Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Die U23 tut sich lange schwer, gewinnt am Ende aber klar mit 1:7 beim chancenlosen und klar unterlegenen Bezirksligisten Lehndorfer TSV. Die Gastgeber konnten vor 70 Zuschauern aus ihrer kompakten und disziplinierten Defensive kein Kapital schlagen und so hatten die jungen Löwen eigentlich durchgehend den Ball, gewannen fast jeden Zweikampf und brauchten doch über eine Stunde Spielzeit für den dritten Treffer. Liam Marheineke hatte die Pausenführung erzielt, kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Francis Mbassi auf 0:2, Ole Backfisch traf wenig später zum 0:3. Ensar Maloku leitete eine torreiche Schlussphase ein, bei dem der Tabellenneunte der Braunschweiger Bezirksliga mit einem herrlichen Freistoßtor zum Ehrentreffer kamen. Mit Maksym Tytarenko, Basim El-Haj und Mason Grumbach trugen sich drei weitere Namen in die Torschützenliste ein, auf der am Ende also sieben verschiedene Namen standen. Somit steht die U23 im Halbfinale des Wolters-Flutlicht-Pokals.

U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Emil Strauch (TW) – Raffael Ziegele (U19, 64. Maxim Root), Ensar Maloku (C), Jakob Benstead (U19, 64. Gabriel Jerome Michalek) – Ole Backfisch (U19, 64. Andrej Schlothauer (U19)), Karim Hüneburg (75. Lukas Sommer), Mason Grumbach, Francis Mbassi – Robin Placinta, Liam Marheineke (U19, 64. Maksym Tytarenko), Basim El-Haj (U19)

Die erste zielstrebige Aktion der jungen Löwen führte gleich zum ersten Tor: Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als Robin Placinta eine Lücke in der dicht gestaffelten Abwehrkette fand und Ole Backfisch mit einem tollen Pass in den Strafraum schickte. Der rechte Schienenspieler hatte die Übersicht und legte quer. U19-Toptorjäger Liam Marheineke stand elf Meter vor dem Tor völlig frei, legte sich die Kugel noch einmal zurecht und brachte das Spielgerät eiskalt im unteren linken Eck unter. Die frühe Führung für die U23, das 0:1.

Die Gastgeber wurden dadurch nicht gerade offensiver, warteten meist, bis die Blau-Gelben bereits einige Meter in der gegnerischen Hälfte waren, um gegen den Ball zu gehen und verlegten sich auf das Erspielen von Standards und schnelle Gegenstöße auf dem winzigen Kunstrasenplatz. Zwei Minuten nach der Führung bekam Mason Grumbach von Liam Marheineke den Ball und ließ mit einem sehenswerten Dribbling gleich mehrere Gegenspieler stehen. Äußerst knapp vor der Strafraumkante griff ein Abwehrspieler zum taktischen Foul. Auf die gelbe Karte verzichtete der besonnene Schiedsrichter, der das Stadt-Duell durchgehend im Griff hatte, Freistoß gab es aber dennoch. Robin Placinta visierte die Torwartecke an und probierte es flach. Der Schlussmann wehrte den Ball etwas unorthodox mit dem Fuß ab, verhinderte aber das 0:2.

Den anschließenden Einwurf von Ole Backfisch legte Basim El-Haj zu Robin Placinta, der es aus 20 Metern einfach mal versuchte: drüber. Zehn Minuten später setzte Robin Placinta mit einem herrlichen Außenrist-Pass Ole Backfisch in Szene, der am rechten Strafraumrand knapp vor dem Torwart an den Ball kam und es mit einem Lupfer versuchte. Doch der Schlussmann der Gastgeber brachte noch die Hand an den Ball und klärte anschließend ins Seitenaus. Dann wurde es mal auf der anderen Seite gefährlich, denn die jungen Löwen spielten es zu lässig und verloren am eigenen Strafraum den Ball. Nach einem simplen Querpass tauchte ein Lehndorfer frei vor Emil Strauch auf, doch der Löwen-Schlussmann parierte im direkten Duell stark. Zwei Minuten später behinderten sich Strauch und Raffael Ziegele gegenseitig und so hatten die Gastgeber die Chance aufs leere Tor, doch Jakob Benstead kratzte die Kugel noch von der Linie.

In den letzten Minuten der ersten Halbzeit hatten die Blau-Gelben tatsächlich durchgehend den Ball. Lehndorf machte gar nichts mehr, die jungen Löwen spielten sich den Ball in der eigenen Abwehrkette hin und her und blieben teilweise sogar mit Ball stehen. Dann standen tatsächlich alle 22 Akteure in der Gegend rum. Und so schleppte sich die U23 mit Pass-Stafetten wie beim Aufwärmen in die Halbzeitpause.

Und die war aufgrund mangelnder Ideen zwingend notwendig. Die Gastgeber wollten hier nicht abgeschossen werden und schienen dafür auch gerne auf den Ehrentreffer verzichten zu können. Dabei hatten sie sogar Gelegenheiten zum Ausgleich. Die jungen Löwen waren mehr als deutlich überlegen, hatten Ballbesitz für acht Halbzeiten, kamen aber einfach viel zu selten in gefährliche Szenen. Das konnte Trainer Fabian Adelmann nicht zufriedenstellen. Mit Maksym Tytarenko kam somit ein Offensiv-Spieler in die Partie, der zuletzt immer wieder Erfahrungen im Profi-Training sammeln durfte. Dafür blieb Torschütze Liam Marheineke in der Kabine.

Und gerade als die hämischen Kommentare des Heim-Publikums zunahmen, stachen die jungen Löwen zu: Ole Backfisch marschierte über die rechte Seite zur Grundlinie und spielte das Leder in den Rückraum. Dort hatten die Gastgeber Francis Mbassi völlig aus den Augen verloren, der aus 15 Metern unbedrängt abziehen konnte. Der Torwart kam zwar noch mit der Hand an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Das hatte schon ein bisschen Vorentscheidungs-Charakter: 0:2 für den BTSV.

Zwei Minuten später zog Backfisch von seiner rechten Seite nach innen und versuchte es einfach mal mit einem Flachschuss aus etwa 18 Metern, platzierte seinen Versuch aber rechts neben das Tor. Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, als die jungen Löwen mit einer schnellen Kombination die Gastgeber auseinanderzogen. Francis Mbassi spielte die Kugel in den freien Raum am linken Strafraumrand, Maksym Tytarenko war perfekt gestartet, dran in den Strafraum ein und schnippelte das Spielgerät mit dem rechten Außenrist in die Gefahrenzone. Ole Backfisch stand goldrichtig und bugsierte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. Nach zwei Vorlagen nun also das Tor für den rechten Schienenspieler: das 0:3 für die Blau-Gelben!

Wenige Augenblicke nach dem Anstoß eroberte Basim El-Haj den Ball tief in der gegnerischen Hälfte und knallte die Kugel aus 20 Metern aufs Tor. Für den wuchtigen Schuss brauchte der Schlussmann beide Fäuste. Anschließend reklamierten die jungen Löwen nach einer unübersichtlichen Situation ein Handspiel im Strafraum, der Schiedsrichter entschied allerdings auf Handspiel durch einen Eintracht-Akteur. Drei Minuten danach rannte Mason Grumbach nach einem langen Ball von Maxim Root seinen Verfolgern davon, kam vor dem Torwart an den Ball und überwand so auch diesen. Doch noch vor der Linie kam noch ein Verteidiger dazwischen und bereinigte die Situation.

Kurz darauf steckte Robin Placinta auf Mason Grumbach durch, der freie Bahn hatte, dieses Mal im direkten Duell aber nicht am Torwart vorbeikam. Die folgende Ecke schlug Robin Placinta mit viel Gefühl vor das Tor. Dort setzte sich Kapitän Ensar Maloku im Luftduell durch und erwischte den Ball perfekt mit dem Kopf. Von der Unterkante der Latte sprang der Ball auf die Linie und von dort ins Tor. Nun wurde das Ergebnis langsam dem Ligenunterschied entsprechend: das 0:4 für die Braunschweiger Eintracht!

Eine Viertelstunde vor Ablauf der regulären Spielzeit bekamen die Gastgeber einen Freistoß 20 Meter vor dem Tor gesprochen. Nicolas Konradt zirkelte die Kugel für die seine Mannschaft herrlich über die Mauer. Der Ball schlug im linken Winkel ein, Emil Strauch flog vergebens und war absolut machtlos, der Ehrentreffer für die Hausherren, nur noch 1:4.
Keine fünf Minuten später bekam Robin Placinta den Ball von Andrej Schlothauer und zog aus der zweiten Reihe einfach mal ab. Der Torwart konnte den Aufsetzer nicht festhalten, Maksym Tytarenko schaltete blitzschnell und drückte den Abpraller über die Linie. Der alte Abstand war wieder hergestellt: das 1:5 für die U23.

Auf der anderen Seite bekam Lehndorf den nächsten gefährlichen Freistoß zugesprochen, dieses Mal segelte der direkt getretene Standard aber etwa einen Meter links am Tor vorbei. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Robin Placinta den Ball aus dem Fußgelenk mit ganz viel Gefühl über die Abwehrkette in den Lauf von Basim El-Haj lupfte. Dieser versuchte, mit einem Heber den Schlussmann zu überwinden, doch der brachte noch eine Hand an die Kugel. El-Haj bleib aber in der Szene und in Ballbesitz und drosch das Leder aus leicht spitzem Winkel ins leere Tor. Nun war das halbe Dutzend voll: das 1:6 für die Adelmann-Elf!

Wenige Sekunden nach dem Anstoß eroberte Mason Grumbach am gegnerischen Strafraum den Ball, tankte sich an allen verbliebenden Gegenspielern vorbei und vollstreckte alleine vor dem Torwart in die untere rechte Ecke. Jetzt war das Ergebnis aus dem legendären Halbfinale der WM in Brasilien auf der imaginären Anzeigetafel zu sehen, das 1:7 für den BTSV!

Das war auch der Endstand. Deutlich und hochverdient, aber mit Mühen, zieht die U23 in das Halbfinale des Wolters-Flutlicht-Pokals ein. Dort steht der Gegner noch nicht fest. Bekannt ist aber bereits, gegen wen es am kommenden Samstag geht. Dann reist der 1. FC Germania Egestorf-Langreder nach Braunschweig. Haltet hier unbedingt Augen und Ohren offen, denn aufgrund der Wetterlage kann sich Anstoßzeit und -ort noch ändern.

Bis dahin

Euer Kivi

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