Niederlage zum Auftakt
5 min readNachdem die U23 in der vergangenen Saison beim ersten Auswärtsspiel gegen den SC Spelle-Venhaus gewinnen konnte, sollte es in dieser Saison umgekehrt werden. Denn zum Auftakt in die neue Spielzeit mussten sich die jungen Löwen gegen die Emsländer am Freitagabend mit 1:3 geschlagen geben. Dabei hatte Jona Renner die Blau-Gelben vom Punkt in Führung gebracht. Doch dadurch wachten die Gäste auf und kamen im direkten Gegenzug zum Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den deutlich besseren Start und drehten die Partie, ehe mit dem 1:3 schon alles klar schien. Der anschließende Sturmlauf der U23 war vergebens, da selbst beste Chancen nicht im Tor landen sollten. Somit setzte es vor 185 Zuschauern in der Rheingoldarena die erste Niederlage.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Andrej Schlothauer, Maxim Root (C), Raffael Ziegele (62. Gunnar Niemann), Ömer Sever – Ole Matthias (68. Hugo Luís Afonso), Leonard Laatsch (77. Amer Buljubasic) – Matteo Mazzone (62. Marvin Awuah), Jona Renner, Basim El-Haj (77. Robin Placinta) – Kacper Szczerba

Die erst Halbzeit begann durchaus verhalten, positiv formuliert: ereignisarm. Es war etwa eine halbe Stunde gespielt, als die Statistiker (meine Notizen) den ersten Abschluss verzeichneten. Über Jona Renner kam der Ball zu Kacper Szczerba, der am Strafraumrand zu Ole Matthias ablegte. Der Mittelfeldspieler nahm die Kugel direkt, jagte das Leder aus 18 Metern aber einen guten Meter über den Querbalken. Wenige Augenblicke später hebelte ein langer Ball auf Basim El-Haj die gegnerische Abwehrkette aus. Im Zweikampf kam ein Verteidiger mit der Hand an den Ball: Strafstoß für die jungen Löwen. Der sehr aktive Jona Renner nahm sich der Sache an und verwandelte trocken in die rechte Ecke. Da war der Keeper zwar noch dran, hatte bei dem strammen Schuss aber keine Abwehrmöglichkeit, das 1:0 für die U23!
Doch im direkten Gegenzug klingelte es ebenfalls. Die jungen Löwen hatten Ball eigentlich bereits unter Kontrolle, leisteten sich dann aber einen leichtfertigen Ballverlust. Die Szene schien dann bereits erneut erklärt, doch ein überragender Ball zurück in den Eintracht-Strafraum machte die Situation wieder brandgefährlich. Der Spelle-Stürmer versucht Leon Herdes per Lupfer zu überwinden, was zwar in der Höhe gelang, doch die Kugel drehte sich etwas vom Tor weg. Zum Pech der Blau-Gelben kam die Nummer 9 mit viel Tempo an und setzte sich eher im Flug- als im Luftduell durch und stieß die Kugel ins leere Tor. Der sofortige Ausgleich, das 1:1.

Fünf Minuten später köpften die Gäste eine Freistoßflanke hauchzart über den Kasten. Eine Zeigerumdrehung später drang Spelle über links viel zu einfach bis zur Grundlinie und spielten dort einen eigentlich harmlosen Querpass, der aber irgendwie an drei Blau-Gelben vorbei trudelte. Am zweiten Pfosten grätsche ein Gäste-Akteur den Ball aus sieben Metern am leeren Tor vorbei. Auf der anderen Seite setzte Andrej Schlothauer vor dem Strafraum Matteo Mazzone in Szene, der aus der Drehung abzog. Sein Flachschuss aus 16 Metern war zwar platziert, rollte aber mit viel zu wenig Tempo auf die linke untere Ecke, sodass der Schlussmann sicher zupacken konnte.
Dann war Halbzeit. Lange passierte wenig, dann wachten die Gäste nach dem Strafstoßtor auf und waren der Führung näher als die jungen Löwen. Dennoch hielten die Blau-Gelben gut mit und waren keineswegs klar unterlegen. Nur wurde in der Offensive viel zu selten gefährlich. Trainer Fabian Adelmann verzichtete dennoch vorerst auf Wechsel.

