Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Früh und spät

5 min read

Die Eintracht kassiert ein ganz frühes und ein spätes Gegentor und bleibt auch im siebten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. Gegen den neuen Spitzenreiter aus Paderborn gerieten die Löwen bereits nach wenigen Sekunden in Rückstand. Danach klappte eigentlich gar nichts mehr, völlig ungefährlich waren die Blau-Gelben über den Großteil der folgenden 85 Minuten. Doch nach einem Kopfballtor vom eingewechselten Levente Szabó schien es so, als könnten sich die Eintracht-Fans unter den 21.349 Zuschauern über einen glücklichen Punkt freuen. Allerdings traf der SC Paderborn im direkten Gegentor zur erneuten Führung. Somit lag die Eintracht über 90 Minuten nur gute zwei Minuten nicht in Rückstand. Die 1:2-Niederlage bereitet Sorgen und wirft Fragen auf, denn vom angekündigten Vollgas-Fußball war nicht das erste Mal wenig zu sehen.

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers, Sven Köhler (C), Florian Flick – Mehmet Can Aydin, Robin Heußer, Max Marie (46. Louis Breunig, 81. Levente Szabó), Fabio di Michele (46. Leon Bell Bell) Sánchez – Johan Gómez, Christian Conteh (75. Sidi Sané) – Erencan Yardimci

Noch bevor die Gästefans ihre mit Pyrotechnik unterlegter Choreo zünden konnten, durften sie bereit jubeln. Fabio di Michele Sánchez leistete sich einen ebenso leichtfertigen wie katastrophalen Ballverlust. Hansen schickte Klaas über die rechte Seite, der unbedrängt flanken konnte. In der Mitte hatte Kapitän Köhler Bilbija aus den Augen verloren, der sich die Chance nicht nehmen ließ und aus kurzer Distanz in die linke Ecke köpfte. Thorben Hoffmann war chancenlos, das Ding war drin. Das 0:1 nach 30 Sekunden. Eine kleine Anekdote: Einige Einlaufkinder hatten wohl die Seiten verwechselt und jubelten vor Block 5 in einer Jubeltraube, ehe die Freude durch die entscheidende Information zum Erliegen kam.

Beinahe hätte es direkt danach nochmal geklingelt. Wieder war es Fabio di Michele Sánchez, der unbedrängt einen zu kurzen Rückpass spielte. Ein Paderborner war vor Thorben Hoffmann am Ball, bekam die Kugel aber nicht am Löwen-Schlussmann vorbei. Auf der anderen Seite versuchte es Aydin aus der zweiten Reihe, doch da fehlten bestimmt zehn Meter. Nun schienen sich die Blau-Gelben gefunden zu haben. Christian Conteh kam im Strafraum etwas glücklich an den Ball, scheiterte aber aus spitzem Winkel an SCP-Keeper Seimen. Ohnehin lag eine Abseitsstellung vor. Eine Zeigerumdrehung danach setzte Gómez zentral vor dem Strafraum Robin Heußer in Szene, der auf Erencan Yardimci durchsteckte. Der zog aus spitzem Winkel wuchtig ab, platzierte seinen Versuch aber zu zentral, Seimen hatte den Ball sicher.

Eine Viertelstunde später kam Tigges nach einer Flanke zum Abschluss, doch Köhler fälschte zur Ecke ab. Zwei Minuten danach unterlief Kevin Ehlers ein haarsträubender Ballverlust, der so nicht mal in der Ü50-Kreisliga passieren darf. Zwei Paderborner tauchten vor Thorben Hoffmann auf, doch zum Glück ging die Fahne hoch, Abseits. Auf der anderen Seite zog Yardimci aus der zweiten Reihe ab, doch da fehlten nun mehr als zehn Meter. Im direkten Gegenzug kam di Michele Sánchez gegen Curda nicht in den Zweikampf, der somit aus 14 Metern abziehen konnte. Doch jetzt konnte di Michele Sánchez zur Ecke blocken. Zehn Minuten später zog Müller aus der Ferne ab, jagte das Leder aber über den Kasten von Thorben Hoffmann.

