Die erste Niederlage
7 min readDie U19 verliert nach zwei Unentschieden erstmal in der Nachwuchsliga und muss sich Spitzenreiter VfL Bochum mit 5:2 geschlagen geben. Gegen die laut Trainer Christian Menzel beste Mannschaft der Staffel lagen die jungen Löwen bereits früh mit 2:0 zurück, kamen anschließend aber besser in die Partie. Das nächste Tor erzielten dennoch die Gastgeber. Dieses Mal hatte die U19 die schnelle Antwort: Langer Ball Luca Gille, Kopfball-Ablage Liam Marheineke und Arda Aksac nagelte das Leder aus 20 Metern per Volley mit Hilfe der Latte ins linke Eck. Doch noch vor der Pause erhöhten die Bochumer auf 4:1. Nach dem Seitenwechsel waren die Blau-Gelben die gefährlichere Mannschaft und konnten durch Luca Gille verkürzen, wieder hatte Liam Marheineke vorgelegt. Anschließend hatten sich die jungen Löwen das dritte Tor verdient, kurz vor Schluss setzten die Junioren des Bundesligisten aber einen Konter zum 5:2-Endstand.
U19-Coach Christian Menzel entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Ole Backfisch (60. Marvin Hounkpati), Ben Fuchs, Raffel Ziegele, Jakob Benstead (80. Noah Weisheit), Andrej Schlothauer – Luca Gille (70. Karim Hassanin), Basim El-Haj (C, 70. Aurel Gega) – Arda Aksac (60. Oliwier Bosacki), Liam Marheineke, Jan Strauße (46. Bastian Redecker)

Auf den Tag genau 19 Jahre vor dem Auftritt der U19 in Bochum besuchte ich mein erstes Eintracht-Spiel im Eintracht-Stadion. Der Gegner damals? LR Ahlen, heute als Rot-Weiß Ahlen in der fünftklassigen Oberliga Westfahlen unterwegs. Geboren war damals noch keiner der Spieler, die heute auf dem Platz standen. Zurück zur Nachwuchs-Liga. In dieser hatten sich die jungen Löwen bisher torgefährlich gezeigt, ließen aber auch eine Menge Treffer zu. Und genau so ging es auch gegen den Spitzenreiter los. Bereits nach fünf Minuten kam ein Verteidiger der Blau-Gelben im Strafraum zu spät, klare Sache: Strafstoß. Und so war BTSV-Schlussmann Leon Herdes gleich beim ersten Schuss auf sein Tor machtlos und geschlagen, der Ball schlug unten links ein, das frühe 1:0 für die Hausherren.
Es wurde nicht viel besser, die Eintracht versuchte gegen die starken Gastgeber in der Anfangsviertelstunde den Fuß in die Tür zu kriegen, das sollte aber nicht gelingen. 14 Minuten waren gespielt, als Liam Marheineke in einem Zweikampf den Arm seines Gegenspielers ins Gesicht bekam und angeschlagen zu Boden ging. Doch weder die Schiedsrichter noch die Bochumer unterbrachen das Spiel. Der VfL nutzte das Momentum eiskalt und drang über halbrechts in den Strafraum ein. Die Nummer 10 zog nach innen und versenkte die Kugel aus 14 Metern in die linke untere Ecke. Wieder nichts zu machen für Leon Herdes und das 2:0 für den VfL Bochum. Liam Marheineke musste behandelt werden, konnte kurz darauf aber weitermachen.

