Achtung, Abstiegskampf!
6 min readDas war zu wenig, was die Eintracht in Münster gezeigt hatte. Nach einer in allen Belangen schwachen Leistung verloren die Löwen mit 3:1. In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit waren die Gastgeber mit ihrem ersten gefährlichen Torabschluss in Führung gegangen. Nach dem Seitenwechsel brachen die Blau-Gelben ein und lagen schnell mit 3:0 zurück. Da auch der Treffer von Erencan Yardimci zum 3:1 keine wirklich gefährliche Schlussoffensive einleitete, blieb es vor 10.497 Zuschauern, davon knapp 2.000 Eintracht-Fans, bei dem Ergebnis. Immerhin: Es war das erste Auswärtsspiel ohne Platzverweis.

Vor dem Spiel gab es eine Bratwurst für 4,50 Euro. Leider schmeckte mir diese gar nicht. Geschmacklich schwach, sehr fettig und nicht überall durchgebraten, dafür teilweise verbrannt. Das war richtig schlecht. Das Brötchen war auch alles andere als gut. 4,5/10 von mir.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers, Florian Flick, Patrick Nkoa (62. Louis Breunig) – Mehmet Can Aydin (80. Lino Tempelmann), Sven Köhler (C), Fabio di Michele Sánchez (62. Leon Bell Bell) – Christian Conteh, Max Marie – Sebastian Polter (62. Sidi Sané), Erencan Yardimci (80. Levente Szabó)

Die Gastgeber schnürten die Löwen kurz nach dem Anpfiff mit mehreren weiten Einwürfen am Strafraum ein, viel mehr als ein ungefährlicher Fernschuss kam dabei aber nicht heraus. Zehn Minuten waren gespielt, als die Eintracht über eine schöne Kombination an den Strafraum kamen. Max Marie hätte bereits aus 19 Metern abschließen können, entschied sich aber für den Pass auf den besser postierten Fabio di Michele Sánchez. Der hatte eigentlich freie Schussbahn, entschied sich aber, sich den Ball mit einem Haken auf den schwächeren rechten Fuß zu legen. Dabei legte sich der linke Schienenspieler den Ball aber zu weit vor, dass die Gastgeber ohne Probleme klären konnten. Da war deutlich mehr drin. Nach einer Ecke wurde es auf der anderen Seite gefährlich. Der Abschluss von ter Horst flog aber weit neben den Kasten.
Die erste Ecke für die Eintracht mündete tatsächlich in einen Torabschluss. Nach einer kurzen Variante servierte Aydin den Ball flach zu Max Marie, der die Kugel völlig freistehend zwölf Meter vor dem Tor nicht richtig traf. Das Spielgerät rollte zwei Meter am Tor vorbei. Fast im direkten Gegenzug wurde es bitter. Kevin Ehlers traf mit einer resoluten Grätsche im Mittelfeld zwar den Ball, schoss dabei aber Gegenspieler Lokotsch ausgerechnet so an, dass die Kugel direkt in dessen Laufweg prallte. Lokotsch war auf dem linken Flügel auf und davon. In der Mitte hatte Nkoa gegen Vilhelmsson eigentlich die besseren Karten, doch der setzte sich viel zu einfach ab und schob die flache Hereingabe ungestört über die Linie. Ganz schwach verteidigt, das 1:0.

Fünf Minuten später brach Erencan Yardimci über rechts in den Strafraum, sein Flachschuss aus spitzem Winkel war aber kein Problem für Schenk im Tor der Hausherren. Zehn Minuten danach flankte Batista Meier im Anschluss an einen Freistoß in den Strafraum, Lokotsch kam aus 13 Metern zum Abschluss: drüber. Kurz darauf lief die Eintracht-Abwehr bei einer Freistoßflanke nicht durch und hatte Glück, dass Heuer den Ball etwas in den Rücken bekam und die Kugel mit der Hacke deutlich über den Querbalken bugsierte.
Im direkten Gegenzug war Yardimci vor Preußen-Keeper Schenk am Ball und prallte dann mit diesem zusammen. Der Kopfball des Stürmers flog am Tor vorbei. Während es bei Schenk weiterging, musste Yardimci kurz behandelt werden. Sturmkollege Polter forderte währenddessen einen Strafstoß, den gab es aber nicht. Eine Minute war regulär noch zu spielen, als eine Flanke von Max Marie zu Sven Köhler geklärt wurde. Der Kapitän zog aus der zweiten Reihe wuchtig ab, seinen Fernschuss hatte Torwart Schenk im Nachfassen sicher.

