Klatsche in Berlin
6 min readDie U17 verpasst den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Trotz einer 30-minütigen Überzahl und einem Doppelpack von Mika Ketzscher setzte es eine schmerzhafte 5:2-Niederlage beim Tabellenvorletzten FC Viktoria Berlin. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, da stand es bereits 2:0 für den bis dahin schwächsten Angriff der Liga. Als Mika Ketzscher kurz vor der Pause per Strafstoß verkürzte, schien es, als können die jungen Löwen den schwachen Auftritt im ersten Durchgang nach dem Seitenwechsel wiedergutmachen. Und es wurde auch etwas besser nach Wiederanpfiff. Doch nach einem Platzverweis für die Hausherren verursachten die Blau-Gelben, die nur zwei Feldspieler auf der Bank hatten, quasi postwendend einen Strafstoß, der zum 3:1 führte. Da die Hauptstädter in Unterzahl zwei weitere Treffer erzielten, konnte Mika Ketzscher mit seinem zweiten Treffer nur Ergebniskosmetik betreiben.
U17-Coach Kosta Rodrigues entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Langos (TW) – Niklas Kästner, Jakin Abdaoui, Julian Paul, Lasse Noster (C) – Felix Themba Krebs, Milan Gryglewski – Dominik Söllner, Jonathan Holinka (67. Lennard Baum), Mika Ketzscher – Aron Polatschek (24. Minute Besian Bytyqi)

Den ersten Abschluss hatten die Blau-Gelben, Aron Polatschek wurde nach einem Doppelpass mit Dominik Söllner aber in aussichtsreicher Position geblockt. Quasi im direkten Gegenzug bekamen die jungen Löwen eine eigentlich harmlose Flanke nicht geklärt und spielten den Ball dem einzigen Viktoria-Akteur im Strafraum direkt in den Fuß. Die Nummer 5 zog aus elf Metern kompromisslos ab, Thorben Langos im Tor der Eintracht war chancenlos und drei Minuten nach dem Anpfiff das erste Mal geschlagen, das ganz frühe 1:0.
Kurz darauf presste Jonathan Holinka hoch und blockte einen Klärungsversuch des Torwarts. Der Ball sprang auch Richtung Tor, doch der Schlussmann packte noch rechtzeitig sicher zu. Und im direkten Gegenzug klingelte es erneut. Zwei Berliner rannten auf vier Blau-Gelbe zu, die sich alle auf den Ballführenden konzentrierten und die Nummer 5 völlig aus den Augen verloren. Der Querpass saß und genauso auch der folgende Abschluss aus zwölf Metern, erneut war Langos völlig ohne Abwehrchance, keine zehn Minuten waren gespielt und die U17 lag beim Vorletzten mit 2:0 zurück.
So hatte sich das Kosta Rodrigues natürlich überhaupt nicht vorgestellt und seine Mannschaft hatte mit dem doppelten Rückschlag merklich zu kämpfen. Bis dahin ein völlig gebrauchter Tag für die Eintracht. Und so blieb die Viktoria das gefährlichere Team. Keine zwei Minuten nach dem 2:0 kamen die Gastgeber von der Strafraumkante frei zum Abschluss, Thorben Langos war aber blitzschnell unten und fischte sich das Spielgerät. Ein paar Minuten danach entstand aus einem eigenen Freistoß am gegnerischen Strafraum ein gefährlicher Konter. Aus leicht spitzem Winkel kamen die Berliner im Strafraum zum Abschluss, Thorben Langos parierte erneut klasse, wäre beim Nachschuss aber machtlos gewesen, der knapp am langen Pfosten vorbeirauschte.

Fünf Minuten später hatte der BTSV-Schlussmann einen unangenehmen Fernschuss im Nachfassen sicher. In den letzten Minuten des ersten Durchgangs berappelten sich die jungen Löwen und traten auch offensiv in Erscheinung. Jonathan Holinka knallte die Kugel aus 17 Metern noch über den Querbalken. Dann wurde Mika Ketzscher drei Minuten vor dem Pausenpfiff im Strafraum unfair zu Fall gebracht. Den folgenden Strafstoß verwandelte der Offensiv-Spieler in die untere linke Ecke. Der Anschlusstreffer zum 2:1 und das zehnte Saisontor für Mika Ketzscher!
Eine Zeigerumdrehung später zog Ketzscher von der linken Seite nach innen und visierte die rechte Ecke an. Sein Schlenzer von der Strafraumkante flog denkbar knapp rechts am Tor vorbei.
Dann war Halbzeit. Trotz eines lange schwachen Auftritts der Blau-Gelben schien die Partie zur Pause noch offen zu sein. Klar war, dass die jungen Löwen dafür in allen Mannschaftsteilen deutlich besser auftreten mussten. Da Kosta Rodrigues die Hälfte seiner zwei Einwechselspieler eingewechselt hatte, folgte kein weiterer Spielertausch.

