Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Blau-Gelber Gästeblock – interntational

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Die Eintracht befindet sich weiterhin im Trainingslager in Oberösterreich. Im zweiten Bericht mit Erfahrungen direkt vor Ort nehme ich euch mit in eine weitere Trainingseinheit, ein Testspiel in einem ungewöhnlichen Stadion sowie einen trainingsfreien Tag. Viel Spaß beim Lesen!

Wenn der örtliche Bäcker wenige Schritte entfernt ist, kann man das Frühstück recht schnell planen. Und so ging es gestärkt zur ersten und einzigen Einheit des Tages, die vor dem Testspiel am Abend in Linz stattfinden sollte. Wir hatten etwas extra Zeit eingeplant, wollten wir doch noch beim zum Hotel zugehörigen Streichelzoo vorbeischauen. Neben den Eseln Otto und Bertl gab es dort Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner und Ziegen zu sehen.

Doch wir waren ja schließlich da, um Löwen zu sehen und so ging es schnell die paar Meter zurück zum Trainingsplatz. Dort ging es nach dem Aufwärmen in einer Kopfballübung heiß her. Die Spieler mussten geworfene Bälle mit dem Kopf im Tor unterbringen, dort stand je ein Feldspieler der gegnerischen Mannschaft im Kasten und versuchte, den Treffer zu verhindern. Lautstark feuerten die Blau-Gelben sich gegenseitig an und bejubelten jeden Treffer oder auch jede Parade. Am Ende versammelte sich die siegreiche Mannschaft in einer Jubeltraube.

Anschließend folgten einige Übungen zu Standards. Ecken und Freistöße, sowohl direkt als auch indirekt. Die Torausbeute dabei war zwar etwas mau, aber die defensive Aufteilung passte und die an die Klärungsaktionen anschließende Gegenstoß-Übung sowie die zweiten Bälle gefielen dann doch ganz gut. Neuzugang Noah Katterbach brachte sogar einen flach getretenen Freistoß in der unteren linken Ecke unter. Hier eine kleine Quizfrage an euch: Wann erzielten die Löwen das letzte direkte Freistoßtor, wenn wir das Corona-Tor von Felix Kross mal ausklammern?

Zum Abschluss bolzten ein paar Löwen aufs Tor, Fabio di Michele Sánchez im Kasten bekam wenig zu halten. Ob das an den Fehlschüssen oder zu genau platzierten Schüssen lag, lassen wir hier mal unbeantwortet. Danach war das Training vorbei. Für mich und andere mitgereiste Fans ging es direkt die gute Stunde nach Linz, wo das Testspiel gegen Blau-Weiß Linz stattfinden sollte. Ein kostenloser Parkplatz war schnell gefunden. Nur die Donau musste über eine große Brücke überquert werden. Schön gelegen war das Stadion in jedem Fall, kurios war da eher etwas anderes.

Das Stadion lag nämlich auf einem Lager eines Möbelhauses. Zudem waren noch andere Geschäfte im Erdgeschoss untergebracht, während das Stadion selbst das Obergeschoss bildete. Das Stadion selbst fasst knapp 6.000 Fans, während fast 3.500 Dauerkarten bei dem österreichischen Zweitligisten verkauft wurden, nicht schlecht! Zu den Geschäften im Erdgeschoss gehörte auch ein Restaurant, welches an einen deutschen Fußballspieler und -funktionär erinnerte: Tante Käthe (Spitzname von Rudi Völler). Dort gab es für mich Wiener Schnitzel mit gebutterten Petersilienkartoffeln. Das war richtig lecker!

Nach einem Spaziergang an der Donau ging es zum Stadion. Ziemlich viel Polizei war da, beim Gäste-Eingang blieb man allerdings unbehelligt. Dafür öffnete das Stadion eine halbe Stunde später als von Eintracht angegeben. Zum Glück regnete es nicht, aber dafür war es durchaus gefährlich. Der Wartebereich war sehr nah an der Einfahrt eines Parkplatzes, auf dem viel Verkehr herrschte. Denn der geschlossene Gäste-Eingang blockierte auch die Waren-Abholung aus dem Lager des Möbelhauses. Die etwa 30 wartenden Fans standen also nicht nur im Weg, sondern wurden auch von der Schranke bedroht. Diese rauschte mit einer bedrohlichen Geschwindigkeit hoch und runter. Und machte auch vor den Köpfen nicht halt. Zum Glück gab es bei den Zusammenstößen keine Verletzungen.

