Auswärtssieg!
6 min readAUSWÄRTSSIEG! Die Eintracht gewinnt nach vier langen Monaten ohne Sieg endlich mal wieder und bricht mit dem Auswärtssieg in Karlsruhe eine Serie von fast zehn Monaten ohne Auswärtssieg. Vor 27.500 Zuschauern war es ein Strafstoßtor von Levente Szabó, das die Eintracht auf die Siegesstraße brachte. Lino Tempelmann sorgte im zweiten Durchgang nach Vorlage von Rayan Philippe für den umjubelten 0:2-Endstand. Damit springen die Blau-Gelben auf den Relegationsplatz und sind scheinbar endlich wieder in der Spur!
Vor dem Spiel gab es eine Feuerwurst für 4,50 Euro. Eine persönliche Tradition in der Region. Diese war wieder große Klasse, nur das Brötchen konnte so gar nicht mithalten und war maximal unterdurchschnittlich. Dennoch gibt es 8,5/10 von mir!

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Robert Ivanov, Ermin Bičakčić (C), Kevin Ehlers – Mohammed Dräger (55. Marvin Rittmüller), Lino Tempelmann, Julian Baas (83. Robin Krauße), Fabio di Michele Sánchez (66. Leon Bell Bell)- Johan Gómez – Levente Szabó (66. Sebastian Polter), Richmond Tachie (55. Rayan Philippe)
Wie auch schon gegen Köln sorgte ein früher Freistoß für Gefahr: KSC-Torwart Weiß ging zum Ball, räumte aber vor allem Kapitän Ermin Bičakčić ab. Schiedsrichter Weisbach ließ erstmal weiterlaufen, doch dann meldete sich der VAR und bat Weisbach raus an den Bildschirm. Es gab Gelb für Weiß und Freistoß für die Gastgeber. Kurios, aber richtig. Was war passiert? Vor dem angesprochenen Zusammenstoß hatte Robert Ivanov ein Offensiv-Foul begangen. Dementsprechend konnte es für die Szene danach keinen Strafstoß geben. Aufgrund der Härte des Einsteigens wurde der Keeper dennoch verwarnt. Es blieb anschließend vor allem unfair. Einige Fouls auf beiden Seiten reihten sich aneinander. Bis zur ersten Torchance mussten die Zuschauer aber noch warten. Die Anfangsviertelstunde war bereits vorüber, als Schleusener bei einer Hereingabe von Burnic vor Ivanov an den Ball kam, aber klar verzog.

Auf der anderen Seite meldete sich Neuzugang Baas mit einem satten Fernschuss in der Offensiv-Abteilung der Eintracht an. KSC-Keeper Weiß musste sich ordentlich strecken, konnte die Kugel aber noch um den rechten Pfosten drehen. Die anschließende Ecke war dann mal wieder vollkommen ungefährlich. Kurz darauf ließ sich Dräger nach einem harmlosen Zweikampf im eigenen Strafraum(!) plump fallen. Da es zurecht keinen Freistoß gab, fanden sich die Hausherren plötzlich in einer aussichtsreichen Schussposition vor, doch Ermin Bičakčić konnte noch zur Ecke blocken. Zwei Minuten später jagte Beifus die Kugel aus der zweiten Reihe fast aus dem Stadion. Dann ging es wieder in die andere Richtung: Tempelmann setzte Gómez ein, der aus zehn Metern aber geblockt wurde.
Eine Viertelstunde vor der Pause wurde es dann erneut kurios: bei einer eigentlich erneut katastrophalen Ecke kam es zu einer Szene, die es so wohl selten gab. Mikkel Kaufmann fiel über das Bein von Ivanov und hob auf dem Boden sitzend den Reklamierarm und genau an diesem landete die Hereingabe. Wieder lief das Spiel weiter, wieder meldete sich der VAR, wieder ging Weisbach raus an den Bildschirm, wieder ging es unter anderem darum, ob das Einsteigen von Ivanov erneut ein Foul war. Doch dieses Mal bewertete Weisbach die Szene anders und entschied auf Strafstoß für den BTSV und das war durchaus glücklich. Noch glücklicher war wenig später nur Strafstoßschütze Levente Szabó, der es aus elf Metern gar nicht mal so gut machte. Doch der Ball flutschte unter dem Körper von KSC-Keeper Weiß ins Tor! Die erste Auswärts-Führung seit dem Spiel bei der Hertha und die erst zweite Auswärts-Führung überhaupt in der laufenden Saison! Das 0:1 für die Braunschweiger Eintracht!

Nur eine Minute später kam Szabó erneut im Strafraum zum Abschluss, jagte das Leder aber deutlich über den Querbalken. Es gab acht Minuten Nachspielzeit. Und in dieser gab es die Riesenchance für die in diesem Jahr noch sieglosen Gastgeber: Mikkel Kaufmann spielte einen Doppelpass mit Wanitzek und kam aus wenigen Metern völlig frei zum Abschluss, setzte seinen Versuch aber denkbar knapp links vorbei. Im Gegenzug kam Lino Tempelmann aus 20 Metern zum Abschluss, sein Flachschuss strich etwa zwei Meter rechts am Tor vorbei.
Dann war Halbzeit! Die Löwen gingen mit der ersten Pausenführung des Jahres in die Kabinen. Aus dem Spiel heraus war es selten gefährlich geworden, doch das bereits vierte Strafstoßtor in dieser Saison hatte für die knappe Pausenführung gereicht. Trainer Daniel Scherning sah noch keinen Grund zum Wechseln und schickte die Blau-Gelben unverändert zurück auf den Rasen.
Den ersten Abschluss nach dem Seitenwechsel hatte der KSC: Wanitzek versuchte es aus 25 Metern mit einem gefährlichen Schlenzer, doch Thorben Hoffmann parierte souverän zur Ecke. Kurz darauf brachte Baas einen Freistoß zu Tachie, der in den Rückraum ablegte. Dräger zog aus 20 Metern ab, zielte aber deutlich zu hoch. Auf der anderen Seite köpfte Mikkel Kaufmann eine Ecke in die Arme von Thorben Hoffmann. Nicht ganz eine Stunde war gespielt, als ein schneller Abwurf von Hofmann einen Gegenstoß einleitete. Johan Gómez bediente Rayan Philippe, der von der rechten Seite nach innen zog und aus 17 Metern die rechte untere Ecke anvisierte. Nur eine wirklich starke Parade von Weiß verhinderte, dass Philippe wenige Minuten nach seiner Einwechslung treffen konnte. Die folgende Ecke vom Franzosen war dann alles andere als gut und landete in den Armen von Weiß.

Fünf Minuten später war es erneut Philippe, der mit langen Schritten Richtung Strafraum drängte und aus 18 Metern ein echtes Geschoss abließ. Doch der Ball kam zu zentral aufs Tor, sodass Weiß beide Fäuste hochreißen konnte und den Ball zur Seite abwehrte. Dort rauschte Levente Szabó heran, kam aber aus kurzer Distanz nicht zum Abschluss und foulte Herold. Im direkten Gegenzug kam Wanitzek halbrechts im Strafraum zum Schuss, verfehlte das Tor aber deutlich. Kurz darauf setzte Philippe aussichtsreich Polter in Szene, doch dem versprang der Ball. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit leitete Hoffmann erneut einen schnellen Gegenstoß ein. Philippe behauptete den Ball gegen mehrere Gegenspieler, zog in den Strafraum und steckte auf Lino Tempelmann durch, der alleine vor dem Tor die Nerven behielt und vollstreckte. Allerdings ging die Fahne hoch: Abseits. Doch erneut schaltete sich der VAR ein und auch dieses Mal fiel die Entscheidung zu Gunsten der Löwen aus: Das Tor zählte, das 0:2 für den BTSV! Das erste Tor aus dem Spiel heraus seit dem 3:2 in Kaiserslautern.
Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Robert Ivanov eine Baas-Ecke in die Arme von Torwart Weiß. Anschließend setzten sich die Hausherren im letzten Drittel fest und belagerten den Eintracht-Strafraum. Immer wieder flog der Ball in den Strafraum, immer wieder schmissen sich die Löwen in Flanken, Pässe und Schüsse der Karlsruher. Nach einer Flanke von Günter störte Ehlers Gegenspieler Conte noch entscheidend, der somit aus wenigen Metern verzog. Drei Minuten waren noch zu spielen, als Bell Bell auf der linken Seite von Tempelmann in Szene gesetzt wurde. Seine flache Hereingabe landete bei Philippe, dessen Direktabnahme aber geblockt wurde. Es begann die fünfminütige Nachspielzeit, in der es Pfeiffer, Conte, Wanitzek, wieder Conte und nochmal Conte versuchte, die aber allesamt am Tor vorbeischossen, ehe Conte in der fünften Minute der Nachspielzeit aus wenigen Metern an Thorben Hoffmann scheiterte.

Und dann war Schluss! Nach einem kurzen Gespräch mit Trainer Daniel Scherning rannte die siegreiche Mannschaft mit Jubelfäusten in Richtung des frenetisch feiernden Gästeblocks: Auswärtssieg! Und damit gehen gleich mehrere schwarze Serien zu Ende. Die Eintracht holt den ersten Auswärtssieg der Saison, den ersten Auswärtssieg seit beinahe zehn Monaten und bricht eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage. Und auch eine persönliche Negativ-Serie hat ihr Ende gefunden: im fünften Anlauf sah ich das erste Mal einen Sieg beim Karlsruher SC. Damit springt der BTSV auf den Relegationsplatz und hat sich für eine wirklich ordentliche Leistung belohnt. Weiter geht es am kommenden Samstag gegen den SV Darmstadt 98. Anstoß im Eintracht-Stadion ist um 13 Uhr.
Tore: 0:1 (33. Spielminute, Levente Szabó), 0:2 (74. Spielminute, Lino Tempelmann)
Bis dahin
Euer Kivi

Siegesgeheul LULULULULULULU!