Niederlage nach Aufholjagd
8 min readDie U23 holt ein 0:3 auf, verliert dann aber doch spät gegen die TuS Bersenbrück. Beim sehr späten Freitagsspiel waren die jungen Löwen früh mit 0:2 in Rückstand geraten, wenig später folgte das dritte Gegentor. Anschließend kamen die Blau-Gelben endlich in der Partie an. Nach dem Seitenwechsel waren es gleich drei Tore nach Ecken: Andrej Schlothauer, Marcel Reim und Basim El-Haj sorgten vor 145 Zuschauern für die umjubelte Aufholjagd. Doch die Gäste gingen nach einem Freistoß erneut in Führung. Obwohl die U23 noch zwei dicke Chancen hatten, blieb es dabei. Die vierte Niederlage im vierten Spiel.
Der Anstoß beim ersten Freitagsspiel der U23 war für 20 Uhr geplant, doch der Gegner aus der Nähe von Osnabrück kam erst zur eigentlichen Anstoßzeit an der Rheingoldarena an. Stau auf der A2. So verzögerte sich der Spielbeginn bis 20.45 Uhr. Also wie am Dienstag bei den Profis im DFB-Pokal.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Andrej Schlothauer, Maxim Root (C, 63. Marcel Reim), Gunnar Niemann, Jakob Benstead (76. Ömer Sever) – Ole Matthias (46. Leonard Laatsch), Hugo Luís Afonso – Jona Renner (83. Mason Grumbach), Basim El-Haj, Robin Placinta – Kacper Szczerba (63. Ricardo Wagner)

Der Start der jungen Löwen in die Partie knüpften nahtlos an die schwachen Leistungen in den letzten Wochen an. Etwas mehr als eine Minute war gespielt, als die Gäste ganz simpel die Eintracht-Abwehr knackten. Ein langer Ball wurde verlängert, niemand ging mit dem durchstartenden Stürmer mit, der somit ganz viel Platz hatte und auf seinen ebenfalls völlig freien Mitspieler durchsteckte. Dieser kam frei vor Torwart Leon Herdes zum Schuss, sein Flachschuss aus zwölf Metern ging aber denkbar knapp links vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach segelte eine Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum der Eintracht. Die Nummer 16 stieg ziemlich unbedrängt hoch und köpfte die Kugel in die rechte Ecke. Das war viel zu einfach gegangen, die frühe Führung für die Gäste, das 0:1
Dabei hatten doch eigentlich die Gäste aus Bersenbrück die lange und anstrengende Reise hinter sich. Doch von Beginn an war der selbst ernannte Aufstiegsaspirant wacher, schneller und auch einfach besser. Kurz darauf unterlief den jungen Löwen ein haarsträubender Ballverlust nahe dem eigenen Strafraum. Bersenbrück kam aus 20 Metern völlig frei zum Abschluss, doch der Schuss flog knapp rechts vorbei. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als es die Gäste simpel, aber effektiv machten. Man konnte es eigentlich nicht Konter nennen, denn eigentlich standen die jungen Löwen fast alle hinter dem Ball. Nur halt nicht bei ihren Gegenspielern und so fiel es den Gästen leicht, einen schnellen Gegenstoß über mehrere Stationen auf dem rechten Flügel durchzuziehen. Die Blau-Gelben kamen nicht in die Zweikämpfe, bekamen keinen Zugriff und mussten nach einem Querpass mitansehen, wie die Nummer 17 alleine vor Leon Herdes in die untere rechte Ecke traf, das 0:2.

