Baerwolf macht den Deckel drauf
7 min readHeimsieg! Die U23 bleibt auch auf ungewohntem Heimspielplatz ungeschlagen und gewinnt das kurzfristig an den Biberweg verlegte Heimspiel gegen den SV Lengede mit 3:1. Nach zwei schönen Toren durch Damir Vrancic und Emil Kischka hatte es zur Pause nach einer klaren Sache ausgesehen. Doch da die jungen Löwen im zweiten Durchgang verpassten, den Deckel draufzumachen, wurde es nach dem Anschlusstreffer durch einen Strafstoß doch nochmal spannend. Die Schlussphase wurde dann, auch durch den Schiedsrichter hitzig, doch Lando Baerwolf überzeugte kurz vor Abpfiff dann auch die letzten Zweifler und traf vor 100 Zuschauern zum 3:1-Endstand. Durch den Spielausfall von Aufstiegskonkurrent Göttingen 05 sind die Blau-Gelben vorerst Spitzenreiter.
Erneut war Ridha Kitar für die U23 verantwortlich und entschied sich für folgende Aufstellung: Justin Duda (TW) – Erik Henschel, Phil-Louis Kunze, Leon Taiyo Suzuki – Moritz Gollmer (84. Finn Hoffmann), Emil Kischka, Damir Vrancic (C), Francis Mbassi (70. Lukas Hungier) – Maksym Tytarenko (71. Arlind Sadiku, 90.+3 gelb-rot), Robin Placinta (65. Lando Baerwolf) – Christian Ebeling

Zwei Minuten waren gespielt, als Damir Vrancic eine Halbfeldflanke von Moritz Gollmer am langen Pfosten vorbei köpfte. Die Gäste machten das Spiel eng und störten den Aufbau der Löwen erst spät. Emil Kischka versuchte es daher aus der zweiten Reihe, seinen Flachschuss aufs rechte Eck konnte der Torwart aber festhalten. Fünf Minuten später spielte Vrancic den Ball an den Strafraumrand zu Robin Placinta, der sofort auf Christian Ebeling weiterleitete. Der Torjäger zog aus 15 Metern ab, schoss aber links am Kasten vorbei. Ein paar Minuten danach sorgte ein katastrophaler Ballverlust der jungen Löwen für die erste Chance der bis dato ungefährlichen Gäste und brachte den Stürmer in eine hervorragende Schussposition. Phil-Louis Kunze konnte möglicherweise noch entscheidend stören, sodass der Schuss aus 18 Metern in den Armen von Eintracht-Schlussmann Justin Duda landete.
Eine Zeigerumdrehung später leitete Christian Ebeling einen Gollmer-Einwurf per Kopf weiter. Robin Placinta zog von der Strafraumkante direkt mit rechts ab, doch sein Volleyschuss geriet ein Stück zu hoch. Wenige Augenblicke später spielte Emil Kischka einen Doppelpass mit Damir Vrancic, hatte anschließend etwas Platz und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Der Ball zischte knapp über den Querbalken. Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als Moritz Gollmer auf der rechten Seite gefoult wurde. Den Freistoß aus dem Halbfeld schlug Robin Placinta auf den zweiten Pfosten, wo sich Damir Vrancic mit all seiner Erfahrung davon gestohlen hatte und per Flugkopfball in die kurze Ecke traf. Der spielende Co-Trainer spielte nach seiner Verletzungspause erstmals wieder und trug sich gleich in die Torschützenliste ein, das 1:0 für die U23!

Ein paar Minuten danach klärten die Löwen einen langen Ball der Lengeder in die Füße eines SVL-Akteurs, der aus 20 Metern abzog. Der Ball setzte unangenehm auf, doch Justin Duda tauchte ab und konnte souverän parieren. Fünf Minuten später spielte Emil Kischka einen Freistoß kurz auf Robin Placinta, der sich die Kugel zurechtlegte und aus 20 Metern abzog. Das Leder flog hauchzart über den linken Winkel hinweg ins Toraus. Kurz darauf tankte sich Moritz Gollmer über die rechte Seite durch und flankte den Ball in die Mitte. Dort produzierten die Gäste mit einem Querschläger beinahe ein Eigentor, doch am Ende hatte der Torwart den Ball sicher. Es lief bereits die Nachspielzeit als Francis Mbassi an der linken Eckfahne gefoult wurde. Während die Spieler vom SV Lengede noch lamentierten, führte Robin Placinta den Freistoß schnell und kurz aus. Dadurch hatte Emil Kischka 22 Meter vor dem Tor viel Platz und packte von der halblinken Seite den Schlenzer aus. Der Ball senkte und drehte sich perfekt aufs rechte Eck und passte so genau in den Winkel, dass die Beschreibung dafür erst noch erfunden werden muss! Ein absolutes Traumtor zum 2:0 für die Braunschweiger Eintracht!
Direkt danach war Halbzeit, der Schiedsrichter pfiff erst gar nicht mehr an. Es war nicht einfach gegen defensiv sehr solide Gäste, die selber aber nur nach Patzern der Löwen zu nennenswerten Offensivaktionen kamen. Somit führte die Mannschaft von Ridha Kitar zur Pause absolut verdient. Es machte nicht den Anschein, dass hier noch viel anbrennen könnte.