Ein paar Minuten danach leisten sich die Löwen einen gefährlichen Ballverlust im Aufbauspiel, wieder ging es ganz schnell in Richtung Eintracht-Tor, doch der Schuss aus 14 Metern flog über den Kasten. Fünf Minuten später blockten die Löwen einen gefährlichen Schuss zur Ecke. Im Gegenzug kam der Ball über Arda Aksac und Liam Marheineke zu Luca Gille, der aus spitzem Winkel abgeblockt wurde. Nicht ganz eine halbe Stunde war gespielt, als die Gastgeber auf der linken Seite zu viel Platz hatten und unbedrängt flanken konnten. In der Mitte wurde die Nummer 5 beim Kopfball ebenfalls nur bedingt gestört und so prallte der Kopfball aus sieben Metern von der Unterkante der Latte ins Tor, das 3:0.
Abschlachten lassen wollten sich die jungen Löwen nun aber wirklich nicht, denn so unterlegen war die Mannschaft von Trainer Christian Menzel auch gar nicht. Die nächste Chance hatten aber die Gastgeber. Leon Herdes war auf sich allein gestellt, nachdem ein langer Ball durchgerutscht war, entschied das direkte Duell mit dem Stürmer aber mit einer starken Parade für sich. Zwei Zeigerumdrehungen später fand Luca Gille mit einem hohen Ball aus dem Mittelkreis Liam Marheineke, der vom Strafraumrand mustergültig mit dem Kopf ablegte. Arda Aksac ging volles Risiko, nahm das Leder aus 20 Metern volley und wurde belohnt. Das Geschoss flog Richtung linker Winkel, knallte an die Unterkante der Latte, von dort auf den Boden und anschließend in Netz: Was für ein Tor! Das Tor des Monats der U19-Nachwuchsliga war also gefunden: Nur noch 3:1!
Anschließend drückten die Blau-Gelben auf den Anschlusstreffer: Eine Flanke von Ole Backfisch prallte zu Arda Aksac, der aus zehn Metern sofort abzog und einem Bochumer an die Hand schoss. Doch das Spiel lief zurecht weiter, das war kein strafbares Handspiel. Die anschließende Flanke von Liam Marheineke geriet ein Stück zu hoch. Eine Zeigerumdrehung danach überlief Jan Strauß nach einem langen Ball von Jakob Benstead seinen Gegenspieler und tauchte frei vor dem Tor auf. Doch der Schiedsrichter hatte ein Foul erkannt und pfiff den Flügelflitzer zurück. Da konnten sich die Bochumer glücklich schätzen, denn das war kein Foul.

Kurz darauf trieb Liam Marheineke den Ball voran und bediente auf der rechten Seite Ole Backfisch, dessen Flanke flog in Richtung Arda Aksac, der sich im Kopfballduell knapp nicht durchsetzen konnte. Die Gastgeber klärten zur Ecke. Diese schlug Jakob Benstead scharf vors Tor. Der VfL-Schlussmann segelte am Ball vorbei, doch Ben Fuchs köpfte die Kugel hauchzart links am Tor vorbei. Und so kam es, wie es nun mal kommt, wenn an die Chancen nicht nutzt: Der VfL konnte den Ball von der linken Seite erneut unbedrängt in den Strafraum spielen, die unbedrängte Nummer 19 drückte die flache Hereingabe aus elf Metern genau in die untere rechte Ecke. Erneut war Leon Herdes absolut machtlos, die Bochumer präsentierten sich hier ziemlich abgeklärt und nutzten fast jeden Löwen-Fehler für einen Treffer.
Dann war Halbzeit. Der Zwischenstand spiegelte nicht ganz das Kräfteverhältnis auf dem Platz wieder, die bessere Leistung hatten bis dahin aber trotzdem die Hausherren erbracht, die somit verdient, aber zu hoch führten. Die jungen Löwen hatten zu viele Einladungen verteilt und ihre eigenen Möglichkeiten nicht konsequent genug ausgespielt. Trainer Christian Menzel beließ es bei einem Wechsel, Bastian Redecker kam für Jan Strauß.