Nach dem Seitenwechsel bestätigte sich der Trend aus den letzten Minuten des ersten Durchgangs. Kaum mehr als eine Minute gespielt, musste Leon Herdes bei einem Steilpass aus seinem Strafraum eilen und war gerade noch vor dem Stürmer am Ball, traf das Spielgerät bei der Klärungsaktion aber überhaupt nicht richtig und stocherte das Leder somit direkt in die Füße eines Gegenspielers, der 25 Meter vor dem leeren Tor sofort abzog. Doch der lasche Flachschuss wurde ohne Probleme von Maxim Root geklärt. Das Leder kam wie ein Bumerang zurück und der folgende Fernschuss wurde zur Ecke abgefälscht. Bei dieser pennten die jungen Löwen gehörig und sahen zu, wie sich die Nummer 9 in die Luft schraubte und am ersten Pfosten ungestört per Kopf in die lange Ecke verlängerte. Das 1:2 für die Gäste aus dem Emsland.
Beinahe wäre es noch dicker gekommen. Wenige Minuten später hatte Andrej Schlothauer eine brenzlige Situation in höchster Not zur Ecke geklärt. Wieder verloren die jungen Löwen das Kopfballduell, doch die Kugel klatschte nur an die Latte. Nur eine Zeigerumdrehung später rutschte ein Steckpass durch die Blau-Gelbe Abwehrkette und die Gäste kamen aus zehn Metern frei zum Abschluss, doch erneut rettete die Latte. In der Meisterminute war es dann so weit. Nach einem langen Ball kam die 7 am rechten Strafraumeck an den Ball, zog an einem Eintracht-Verteidiger vorbei und hämmerte das Leder aus 13 Metern unter die Latte. Das hatte sich mehr als angebahnt, das 1:3.

Nun wachten die jungen Löwen endlich auf und wurden deutlich aktiver in der Offensive. Hugo Luís Afonso holte clever einen Freistoß raus, den Jona Renner aber an den Kopf eines Gegenspielers knallte. Der wäre andernfalls brandgefährlich aufs Tor gekommen. Kurz darauf zog Basim El-Haj aus 20 Metern ab, ein Verteidiger fälschte zur Ecke ab. Die Ecke von Leonard Laatsch rutschte zu Jona Renner durch, der die Kugel aus sechs Metern mit einem langen Ball aufs Tor brachte. Doch der Schlussmann zeigte eine echte Wahnsinnsparade und verhinderte irgendwie den Anschlusstreffer. Fünf Minuten später erlief Marvin Awuah einen zu kurz geratenen Rückpass, ging am Torwart vorbei, wurde aber abgegrätscht, bevor er ins leere Tor einschieben konnte. Die folgende Ecke rauschte scharf in die Gefahrenzone, aber Freund und Feind verpassten.
Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zirkelte Robin Placinta einen Freistoß 19 Meter vor dem Tor mit viel Gefühl über die Mauer, aber auch haarscharf rechts vorbei. Da hatten schon einige Zuschauer den Torschrei auf den Lippen gehabt. Kurz darauf hatte Robin Placinta bei einer Ecke einen Geistesblitz und spielte diese flach auf den ersten Pfosten, während sich die Gäste noch sortierten. Jona Renner kam aus zehn Metern völlig frei zum Abschluss, setzte seinen Versuch aber rechts am Tor vorbei. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Robin Placinta vom rechten Flügel nach innen zog und die Kugel aus 20 Metern auf die linke Ecke schlenzte. Der Torwart konnte den Schuss nicht festhalten, Kacper Szczerba war zu überrascht und drückte den Abpraller aus drei Metern über das leere Tor.

Dann war Schluss. Die jungen Löwen hatten zu spät richtig aktiv den Abschluss gesucht und dann auch noch dicke Chancen liegen gelassen. Eine Schwächephase nach dem selbst erzielten Tor sorgte dafür, dass die U23 ins Hintertreffen geriet. Eine Leistung, die Mut für die Saison macht, aber auch die offenen Baustellen aufzeigt. Hier hätte man heute nicht verlieren müssen, tut das am Ende aber nicht ganz unverdient. Weiter geht es nächste Woche Sonntag beim Lüneburger SK Hansa. Anstoß ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 1:0 (30. Spielminute, Jona Renner), 1:1. (31. Spielminute, Tom Winnemöller), 1:2 (47. Spielminute, Tom Winnemöller), 1:3 (67. Spielminute, Steffen Wranik)
Schaut doch mal in unsere Saisonvorschau rein!
Bis dahin
Euer Kivi
