Punkteteilung beim Schlusslicht
5 min readDie Eintracht schafft es auch im sechsten Anlauf nicht, gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf dreifach zu punkten. In einem sehr dürftigen Spiel hieß es nach 90 Minuten gegen das Schlusslicht SSV Jahn Regensburg 1:1. Dabei hatten die Löwen im zweiten Durchgang keinen einzigen Torabschluss zustande gebracht. Ex-Löwe Robin Ziegele traf für die Gastgeber nach einer Ecke bereits früh, Jannis Nikolaou hatte eine Minute später aber bereits die blitzschnelle Antwort parat. Mehr Treffer sahen die 1.300 mitgereisten Eintracht-Fans nicht und so bleibt es trotz fünf Punkten Vorsprung auf Ulm und Münster weiterhin spannend.

Vor dem Spiel gab es eine Bratwurst für 4,50 Euro. Die Ketchuptüte ging auf dem Weg in den Block verloren, die Wurst und das Brötchen schmeckten aber auch so wirklich gut. Für die Tüten gibt es aber einen Abzug. 7,5/10 insgesamt.
Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers (46. Ermin Bičakčić), Sven Köhler, Jannis Nikolaou (C) – Marvin Rittmüller (75. Fabio Kaufmann), Robin Krauße, Julian Baas (85. Sebastian Polter), Fabio di Michele Sánchez – Rayan Philippe, Richmond Tachie (46. Levente Szabó), Johan Gómez (60. Max Marie)
Mit Spielbeginn staunten alle Beteiligten. Zumindest die, die nicht im Gästeblock standen. Denn die aktive Fanszene hatte eine überragende Choreo mitgebracht. „Steinig der Weg – doch am Ende erstrahlst du“, das traf die letzten Jahre ziemlich gut. Wunderschön strahlte die Choreo über 500 Kilometer entfernt vom Eintracht-Stadion durch das Regensburger Jahnstadion. Großen Respekt an alle Beteiligten!

Pünktlich zur ersten Offensivbemühung der Gastgeber hatten die Löwen-Fans wieder Sicht und sahen, wie Thorben Hoffmann eine Flanke von Handwerker, die sich gefährlich aufs Tor drehte, über die Latte lenkte. Die anschließende Ecke landete auf dem Kopf von Ernst, der Hoffmann aus acht Metern zu einer starken Reaktion zwang. Doch Ex-Löwe Robin Ziegele schaltete schneller als die Eintracht-Defensive und schob aus wenigen Metern zur frühen Führung des Schlusslichts ein, verzichtete aber auf größeren Jubel. Das 0:1.
Im direkten Gegenzug bekamen die Blau-Gelben fast 30 Meter vor dem Tor einen Freistoß zugesprochen. Rayan Philippe nahm Maß und donnerte die Kugel aufs Tor. Pollersbeck konnte das Geschoss nur zur Seite abwehren, wo Jannis Nikolaou am schnellsten reagierte. Der Kapitän drückte die Kugel im Fallen aus nächster Nähe über die Linie. Der blitzschnelle Ausgleich nur etwas mehr als eine Minute nach dem 0:1. Alles wieder auf null, oder eins: das 1:1.