Drei Minuten danach folgte endlich die erste nennenswerte Offensivaktion der U23: Basim El-Haj bediente auf dem linken Flügel Jona Renner, der nach innen zog und vom linken Strafraumeck den Abschluss suchte. Sein Versuch flog etwa einen Meter über den Kasten. Auf der anderen Seite wurde es beinahe kurios. Die Blau-Gelben versuchten im eigenen Strafraum zu klären, schossen dabei aber einen Gegenspieler an und die Kugel prallte Richtung Tor. Leon Herdes wäre machtlos gewesen, aber das Spielgerät trudelte rechts am Tor vorbei. Fünf Minuten später gab es eine Ecke für Bersenbrück und bei Standards waren die Gäste gefährlich, wie Rheingold-Arena-Nachbar Fabian nochmal zum Ausdruck brachte. Und Recht behalten sollte. Die Ecke flog in die Gefahrenzone, mehrere Löwen und Gegenspieler verpassten die Kugel, ehe Ole Matthias zu überrascht war und nicht mehr reagieren konnte. Von seinem Körper prallte der Ball ins Netz. Das 0:3.
Es rumorte unter der kleinen, aber treuen Zuschauerschaft in der Rheingoldarena. Das machte wenig Spaß, mit anzusehen. Aber nun wachten die Löwen auf und auch wenn die Gäste nun spürbar den Druck rausnahmen, war das nun deutlich besser von der U23. Ein langer Einwurf von Basim El-Haj landete bei Ole Matthias, der das Leder mit dem Rücken zum Tor auf den Kasten bugsierte, der Gäste-Keeper packte aber sicher zu. Zwei Zeigerumdrehungen danach kam Jona Renner nach einer Ecke von Robin Placinta am linken Pfosten frei zum Kopfball, traf aus wenigen Metern aber nur das Außennetz. Drei Minuten später machte Hugo Luís Afonso eine Placinta-Flanke mit dem Kopf wieder scharf, Kacper Szczerba verlängerte das Leder mit dem Hinterkopf Richtung Tor und das wurde richtig gefährlich. Mit den Fingerspitzen lenkte der Schlussmann der Gäste die Kugel gerade noch über den Querbalken.

Danach war kurz Pause, denn die Eckfahne war kaputt. Der Mann für alles, Arndt Kutschke, kam aber zur Rettung und baute eine improvisierte Eckfahne, die der Schiedsrichter dann auch akzeptierte. Und so konnte Jona Renner dann doch zur Ecke antreten, die zu Maxim Root prallte. Der Kapitän zog aus elf Metern im Fallen gefährlich ab, doch ein Abwehrspieler warf sich dazwischen und fälschte zur Ecke ab. Nach der nächsten Ecke fiel die Kugel Gunnar Niemann vor die Füße, dessen Volley aus 19 Metern abgefälscht wurde und rechts am Tor vorbei flog. Kurz darauf wurde es kurios. Die Gäste wollten sich ohne Gegentor in die Pause retten und drehten heftig an der Uhr. So wurde es dem Schiri zu bunt und er verteilte eine Gelbe Karte wegen Zeitspiel. In der ersten Halbzeit beim Stand von 0:3, sieht man auch eher selten.
Dann war Halbzeit. Nachdem die jungen Löwen den schlechten Eindruck aus den letzten drei Spielen bestätigt hatten, wurde es nach dem dritten Gegentor endlich sowas wie Oberligareif. Auch wenn man das natürlich in den Kontext der klaren Gäste-Führung setzen muss. Doch es ging endlich zielstrebig und mit erkennbarem Plan Richtung gegnerisches Tor. Ob die einhergehende defensive Stabilität jetzt an der U23 oder am weniger aktiven Gegner lag, Trainer Fabian Adelmann nahm eine Veränderung vor. Für Ole Matthias kam der etwas offensiver ausgerichtete Leonard Laatsch in die Partie.
Eine Minute nach Wiederanpfiff setzte Andrej Schlothauer auf der rechten Seite Robin Placinta in Szene, der nach innen zog und aus 22 Metern einfach mal draufhielt. Sein wuchtiger Schuss flog einen guten Meter über den linken Knick, war aber ein Zeichen: „Wir wollen mehr!“
Doch erstmal ging es in die andere Richtung: Die Blau-Gelben konnten einen Konter nicht unterbinden und verpassten den Zeitpunkt für ein taktisches Foul. So kamen die Gäste nach einem Steckpass aus 13 Metern zum Abschluss. Genau neben dem linken Winkel knallte der Ball an den linken Innenpfosten und sprang von dort ins Toraus. Auf der anderen Seite spielte ein Abwehrspieler den Ball in die Füße von Basim El-Haj, aus irgendeinem Grund entschied das Schiedsrichterteam aber auf Abseits kurios.
Zehn Minuten später suchte Robin Placinta aus der zweiten Reihe den Abschluss, sein Fernschuss wurde zur Ecke abgefälscht. Doch als diese in die Mitte flog, gingen plötzlich einige Rasensprenger an. Es dauerte ein paar Minuten, ehe diese abgestellte wurden. Hier wurde heute einiges neben dem Fußball geboten. In der Meisterminute führten die jungen Löwen eine Ecke kurz aus. Ricardo Wagner ging noch ein paar Meter und spielte das Leder dann flach auf den Strafraumrand. Dort kam Andrej Schlothauer angerauscht, nahm die Kugel direkt und donnerte das Spielgerät unter die Latte. Nur noch 1:3!

Im Gegenzug flog ein Fernschuss der Gäste nur knapp über den Kasten von Leon Herdes. Sieben Minuten vor dem Ende bekamen die Blau-Gelben eine Ecke auf der rechten Seite zugesprochen. Jona Renner servierte in die Gefahrenzone, wo sich Marcel Reim in die Luft schraubte, das Kopfballduell gewann und den Ball in die Maschen schädelte. Nur noch 2:3 und jetzt gab versuchten die Eintracht-Fans mit „Eintracht!“-Anfeuerungen, die U23 noch weiter nach vorne zu peitschen.
Das sollte auch gelingen, denn nur wenige Augenblicke danach drehte sich eine Flanke von Andrej Schlothauer gefährlich Richtung Tor. Mit einem Hechtsprung brachte der Torwart noch eine Hand an den Ball und lenkte die Kugel über den Querbalken. Die fällige Ecke schlug Robin Placinta vors Tor, wo sich dieses Mal Basim El-Haj durchsetzen konnte und die Kugel aus wenigen Metern über die Linie bugsierte. Der Doppelschlag und der Ausgleich, 3:3 nach 0:3! Die jungen Löwen lagen sich nun in den Armen und die Zuschauer, die es mit der Eintracht hielten, trauten ihren Augen nicht, machten ihre Freude aber lautstark bekannt.

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Eine Minute später gab es einen Freistoß für die Gäste aus dem rechten Halbfeld. Dieser flog scharf in den Löwen-Strafraum, wo die Nummer 16 der Gäste durchlief, ohne wirklich verfolgt zu werden und so völlig ungestört vor Leon Herdes in den Ball grätschen konnte. Der Löwen-Schlussmann war erneut machtlos und musste mitansehen, wie die Kugel in die rechte Ecke kullerte. Der erneute Rückstand und das tat richtig weh, das 3:4.
Aber die U23 hatte sich noch nicht aufgegeben und drängte auf den erneuten Ausgleich. Robin Placinta lupfte den Ball in den Strafraum, wo Mason Grumbach die Kugel aus der Luft mit der Hacke ablegte. Ricardo Wagner kam zwölf Meter vor dem Tor frei zum Abschluss, jagte das Spielgerät aber auf den Hockeyplatz hinter dem Gäste-Tor. Zwei Zeigerumdrehungen danach sorgte eine überragende Balleroberung von Andrej Schlothauer für den letzten Angriff. Der Verteidiger spielte einen schnellen Doppelpass mit Robin Placinta und steckte dann für Ricardo Wagner durch, der eigentlich eine gute Schussposition hatte, aber zu lange zögerte, mehrere Haken schlug und versuchte den Torwart zu umkurven, doch der schnappte sich das Spielgerät.

Und dann war Schluss. Gut für die Gäste, denn die ob des enormen Zeitspiels ohnehin knapp bemessene Nachspielzeit von vier Minuten wurde nicht verlängert, trotz weiterem Zeitspiel und einer Gelbe Karte der Gäste, die das Schiedsrichterteam über eine halbe Minute notieren musste. Am Ende mussten sich die jungen Löwen vorwerfen, viel zu spät auf das nötige Leistungsniveau gekommen zu sein und nach dem Ausgleich zu unaufmerksam verteidigt zu haben. So setzt es die vierte Niederlage im vierten Spiel. Bei 14 Gegentoren und nur vier selbst erzielten Toren steht man weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz, ist aber noch nicht abgeschlagen. Weiter geht es für die U23 am Mittwoch bei einem Testspiel gegen den TSV Germania Lamme (Anstoß im NLZ um 18.30 Uhr), ehe es am Sonntag danach zum nächsten Heimspiel gegen den FC Verden kommt. Anstoß in der Rheingoldarena ist dann um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 0:1 (3. Spielminute, Nicolas Eiter), 0:2 (14. Spielminute, Simon James), 0:3 (24. Spielminute, Eigentor Ole Matthias), 1:3. (67. Spielminute, Andrej Schlothauer), 2:3 (83. Spielminute, Marcel Reim), 3:3 (85. Spielminute, Basim El Haj), 3:4 (89. Spielminute, Nicolas Eiter)
Bis dahin
Euer Kivi
