Das Ende einer tollen Vorrunde
7 min readDie U17 beendet die Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga auf einem beachtlichen fünften Tabellenplatz. Knapp hinter den Jung-Störchen von Bundesligist Holstein Kiel und sechs Punkte vor der U17 von Bundesligist Pauli. Mit der Hertha und dem heutigen Gegner, dem HSV spielten zudem zwei der besten Nachwuchsleistungszentren Deutschlands in der Staffel der jungen Löwen. 19 Punkte aus 14 Spielen sind eine tolle Ausbeute für das Team von Trainer Kosta Rodrigues, die im neuen Jahr in der Hauptrunde der B-Liga starten werden. Heute gab es vor etwa 80 Zuschauern gegen den HSV nichts zu holen. Die dominanten Gäste wurden von den Blau-Gelben lange vom eigenen Tor entfernt gehalten, ein dicker Fehlpass sorgte mit dem Pausenpfiff dann aber doch noch für den Rückstand. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten die Hamburger auf 0:2 und ließen eine Viertelstunde später das 0:3 folgen. Doch die jungen Löwen hatten sich noch nicht aufgegeben und kamen durch ein tolles Tor von Mika Ketzscher zurück in die Partie. Mit Ablauf der regulären Spielzeit stellte Abdel-Haq Awali sogar noch auf 2:3 und machte die letzten Minuten spannend. Doch das letzte Wort hatte der HSV, der nach einer Ecke den 2:4-Endstand herstellte.
U17-Coach Kosta Rodrigues entschied sich für folgende Aufstellung: Patrick Büttner (TW) – Niklas Kästner (60. Lennard Baum), Jakin Abdaoui, Julian Paul, Lasse Noster (C) – Dominik Söllner (60. Matti Schröder), Linus Bröger, Abdel-Haq Awali, Mika Ketzscher – Mila Gryglewski (60. Besian Bytyqi), Aron Polatschek (69. Felix Themba Krebs)

Bei der Eintracht standen drei Spieler des jüngeren Jahrgangs in der Startelf, während bei den Gästen alle Spieler bereits in der vergangenen Saison Teil des B-Jugend-Jahrgangs waren. Darüber hinaus trat die Löwen-U17 in der vergangenen Saison noch in der drittklassigen Niedersachsenliga an, während einige Spieler sogar noch eine Liga tiefer für die U16 in der Landesliga gegen den Ball traten. Umso höher ist die Leistung der Mannschaft und des Trainerteams um Kosta Rodrigues zu hängen, bereits einen Spieltag vor Ende der Vorrunde sicher drei Mannschaften hinter sich gelassen zu haben. Sechs Siege stehen am Ende sieben Niederlagen gegenüber. Das einzige Remis der Blau-Gelben war darüber hinaus der einzige Punktverlust von Spitzenreiter Hertha BSC. Ein NLZ, dass mit seinen Teams seit Jahren um die Spitzenplätze der höchsten Jugendklassen spielt.
Wenige Minuten waren gespielt, als die Gäste nach einer Freistoßflanke von der rechten Seite zum ersten Mal zum Abschluss kamen, die Kugel aus wenigen Metern aber klar am Tor vorbei drückten. Wenige Augenblicke später pflückte BTSV-Torwart Patrick Büttner einen harmlosen Fernschuss souverän aus der Luft. Kurz darauf suchte Abdel-Haq Awali mit einem langen Pass Dominik Söllner, der im Laufduell mit dem Torwart einen Schritt zu spät kam. Etwa 20 Minuten waren gespielt, als der Ball den Gästen 18 Meter vor dem Tor vor die Füße fiel. Der folgende Schuss zischte scheinbar unhaltbar auf den rechten Winkel zu, doch Patrick Büttner flog eindrucksvoll durch die Luft, brachte noch die Fingerspitzen an den Ball und verhinderte mit einer echten Wahnsinnstat den Rückstand.

Zwei Zeigerumdrehungen danach lief der Löwen-Konter über Mika Ketzscher, der Dominik Söllner in Szene setzte. Söllner lief zusammen mit Aron Polatschek auf den letzten Verteidiger der Gäste zu, blieb aber mit einem Haken an eben diesem letzten Gegenspieler hängen. Auf der anderen Seite wurde es nach einem Ballverlust im Aufbauspiel gefährlich, die Gäste versuchten aus der zweiten Reihe den aufgerückten Büttner zu überlupfen, verfehlten das Tor aber deutlich. Eine Minute danach rutschte ein scharfer Pass von Niklas Kästner von der Mittellinie bis in den Strafraum durch. Mika Ketzscher setzte sich klasse durch, zielte aus spitzem Winkel aber zu zentral.
Kurz darauf kamen die Gäste aus 18 Metern per Volley zum Abschluss. Der Ball fand den Weg durch viele Beine und sauste auf die rechte untere Ecke zu. Patrick Büttner sah die Kugel spät, tauchte aber rechtzeitig ab und hielt das Spielgerät sogar fest. Wenig später hielt der starke Schlussmann einen Kopfball aus kurzer Distanz souverän fest. Eine Viertelstunde später war der Löwen-Keeper dann aber machtlos. Ein ungenauer Rückpass wurde zur perfekten Vorlage für die Nummer 6, der 25 Meter vor dem Tor einen Schritt schneller am Ball war als Büttner und die Kugel anschließend im leeren Tor unterbrachte. Ein bitteres Gegentor, hatten die jungen Löwen doch immer seltener Abschlüsse der dominanten Gäste zugelassen. Das 0:1 mit dem Pausenpfiff.
Denn der Schiedsrichter beendete direkt danach den ersten Durchgang. Ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt also dieser Rückstand und im Zustandekommen sowieso. Die jungen Löwen hatten wenig zugelassen, offensiv aber auch kaum stattgefunden. Gegen einen starken Gegner, der nur von Spitzenreiter Hertha bezwungen wurde, aber eine absolut annehmbare Leistung.

Die Eintracht kam mutig aus der Kabine: Wenige Augenblicke waren gespielt, da steckte Linus Bröger auf Mika Ketzscher durch, der links in den Strafraum eindringen konnte und mit einem Querpass einen Mitspieler suchte. Doch der Torwart konnte den Ball noch vor dem einschussbereiten Aron Polatschek abfangen. Eine Minute später kam Polatschek nach einem Pass von Milan Gryglewski dann doch zum Abschluss, sein Flachschuss von der Strafraumkante kam aber mit zu wenig Wucht und zu zentral. Leichte Aufgabe für den HSV-Keeper. Auf der anderen Seite sorgte ein Ballverlust am eigenen Strafraum für größte Gefahr: Patrick Büttner reagierte im direkten Duell mit dem Stürmer erneut klasse und konnte parieren, hatte dann aber auch Glück, dass die Gäste den Abpraller über das leere Tor bugsierten.
Eine Zeigerumdrehung später agierten die jungen Löwen nach einer eigentlich geklärten Situation zu schläfrig und so kamen die Gäste aus spitzem Winkel nochmal zum Abschluss. Büttner parierte den wuchtigen Schuss zur Ecke. Und nach dieser zeigte sich, dass die Hamburger einige großgewachsene und körperlich überlegene Spieler in ihren Reihen hatten. Allerdings ging das Kopfballduell auch viel zu leicht an den HSV-Akteur. Patrick Büttner konnte den wuchtigen Kopfball noch parieren, doch die Nummer 19 der Gäste schaltete schneller als die zahlreichen Blau-Gelben und drückte den Abpraller über die Linie. Das 0:2 zehn Minuten nach Wiederanpfiff.

Auch der nächste Abschluss der Gäste war ein Kopfball nach einer Ecke. Patrick Büttner fischte den Ball noch aus dem Winkel und hatte die Kugel im Nachfassen sicher. Doch nur etwas mehr als zehn Minuten nach dem zweiten Gegentreffer war der BTSV-Schlussmann erneut machtlos. Nach einem Chip-Ball über die Abwehrkette tauchte die Nummer 20 frei vor Büttner auf und überwand den Torwart mit einem gekonnten Lupfer: das 0:3 für den HSV.
Doch die jungen Löwen hatten eine schnelle Antwort parat. Keine fünf Minuten später spielte Linus Bröger eine Ecke von der linken Seite flach in den Strafraum. Mika Ketzscher verarbeitete das Leder klasse, drehte sich blitzschnell und schlenzte das Leder aus halblinker Position 14 Meter vor dem Tor herrlich in die rechte Ecke. Das schönste Tor des Tages gehörte erstmal dem BTSV: der Treffer zum 1:3!
Nun gaben die Blau-Gelben noch einmal alles, waren dafür aber anfälliger für Konter. Einer dieser schnellen Gegenstöße mündete in einem Querpass, doch Patrick Büttner war beim folgenden Schuss aus wenigen Metern zur Stelle und parierte abermals stark. Auf der anderen Seite ging Besian Bytyqi bei einem Pass des Torwarts kurz vor dem gegnerischen Kasten dazwischen, der Ball prallte von seinem Fuß aber knapp neben das leere Tor. Das Glück war heute nicht auf Seiten der Blau-Gelben. Kurz darauf erwischte Matti Schröder eine Flanke von Lennard Baum mit dem Kopf, sein Kopfball landete im hohen Bogen in den Armen des Torwarts. Anschließend versuchten es die Hamburger mit einem etwas zu lässigen Spielaufbau. Matti Schröder spritzte dazwischen und spitzelte den Ball vom Fuß eines Verteidigers zu Abdel-Haq Awali, der sich das Leder 18 Meter vor dem Tor zurechtlegte und einfach mal abzog. Der Ball schlug leicht abgefälscht im unteren rechten Eck ein, nur noch 2:3!

Jetzt war hier noch einmal Feuer drin. Doch die Hamburger machten es im Stile einer Spitzenmannschaft und hielten den Ball lange an der Eckfahne beim Braunschweiger Tor. Und so holten die Rothosen ohne rote Hosen eine Ecke tief in der Nachspielzeit raus. Nach dieser durfte die Nummer 6 ziemlich unbedrängt einköpfen, da hatte irgendwas überhaupt nicht gepasst. So brachten sich die jungen Löwen um eine knappe Niederlage: 2:4.
Wenige Sekunden ließ der Schiedsrichter noch spielen, dann war Schluss! Die U17 macht es den Profis nicht nach und verliert mit 2:4 gegen den Hamburger SV. Dennoch zeigte die Mannschaft von Kosta Rodrigues auch im letzten Vorrundenspiel eine gute Leistung und hielt mit einem starken Gegner mit. Nun ist Winterpause für die jungen Löwen. Wie und wann es in der Nachwuchsliga „Liga B“ weitergeht, ist noch nicht offiziell bekannt. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