Zehn Minuten später wurde di Michele Sánchez aus 18 Metern geblockt. Auf der anderen Seite flankte Pröger aus dem rechten Halbfeld vors Tor. Dort war Hein Marvin Rittmüller entwischt und kam mit einem langen Bein an den Ball, drückte die Kugel aus fünf Metern aber über den Querbalken. Im direkten Gegenzug setzte sich Rittmüller mit etwas Glück über rechts durch und flankte an den zweiten Pfosten. Dort kam Kevin Ehlers drei Meter vor dem Tor nur leicht bedrängt zum Kopfball, köpfte das Spielgerät aber ein gutes Stück drüber. Eine Zeigerumdrehung danach fiel der Ball 25 Meter vor dem Tor vor die Füße von Robin Krauße, der das Leder aber fast aus dem Stadion schoss.
Mitte der ersten Halbzeit flipperte der Ball nach einer Ecke der Gastgeber hin und her im Strafraum der Löwen, ehe Ganaus sieben Meter vor dem Tor nicht wirklich freie Schussbahn hatte und trotzdem abzog und auch eine Lücke fand. Doch Thorben Hoffmann musste nicht eingreifen, der Schuss zischte über den Querbalken. Wenig später zog Handwerker einen Freistoß von der rechten Grundlinie direkt aufs Tor, Hoffmann war aber mit beiden Fäusten da und klärte zur Ecke. Und diese wurde gleich gefährlich: Ballas köpfte die Kugel aus sechs Metern hauchzart über den rechten Knick.

Fünf Minuten vor der Pause bekam Johan Gómez den Ball im Mittelkreis von Richmond Tachie und leitete die Kugel im ersten Kontakt über seinen Gegenspieler hinweg in den Lauf von Fabio di Michele Sánchez. Der linke Schienenspieler hatte eigentlich freie Bahn, doch sein Kontakt am Strafraumrand war etwas unsauber und er schlug noch einen möglicherweise nicht notwendigen Haken. So kam di Michele Sánchez elf Meter vor dem Tor zwar ziemlich unbedrängt zum Abschluss, mit dem schwächeren Rechten produzierte er aber nur einen harmlosen Ball in die Arme des Heim-Keepers. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Rayan Philippe aus großer Ferne abzog, seinen Distanzschuss aber zu zentral platzierte.
Dann war Halbzeit. Die Löwen hatten große Probleme bei Flanken und Standards, sonst standen die Blau-Gelben hinten sicher, erspielten sich gegen die schwächste Defensive der Liga aber deutlich zu wenig Chancen. Daniel Scherning reagierte und brachte Ermin Bičakčić und Levente Szabó für Kevin Ehlers und Richmond Tachie.

Vier Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich Ganaus im Strafraum gegen Nikolaou durch und zielte aus spitzem Winkel auf die kurze Ecke. Thorben Hoffmann war aber da und parierte souverän. Eine Viertelstunde später zog Kühlwetter aus der zweiten Reihe ab, Thorben Hoffmann packte beim zentralen Fernschuss aber sicher zu. Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als eine Flanke im Strafraum an den Arm von Kaufmann sprang. Doch sowohl der Schiedsrichter auf dem Feld als auch der VAR werteten die Szene als nicht strafbar.
Und dann war tatsächlich Schluss. Eine zweite Halbzeit quasi ohne Highlights und völlig ohne erwähnenswerte Offensivbemühungen der Löwen. Kein einziger Abschlussversuch der Blau-Gelben gegen die schwächste Defensive der 2. Bundesliga. Undankbar für die 1.300 Fans, die die über 500 Kilometer auf sich genommen hatten und eigentlich auch nicht einfach so hinzunehmen. Am Ende ein Punkt, mit dem man einigermaßen leben kann. Kein einziger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten ist aber bezeichnend und einfach sehr wenig. Nun sieht es danach aus, als wäre es nicht „zu wenig“, doch wieder einmal traten altbekannte Schwächen deutlich hervor. Fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16 und 17 bei schlechterem Torverhältnis bedeuten drei Spieltage vor dem Ende eine dankbare Aufgabe, aber die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning sollte zumindest versuchen, mindestens eines dieser Spiele zu gewinnen. Diesen Versuch konnte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit heute nicht nachweisen. Es gilt, den unbedingten Siegeswillen der vergangenen Wochen, wiederzuerwecken.

Tore: 1:0 (4. Spielminute, Robin Ziegele), 1:1 (6. Spielminute, Jannis Nikolaou)
Bis dahin
Euer Kivi

KETCHUP-TÜTEN BEI SICH zu behalten will gelernt sein.