Späte Niederlage gegen den Spitzenreiter
5 min readDie U19 führt bis in die Nachspielzeit gegen Spitzenreiter. Doch dann kam der bis dahin ungeschlagene VfL Bochum mit einem Doppelschlag doch noch zum Sieg und zerstörte die Hoffnungen der jungen Löwen. Dabei war es eine wirklich tolle Leistung der Blau-Gelben gewesen, die im Trikot aus der Saison 2022/23 stark gegen eines der besten Nachwuchsteams Deutschlands mithielten. Karim Hassanin hatte vor 80 Zuschauern früh zur Führung getroffen und auch auf den zwischenzeitlichen Ausgleich eine schnelle Antwort gehabt, ehe Aurel Gega kurz vor der Pause auf 3:1 erhöhte. Im zweiten Durchgang war es ein Spiel auf ein Tor, doch die Eintracht hielt lange gut dagegen, auch nach einem unglücklichen Eigentor. Doch in der Nachspielzeit schienen die Kraftreserven aufgebraucht zu sein und die Gäste zeigten, was eine Spitzenmannschaft ausmacht. So musste sich die Mannschaft von Trainer Christian Menzel in einer unfassbar bitteren Art und Weise mit 3:4 geschlagen geben.
U19-Coach Christian Menzel entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Ole Backfisch, Leo Klipphahn, Raffael Ziegele (80. Ben Fuchs), Marvin Hounkpati, Aurel Gega – Sebastian Dabrowski, Enio Karepi (51. Bastian Redecker), Karim Hassanin, Basim El-Haj – Arda Aksac (77. Konly Yotasong Deguim)
Etwa zehn Minuten waren gespielt, als Basim El-Haj auf der linken Grundspiele seinen Gegenspieler mit einer tollen Bewegung vernaschte und weiter in den Strafraum zog. Der Kapitän suchte einen Mitspieler und fand mit etwas Glück Karim Hassanin. Der Mittelfeldspieler, der erst kürzlich von der U20 Ägyptens eingeladen wurde, zog aus 18 Metern ab. Sein Flachschuss schlug neben dem rechten Pfosten ein. Die frühe Führung gegen den Tabellenführer! Das 1:0 für die U19!

Zehn Minuten später sorgte ein haarsträubender Ballverlust am eigenen Strafraum für Gefahr, doch der VfL-Akteur schloss etwas überhastet aus spitzem Winkel ab und stellte den souverän reagierenden Leon Herdes vor keine wirklichen Probleme. Zwei Zeigerumdrehungen später bekam Enio Karepi von Karim Hassanin den Ball und verlagerte das Spiel mit einem herrlichen Flugball auf den rechten Flügel. Dort behauptete Sebastian Dabrowski die Kugel und spielte den Ball in den Rückraum. Arda Aksac nahm das Spielgerät direkt und schoss aus 14 Metern nur knapp vorbei. Kurz darauf eroberten die Gäste robust den Ball und steckten sofort auf die Nummer 7 durch, die aus leicht abseitsverdächtiger Position gestartet war und alleine vor Leon Herdes auftauchte. Der Löwen-Keeper blieb ohne Abwehrchance, der 1:1-Ausgleich.
Im direkten Gegenzug kamen die jungen Löwen nach einer Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld im gegnerischen gleich mehrmals gefährlich zum Abschluss, die Gäste blockten aber jeden Versuch. Fünf Minuten nach dem Ausgleich gingen die Blau-Gelben erneut in Führung. Die Eintracht setzte sich am Strafraum des Spitzenreiters fest und suchten nach der Lücke. Diese fand vom rechten Strafraumeck Ole Backfisch. Der Rechtsverteidiger zirkelte die Kugel in die Gefahrenzone, wo sich Karim Hassanin durchsetzen konnte und das Spielgerät ins linke Eck drückte. Der Doppelpack für den Mittelfeldspieler und die erneute Führung für die jungen Löwen: das 2:1!