Beim Einlass folgten dann aber tatsächlich Schmerzen. Denn für den Stehplatz im Gästeblock verlangte der österreichische Zweitligist ganze 18 Euro, Sitzplätze gab es für Gäste-Fans nicht. Eigentlich eine Frechheit, aber das war im Vorfeld bekannt und hielt trotzdem rund 100 Fans nicht ab, den Gästeblock zu bevölkern. Einige Treppen später traf ich im Gästeblock ein. Ein hoher Zaun, ein engmaschiges Netz, das fühlte sich fast nach einem regulären Spieltag an. Dafür war es dann aber doch etwas leer, 1.800 Zuschauer waren insgesamt da, auch im Heimbereich konnte man den ein oder anderen Eintracht-Fan entdecken.

Der Hunger war zwar klein, aber zum Testen opfert man sich dann doch für einen Stadion-Snack. Für 4,50 Euro gab es eine Leberkäse-Semmel. Leider war das so gar nicht mein Fall. Recht kalt und ziemlich ohne jeglichen Geschmack. Das gibt nur eine 2,5/10 von mir.

Eintracht-Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung, die erst in der 60. Minute getauscht wurde, gespielt wurde 2 x 45 Minuten und 1 x 30 Minuten: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Fabio di Michele Sánchez – Samuele di Benedetto, Florian Flick – Aaron Opoku, Robin Heußer, Yann Sturm – Jovan Mijatovic

Bei den Gastgebern stand mit Eric Weinhauer übrigens ein ehemaliges Löwen-NLZ-Talent auf dem Platz. Trainer Michael Köllner dürfte dem ein oder anderen auch etwas sagen. Einige Fangesänge von beiden Fanlagern schallten hin und wieder durch das Stadion. Der erste Standard der Löwen verpuffte dann ohne wirkliche Gefahr. So viel zum Standardtraining am Vormittag. Den daraus entstehenden Konter unterband Kevin Ehers resolut. Fünf Minuten waren gespielt, als die Löwen erstmals zum Abschluss kamen: Yann Sturm steckte links vor dem Strafraum auf Jovan Mijatovic durch, der aus spitzem Winkel aus der Drehung zum Abschluss kam. Seinen Flachschuss parierte der Linzer Keeper mit dem Fuß.

Ziemlich häufig griffen die Gastgeber zu taktischen Fouls und spielten auch sonst eher rustikal. Die Standards der Löwen blieben recht ungefährlich. Ein direkt getretener Freistoß von di Benedetto vom rechten Strafraumrand landete genau in den Armen des Schlussmanns. 20 Minuten später folgte in einer ereignisarmen ersten Halbzeit der nächste Abschluss, dieses Mal von den Gastgebern. Vom linken Strafraumeck landete der Ball allerdings im Gästeblock. Da es ein Ball der Eintracht war, holte Bussi diesen später ab. Fünf Minuten später versuchte es Samuele di Benedetto aus der zweiten Reihe, sein Fernschuss flog knapp über den rechten Winkel. Kurz vor der Pause rammte ein Linzer Aydin zu Boden, weiter ging es mit Schiedsrichterball für die Gastgeber, na ja.

Ohne weitere Ereignisse ging es dann in die Pause. Das war wirklich dürftig, was den Unterhaltungswert anging. Ein typisches Testspiel im Trainingslager. Mehr Unterbrechungen durch Diskussionen oder Fouls als nennenswerte Szenen. Lars Kornekta verzichtete auf Wechsel, dafür wurde fortan mit Bällen der Gastgeber gespielt.

Etwas mehr als drei Minuten waren gespielt, als Jovan Mijatovic gefährlich in den Strafraum brach, aber den richtigen Moment für den Abschluss verpasste und den Ball vertändelte. Und wenn solche Aktionen erwähnenswert sind, kann man erahnen, wie viel hier geboten wurde. Weiterhin wenig. Auf der anderen Seite kamen die Gastgeber nach einem Diagonalball aus 17 Metern zum Abschluss, jagten die Kugel aber meterweit über den Kasten. Wenig später spielte Yann Sturm einen Doppelpass mit Robin Heußer, wurde aber am Strafraumrand geblockt. Eine Minute versuchte es Mehmet Can Aydin aus fast 30 Metern, sein harmloser Fernschuss wäre wohl beinahe ins Seitenaus geflogen, aber ein Abwehrspieler fälschte tatsächlich noch zur Ecke ab. Diese blieb aber ungefährlich. Kurz vor der Stundenmarke fiel die Kugel vor die Füße von Fabio di Michele Sánchez, der aus 18 Metern wuchtig abzog: knapp über den Querbalken.

