Bundesliga am Biberweg
5 min readDie Eintracht hatte einen Erstligisten zu Gast: Der 1. FFC Turbine Potsdam kann einige große Erfolge aufweisen und gewann zweimal die Champions-League, dreimal den DFB-Pokal und durfte jeweils sechsmal die deutsche Meisterschaft und die DDR-Meisterschaft feiern. Heute steht der Verein auf dem letzten Platz in der Bundesliga, hat aber dennoch einige ehemalige und aktive Nationalspielerinnen und U-Nationalspielerinnen im Kader, von denen einige auch gegen die Eintracht zum Einsatz kamen. In dem auf 3 x 30 Minuten aufgeteilten Spiel gaben die Löwinnen alles und konnten mehr als stolz auf ihre Leistung sein. Erst mit Anbruch der Schlussviertelstunde gelang dem drei Ligen höher agierenden Bundesligisten das vierte Tor, am Ende gab es für unsere Blau-Gelben zwar keinen Ehrentreffer, aber eine 0:5-Niederlage, die in der Höhe absolut annehmbar ist. Eine Leistung, mit der die Löwinnen durchaus zufrieden sein können!
Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Laura Engler (TW) – Victoria Wiedermann (79. Celina Klebe), Antonia Farr, Lena Ahl, Lea Eggers (31. Cindy Kaufmann, 61. Lea Eggers) – Charlotte Brühler (61. Melisa Bal), Jolie Just (61. Ronja Riemer), Neele Wunsch, Celina Klebe (61. Maya Andresen) – Maya Andresen (31. Sophia Koschick)

Die Gäste übernahmen sofort die Spielkontrolle, man merkte sofort, dass das etwas anderes als Amateur-Leistungssport war. Fünf Minuten waren gespielt, als es das erste Mal gefährlich wurde. Nach einer Ecke drückten die Gäste den Ball aus kurzer Distanz knapp links am Tor vorbei. Wenige Augenblicke später schmiss sich Lea Eggers im richtigen Moment in die Schussbahn und blockte einen brandgefährlichen Abschluss aus elf Metern in letzter Sekunde. Eine Minute danach köpften die Potsdamerinnen eine Flanke von der linken Seite links am Tor vorbei. Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als der Bundesligist in Führung ging: Von der linken Grundlinie wurde der Ball in den Rückraum gespielt, die folgende Direktabnahme war eigentlich harmlos, doch von einem Löwinnen-Bein sprang der Ball zu Viktoria Schwalm, die aus kurzer Distanz mit der Erfahrung von 80 Bundesliga-Spielen nichts anbrennen ließ und zum 0:1 vollstreckte.
Direkt vom Anstoß weg suchten die Löwinnen den ersten eigenen Abschluss der Partie und Top-Torjägerin Lyn Meyer fand auch die Lücke für einen Schuss aus der zweiten Reihe, verfehlte das Ziel aber klar. Zehn Minuten später kombinierten sich die Potsdamerinnen sehenswert in den Strafraum der Löwinnen. Zu zweit tauchten sie scheinbar frei vor BTSV-Torfrau Laura Engler auf und legten noch einmal quer. Der Schuss aus acht Metern schien im Kasten einzuschlagen, doch mit einem langen Schritt war erneut Lea Eggers da, die das Leder noch vor der Linie wegkratzte und anschließend klären konnte.
Dann war der erste Durchgang auch schon vorbei und das Trainerteam um Simon Wintgen konnte mit der Defensivleistung der Blau-Gelben absolut zufrieden sein. Von der 17-jährigen Lea Eggers bis zur erfahrenen Victoria Wiedermann verteidigten die Löwinnen diszipliniert. Für Lea Eggers und Maya Andresen kamen Sophia Koschick und Cindy Kaufmann in die Partie.

