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Junge Löwen in Abstiegsnot

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Die U23 verliert das dritte Spiel in Folge. Nach einer frühen und sehr strittigen Roten Karte waren die Blau-Gelben bei Lupo Martini Wolfsburg das klar unterlegene Team und musste sich am Ende mit 3:0 geschlagen geben. Dabei standen mit Walid Ould-Chikh, Sanoussy Ba und Sidney Raebiger gleich drei Zweitliga-Profis in der Startaufstellung. Mit dem 1:0-Pausenrückstand waren die jungen Löwen noch gut bedient. Im zweiten Durchgang trafen die Hausherren vor 200 Zuschauern ganz früh und ganz spät. Am Ende eine völlig verdiente Niederlage, die U23 ist nun punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Schulze Kökelsum – Sanoussy Ba, Raffael Ziegele (28. Jona Borsum), Phil-Louis Kunze (C,15. Rot), Gabriel Jerome Michalek, Salem Nouwame (28. Andrej Schlothauer) – Sidney Raebiger, Mason Grumbach – Robin Placinta (52. Basim El-Haj), Walid Ould-Chikh (76. Leonard Laatsch), Kacper Szczerba (60. Maksym Tytarenko)

Wenige Augenblicke waren gespielt, als die Gastgeber nach einer Flanke von der rechten Seite aus elf Metern zum Abschluss kamen, doch noch vor der Linie war ein Löwenbein im Weg. Der Ball blieb aber bei den Wolfsburgern, die vom linken Strafraumeck erneut schießen konnten. Der Schuss strich hauchzart rechts am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach drückte ein Lupo-Akteur eine Flanke von der rechten Seite ins Netz, aber die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten ging hoch: Abseits.
Fünf Minuten später wurde es nach einem langen Ball von der rechten Seite gefährlich. Die Hausherren legten den Ball an der Strafraumkante mit der Brust ab, der folgende Schuss aus 17 Metern flog denkbar knapp rechts am Tor vorbei.

Die Anfangsviertelstunde war noch nicht abgelaufen, als Kapitän Phil-Louis Kunze an der Mittellinie etwas zu spät kam und seinen Gegenspieler zu Fall brachte. Dieser schrie wie von einem Bus getroffen auf und wälzte sich am Boden. Der Schiedsrichter zeigte ohne zu zögern die Rote Karte. Das überraschte selbst die meisten Fans der Gastgeber, auch wenn ein besonders regelsicherer Lupo-Fan neben mir meinte „klare Sache, Rot wegen Grätsche oder so“. Der gefoulte Spieler konnte ohne wirkliche Behandlung weiterspielen und humpelte nicht einmal. Dafür blitzte ein verschmitztes Lächeln über seine Lippen. Bitter für die jungen Löwen, die hier bisher überhaupt noch nicht im Spiel waren und nun 75 Minuten in Unterzahl zu bestreiten hatten.

Keine ganze Minute später fand eine Flanke von der rechten Seite einen Wolfsburger, der es vier Meter vor dem Tor schaffte, den Ball genau in die Arme von Lennart Schulze Kökelsum zu drücken. Zwei Zeigerumdrehungen danach verloren die zehn Löwen bei einer Ecke den Lupo-Toptorjäger aus den Augen, der somit ziemlich ungestört am zweiten Pfosten einköpfen konnte. Das hatte sich mehr als angedeutet, das 1:0 für die Gastgeber.

Und weiter ging es nur in Richtung Eintracht-Strafraum. Eine Minute später bekamen die Blau-Gelben eine Flanke nicht geklärt und so kamen die Hausherren 13 Meter vor dem Tor völlig frei zum Abschluss, jagten den Ball aber knapp über den Querbalken. Der erste Torschuss der jungen Löwen wäre dann beinahe eingeschlagen. Sidney Raebiger sah in der eigenen Hälfte, dass der Lupo-Keeper zu weit vor seinem Kasten war und zog einfach mal ab. Der Ball flog einen knappen halben Meter über die Latte, da hätte der Schlussmann keine Abwehrchance gehabt. Zwei Zeigerumdrehungen danach versuchte es Mason Grumbach aus etwa 22 Metern, sein zentraler Aufsetzer hatte aber zu wenig Wucht und wurde locker vom Torwart abgefangen.

Kurz darauf landete eine Ecke von Walid Ould-Chikh bei Mason Grumbach, der das Leder aus acht Metern deutlich über die Latte bugsierte. Keine halbe Stunde war gespielt, als sich Fabian Adelmann zum Reagieren gezwungen sah. Für Raffael Ziegele und Salem Nouwame kamen Jona Borsum als neuer Kapitän und Innenverteidiger und Andrej Schlothauer für die rechte defensive Seite in die Partie. Profi-Leihgabe Sanoussy Ba wechselte auf die linke defensive Seite. Nun wurde es merklich besser. Kacper Szczerba steckte auf Walid Ould-Chikh durch, der in den Strafraum zog und im Fallen den Abschluss suchte. Seinem Versuch aus zwölf Metern halblinks vor dem Tor fehlte es aber eindeutig an Geschwindigkeit, das war eine der leichteren Übungen für den Schlussmann.

Defensiv haperte es aber weiterhin an der Oberliga-Tauglichkeit an diesem Tage. Eine Flanke von der linken Seite köpften die Wolfsburger frei stehend wenige Meter vor dem Tor knapp rechts vorbei. Eine Minute später versuchte es Ould-Chikh bei einem Freistoß auf der linken Außenbahn frech direkt, knallte die Kugel aber knappe sieben Meter am Tor vorbei. Kurz vor der Pause setzte sich Walid Ould-Chikh am linken Strafraumrand gegen drei Gegenspieler durch, sein Schlenzer von der linken Strafraumecke flog dann aber genau in die Arme des Torwarts.

Dann war Halbzeit. Die jungen Löwen waren mit dem knappen Rückstand noch gut bedient. Die Gastgeber hatten beste Gelegenheiten, das Ergebnis deutlich höher zu gestalten. Nach den Wechseln wurde es etwas besser, der Tabellennachbar, vor dem Spiel mit einem Punkt Vorsprung vor der U23, war aber weiterhin das gefährlichere Team. Zum Seitenwechsel verzichtete Trainer Fabian Adelmann auf weitere Spielerwechsel.

Doch kurz nach Wiederanpfiff war dann eigentlich schon alles vorbei. Einen minimalen Kontakt von Robin Placinta nahm sein Gegenspieler zum Anlass für eine kleine Bodenturneinheit Richtung Grasnarbe. Wieder zögerte der Schiedsrichter nicht und gab den Strafstoß. Regeltechnisch möglicherweise ok, da ein Kontakt am Bein grundsätzlich als Foul gewertet werden kann. Es war aber offensichtlich, dass der Kontakt nichts mit dem anschließenden „Sturz“ zu tun hatte. Änderte nichts, die Nummer 23 legte sich den Ball auf den Punkt und visierte die untere rechte Ecke an. Lennart Schulze Kökelsum brachte zwar noch die Hand an die Kugel, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Das 2:0 für die Hausherren.

Fünf Minuten später steckte Kacper Szczerba auf Mason Grumbach durch, der frei vor dem Tor auftauchte und aus 14 Metern auf die linke Ecke schoss. Doch der Keeper tauchte ab und verhinderte mit einer überragenden Parade den Anschlusstreffer. Eine Viertelstunde danach hatte der Schlussmann bei einem eigentlich harmlosen Fernschuss dann plötzlich einen Flutschfinger, sicherte das Leder aber gerade noch vor der Linie. Kurz darauf knallte Raebiger das Leder aus der zweiten Reihe klar am Tor vorbei. Auf der anderen Seite flog ein Kopfball nach einer Freistoßflanke rechts vorbei. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit setzte Leonard Laatsch im Strafraum Jona Borsum in Szene, der aus zwölf Metern abzog. Da wäre der Torwart chancenlos gewesen, doch noch vor der Linie rettete ein Verteidiger. In der letzten Spielminute konterten die Hausherren mit fünf Spielern gegen zwei Eintracht-Verteidigern. Diese konnten wenig überraschend nicht verhindern, dass die Nummer 7 aus elf Metern zum Abschluss kam. Die Kugel schlug unten rechts ein, das 3:0 für die Gastgeber.

Kurz darauf war Schluss. Die U23 verliert völlig verdient, durch die strittige Karte aber auch bitter, mit 3:0 gegen den Tabellennachbarn und muss nun dringend aufpassen, nicht auf die Abstiegsplätze zu rutschen. Denn mit dem ersten Abstiegsplatz sind die jungen Löwen jetzt punktgleich. Ohne den dann rotgesperrten Kapitän Kunze geht es am kommenden Sonntag nach Hildesheim, eins der wenigen Teams im Niemandsland der Oberliga Niedersachsen. Anstoß im Gustav-Wegner-Stadion ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 1:0 (19. Spielminute, Jannes Drangmeister), 2:0 (50. Spielminute, Robert Herrmann), 3:0 (90. Spielminute, Andrea Rizzo)

Bis dahin

Euer Kivi

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