Dann war Halbzeit. Ein frühestmögliches Gegentor und danach viel zu wenig, um die vierte Niederlage in Folge zu verhindern. Harmlos, spielerisch schwach zeigte sich die Eintracht, während Paderborn die Führung mühelos verwaltete. Auch Trainer Heiner Backhaus war nicht zufrieden und brachte mit Leon Bell Bell und Louis Breunig zwei Verteidiger für Fabio di Michele Sánchez in die Partie.

Doch statt frischem Wind in der Offensive kamen erstmal die Gäste zum Abschluss. Während Müller aus 16 Metern geblockt wurde, musste Hoffmann beim Abschluss von Baur aus 20 Metern eingreifen und lenkte die Kugel über die Latte. Dann kam aber endlich mal die Eintracht! Ehlers kam rechts im Strafraum an den Ball und spielte die Kugel flach in die Gefahrenzone. Dort brachten die Paderborner die Kugel selbst Richtung Tor, doch Seimen verhinderte den Ausgleich. Im direkten Gegenzug verlängerte Köhler eine Halbfeldflanke von Baur unfreiwillig zu Castaneda, der aus wenigen Metern per Kopf in die linke Ecke traf. Während die Paderborner bereits jubelnd vor den Gästeblock rannten, ging plötzlich doch noch die Fahne hoch. Tigges hatte anscheinend aktiv irritiert, dabei blieb es auch nach einer VAR-Überprüfung.

Eine halbe Stunde war noch zu spielen, als Baur über die linke Grundlinie in den Löwen-Strafraum marschierte, aus spitzem Winkel aber geblockt wurde. Eine Minute danach setzte Klaas seinen Versuch aus 18 Metern klar rechts vorbei. Kurz darauf sprintete Yardimci mit Ball in den Strafraum, seine Hereingabe wurde zur Ecke geklärt. Diese verlängerte Yardimci auf den zweiten Pfosten, wo Köhler aus kurzer Distanz zum Kopfball kam, doch Seimen war da und konnte parieren. Der Ball prallte zu Aydin, der aus der zweiten Reihe deutlich über den Kasten schoss. Fünf Minuten später legte Conteh für Flick ab, der rechts vor dem Strafraum abzog: drüber. Vier Minuten waren noch zu spielen, als Innenverteidiger Aydin nach Zuspiel von Lino Tempelmann in seiner dritten Position des Tages auf der linken Seite flanken konnte. In der Mitte setzte sich der gerade erst eingewechselte Levente Szabó im Luftduell durch und verlängerte das Leder mit dem Kopf in die linke Ecke. Der Ausgleich, das 1:1!

Das kam trotz mehrerer Abschlüsse etwas überraschend, dennoch war die Stimmung nun großartig und die Eintracht kam wieder über rechts über Yardimci, nach seiner Hereingabe scheiterten Levente Szabó und Co aus hervorragender Position aber nur knapp am Abschluss. Mehmet Can Aydin schnappte sich im Mittelfeld den Ball und ging als vorletzter Verteidiger ins Dribbling gegen mehrere Paderborner. Und dieses Risiko ging gehörig schief. Baur verlagerte das Spiel rechts in den Eintracht-Strafraum. Leon Bell Bell trat am Ball vorbei, so war Marino frei durch und vollstreckte per Flachschuss in die rechte Ecke. Die Grätsche von Sven Köhler kam zu spät, das Ding war drin. Das späte 1:2. Ein Tiefschlag und das siebte Gegentor in den letzten fünf Minuten in allen Pflichtspielen dieser Saison.

Trotz achtminütiger Nachspielzeit kam die Eintracht nicht mehr zum Abschluss und so stolpern die Löwen weiter Richtung Abstiegsplätze. Das war wieder einmal in allen Belangen zu wenig und wenn man ehrlich ist, spielt so ein Absteiger. Die ersten Alarmglocken dürften mittlerweile schrillen. Das Trainerteam um Heiner Backhaus wird sich in der Länderspielpause Gedanken machen müssen, wie man offensiv auf Zweitliganiveau kommen will und ebenso dringend die Gegentore nach Hereingaben abstellen. Die Eintracht ist tief im Abstiegskampf, wieder einmal.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Früh und spät

Antworten Sie auf den Kommentar von SpifooAntwort abbrechen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen