Es bleibt spannend
6 min readIm 750. Spiel in der eingleisigen 2. Bundesliga verpasst die Eintracht den großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Dabei zeigten die Löwen eine gute Leistung, zeigte sich aber nicht so effizient wie Gast Fortuna Düsseldorf. Die Mannschaft von Daniel Scherning verspielte gleich zwei Führungen, Paul Jaeckel und Rayan Philippe hatten die Blau-Gelben jeweils in Führung gebracht. In der Schlussphase spielten beide Teams vor über 23.000 Zuschauern auf Sieg, einen späten Lucky Punch sollte es aber nicht geben. Damit bleibt die Eintracht auf dem fünfzehnten Tabellenplatz, ist nun sechs Spiele ungeschlagen und hat weiterhin alles in der eigenen Hand. Es werden aber noch Punkte nötig sein, um auch im nächsten Jahr Zweitligafußball im Eintracht-Stadion sehen zu können.
Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Paul Jaeckel, Ermin Bičakčić (C), Sven Köhler – Marvin Rittmüller (85. Fabio Kaufmann), Julian Baas (78. Johan Gómez), Robin Krauße, Leon Bell Bell – Lino Tempelmann (90.+4 Kevin Ehlers) – Rayan Philippe (90.+4 Sebastian Polter), Richmond Tachie (78. Levente Szabó)

Den ersten Abschluss hatten die Löwen: Richmond Tachie wurde nach Vorlage von Leon Bell Bell aber geblockt. Drei Minuten waren gespielt, als die Eintracht die erste richtig dicke Chance liegen ließ. Robin Krauße leitete einen Pass von Marvin Rittmüller mit dem ersten Kontakt in den Laufweg von Rayan Philippe weiter. Der Franzose verschaffte sich mit einem Haken Platz und spielte die Kugel vom rechten Strafraumrand überragend flach vors Tor. Lino Tempelmann war durchgelaufen und kam sechs Meter vor dem Tor recht spärlich bedrängt zum Abschluss, traf die Kugel aber nicht richtig und setzte seinen Versuch klar links am Tor vorbei.
Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als die Gäste eine eigentlich ungefährliche Ecke von Philippe selbst gefährlich machten. Am Ende konnten die Fortunen auf Kosten einer weiteren Ecke klären. Diese wurde nicht gefährlich. Kurz darauf versuchte es Marvin Rittmüller aus der zweiten Reihe, verfehlte das Tor aber um einige Meter. 22 Minuten waren gespielt, als Julian Baas auf dem rechten Flügel clever einen Freistoß rausholte. Sven Köhler servierte den ruhenden Ball auf den Elfmeterpunkt, wo sich Paul Jaeckel stark durchsetzte und im Fallen auf die rechte Ecke köpfte. Kastenmeier im Kasten der Gäste war chancenlos, der Ball war drin, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Zehn Minuten war dann Thorben Hoffmann gefragt. Jaeckel wurde von Gegenspieler van Brederode getunnelt, der auf den zweiten Pfosten flanken konnte. Dort stand Zimmermann völlig frei und nahm das Leder zehn Meter vor dem Tor direkt aus der Luft. Der Ball kam gegen die Laufrichtung von Hoffmann, doch der Eintracht-Schlussmann reagierte überragend und brachte noch eine Hand dran. Anschließend köpfte Sven Köhler den Ball ins Toraus und ließ tausende Blau-Gelbe Jubelschreie ertönen. Drei Minuten später bugsierte Kownacki eine Hereingabe von Zimmermann in die sicheren Arme von Thorben Hoffmann.
In den letzten Minuten der ersten Halbzeit konterten die Löwen mehrmals aussichtsreich, doch sowohl der Pass von Richmond Tachie als auch der Pass von Lino Tempelmann auf Rayan Philippe gerieten zu ungenau. Dann versuchte es Marvin Rittmüller noch einmal aus der Ferne, doch da fehlten erneut gute zehn Meter. Auf der anderen Seite war es bei Johannesson deutlich knapper. Der Isländer schlenzte aus 20 Metern haarscharf am linken Winkel vorbei.
Dann war Halbzeit. Die Eintracht rettete sich nach starken ersten 30 Minuten etwas in die Pause, denn die Düsseldorfer hatten in den letzten Minuten ordentlich aufgedreht. Die sich durchaus bietenden Kontergelegenheiten konnten die Blau-Gelben durch eigene Ungenauigkeiten bisher noch nicht nutzen. Hier war heute aber alles drin.

Und gleich nach Wiederanpfiff gab es die kalte Dusche. Etwas mehr als eine Minute war gespielt, als es die Gäste schnell machten. Zu schnell für die Löwen. Van Brederode spielte von der Strafraumkante zu Appelkamp, den Robin Krauße aus den Augen gelassen hatten. Appelkamp leitete das Leder sofort an Gavory weiter, der zwischen Ermin Bičakčić und Marvin Rittmüller viel Platz hatte, die Kugel verarbeiten konnte und aus zwölf Metern trocken in die untere linke Ecke knallte. Nichts zu machen für Hoffmann, das 1:1.
Im direkten Gegenzug bekamen die Blau-Gelben einen Freistoß in ähnlicher Position wie beim 1:0 zugesprochen. Wieder schlug Köhler den Ball in die Gefahrenzone, wieder landete das Spielgerät beim diesmal völlig freien Paul Jaeckel, der im Grätschen aber nicht richtig dran kam und die Kugel nicht aufs Tor drücken konnte. Einen Schritt schneller und der Innenverteidiger hätte aus kurzer Distanz einschieben können. Auf der anderen Seite kam van Brederode vom Strafraumrand zum Abschluss, sein Schlenzer geriet aber zu zentral, Hoffmann packte sicher zu. Wenige Augenblicke später eroberte Bičakčić im Mittelfeld den Ball. Über Sven Köhler kam das Spielgerät zu Leon Bell Bell, der von der linken Außenbahn mit einem flachen Pass Richmond Tachie suchte. Dieser hatte einen Geistesblitz und ließ die Kugel durch seine Beine rutschen. Einen Meter vor dem Strafraum nahm Rayan Philippe den Ball stark mit und zog blitzschnell ab. Der Flachschuss schlug unten rechts ein, die erneute Führung, das 2:1!
Fünf Minuten später schlug Robin Krauße einen überragenden langen Ball aus der eigenen Hälfte über die Abwehrkette. Rayan Philippe erlief das Spielgerät, zog nach innen und blieb eigentlich an Siebert hängen, eroberte die Kugel gegen zwei Verteidiger aber überragend zurück und donnerte das Leder aus leicht spitzem Winkel aufs Tor. Kastenmeier konnte gerade noch die Fäuste hochreißen und abwehren. Auf der anderen Seite jagte Haag den Ball aus 22 Metern weit über den Kasten.

In der Meisterminute leitete ein toller langer Ball von Marvin Rittmüller den nächsten Hochgeschwindigkeitsgegenstoß ein: Richmond Tachie drang rechts in den Strafraum ein und legte mustergültig quer. Rayan Philippe kam sieben Meter vor dem Tor völlig frei zum Abschluss und zielte mit dem schwächeren rechten Fuß gegen die Laufrichtung von Kastenmeier. Doch der riss irgendwie die Hand hoch und verhinderte mit einer Mega-Parade die Entscheidung. Der nächste Abschluss war dann drin, allerdings auf der falschen Seite. Einen langen Ball von Siebert unterschätzte Köhler und so konnte Niemiec per Kopf zu Zimmermann querlegen, der frei vor dem Tor auftauchte und Hoffmann überlupfte. Vom rechten Innenpfosten prallte der Ball ins Tor, die Rettungsaktion von Bell Bell kam zu spät. Der erneute Ausgleich, das 2:2.
Zehn Minuten danach fand Rittmüller mit einer Flanke von der rechten Seite Johan Gómez, dessen Kopfball landete aber nur auf dem Tordach. Eine Minute danach war Rayan Philippe nach einem langen Ball von Marvin Rittmüller deutlich schneller als Gegenspieler Siebert und zog nach innen. Aus spitzem Winkel, aber auch aus kurzer Distanz zog der Torjäger ab, schob die Kugel aber denkbar knapp am linken Pfosten vorbei. Mit Ablauf der regulären Spielzeit fand der eingewechselte Fabio Kaufmann im zweiten Versuch mit einer Flanke von der rechten Seite Levente Szabó, der aus fünf Metern zum Kopfball kam, seinen Versuch aber einen Hauch zu zentral platzierte. So war Kastenmeier nicht chancenlos und dennoch, das war die nächste überragende Parade des Fortuna-Keepers und die nächste dicke Chance, die die Löwen hier liegengelassen hatten. Kurz darauf zog Gómez von der Strafraumkante ab, wurde aber geblockt. Sofort ging es in die andere Richtung, wo Kaufmann entscheidend störte und den Pass zum Hochkaräter verhinderte.

Dann war Schluss. Sechs Spiele ungeschlagen, der nächste Punkt gegen einen starken Gegner und doch fühlt sich das ganze nicht nach einem Punkterfolg an. Zweimal führten die Blau-Gelben, zudem ließen die Löwen gleich mehrere sehr gute Chancen ungenutzt. So hat die Eintracht den Klassenerhalt natürlich weiter in der eigenen Hand, muss aber befürchten, dass es am letzten Spieltag noch um alles geht. Mit einem Sieg in Elversberg wäre zumindest der direkte Abstieg verhindert, Anstoß im Saarland ist um 13 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi
