Rückschlag im Abstiegskampf
6 min readDie Eintracht enttäuscht mal wieder nach auswärts. Nach dem Sieg in Karlsruhe boten die Löwen am Sonntag in Fürth die gewohnte Leistung auf fremden Platz und die war ganz schwach. Bereits zum neunten Mal kassierte die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning ein Gegentor in der Anfangsviertelstunde. Fortan mühten sich die Blau-Gelben, zeigten sich aber völlig harmlos und das änderte sich auch im zweiten Durchgang erstmal nicht, bis der vermeintliche Ausgleich den Gästeblock beben ließ. Doch aufgrund einer Abseitsstellung kassierte der VAR den Treffer von Rayan Philippe ein und fast im direkten Gegenzug machten die Kleeblätter den Deckel drauf. In der Nachspielzeit stellte Ex-Löwe Consbruch den 3:0-Endstand her.
Für 4,50 Euro gab es vor dem Spiel zwei Bratwürste im Brötchen und die waren geschmacklich echt gut, leider etwas kalt. Das Brötchen war in Ordnung, großer Minus-Punkt: Ketchup oder Senf abgepackt. Daher gibt es 7/10 von mir.

Eintracht Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Paul Jaeckel (76. Sebastian Polter), Ermin Bičakčić (C), Kevin Ehlers – Julian Baas (46. Sven Köhler) – Mohamed Dräger (46. Marvin Rittmüller), Johan Gómez (66. Richmond Tachie), Lino Tempelmann, Fabio di Michele Sánchez – Rayan Philippe, Levente Szabó (46. Fabio Kaufmann)
Gleich nach acht Minuten wurde es richtig wild im Löwen-Strafraum, denn die Gastgeber kamen gleich mehrfach zum Abschluss. Doch da dreimal Klaus und je einmal Meyerhöfer und Dietz geblockt wurden, blieb Thorben Hoffmann erstmal beschäftigungslos. Zwei Minuten später war der Löwen-Keeper dann machtlos und erstmals überwunden: Klaus bekam von Meyerhöfer den Ball und überrannte Ermin Bičakčić einfach. So hatte der Flügelspieler ganz viel Platz, zog in den Strafraum und legte quer. Auf dem Elfmeterpunkt musste Futkeu nur noch einschieben, da Paul Jaeckel zu spät kam. Die Kugel rollte ins leere Tor, der frühe Rückstand, das 1:0.

Nach Rückstand konnten die Löwen noch kein Spiel gewinnen und überhaupt erst zweimal punkten. Beide Male aber auswärts (Magdeburg und Darmstadt). Doch gefährlich wurden die Blau-Gelben erstmal nicht. Zehn Minuten später war es stattdessen auf der anderen Seite Green, der mit einem Schlenzer aus 20 Metern nur knapp am Löwen-Tor vorbeischoss. Eine halbe Stunde war gespielt, da konnten die Statistiker dann auch den ersten Schussversuch der Eintracht verzeichnen. Eine Flanke von Dräger lande bei di Michele Sánchez, der das Leder in aussichtsreicher Position volley nahm, aber einen Verteidiger anschoss. Den Abpraller konnte der linke Schienenspieler immerhin in eine Ecke umwandeln. Diese war aber, natürlich, absolut ungefährlich.
Auf der anderen Seite versuchte es Futkeu von der Strafraumkante, Thorben Hoffmann reagierte aber ebenso stark wie souverän und verhinderte das 2:0. Zehn Minuten vor der Pause legte der bis dahin blasse Rayan Philippe für Johan Gómez ab, der aus 18 Metern einfach mal abzog, die Kugel aber locker zehn Meter über den Querbalken jagte. Kurz darauf ging es zu schnell für die Löwen, nach mehreren Stationen zog Green links von der Strafraumkante ab, der Ball klatschte an den linken Pfosten, anschließen klärten die Blau-Gelben die Situation. Eine Zeigerumdrehung später ließ Hrgota im Strafraum einen Löwen mit mehreren Übersteigern einfach stehen und zog aus 13 Metern ab. Doch erneut war Hoffmann da, tauchte ab und sicherte sich das Spielgerät. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit kam auch Klaus nochmal im Strafraum zum Abschluss, verfehlte das Tor aber klar.

Dann war Halbzeit. Von der Eintracht kam offensiv wenig bis gar nichts. Kein einziger Schuss war auf das Tor der Gastgeber gekommen. Dafür stand man defensiv auch eher wackelig als sicher. Eine durchweg sehr mäßige Leistung. Das sah wohl auch Trainer Daniel Scherning so, der mit Julian Baas und Mohamed Dräger gleich zwei Winterneuzugänge rausnahm. Zudem blieb Levente Szabó in der Kabine. Sven Köhler, Fabio Kaufmann und Marvin Rittmüller kamen neu in die Partie.
Den ersten Abschluss hatten aber die Gastgeber, Hoffmann hielt den Fernschuss von Green aber ohne Probleme fest. Dann kam aber mal die Eintracht und das nach einer Ecke! Köhler schlug den Ball in die Gefahrenzone, Ermin Bičakčić schraubte sich in die Luft, köpfte aus sechs Metern aber fünf Meter am Tor vorbei. Nur eine Zeigerumdrehung später der nächste Abschluss: Lino Tempelmann marschierte einige Meter mit Ball und zog dann aus 25 Metern ab. Sein Flachschuss ging dann allerdings doch ziemlich klar links am Tor vorbei. Die Eintracht war jetzt für unsere Verhältnisse am Drücker: Nach einer Ecke kam Ehlers zum Kopfball, sein Versuch wurde aber abgefälscht, es gab erneut Eckball. Diese geriet nicht so gut, landete aber bei di Michele Sánchez, der von der linken Seite flanken konnte. Rayan Philippe erwischte die Kugel mit dem Kopf, produzierte aber einen harmlosen Kopfball in die Arme von Noll. Aber: der erste Schuss aufs Tor!

Eine Viertelstunde später kamen dann die Hausherren mal wieder zum Abschloss, Green verzog aus 19 Metern aber klar. In der Meisterminute tauchte der kurz zuvor eingewechselte Richmond Tachie halblinks im Strafraum plötzlich völlig frei vor dem Tor auf. Sein überhasteter Abschluss aus elf Metern war dann aber derart harmlos, dass der Ball wohl vor der Torlinie liegen geblieben wäre. Da war viel mehr drin!
Im Gegenzug parierte Hoffmann einen wuchtigen Fernschuss von Meyerhöfer stark, war beim Nachschuss von Futkeu aber machtlos. Doch die Fahne ging hoch: Abseits. Wenig später jagte Hrgota einen Freistoß in die Mauer, bekam den Ball aber zurück und flankte von der rechten Seite. Ermin Bičakčić konnte sich im Kopfballduell nicht durchsetzen, Futkeu köpfte aus wenigen Metern aber über den Kasten.
Zehn Minuten vor dem Ende kam es dann zu einer Geschichte, die der Fußball nun mal so schreibt. Fürths Keeper Noll musste verletzt ausgewechselt werden, neu in die Partie kam ausgerechnet Lennart Grill, der in der Hinrunde noch an die Eintracht verliehen war. Zudem betrat mit Jomaine Consbruch ein weiterer Ex-Löwe den Rasen. Etwa eine Minute später wurde es dann richtig laut im Gästeblock: Polter leitete einen Pass von Rittmüller zu Rayan Philippe weiter, der sich klasse um Gegenspieler Loosli drehte und das Leder aus 15 Metern in der rechten unteren Ecke versenkte. Riesenjubel im Gästeblock, das könnte richtig wichtig sein. Doch der VAR meldete sich: Philippe hatte bei der Verlängerung von Polter in der verbotenen Zone gestanden: Abseits. Das tat richtig weh und verwandelte den Torjubel in völliges Entsetzen und niedergeschlagene Gesichter.

Und es kam noch schlimmer: Fast im direkten Gegenzug spielte Consbruch den Ball vor dem Strafraum quer, Futkeu ließ den Ball durch und überrumpelte die Eintracht-Abwehr, sodass Green aus 19 Metern freie Schussbahn hatte und das Leder unhaltbar in den Winkel knallte, Hoffmann war chancenlos und flog vergebens. Die Vorentscheidung, das 2:0 und nun waren die 800 mitgereisten Eintracht-Fans endgültig gebrochen. Auch die Spieler ließen die Köpfe hängen. Doch es kam noch dicker für den BTSV: Es lief die achte Minute der Nachspielzeit als die Gastgeber einen letzten schnellen Gegenstoß zündeten. Die Eintracht war eigentlich sortiert, konnten aber nicht verhindern, dass der Ball seinen Weg sehr simpel zu Consbruch fand. Der Ex-Löwen tanzte Marvin Rittmüller aus und knallte das Spielgerät aus sieben Metern in die Maschen. So wurde es mal wieder deutlich auswärts: das 3:0 für das Kleeblatt.

Das war auch der Endstand. Die achte Auswärtsniederlage stand fest und die Eintracht rutschte wieder auf dem Relegationsplatz. Aber nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die gezeigte Leistung war ein echter Rückschlag. Viel zu kurz war die offensive Drangphase, nach der in mehr als 30 Minuten verbleibender Spielzeit nur noch das Abseitstor folgte. Das achte Spiel ohne eigenes Tor und ein echter Dämpfer vor dem Sechs-Punkte-Spiel am kommenden Samstag gegen Ulm. Dann muss gewonnen werden, dafür muss aber ein anderes Gesicht her.
Bis dahin
Euer Kivi

Solch eine blöde Niederlage! Wieso wieder nur so mutlos in der ersten Hälfte gewesen?