Dann war die Stundenmarke gefallen und Trainer Lars Kornekta brachte eine völlig neue Mannschaft auf den Rasen: Benjamin Uphoff – Sanoussy Ba, Hugo Afonso, Louis Breunig, Noah Katterbach (73. Damjan Kovacevic) – Max Marie, Sidney Raebiger – Junior Zé, Lino Tempelmann (C, 91. Tristan Wagner), Johan Gómez – Jan Urbich

Das Spiel lief seitdem nur wenige Minuten, da schickte Lino Tempelmann mit einem feinen Pass Johan Gómez links in den Strafraum. Der Offensiv-Allrounder nahm den Kopf hoch und fand mit einer perfekten Ablage Junior Zé im Rückraum. Dieser legte sich das Leder zurecht und zog aus 13 Metern flach ab, die Kugel schlug im linken Eck ein, das 1:0 für den BTSV!

Aus dem Gästeblock erklang lautstark „Auswärtssieg!“ und „Europapokal!“. Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Hugo Afonso acht Meter vor dem Tor eine Freistoßflanke von Max Marie aus dem Halbfeld in die Arme des Torwarts. Dieser leitete mit einem weiten Abschlag den Konter ein, den Junior Zé und Sanoussy Ba etwas ungeschickt mit einem Foul stoppten. Und so hatten die Gastgeber in der Meisterminute einen Freistoß vom linken Strafraumeck. Conté flankte diesen auf den zweiten Pfosten, wo Maranda einlief und einköpfte. Der schnelle Ausgleich, das 1:1.

Die mitgereisten Eintracht-Fans ließen es sich dennoch nicht nehmen, das Meisterlied in die Stahlstadt hinauszubrüllen, und legten wenig später noch einen drauf mit „Ihr wart noch nie Deutscher Meister!“. Kurz darauf stand die Blau-Gelbe Abwehr bei einem Konter offen und so lief die Nummer 11 alleine auf Benjamin Uphoff zu, verzog aus halbrechter Position aber. Der Flachschuss sauste knapp links am Tor vorbei. 20 Minuten waren bis zur zweiten Pause noch zu spielen, als Junior Zé von einer rüden Grätsche getroffen wurde. Im Liga-Alltag wohl Rot, heute nur Gelb. Nach einer kleinen Rudelbildung und einer kurzen Behandlung ging es aber weiter. Dafür ging dann Katterbach angeschlagen raus, für ihn kam Damjan Kovacevic.

Der fällige Freistoß überwand zwar die Mauer, wurde aber vom nächsten folgenden Verteidiger geklärt. Bei den Standards wartet also noch etwas Arbeit auf Kornetka und Co. Damjan Kovacevic zog kurz darauf nach Tempelmann-Ablage vom Strafraumrand ab, ein Abwehrbein entschärfte die Situation aber, der Linzer Keeper packte sicher zu. Wenige Augenblicke später fälschten die Gastgeber einen Fernschuss von Max Marie über den Kasten ab. Marie war es auch, der die fällige Ecke ausführte. Die Gäste klärten vor die Füße von Junior Zé, der aus 25 Metern wuchtig abzog. Sein Versuch geriet aber etwas zu zentral, um wirklich gefährlich zu werden.

Fünf Minuten waren noch zu spielen, als sich Johan Gómez ganz übel verschätzte und einem Gegenspieler in die Beine sprang. Auch das wäre wohl normalerweise Rot gewesen, heute aber nicht. Drei Minuten später segelte eine Flanke von der rechten Seite in den Löwen-Strafraum. Auf Höhe des Elfmeterpunktes stand die Nummer 6 völlig frei und köpfte auf die linke Ecke. Vom Pfosten sprang der Ball zurück ins Feld, der Nachschuss flog über den Kasten.

Dann waren die 90 Minuten rum. Etwas mehr als in der ersten Halbzeit war im zweiten Durchgang passiert, dennoch gelang den Löwen nicht allzu viel. Wie zuvor erwähnt, typisch Trainingslager eben. Trainer Lars Kornetka tauschte nur einen Spieler aus: Für Lino Tempelmann kam Tristan Wagner in die Partie. Max Marie übernahm dafür die Kapitänsbinde.

Es dauerte zehn Minuten bis zum ersten Abschluss und der kam von den Gastgebern. Die Blau-Weißen kombinierten sich über rechts zur Grundlinie und spielten den Ball flach auf den Elfmeterpunkt. Dort hatte sich die Nummer 6 davongestohlen und kam völlig frei zum Abschluss. Doch Benjamin Uphoff verhinderte mit einer starken Parade den Rückstand. Kurz darauf gab es nach einem Foulspiel eine kleine Rudelbildung, an der auch die Braunschweiger Bank beteiligt war, das Ganze beruhigte sich aber schnell wieder. Ein paar Minuten danach prallte der Ball im Strafraum zu Johan Gómez, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Der nächste Abschluss kam von Sidney Raebiger, der aus 17 Metern allerdings nur Johan Gómez traf. Kurz darauf köpfte Louis Breunig eine Marie-Ecke klar am Tor vorbei.

Vier Minuten waren noch zu spielen, als Louis Breunig Johan Gómez zur Grundlinie schickte. Dessen Hereingabe zischte direkt aufs Tor und klatschte vom linken Pfosten zurück in die Gefahrenzone. Der Ball landete bei Junior Zé, der aus 14 Metern am gut reagierenden Torwart scheiterte. Die folgende Ecke von Max Marie erwischte Hugo Afonso mit dem Kopf, von einem Abwehrspieler abgefälscht, flog der Ball über den Kasten. Kurz vor Ablauf der 120 Minuten verschätzte sich Kovacevic und ermöglichte somit eine gefährliche Hereingabe, die Benjamin Uphoff aber abfangen konnte.

Dann war Schluss! Die Eintracht trennte sich 1:1-Unentschieden vom österreichischen Zweitligisten Blau-Weiß Linz. Sicherlich weder vom Ergebnis noch von der Leistung her ein zufriedenstellendes Spiel, bei Testspielen muss man aber vor allem im Trainingslager Milde walten lassen.

Nach einem gemeinsamen Foto mit der Mannschaft und den mitgereisten Fans ging es für mich zurück zum Auto. Nun war die Parkplatzwahl doch nicht so gut, regnete es auf der anderen Seite der Donau doch unfassbar stark. Abwarten wäre die klügere Variante gewesen, doch ich entschied mich für den schnellen Weg zum Auto. Kurz darauf war ich so nass, als hätte ich die Donau schwimmend überquert. Hinterher ist man öfter schlauer.

Und so war der Tag nach der etwas einstündigen Heimfahrt auch schon vorbei. Der nachfolgende Tag war trainingsfrei. Daher ging es für mich auf eine Anhöhe, bei der sowohl Berg- als auch Talfahrt kostenlos in unserer AktivCard enthalten war: die Wurzeralm. Von dort hätte man mit einem Sessellift noch höher hinaus gekonnt, aufgrund eines nahenden Gewitters verzichtete ich allerdings darauf. Stattdessen ging es in einem kleinen Spaziergang zum Brunnsteinersee. Mit Sonne wäre es noch schöner gewesen, aber auch so absolut sehenswert.

Zum Mittagessen kehrten wir in der Wiederlechneralm ein. Für mich gab es Käsespätzle, die ich aber nicht ganz geschafft habe, da war die Portion doch deutlich zu groß. Dafür war es sehr lecker und wurde von einer Holunderblütenschorle passend abgerundet. Mit der letzten Bahn vor der Mittagspause ging es dann auch schon wieder runter und dann auch noch quasi mit Einsetzen des Regens.

Danach nutzte ich meine AktivCard weiter und begab mich in das örtliche Hallenbad. An einem Sonntagnachmittag war es dort auf jeden Fall sehr laut. Aufgrund der doch hohen Wassertemperatur fehlte die Abkühlung etwas, ein paar Runden Schwimmen taten dennoch gut. Die Zeit danach bis zum Abendessen steckte ich in das Schreiben des Spielberichts, der Rest erfolgte während des WM-Finals. Zum Abendessen ging es in einen Gasthof im Ort des Trainingslagers. Mittlerweile war genug Zeit vergangen, dass der Hunger nach dem Mittagessen auch wieder da war und im Urlaub schmeckt es ja eh immer besser. Für mich gab es einen Grillteller, der wirklich lecker war.

Damit ging der nächste Tag auch schon wieder vorbei. Mindestens ein Bericht wird über die kommenden Tage noch folgen.

Bis dahin

Euer Kivi

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