Tag 8 im Trainingslager – Testspielsieg
6 min readAm achten und letzten Tag im Trainingslager setzte sich die Eintracht in einem Testspiel gegen den englischen Drittligisten Plymouth Argyle mit 1:0 durch. Das Tor des Tages entstand durch ein kurioses Eigentor des Torwarts. Ansonsten waren die Löwen bemüht, standen defensiv einigermaßen sicher, dennoch merkte man den Abgang von Topscorer Rayan Philippe weiterhin enorm. Mit dem Testspiel ist das Trainingslager dann auch beendet, am Samstagmorgen geht es für die Löwen und mich zurück nach Braunschweig. Was heute passiert ist, erfahrt ihr im Trainingslagerbericht direkt aus Tirol!
Am Morgen ging es nach dem Frühstück zur kurzen Einheit ins Koasastadion. Etwas mehr als eine halbe Stunde sollten die Löwen trainieren, dennoch waren einige Fans gekommen und staunten nicht schlecht, als ein neues Gesicht aus dem Bus stieg. Louis Breunig, der ersehnte Innenverteidiger mit starkem linken Fuß, stieß nun zur Mannschaft. Bei der kurzen Einheit machte der aus Regensburg gekommene Defensivmann zwar mit, beim Testspiel saß er dann noch draußen.

Nach der kurzen Erwärmung durch Tizian Ludewig ging es für die Blau-Gelben in drei Gruppen ins Rondo. Anschließend durchliefen die Löwen eine Übung zur Passabfolge mit den richtigen Laufwegen und kamen dabei auch zum Abschluss. Dies taten sie danach nochmal, als jeder Spieler den Ball mehrmals zur Direktabnahme abgelegt bekam. Dabei fielen auch einige Tore. Dann war die letzte Trainingseinheit in St. Johann auch Geschichte.
Für mich ging es nach einem kurzen Besuch auf dem Markt in einen Pub, der im Winter wohl perfekt für Après-Ski ist. Heute war er sehr leer, dafür war der Burger auch sehr lecker. Da konnte man absolut nicht meckern!
Dann ging es zum Testspiel im Koasastadion. Einige Fans aus England waren gekommen und natürlich einige aus Braunschweig. Im Liter-Pro-Kopf-Verbrauch gewannen die Engländer aber deutlich. Und so stimmten sie auch den ein oder anderen kecken Gesang an, im Laufe des Spiels waren diese aber aus unerfindlichen Gründen immer schwerer zu verstehen. Einen Stadion-Vlogger hatten sie auch dabei, dieser erlernte von einem jungen Eintracht-Fan, wie man einen Schiedsrichter auf Deutsch beleidigt.

Auch vier Schalke-Fans waren dabei, passenderweise mit den Trikots von Tempelmann, Polter und Aydin. Und auch der Stadionsprecher schien den Königsblauen zugetan, erwähnte er in der Team-Vorstellung doch nur Ex-Schalker. Als er dann die Startaufstellungen vorlas, war sein Elan bei der Eintracht zudem um einiges höher als bei den Engländern. Nur einmal erntete er Buh-Rufe: Als er ein bald anstehendes Testspiels unseres Derbygegners im Koasastadion ankündigte. Da stimmten sogar die Fans aus Plymouth mit ein.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für die erste Hälfte für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Sven Köhler (C), Lukas Frenkert, Fabio di Michele Sánchez – Johan Gómez (32. Lennard Becker), Max Marie – Christian Conteh, Levente Szabó, Sidi Sané

Das Spiel wurde überpünktlich angepfiffen und die erste Torannäherung hatten die Löwen: Max Marie setzte mit einem Seitenwechsel Aydin ein, der nach innen zog und von der Strafraumkante den Abschluss suchte. Sein Schuss ging aber klar am Tor vorbei. Kurz darauf wurde Christian Conteh 20 Meter vor dem Tor gefoult. Max Marie zog den fälligen Freistoß direkt aufs Tor, setzte seinen Versuch aber rechts am Tor vorbei. Eine Zeigerumdrehung später chippte Marie den Ball über die Abwehrkette auf den rechten Strafraumrand. Conteh gab das Leder von dort in die Gefahrenzone. Ein Abwehrspieler klärte im letzten Moment vor dem einschussbereiten Fabio di Michele Sánchez. Zwei Minuten später eroberten die Löwen mit tollem Pressing den Ball am gegnerischen Strafraum, Levente Szabó verlor allerdings die Übersicht und verlor den Abpraller aus den Augen.
Auf der anderen Seite leisteten sich die Löwen eine gefährlichen Ballverlust und plötzlich schien der Plymouth-Stürmer freie Bahn zu haben, doch Kapitän Sven Köhler kam mit einer herausragenden Grätsche noch an den Ball. Kevin Ehlers grätschte anschließend ebenfalls stark und beförderte das Spielgerät damit aus der Gefahrenzone. Ein paar Minuten danach klärte Mehmet Can Aydin eine eigentlich ungefährliche Ecke vors eigene Tor, die Engländer drückten die Kugel aus zehn Metern aber am Tor vorbei. Dann kamen wieder die Löwen und wieder resultierte es aus dem Pressing. Levente Szabó tauchte am rechten Strafraumrand auf und suchte mit einem flachen Pass am ersten Pfosten Christian Conteh. Der brachte eine Mischung aus Querpass und Schuss zustande, aber ein Abwehrspieler fälschte die Kugel genau in die Arme des Torwarts ab.