Kurz nach Wiederanpfiff vergaben die Blau-Gelben die Megachance auf das 4:2: Liam Marheineke schicke Ole Backfisch zur Grundlinie, der in die Gefahrenzone flankte. Arda Aksac kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Abschluss, bugsierte das Leder aber genau in die Arme des Torwarts. Auf der anderen Seite pflückte Leon Herdes einen harmlosen Fernschuss locker aus der Luft. Keine zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Liam Marheineke aus dem Getümmel auf Luca Gille durchsteckte. Der Mittelfeldspieler zog aus etwas spitzem Winkel ab. Von einem Abwehrspieler leicht abgefälscht, schlug der Ball im rechten Eck ein. Der BTSV war wieder da, nur noch 4:2!
Kurz darauf spielten sich die jungen Löwen am Strafraum der Gastgeber fest, fanden aber einfach keine entscheidende Lücke. Die Versuche von Bastian Redecker und Liam Marheineke von der Strafraumkante wurden beide geblockt. Ein paar Minuten später ließ Bastian Redecker bei einem Hochgeschwindigkeitsdribbling mehrere Gegenspieler stehen und drang in den Strafraum. Dort wurde er gestoßen und ging zu Boden. Doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Durchaus verwunderlich, hatte er im ersten Durchgang bei der Topchance von Jan Strauß mit einer sehr strenge Linie bewertet. Bitter für die Eintracht. Auf der andern Seite wurde es erneut nach einem Ballverlust im Aufbauspiel gefährlich, der VfL machte es erneut blitzschnell und konnte über die rechte Seite in den Strafraum eindringen, Leon Herdes war aber auf dem Posten und parierte den Schuss aus spitzem Winkel souverän.

Im Gegenzug zog Liam Marheineke aus 18 Metern wuchtig ab, ein Abwehrspieler schmiss sich dazwischen und blockte zur Ecke. Diese trat Jakob Benstead auf dem Kopf vom gerade erst eingewechselten Aurel Gega, der das Ziel aus elf Metern klar verfehlte. Zwei Zeigerumdrehungen später bediente Karim Hassanin mit einer gekonnten Verlagerung Andrej Schlothauer, der von der rechten Seite nach innen zog und aus 16 Metern den Abschluss suchte: drüber. Kurz darauf blockte Ben Fuchs mit einer starken Grätsche einen gefährlichen Schuss aus kurzer Distanz zur Ecke. Drei Minuten danach wurde Bastian Redecker wenige Meter vor dem Strafraum umgegrätscht, doch der Schiedsrichter hatte kein Foul erkannt. Oliwier Bosacki zog aus der zweiten Reihe ab, sein Schuss wurde gefährlich abgefälscht doch im Nachfassen hatte der VfL-Schlussmann den Ball sicher.
Zehn Minuten vor dem Ende überlistete ein gelupfter Pass die Blau-Gelbe Abwehrkette und gleich zwei Bochumer tauchten alleine vor Leon Herdes auf, doch nach einem Querpass bugsierten die Gastgeber den Ball tatsächlich am leeren Tor vorbei. Die Löwen machten nun auf und die Gäste konterten mit frischen Kräften: Einen Schuss aus 14 Metern faustete Leon Herdes mit beiden Fäusten weg. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit saß ein Konter dann: Nach einem Steilpass brach ein VfL-Akteur frei durch, scheiterte im direkten Duell aber am stark reagierenden Leon Herdes, den Nachschuss blockte Marvin Hounkpati mit einer starken Grätsche, doch gegen den dritten Versuch waren die Blau-Gelben dann machtlos. Die Nummer 9 brachte die Kugel im Netz unter: 5:2.
Die Eintracht hatte nochmal die Chance, erneut zu verkürzen, doch Noah Weisheit köpfte die Flanke von Andrej Schlothauer am Tor vorbei.

Dann war Schluss. Die U19 muss sich am Ende ärgern, ihre teilweise gute Leistung nicht über 90 Minuten erbracht zu haben und den Rückstand durch vermeidbare Fehler begünstig zu haben. Die Mannschaft von Trainer Christian Menzel wartet nach drei starken Gegnern somit weiter auf den ersten Sieg. Am kommenden Sonntag haben die jungen Löwen aber die Chance, endlich dreifach zu punkten. Dann tritt um 13 Uhr der VfL Osnabrück im NLZ an. Kommt doch mal vorbei, mit eurer Dauerkarte ist der Eintritt frei!
Bis dahin
Euer Kivi