Direkt nach Wiederanpfiff war der Ball dann auch schon drin. Jennifer Cramer, 23-fache ehemalige deutsche Nationalspielerin, schlug eine Flanke mit der Erfahrung von über 100 Bundesligaspielen in die Gefahrenzone der Löwinnen. Dort sprangen alle Spielerinnen beider Teams am Ball vorbei und auch Laura Engler im Tor der Eintracht konnte nicht verhindern, was folgen solle: Die Kugel schlug im linken Eck ein, das 0:2 für das Schlusslicht der Bundesliga.
Ein paar Minuten später erspielten sich die Löwinnen ihre erste Ecke. Diese und auch die anschließende Flanke im zweiten Anlauf segelten gefährlich in den gegnerischen Strafraum, zum Abschluss kam der BTSV aber nicht. Kurz darauf zog Lyn Meyer aus 20 Metern aus der Drehung ab, setzte ihren Versuch aber links neben den Kasten. Eine Viertelstunde vor der zweiten Pause tauchten die Gäste nach einem Steckpass frei vor Eintracht-Torfrau Laura Engler auf. Doch die ehemalige Torhüterin der heutigen Gäste entschied das direkte Duell für sich und verhinderte mit einer starken Parade den Rückstand. Allerdings nur für wenige Augenblicke, denn aus dem Abpraller entstand eine Flanke, die die Blau-Gelbe Hintermannschaft selbst über die Linie bugsierte, das 0:3 für den Erstligisten.
Kurz vor dem letzten Pausenpfiff setzte sich Lyn Meyer leichtfüßig gegen zwei Verteidigerinnen des Bundesligisten durch und zog aus 18 Metern ab, ihr Versuch geriet aber zu zentral.

Dann war erneut Pause. Zwei bittere Momente hatten das Ergebnis etwas unglücklich weiter in die Höhe geschraubt. Das täuschte aber nicht über die weiterhin tolle und disziplinierte Defensivleistung der Oberliga-Löwinnen hinweg. Für Charlotte Brühler, Celina Klebe, Cindy Kaufmann und Jolie Just kamen Rona Riemer, Melisa Bal, Lea Eggers und Maya Andresen in die Partie.
Eine Minute nach Wiederanpfiff schickte Ronja Riemer mit einem Steilpass Maya Andresen auf die Reise, die frei durchbrach, im Laufduell mit der Torfrau aber einen Schritt zu spät kam. Fast im direkten Gegenzug parierte Laura Engler einen Schuss aus 14 Metern stark mit dem Fuß. Wenig später pflückte die BTSV-Torfrau einen harmlosen Fernschuss locker aus der Luft. Eine Viertelstunde vor dem Ende gaben die Löwinnen etwas unnötig eine Ecke her. Diese landete auf dem Kopf von Emilie Bernhardt, die die Kugel im hohen Bogen auf die linke Ecke köpfte. Laura Engler konnte den Einschlag nicht mehr verhindern, das 0:4 für Turbine Potsdam.

Nur eine Zeigerumdrehung später war der Bundesligist nach einem Chip-Pass frei durch, doch die Volley-Direktabnahme aus 13 Metern flog links am Tor vorbei. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als die Gäste nach einem Steilpass frei durch waren. Die Stürmerin umrundete Laura Engler, wurde dann aber zur Grundlinie gedrängt. Von dort legte sie in den Rückraum zu Ena Taslidža. Die zwölffache bosnische Nationalspielerin nagelte das Leder in den linken Knick. Das 0:5 für den Bundesligisten.
Beinahe hätten die Gäste direkt im Anschluss auf das halbe Dutzend erhöht, als nach einem Steckpass die nächste Stürmerin alleine auf Laura Engler zulief, allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position. Doch Laura Engler parierte den Schuss aus leicht spitzem Winkel stark. Zwei Zeigerumdrehungen danach war die BTSV-Torfrau erneut auf sich allein gestellt, nachdem der nächste Steckpass durchgerutscht war, aber Engler verhinderte mit einer überragenden Fußabwehr den sechsten Gegentreffer. Dann durfte auch mal wieder die Eintracht abschließen. Die 16-jährige Neele Wunsch eroberte im Mittelfeld den Ball und zog aus etwa 22 Metern einfach mal ab, doch ihr Fernschuss geriet zu zentral.

Direkt danach war Schluss und man merkte den Blau-Gelben an, dass sie durchaus zufrieden mit dem Spiel gegen das Schlusslicht der Bundesliga waren. Und das konnten sie auch sein, denn die gezeigte Leistung spiegelte auf jeden Fall nicht die Differenz von drei Ligen wider. Dementsprechend wurden mit einem breiten Strahlen Fotos mit Fans und dem Bundesliga-Gegner gemacht. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
