Macht Scherning die Spieler besser oder schlechter?
5 min readMoin Löwen!
In den letzten Tagen wurde viel über das Aufsichtsrat und seine Rolle diskutiert. Die Trainerdiskussion ist mit dem Beschluss der Führungsgremium von Eintracht Braunschweig beendet. Vorerst.
Ein Trainer wird am Ergebnis mit seiner Mannschaft gemessen, doch es gibt für uns Fans und Fußballinteressierten nur wenig Möglichkeiten auch objektive Infos zu bekommen ob ein Trainer die Spieler und Mannschaft auch wirklich besser macht – oder nicht.
Ich habe deswegen bei der Daten, Scouting und Ratingagentur Global Soccer Network nachgefragt und eine einfache Frage gestellt: Macht Trainer Daniel Scherning die Spieler aktuell besser oder schlechter?
Als Antwort können wir die Performance also Leistung der einzelne Spieler nehmen. Diese lässt sich objektiv anhand der performance score messen.
Nun, was ist der „Performance-Score“? Der Performance-Score dient als objektive Einschätzung der aktuellen Spielstärke eines Spielers. Beim „Performance-Score“ sind alle Spieler zunächst einmal auf 0 gesetzt und werden anhand der reinen Leistungsdaten, kombiniert mit Datenmodellen, bewertet. Diese Einschätzung beinhaltet positionsbezogene Spiel-Basisdaten und weiterführende Analysen die in der „Performance-Score“ durch einen Algorithmus in einen übergeordneten Kontext gesetzt werden.
Zu viel Datenquark? Egal. Am ende müsst ihr nur wissen, dass man mit diesem Wert eine Einschätzung, wie gut oder schlecht ein Spieler aktuell spielt, liefern kann.
Aktuelle Leistungstabelle 2024/25
- Lino Tempelmann 62,07
- Rayan Philippe 60
- Ermin Bicakcic 59,8
- Ron Thorben Hoffmann 59,47
- Marko Johansson 59,4
- Sven Köhler 58,8
- Jannis Nikolaou 58,73
- Robert Ivanov 57,73
- Kevin Ehlers 57,53
- Paul Jaeckel 57,4
- Fabio Kaufmann 57,07
- Fabio Di Michele Sanchez 56,23
- Leon Bell Bell 55,86
- Robin Krauße 55,14
- Marvin Rittmüller 55,03
- Johan Gómez 54,84
- Julian Baas 54,65
- Sebastian Polter 54,22
- Richmond Tachie 53,81
- Max Marie 53,76
- Niklas Tauer 53,36
- Sanoussy Ba 53,25
- Levente Szabó 52,79
- Christian Conteh 52,22
- Mohamed Dräger 52,21
- Walid Ould – Chikh 51,89
Wenn wir uns die aktuelle Leistungsliste anschauen, dann hätten wir Sidney Raebiger auf Platz eins. Der Junge hat aber unter 90 Minuten gespielt, also habe ich ihm aus der Liste herausgelassen. Somit belegt Platz eins, keine Überraschung, unser Schalke-04-Neuzugang Lino Tempelmann. Vorne sind altbekannte Gesichter, aber auch etwas Überraschende Namen, wie Sven Köhler. Das andere ende der Liste zeigt auch leider warum einige Spieler nicht spielen, wie Max Marie zum Beispiel, den viele bestimmt besser in Erinnerung haben.

Wir brauchen aber mehr Kontext um unsere Frage zu beantworten. Schauen wir uns den Team-Wert an und vergleichen ihm mit dem Wert der direkten Konkurrenz.
Team-Bewertung
Eintracht hat einen Wert von 56,34 aus der Hinrunde und 56,47 aus der Rückrunde. Damit hat man sich in der Rückrunde bisher nur leicht verbessert, was wenig Hoffnungen auf eine Verbesserung gibt. Um den Ligadurchschnitt zu erreichen, der bei 59,05 liegt, muss die Eintracht sich in ihre Leistung deutlich steigern. Auch die direkte Konkurrenz ist hier besser. Nur Jahn Regensburg hat mit 56,09 eine schlechtere Leistung in dieser Saison gezeigt. Preußen Münster (58,33) und Ulm (57,94) können sich der Leistung nach berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.
Leistung im Vergleich zu 2023/24
Die Fans, die sportliche Führung und zuletzt das Trainerteam hoffen auf eine Wiederkehr der Leistung aus der vorherigen Saison mit Daniel Scherning. Davon gibt es aber bisher keine Anzeichen. Wenn wir uns die Spieler anschauen, die auch in der letzten Saison Leistungsträger waren, hat sich nur einer in seinen Leistung verbessert: Jannis Nikolaou.

Alle anderen performen schlechter als in der vorherigen Saison.
Dies kann man auch auf dem Teamlevel beobachten. Die Performance war 2023/24 mit Scherning als Trainer besser (57,87) als in dieser Saison (56,4).
Woran liegt dieser Leistungsabfall und was dagegen tun?
Im Fußball hört man immer die Phrase „Die Leistung auf dem Platz zählt“. Hier kommt einfach zu wenig. Geschäftsführer Benjamin Kessel hat die Spieler in Verantwortung genommen: „die Mannschaft (ist) in der Pflicht, denn sie hat die nötige Qualität, um unser Saisonziel zu erreichen“. Klar, nicht nur der Trainer ist im Fußball für Leistungen verantwortlich, aber am ende zeigt sich anhand der Leistungen im Vergleich zu 2023/24 für mich: der Trainer und sein Team bringen die Spieler aktuell nicht zum performen.
Die Gründe sind tiefgehend und ich habe schon viele in anderen Beiträgen genannt. Dennoch habe ich auch hier bei GSN nachgefragt insbesondere wegen der Probleme im letzten Drittel Tore zu erzielen und bekam eine ausführliche Fünfseitige Analyse.
Diese jetzt hier aufzulisten würde den Rahmen springen, aber ich fasse die Kernpunkte zusammen.
- Taktische Variabilität ohne offensive Identität: Braunschweig wechselt häufig die Spielsysteme, was zu einem Mangel an klaren, eingeübten Offensivabläufen führt. Es fehlt eine klare offensive Spielidee, die unabhängig von der Formation funktioniert. Die ständigen Systemwechsel verhindern Automatismen und Abstimmung zwischen den Spielern. (Zuletzt waren oft ja Spieler auch immer verletzt und gesperrt, was zusätzlich das Team belastete.)
- Eine Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff fehlt: es gibt eine strukturelle Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff, wodurch die Offensivspieler oft isoliert sind. Das Mittelfeld spielt zu selten vertikale Pässe, und die Offensivspieler bewegen sich zu wenig in die gefährlichen Zwischenräume. Dies führt zu Ballverlusten und erschwert es, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.
- Schwache Strafraumbesetzung und Kreativitätsmangel im Zentrum: Die Anzahl und Qualität der Spieler im Strafraum sind unzureichend, wodurch Flanken und Hereingaben selten verwertet werden. Es fehlt ein kreativer Spieler im offensiven Zentrum, der Torchancen vorbereiten oder selbst abschließen kann. Dies in Verbindung mit vielen Fehlentscheidungen im letzten Drittel, führt zu einer verminderten Torgefahr.
Allein an dieser Analyse sieht man, das sind nicht nur Kader-, sondern vor allem auch Traineraufgaben wie Rollenverteilung, Struktur und auch Automatismen. Vieles passiert nur wegen Zufall, was mir zu wenig ist. Daher bleibt für mich der Trainer in der Hauptverantwortung.
Fazit
Ziehen wir einen Fazit. Die Entscheidung an Daniel Scherning festzuhalten ist für mich ein grosses Risiko von der Eintracht-Führung. Aktuell gibt es kein Indiz dafür, dass die Eintracht mit ihm in dieser Saison besser spielen würde und die nötige Punkte für den Klassenerhalt noch sammeln kann.
Schon im Dezember gab es bei der Eintracht die Trainer-Frage und jetzt wieder. Beide male hat man Scherning den Vertrauen ausgesprochen. Jetzt ist er in der Plicht auch die Leistungen seiner Spieler und Mannschaft nach vorne zu bringen.
Ich habe wenig Hoffnung, aber lasse mich gerne auch positiv überraschen.
Eure Meinung?
Jetzt würde mich noch eure Meinung interessieren. Schreibt sie mir mal gerne in die Kommentare! Und wenn euch unsere Beiträge und Pods gefallen, lasst gerne einen Abo da oder spendet was.
Lieben Dank!

Da gehe ich zu 100% mit. Wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich schon im Sommer den Trainer gewechselt weil die Auftritte letztes Jahr schon auf sehr dünnem Eis standen. Dazu dieses „Abschiedsspiel“ am letzten Spieltag für diverse scheidene Spieler…. sowas in einem Spiel wo es um die Pokaltöpfe geht und am Ende wird man mit 5:0 nachhause geschickt, das habe ich ihm schon extrem übel genommen. Dazu ein historisch schlechter Saisonstart und keinerlei Entwicklung über 26 Spieltage. Die Aussage „Daniel hat bewiesen, dass er es kann“ (nach dem erstem Zusammenkommen bzgl. des Trainer) ist bei mir schon extrem schlecht angekommen denn außer einer kurzen Erfolgsserie direkt nach seiner Übernahme (Feuerwehrmann-Effekt) hat er garnichts bewiesen. Weder bei uns noch bei den anderen Stationen.
Die Analyse belegt so vieles was ich schon die ganze Saison kritisiere… „Taktische Variabilität ohne offensive Identität“ – dieses ewige gewechsel zwischen 1-2-3 Formationen in welcher am Ende nur 1 zentraler oder ein 1 offensiver die Räume ein bisschen wechseln gibt der Mansnchaft überhaupt keinen Mehrwert und ändert die Statik überhaupt nicht so als das es uns ernsthaft helfen würde. Jeder in der Liga weiß wie man uns Mundtot machen kann und das ändern auch diese „Alibiänderungen“ nicht. Das Thema „Automatismen und Zufalle“ macht mich wahnsinnig. Man hat das Gefühl der einzige Raum in den man kommen will ist zwischen IV und TW (ist natürlich ein Raum der überhaupt nicht verteidigt wird und den man ganz einfach bespielen kann *hust*). Um da aber hinzukommen gibt es keinerlei Plan. Man hat das Gefühl man kann nur Spiele wie gegen den HSV gewinnen in denen mal durch Zufall ein Ball in diesen Raum durchrutscht oder der Gegner einen dahin einlädt durch einen Fehler. Ich sehe keinerlei, wirklich absolut keinerlei, Automatismen wie man gefährliche Räume erzeugen, geschweige denn bespielen, will. Man sieht keinerlei Automatismen auf welche die Spieler zurückfallen können wenn sie mal nicht weiter wissen (für mich einer der Gründe warum man immer in so eine „Negativspirale“ fällt wenn ein Spiel nicht gut läuft und weswegen man es auch nicht schafft Spiele zudrehen) sondern man hat immer das Gefühl es liegt an den Spielern individuelle Lösungen zufinden. Für ein Tempelmann ist diese Lösung dann oft mit dem Ball zu gehen und aus der zweiten Reihe abzuziehen. Genau deswegen hat der Kerl auch so einen riesen Impact für uns.
Für mich war und ist es ein riesen Schock, dass man sich erneut Pro DS entschieden hat den das absolut einzige was für ihn spricht ist seine Art bzw. die Stimmung in der Mannschaft. Wie weit uns das bisher gebracht sieht man ja…