Im direkten Gegenzug erarbeiteten sich die Gäste einen Freistoß halbrechts vor dem Löwen-Strafraum. Diesen traten die Bochumer mit einer irren Flugkurve direkt aufs Tor. Mit den Fingerspitzen lenkte Leon Herdes den Ball noch an die Latte, anschließend klärten die Blau-Gelben im Verbund. Zwei Zeigerumdrehungen später landete ein langer Abschlag von Leon Herdes bei Basim El-Haj, der das Leder wunderschön verarbeitete, der Ball klebte förmlich am Fuß des Kapitäns. El-Haj chippte anschließend i den Lauf von Arda Aksac, dessen Schuss aus 13 Metern geblockt werden konnte. Doch nur eine Minute danach verarbeitete Basim El-Haj den nächsten langen Ball klasse. Dieses Mal war es ein langer Seitenwechsel von Leo Klipphahn. El-Haj tanzte seinen Gegenspieler aus, zog über die linke Grundlinie nach innen und bediente Aurel Gega, der zehn Meter vor dem Tor an den Ball kam, sich mit einem Haken etwas Platz verschaffte und die Kugel unter die Latte schweißte. Ein richtig schönes Tor und das 3:1 für den BTSV!
Dann war Halbzeit! Die U19 hatte sich für eine tolle Leistung belohnt und war gegen spielstarke Bochumer immer wieder durch Nadelstiche gefährlich geworden. Der besten Offensive der Staffel war bis dahin noch nicht viel Zwingendes gelungen, nur nach Ballverlusten in Strafraumnähe wurde es gefährlich für das Löwen-Tor. Trainer Christian Menzel verzichtete auf Wechsel, ganz im Gegensatz zum Bochumer Trainer, der gleich vier Änderungen vornahm.

Auch die Halbzeitansprache der Gäste hatte es wohl in sich gehabt, denn der Spitzenreiter kam unglaublich druckvoll und dominant aus der Kabine. Bereits nach wenigen Augenblicken zischte ein Fernschuss knapp am Tor der Eintracht vorbei. Zwei Minuten später kamen aber auch die jungen Löwen zum Abschluss: Sebastian Dabrowski setzte Arda Aksac in Szene, der von der linken Seite nach innen zog und aus 18 Metern den Abschluss suchte. Sein Flachschuss ging rechts am Tor vorbei. Ein paar Minuten danach kamen die Gäste nach einem Steckpass aus 14 Metern zum Abschluss, Leon Herdes parierte aber stark mit einer Fußabwehr. Kurz darauf rettete Aurel Gega mit einer starken Grätsche. Andernfalls wäre der VfL-Akteur frei vor Leon Herdes aufgetaucht. Die anschließende Ecke war dann eigentlich gar nicht so gefährlich, doch die Löwen legten sich den Ball selbst ins Netz. Leon Herdes faustete den Ball auf den Rücken von Basim El-Haj, von dort prallte die Kugel ins Netz. Der Anschlusstreffer zum 3:2.
Der Druck der Gäste wurde nun immer größer und die Löwen zogen sich immer mehr zurück. Immer seltener konnten die Blau-Gelben Entlastungsangriffe ausspielen, obwohl die Gäste durchaus Gelegenheiten zum Kontern anboten. Doch immer wieder geriet ein Pass zu ungenau. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit gab es dann doch die Chance zur Entscheidung. Einen langen Abschlag von Leon Herdes nahm Bastian Redecker klasse mit, war mit Ball schneller als sein Gegenspieler und drang in den Strafraum ein. Dort umkurvte er den Torwart, kam dabei aber zu Fall und konnte den Ball nicht mehr aufs leere Tor bringen. Die Mega-Chance zum 4:2!

Und so kam es, wie es bei der Eintracht nun mal kommt. Die vierminütige Nachspielzeit war bereits angebrochen, als der Ball über die rechte Seite in den Strafraum kam und ein wildes Gewühl entstand. Mehrmals schien der Ball schon geklärt, doch irgendwie kamen die Gäste doch zum Abschluss und der Ball trudelte ins Löwen-Tor. Der Ausgleich in der zweiten Minute der Nachspielzeit, das 3:3.
Doch damit nicht genug: Gleich nach dem Anstoß war der Ball wieder weg und die Nummer 7 wurde nicht richtig angegangen und konnte aus 20 Metern unbedrängt abschließen. Leon Herdes kam noch an den Ball, konnte aber nicht verhindern, dass die Kugel zum 3:4 im linken unteren Eck einschlug.

Extrem bitter für die jungen Löwen, die hier über fast die gesamte Spielzeit klasse mitgehalten hatten, am Ende aber stehend K.O. waren. Nur zwei Minuten trennte die Mannschaft von Trainer Christian Menzel vom Überraschungssieg, aber so war es am Ende wieder mal eine Niederlage. Die vierte in Folge in der Nachwuchs-Liga. Weiter geht es für die U19 am kommenden Samstag. Dann geht die Reise zum VfL Osnabrück. Anstoß ist um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
