Geschenke an die Hauptstadt
4 min readDie Eintracht spielt die beste Halbzeit seit vielen Jahren im Olympiastadion, macht sich die gute Leistung aber gleich durch mehrere krasse individuelle Fehler kaputt. So wurde aus der nicht unverdienten 0:1-Pausenführung nach einer Roten Karte für Lennart Grill und zwei Elfmetern sowie einem eklatanten Ballverlust eine 3:1-Niederlage. So warten die Blau-Gelben weiterhin auf einen Auswärtssieg in der aktuellen Saison. Zuletzt konnte man im April beim späteren Absteiger Osnabrück dreifach punkten. Die Löwen stehen damit auf dem Relegationsplatz.
Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Grill (49. Rot) – Paul Jaeckel, Ermin Bičakčić (C), Kevin Ehlers (53. Marko Johansson) – Fabio Kaufmann, Niklas Tauer (81. Max Marie), Robin Krauße (73. Sven Köhler), Leon Bell Bell (81. Fabio di Michele Sánchez) – Johan Gómez – Levente Szabó (73. Sebastian Polter), Ryan Philippe
Passend zum Austragungsort gab es für 5 Euro eine Currywurst. Hier gab es nicht viel zu meckern. Für die Preisverhältnisse in einem Fußballstadion war die Portionsgröße absolut ok und geschmeckt hat es auch. 9/10 von mir.

Den ersten Abschluss hatten die Blau-Gelben: Johan Gómez versuchte es aus der zweiten Reihe, doch sein Fernschuss wurde zur Ecke abgefälscht. Diese schlug Philippe über alle Köpfe hinweg ins Toraus. Auch die Hausherren verzeichneten kurz darauf ihren ersten Schuss aus der Ferne, doch Grill war auf dem Posten und konnte parieren. Eine Viertelstunde später war es dann Rayan Philippe, der es aus etwas mehr als 20 Metern einfach mal versuchte. Der Toptorjäger der Löwen schoss die Kugel aber knapp rechts am Tor vorbei. Wenige Minuten vor der Pause kamen die Blau-Gelben dann auch zum ersten Schuss aufs Tor der Hauptstädter und der war auch gleich drin: Niklas Tauer verlagerte das Spiel mit einem tollen Pass auf die rechte Seite. Dort setzte sich Fabio Kaufmann energisch gegen seinen Gegenspieler durch und spielte die Kugel flach in die Gefahrenzone. Levente Szabó stand perfekt und drückte die Kugel per Direktabnahme ins Netz, das 0:1 für die Braunschweiger Eintracht!

Im vierten Besuch mein erster Eintracht-Treffer im Olympiastadion. Die Stimmung bei den knapp 4.000 mitgereisten Eintracht-Fans war spätestens jetzt prächtig. Bei den Herthanern wurde es nach einem abgefälschten Distanzschuss beinahe gefährlich, doch die Kugel flog knapp über den Kasten.
Dann war Halbzeit. Die Führung war in einem ereignisarmen Spiel nicht unverdient, auch wenn den Löwen selbst wenig gelungen war in der Offensive. Dafür hatte man die Angreifer des Hauptstadt-Clubs im Griff und zeigte eine ansprechende Leistung. Daher verzichtete Daniel Scherning auch auf Wechsel.

Auch im zweiten Durchgang hatte die Eintracht den ersten Torabschluss. Torschütze Levente Szabó versuchte es per Fallrückzieher, am Ende war das aber eine leichte Beute für Hertha-Keeper Ernst. Auf der anderen Seite gab es für BTSV-Schlussmann Lennart Grill eine ähnlich leichte Aufgabe, doch es sollte anders kommen. Der Keeper stürmte bei einem völlig harmlosen langen Ball aus dem Strafraum, schlug aber ein Luftloch und brachte somit Cuisance, der eigentlich überhaupt keine Chance auf den Ball hatte, frei vors Tor. Grill versuchte noch zu retten, machte aber alles noch schlimmer, als er den Mittelfeldspieler auf der Strafraumkante zu Boden riss.
Eine nicht ballorientierte Notbremse, das bedeute Rot für den Torwart und da der Schiedsrichter und der VAR das Vergehen im Strafraum gesehen hatte auch noch Strafstoß für die Hausherren. Es dauerte noch einige Minuten, bis Ersatztorwart Marko Johansson bereit war und dann kassierte unsere Nummer drei in seinen ersten Sekunden auf dem Feld in Blau-Gelb gleich das erste Gegentor, denn der Elfmeter schlug unten rechts ein. Das 1:1.

Erfahrenen Einträchtlern schwante zu diesem Zeitpunkt bereits böses. Noch über 40 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt zu bestreiten und das in Unterzahl gegen eine wachgeküsste Hertha, die sich bis dahin völlig ungefährlich gezeigt hatte. Eine Viertelstunde später konnte sich Johansson erstmals auszeichnen und pflückte einen harmlosen Fernschuss aus der Luft. 20 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab es erneut Strafstoß für die Berliner. Leon Bell Bell hatte mit einer unsauberen Ballannahme Florian Niederlechner auf den Plan gerufen, von dem trotzdem keine Gefahr ausging. Doch der Linksverteidiger kam im Zweikampf zu spät und trat den Hertha-Stürmer um. Dieses Mal trat Maza aus elf Metern an, wieder schlug der Ball unten rechts ein. Spiel gedreht, 2:1 für Hertha BSC.
Zehn Minuten später wurden die Hauptstädter erneut eingeladen: Köhler leitete sich einen ebenso unnötigen wie folgenschweren Ballverlust. Über Sessa kam der Ball zu Niederlechner, der zum Strafraumrand marschierte und aus 19 Metern abzog. Ein drittes Mal schlug die Kugel unten rechts ein. Das war die Entscheidung, das 3:1 für die Hertha aus Berlin.

Dann war Schluss! Die Eintracht kann auch im vierten Auswärtsspiel der Saison nicht gewinnen und steht mittlerweile bei bereits 17 Gegentoren auf fremden Plätzen. Dabei hatte es heute aussichtsreich begonnen, aber ein Spiel hat nun mal immer zwei Halbzeiten. Weiter geht es für die Scherning-Elf am kommenden Sonntag in einem echten Sechs-Punkte-Spiel gegen Preußen Münster. Der Vorletzte steht nur einen Punkt hinter den Blau-Gelben.
Bis dahin
Euer Kivi
