Tag 3 im Trainingslager
4 min readAuch am dritten Tag ging es für die Eintracht in St. Johann in Tirol gleich zweimal auf den Trainingsplatz. Der angekündigte starke Regen erwies sich zumindest zur Trainingszeit als leichter Nieselregen und das Gewitter hielt auch einen angenehmen Abstand. Wie es dem Team von Trainer Heiner Backhaus und mir heute ergangen ist, erfahrt ihr im dritten Trainingslagerbericht direkt aus Tirol. Viel Spaß beim Lesen!

Heute war der „Stammbäcker“ geschlossen, also ging es zu einer Alternative im Nachbardorf, wo auch die Löwen schlafen. Dieser konnte allerdings nicht ganz mit den tollen, gewohnten Brötchen mithalten. Dennoch musste ich nicht hungrig zur Vormittags-Einheit fahren. Dort plauderten die etwa 20 angereisten Fans, bis der Löwen-Tross im Koasastadion eintraf. Tizian Ludewig aus dem NLZ übernahm wieder einmal das Aufwärmprogramm der Feldspieler, während die Torhüter leichte Übungen mit Jasmin Fejzic machten.

Anschließend waren alle Löwen mit der Hand am Ball gefragt. Denn auf einem kleinen Feld darum, den Ball mit der Hand zum Mitspieler zu befördern, der Fuß war tabu. Tore durften nur per Kopf erzielt werden und die Torhüter, Marvin Rittmüller und Mehmet Can Aydin, durften weder Hände noch Füße zur Abwehr benutzen. Später kam noch dazu, dass der Ball beim Pass abwechselnd hoch und einmal mit Aufpraller zum Mitspieler gebracht werden musste. Darüber hinaus gab es Extra-Punkte, wenn die angreifende Mannschaft vor Torerzielung einen Kopfball-Stafette geschafft hatte. Wieder waren die Spieler lautstark dabei, vor allem die beiden rechten Schienenspieler im Kasten warfen sich mit allem, was sie hatten in jeden Ball.

Danach spielten alle Spieler ein paar Flugbälle hin und her, ehe das Trainerteam zum Standard-Training bat. Dabei setzte sich Sebastian Polter zwar immer wieder beeindruckend durch, im Endeffekt war mir dann aber unklar, ob die Blau-Gelben stark im Verteidigen waren oder schwach in der Offensive. Denn wirklich gefährlich wurde es nur sehr selten. Doch die Arbeit von Trainer Heiner Backhaus ist ja auch noch ganz am Anfang, es ist also noch Geduld gefragt. Hier hat das Trainerteam aber noch einiges zu tun. Zum Abschluss ging es noch einige Minuten ins Rondo, dabei hatten die Spieler hörbar Spaß.

Dann war die erste Trainingseinheit des Tages auch schon vorbei. Während es für die Eintracht zurück ins Hotel ging, machte ich mich auf zum Italiener. Dort bestellte ich eine Salami-Pizza, die größer als der Teller war und dadurch gar nicht so einfach zu schneiden war. Doch am Ende landete alles im Mund und nichts daneben. Sehr lecker war es auch noch. Für das Eis des Tages ging es heute in eine Eisdiele, die Variante „weiße und normale Schokolade“ konnte aber nicht mit dem Eiswagen der letzten Tage mithalten.

Pünktlich zum Einsetzen des zwischenzeitlich starken Regens war ich dann auch wieder in der Ferienwohnung. Kurz die Akkus aufladen, was in dem Fall tatsächlich wortwörtlich stimmt, denn die Fotos ziehen ordentlich am Handy-Akku. Mit Regenjacke und Regenschirm ausgestattet, begab ich mich zum letzten Mal in dieser Woche zum Koasastadion. Dort angekommen, hatte sich der Regen deutlich abgeschwächt, dennoch stellte ich mich erstmal unter und wartete auf das Eintreffen von Bussi, der auch in Tirol den Löwen-Bus zielsicher durch die engen Straßen lenkte.

Am Nachmittag fand das Training auf dem Nebenplatz statt, wie bereits am Freitag. Nach einer kurzen Erwärmung ging es in Zweiergruppen um eine kurze Passübung. Dabei warf ein Spieler den Ball zu, den der Mitspieler auf verschiedene Weisen zurückbefördern musste. Danach wurde es richtig intensiv. Auf einem engen Feld wurde ein Turnier ausgespielt. Vier Teams aus je vier Spielern spielten mit wechselnden Torhüter mehrfach gegeneinander. Anscheinend hatte Heiner Backhaus eine Belohnung für die Sieger versprochen, oder eine Strafe für die Verlierer, denn es ging richtig heiß her.

So gab es Grätschen, krachende Zweikämpfe, Frustrationsschreie und lautstarker Jubel. Die Löwen schonen weder sich noch ihre jeweiligen Gegenspieler und schmissen sich in jeden Zweikampf. Nebenbei konnte man Geschäftsführer „Sport“, Benjamin Kessel, beim Bälle holen beobachten. Der frühere Rechtsverteidiger schlug jeden Ball punktgenau zu seinem ehemaligen Mitspieler Jasmin Fejzic. Zwischen zwei Spielen hatte Marvin Rittmüller ein waches Auge und fand ein kleines oranges Spielzeugauto, das auf einem Fußballplatz natürlich eine Verletzungsgefahr darstellte. Rittmüller beförderte dieses daher kurzerhand aus der Gefahrenzone. Am Ende gewann das Team mit den weißen Leibchen, bestehend aus Sven Köhler, Lino Tempelmann, Sidi Sané und Mehmet Can Aydin.

Bei der Abfahrt der Spieler hatte sich die Fanmenge schon etwas gelichtet, dennoch verabschiedeten sich die Spieler wie immer sehr nett. Einigen Spielern merkte man die Erschöpfung der intensiven Einheiten aber durchaus an und das ist auch vollkommen ok. Das Gesprächsinteresse eines Fabio Kaufmanns kann aber wohl kein Training dieser Welt ausmerzen und so wechselten wir noch ein paar kurze Worte. Und dann war das Koasastadion auch schon wieder von allen Blau-Gelben verlassen.

Für mich und ein paar andere Eintracht-Fans ging es zum Abschluss des Tages in das Huber Bräu Turmstübl. Ein Restaurant mit Brauhaus, bei dem sich der Sitzbereich auf einem 27 Meter hohem Turm befindet. Aufgrund der großen Pizza zum Mittag blieb es bei mir bei einer Portion Liptauer. Ähnlich zum vermutlich besser bekannten Obazda. Dazu wurden zwei Brotscheiben gereicht, die leider nur gerade noch ok waren. Selbst belegen konnte man zusätzlich gehackten Knoblauch, Zwiebeln und Schnittlauch. Bis auf das enttäuschende Brot eine echte Wucht. Auf dem Weg zur Ferienwohnung füllte ich ein paar Getränkeflaschen an einem Trinkwasserbrunnen auf. Das Wasser schmeckte sehr lecker und war schön kalt! Morgen geht es dann weiter mit dem vierten Tag.

Bis dahin
Euer Kivi