Auch wenn der Auftritt nach Wiederanpfiff etwas besser wirkte, kamen erst einmal die Berliner zu Torchancen, Thorben Langos parierte den Schuss aus 15 Metern in der kurzen Ecke klasse. Zwei Minuten später rutschte ein Steckpass durch die Blau-Gelbe Abwehrkette, doch der Viktoria-Stürmer jagte die Kugel freistehend zwölf Meter vor dem Tor aus spitzem Winkel über die Latte. Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als Mika Ketzscher an mehreren Gegenspielern vorbeizog und Richtung Strafraum marschierte. Kurz bevor er diesen betreten konnte, wusste sich die Nummer 21 nur mit einer Notbremse zu behelfen. Kurioserweise gab der Schiedsrichter nur die Gelbe Karte. Irrelevant für die jungen Löwen, da es die zweite Gelbe Karte für den Verteidiger war, macht in Summe also Gelb-Rot.
Eine Überzahl von über 30 Minuten für die jungen Löwen also und eine hervorragende Freistoßposition. Mika Ketzscher legte sich den Ball zurecht und visierte aus 17 Metern da Torwarteck an. Dieser wäre wohl auch nicht mehr an den Ball gekommen, doch der Schuss klatschte an den rechten Pfosten, anschließend konnten sich die Berliner befreien. Fast im direkten Gegenzug brachen die Gastgeber in den Eintracht-Strafraum ein und ein Viktoria-Akteur wurde gefoult. Nun gab es auch für die Gastgeber Strafstoß. Dieser schlug, von der Nummer 27 getreten, in der unteren linken Ecke ein, das 3:1.

Auf der anderen Seite bekam Felix Themba Krebs den Ball von Milan Gryglewski und zog aus der zweiten Reihe einfach mal ab, sein Fernschuss geriet aber zu zentral. Sofort konterten die Berliner und kamen aus extrem spitzem Winkel zum Abschluss. Die Kugel rollte zwischen Thorben Langos und dem Pfosten hindurch und nur wenige Zentimeter vor der Torlinie entlang. Doch der Drall war zu gering und kein weiterer Stürmer da, sodass der Ball sogar ins Seitenaus trudelte. Drei Minuten danach steckte Mika Ketzscher auf Dominik Söllner durch, der gefährlich im Strafraum auftauchte und abzog. In letzter Sekunde warf sich ein Abwehrspieler dazwischen und konnte blocken. 20 Minuten waren noch zu spielen, als die Löwen defensiv mal so richtig pennten. Eigentlich war die Situation mit sieben Verteidigern gegen zwei Berliner nicht gerade gefährlich, doch drei Löwen konnten die Flanke von der rechten Seite nicht verhindern, in der Mitte hatte sich die Nummer 27 von den vier restlichen Blau-Gelben davongestohlen und vollstreckte aus kurzer Distanz. Das 4:1 für die Viktoria.
Zwei Zeigerumdrehungen später beinahe das gleiche Spiel: Eine flache Hereingabe fand trotz vier Verteidigern den einzigen mit aufgerückten Berliner, der aus elf Metern knapp rechts am Tor vorbeischoss. Eine Viertelstunde vor dem Ende kam Mika Ketzscher am linken Strafraumeck an den Ball und zog mit einem schellen Antritt nach innen. 14 Meter vor dem Tor visierte er die kurze Ecke an und knallte die Kugel wuchtig unten links rein. Der Doppelpack, nur noch 4:2.

Fast wären die Blau-Gelben mit einem Doppelschlag zurück ins Spiel gekommen: Mika Ketzscher steckte auf Milan Gryglewski durch, der frei vor dem Tor auftauchte. Seinen Schuss aus leicht spitzem Winkel parierte der Torwart mit einer Glanztat zur Ecke. Bei dieser waren sich zwei Löwen in aussichtsreicher Position uneins, am Ende wurde der Gegenspieler gefoult, das passte zum Tag. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verloren die Blau-Gelben im Aufbauspiel den Ball, standen aber eigentlich mit einigen Leuten hinter dem Ball. Doch die Nummer 19 zog mit schnellen Schritten von der rechten Seite nach innen und knallte das Leder aus 18 Metern mit sehenswerter Flugkurve genau in den linken Winkel. Ein echtes Traumtor und das 5:2.
Die Gastgeber hatten in den neun vorherigen Spielen nur neunmal getroffen und schraubten ihr Torekonto heute kräftig nach oben. Zwei Minuten später kamen die Berliner nach einer Flanke von der rechten Seite aus kurzer Distanz zum Abschluss, Thorben Langos parierte zur Ecke. Diese führten die Gäste kurz aus und flankten erneut. Acht Meter vor dem Tor kam ein Berliner frei zum Kopfball, beförderte das Spielgerät aber genau in die Arme von Thorben Langos.

Dann war Schluss. Mit 5:2 verlieren die jungen Löwen beim Tabellenvorletzten FC Viktoria Berlin. Damit verpassen die Blau-Gelben den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Heute war ein gebrauchter Tag, den es gilt abzuarbeiten und dann abzuhaken. Weiter geht es für die Rodrigues-Elf kommende Woche am Samstag. Dann ist mit dem FC Energie Cottbus das Schlusslicht der Staffel zu Gast im NLZ. Anstoß ist um 13 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 1:0 (3. Spielminute, Dylan McRae), 2:0 (9. Spielminute, Dylan McRae), 2:1 (43. Spielminute, Mika Ketzscher), 3:1 (60. Spielminute, Ali Badem), 4:1 (70. Spielminute Ali Badem), 4:2 (75. Spielminute mIka Ketzscher), 5:2 (85. Spielminute, Andrii Shakula)
Bis dahin
Euer Kivi