Dann war Halbzeit. Viel war beiden Teams nicht gelungen, bei den Gastgebern wirkte das Ganze aber fast schon mühelos, während die Löwen wieder einmal großen Aufwand ohne nennenswerten Ertrag betrieben hatten. Richtig gefährlich aufs Tor hatten die Blau-Gelben keinen einzigen Schuss gebracht. Münster hatte dies auch nur einmal geschafft, dafür war der gleich drin. Trainer Heiner Backhaus verzichtete dennoch auf Wechsel.
Münster hingegen tat dies und brachte Amenyido für den angeschlagenen Lokotsch. Keine zwei Minuten waren gespielt, als der Joker bereits traf. Während die Eintracht noch mit den Gedanken in der Kabine war, kombinierten sich die Gastgeber munter durch die Löwen-Hälfte. Batista Meier hob den Ball den rechten Flügel entlang, Schulz gab vom rechten Strafraumrand in die Mitte, wo Amenyido ziemlich viel Platz hatte und per Direktabnahme unter die Latte vollstreckte. Das 2:0. Allerdings war Nkoa abseits des Balles zu Boden gebracht worden. Das pfeift der ein oder andere Schiedsrichter durchaus als Foulspiel. Heute aber nicht.
Das hatte gesessen und es wurde kurzzeitig still im pickepackevollen Gästeblock. Drei Minuten später landete eine Marie-Ecke bei Sven Köhler, der aus zehn Metern völlig frei zum Abschluss kam, seine Volley-Direktabnahme aber weit über den Kasten jagte. Zehn Minuten nach dem 2:0 klingelte es erneut. Makridis tanzte Ehlers und Flick mit einer unfassbaren Leichtigkeit aus und legte ab. Batista Meier traf den Ball bei seiner Direktabnahme eigentlich gar nicht mal so gut, doch Patrick Nkoa fälschte den Flachschuss unhaltbar ab. Alle drei Innenverteidiger also mit starker Beteiligung beim dritten Gegentor des Tages: das 3:0.

Anschließend wechselte Backhaus erstmals und das gleich dreifach. Für Polter, di Michele Sánchez und Nkoa kamen Sané, Bell Bell und Breunig in die bereits entschiedene Partie. Und Sidi Sané hatte kurz darauf auch einen Abschluss, köpfte den Ball nach einer Ecke aber genau in die Arme von Schenk. Im Gegenzug tankte sich Schulz über rechts durch und setzte Amenyido in Szene, dessen Schuss aus 14 Metern von Kevin Ehlers geblockt wurde. Nun wollten die Löwen wenigstens ein Tor erzielen. Ein Abschluss von Sané wurde zur Ecke abgefälscht. Diese landete über Umwege bei Christian Conteh, der vom rechten Strafraumeck abzog. Sané hielt den Fuß rein, scheiterte aber an Keeper Schenk. Der Ball prallte zu Erencan Yardimci, der wenige Meter vor dem Tor abstaubte. Nur noch 3:1.
Das brachte Schwung in die Löwen-Offensive. Nur zwei Zeigerumdrehungen später zog Louis Breunig vom linken Strafraumrand wuchtig ab, sein Flachschuss geriet aber etwas zu zentral, Schenk packte sicher zu. Wenige Augenblicke später foulte Breunig unnötig, handelte sich die Gelbe Karte ein und gab den Gastgebern die Chance, das Spiel mit einer Behandlungspause zu beruhigen. Fortan war der Schwung der Blau-Gelben verflogen. Stattdessen spielte Makridis einen Doppelpass mit Amenyido und zog aus 15 Metern freistehend ab. Thorben Hoffmann war blitzschnell unten und konnte das erste Mal an diesem Tag einen Torschuss parieren. Anschließend hatte die Eintracht viel den Ball, ohne jedoch auch nur ansatzweise gefährlich zu werden.

Bei einem Freistoß versuchte es Sidi Sané aus 20 Metern einfach mal direkt, jagte das Leder aber in die Mauer. Fünf Minuten später steckte Flick auf Sané durch, der zu lange mit dem Abschluss zögerte und dann aus spitzem Winkel einen ungefährlichen Schuss in die Arme von Schenk abließ. Immer wieder versuchten die Löwen anschließend den Ball in den Strafraum zu schlagen, das verteidigten die Gastgeber aber mühelos. Immerhin bekam Kapitän Köhler nicht Gelb-Rot, als Amenyido im Zweikampf zu Boden ging. Stattdessen gab es Gelb für den Münsteraner wegen einer Schwalbe.
Dann war Schluss. Wieder mal keine Punkte in Nordrhein-Westfalen. 3:9 Gegentore in drei Spielen, drei Niederlagen in Folge, seit fünf Spielen ohne Sieg und die zweite wirklich schwache Leistung hintereinander. Die Eintracht wird sich schütteln, sich verändern müssen. So kann es nicht weitergehen. Der BTSV ist wieder einmal im Abstiegskampf angekommen. Am Freitag ist erstmals Druck in dieser Saison da. Mit dem SC Paderborn kommt der auswärts noch ungeschlagene Tabellenfünfte ins Eintracht-Stadion.

Bis dahin
Euer Kivi

Kann nicht angehen das man seit 5 Spielen (mit Pokal 6) keinen einzigen Sieg eingefahren hat. Was stimmt da bloß schon wieder nicht?