurde aus 14 Metern aber geblockt. Ketzscher schnappte sich den Ball erneut und legte für Koki Tamayama ab, dessen Schuss aus 20 Metern über den Kasten flog. Ein paar Minuten später versuchte es Mads Runge aus der zweiten Reihe. Der Kapitän jagte den Ball aber klar links neben das Tor.
Kurz darauf legte Aron Studenica für Milan Gryglewski ab, der ballerte die Kugel aus der zweiten Reihe aber weit über den Kasten. Auf der anderen Seite kamen die Gäste durch Mithilfe der jungen Löwen zum ersten und einzigen Abschluss in der zweiten Halbzeit. Tief in der eigenen Hälfte schenkten die Blau-Gelben das Leder her und die Nummer 11 war frei durch, scheiterte aber im direkten Duell am überragend reagierenden Lowis Tetzlaff. Im Gegenzug klärten die Gäste eine Pietrzyk-Flanke zu Milan Gryglewski, der aus 15 Metern sofort abzog. Sein Schuss rauschte denkbar knapp links am Tor vorbei. Ein paar Minuten danach spielte Mads Runge das Leder flach in den Strafraum zu Jakin Abdaoui, der die Kugel mit dem Rücken zum Tor in den Lauf von Milan Gryglewski weiterleitete. Der Stürmer vollstreckte aus zehn Metern in die untere rechte Ecke. Doch die Fahne ging hoch: Abseits! Knappe Sache.

Etwa eine Viertelstunde war noch zu spielen, als Mika Ketzscher für Abdel Awali ablegte. Dessen Flachschuss aus 20 Metern rauschte klar links am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später bediente Chris-Calvin Bessambo im Strafraum Jakin Abdaoui, der aus zwölf Metern freie Schussbahn hatte. Dabei traf Abdaoui das Leder aber nicht voll, sodass sein Schuss zu lasch und zu zentral geriet, der Torwart packte sicher zu. Kurz darauf zog Aron Studenica in den Strafraum und legte das Leder quer zu Jakin Abdaoui, der die Kugel aus 14 Metern klar über den Kasten jagte.
Wenige Augenblicke danach zog Koki Tamayama von der linken Seite nach innen, brach in den Strafraum und feuerte aus 14 Metern einen brandgefährlichen Schuss Richtung Babelsberger Kasten ab. Mit einem Hechtsprung brachte der Torwart noch die Fingerspitzen an die Kugel und lenkte das Leder über den Querbalken. In der dreiminütigen Nachspielzeit setzten sich die jungen Löwen durchgehend am Strafraum der Gäste fest, fanden aber bis in die letzte Minute keine Abschlussgelegenheit. Koki Tamayama setzte in dieser Abdel Awali in Szene, der sich gegen mehrere Gegenspieler auf der Strafraumkante irgendwie in eine Schussposition kämpfte und das Spielgerät in die rechte Ecke knallte. Eine überragende Einzelaktion des Mittelfeldspielers zum Ausgleich, das 3:3!

30 Sekunden waren noch zu spielen, verkündete der Schiedsrichter. Und so kamen die jungen Löwen noch zu einer Flanke von Milan Gryglewski, die der Torwart gerade noch aus dem Strafraum fausten konnte. Die Kugel landete bei Mika Ketzscher, der 18 Meter vor dem Tor abziehen oder einen Mitspieler in Szene setzen konnte. Doch der Schiedsrichter hatte ein Foulspiel am Torwart gesehen, der zu Boden gefallen war. Bitter für die jungen Löwen, denn das war wohl eher ein Mitspieler des Torwarts gewesen.
Direkt danach war Schluss! Ein Remis, welches viele verschiedene Emotionen auslöst. Im Gesamtkontext sicherlich zu wenig, durch den späten Ausgleich durch Abdel Awali irgendwie aber auch positiv. Leider stehen die Chancen für die U19 auf den Einzug in die Hauptrunde nicht mehr so gut. So wird es wohl mal wieder die B-Liga. Weiter geht es für die jungen Löwen am kommenden Samstag im Niedersachsen-Pokal. Dort kämpft die Eintracht beim SV Meppen um den Einzug ins Halbfinale. Anstoß im Meppener Waldstadion ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum heutigen Spiel gibt es hier.
Bis dahin
Euer Kivi