Drei Minuten später wurde eine Freistoßflanke von Sven Köhler zu Fabio di Michele Sánchez geklärt, der 20 Meter vor dem Tor sofort abzog, aber ein Verteidiger fälschte den Schuss zur Ecke ab. Übrigens: Hier hätte es statt Freistoß eigentlich Elfmeter geben müssen. Fünf Minuten danach bekam Johan Gómez die Kugel von Sidi Sané und lege für Max Marie ab, der halblinks aus 25 Metern einfach mal abzog und das Leder nur knapp über die Latte donnerte. Nach dem folgenden Abstoß spielten die Engländern hinten rum, während die Löwen langsam ins Pressing kamen. Dabei war der Torwart eigentlich gar nicht wirklich unter Druck, traf den Ball bei einem Pass aber derart unglücklich, dass die Kugel ins eigene Tor trudelte. Ein kurioses Eigentor, welches man so selten sieht. Zählt dennoch: das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht.
Bis zur Pause passierte nicht mehr viel, eine Aydin-Flanke wurde zu Sidi Sané abgefälscht, dessen ebenfalls leicht abgefälschter Schlenzer aus 14 Metern hauchzart rechts am Tor vorbei flog. Statt Ecke gab es aber Abstoß.

Dann war Halbzeit. Die Löwen waren offensiv etwas gefälliger als am Mittwoch, richtig gut war das aber noch nicht. Allerdings auch verständlich, kam nach den Abgängen vom Rayan Philippe und Richmond Tachie noch kein Neuzugang für die Offensive. Ab dem Strafraum war es dann doch sehr oft sehr dürftig. Die Plymouth-Fans zeigten sich in der Pause freundlich und schenkten einem jungen Eintracht-Fan eine Vereins-Fahne.
Zur zweiten Halbzeit schickte Heiner Backhaus folgende Aufstellung auf den Rasen: David Richter (TW) – Fabio Kaufmann, Kevin Ehlers (89. Andrej Schlothauer), Sven Köhler (C), Lukas Frenkert (89. Maxim Root), Fabio di Michele Sánchez (62. Sanoussy Ba) – Mehmet Can Aydin (70. Abdel Awali), Lennard Becker, Max Marie (77. Walid Ould-Chikh) – Levente Szabó (62. Sebastian Polter)

Kurz nach Wiederanpfiff tauchte Levente Szabó im gegnerischen Strafraum auf, scheiterte aus spitzem Winkel aber am stark reagierenden Torwart. Der Ungar machte den Abpraller mit einem Löffel-Pass wieder scharf, di Michele Sánchez zog aus 16 Metern per Volley-Direktabnahme ab. Von der Oberkante der Latte sprang der Ball ins Fangnetz. Eine Viertelstunde später köpfte Lukas Frenkert eine Freistoßflanke von Sven Köhler über den Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen danach überrumpelte Köhler die englische Abwehr mit einem flach in den Lauf von Marvin Rittmüller ausgeführten Freistoß. Der rechte Schienenspieler zog aus etwas spitzem Winkel ab, doch der Torwart parierte zur Ecke. Diese schlug Max Marie auf den Kopf von Sven Köhler, der das Leder Richtung Tor schädelte. Mit den Fingerspitzen lenkte der Schlussmann das Leder über den Querbalken.
Drei Minuten danach kam ein Plymouth-Akteur in einem Zweikampf mit Sven Köhler viel zu spät und zog den Zorn des Löwen-Kapitäns auf sich. Es kam zu einer Rudelbildung, bei der sich Sebastian Polter einen Gegenspieler griff. Am Ende sahen zwei Gegenspieler und Polter gelb. Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Polter eine Freistoßflanke von Sven Köhler in die linke Ecke und ballte die Faust zum Jubeln, doch dann ging die Fahne mit einigen Sekunden Verzögerung doch noch hoch: Abseits. Auch den letzten Abschluss der Partie hatten die Löwen, nach einem Diagonalball von Fabio Kaufmann auf Sanoussy Ba zog dieser nach innen, verpasste aber den richtigen Moment für den Abschluss. So legte Ba auf Abdel Awali ab, der aus 20 Metern sofort den Abschluss suchte, aber geblockt wurde.

Dann war Schluss! Wieder gab es vor den Toren nicht so viel zu sehen, defensiv war das ganze aber erneut gut. Somit ist klar, wo sowohl Trainer Heiner Backhaus im Training als auch Benjamin Kessel auf dem Transfermarkt noch nachjustieren müssen. Das Trainingslager ist nun vorbei, für die Eintracht und mich geht es morgen zurück in die Löwenstadt.
Bis dahin
Euer Kivi