Und auch im zweiten Durchgang kamen die Blau-Gelben früh zum ersten Abschluss. Eine flache Hereingabe von Francis Mbassi tickte Christian Ebeling mit einem langen Bein links am Tor vorbei. Wenige Minuten später versuchte es Phil-Louis Kunze mit einem direkten Freistoß aus etwa 25 Metern, platzierte seinen Versuch aber etwas zu zentral. Fast im direkten Gegenzug bekamen die Gäste aus ähnlicher Position einen Freistoß, schossen diesen aber klar rechts am Tor vorbei. Drei Minuten danach bediente Emil Kischka Robin Placinta, der noch ein paar Meter mit dem Ball ging und dann links raus auf Francis Mbassi spielte. Dessen Schuss aus leicht spitzem Winkel geriet aber viel zu zentral und war sichere Beute für den Schlussmann. Nach etwa einer Stunde Spielzeit wurde ein scheinbar harmloser langer Ball immer länger und doch noch gefährlich. Justin Duda ging volles Risiko und traf den Gegenspieler. Klare Sache: Strafstoß. Die Nummer 17 legte sich den Ball zurecht, lief an und hatte Glück, dass sich Justin Duda für die falsche Ecke entschieden hat, denn sonderlich gut war der Strafstoß nicht getreten. Aber wer trifft, hat bekanntlich recht und so hieß es ab „nur noch 2:1“.
Das gab den bis dahin offensiv wirklich harmlosen Gästen ordentlich Auftrieb. Der SV Lengede witterte den Ausgleich, der gegen die laut dem Gäste-Coach „beste Mannschaft der Liga“ vermutlich so etwas wie eine kleine Sensation wäre. Doch die Defensiv-Arbeit um die erneut starken Innenverteidiger Erik Henschel, Phil-Louis Kunze und Leon Taiyo Suzuki funktionierte weiterhin gut. Hin und wieder waren die Gäste nah dran an einer Chance, meistens verhinderten die Blau-Gelben aber bereits den „vorletzten“ Pass. Stattdessen kamen die Löwen wieder verehrt zum Abschluss: Moritz Gollmer hielt einen schwierigen langen Ball klasse im Spiel, seine Hereingabe köpfte Christian Ebeling allerdings links am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später lief der Konter über Damir Vrancic, der den kurz zuvor eingewechselten Lando Baerwolf rechts in den Strafraum schickte. Dessen Querpass auf den mitgelaufenen Ebeling klärten die Gäste in höchster Not ins Seitenaus. Der anschließende Einwurf landete über Umwege bei Lukas Hungier, der volles Risiko ging und den Ball direkt nahm. Dabei traf der Mittelfeldspieler das Spielgerät aber nicht perfekt, sodass der Torwart die Kugel festhalten konnte.

Fünf Minuten später tankte sich Arlind Sadiku gegen mehrere Gegenspieler stark durch und zog von der Strafraumkante wuchtig ab. Sein Volleyschuss zischte hauchzart über den Querbalken. Kurz darauf wurde es auf der anderen Seite erstmals nach dem Strafstoß richtig brenzlig. Nach einer Flanke prallte der Ball hin und her und lag plötzlich vor den Füßen eines SVL-Akteurs, der scheinbar nur noch einschieben musste, doch in allerhöchster Not schlug ein Einträchtler den Ball aus der Gefahrenzone. Fast im direkten Gegenzug war Moritz Gollmer nach einem langen Ball schneller als sein Gegenspieler und kam am rechten Strafraumeck auch vor dem heraus eilenden Torwart an den Ball, überlupfte diesen, musste dann aber mit ansehen, wie der Innenverteidiger der Gäste die Kugel noch vor der Linie stoppen konnte. Der anschließende Befreiungsschlag landete erneut bei den Löwen, die nur noch das leere Tor vor sich hatten, als der Schiedsrichter plötzlich abpfiff. Der Torwart hatte sich ohne gegnerische Einwirkung weh getan und lag am Boden. Er hätte zwar nicht mehr eingreifen können, aber regeltechnisch ok, abzupfeifen. Eine sehr kurze „Behandlung“ später ging es weiter für den tapferen Torwart der Gäste.
Es wurde eine hitzige Schlussphase, zu der der Schiedsrichter mit zwei leichtfertig verteilten gelben Karten und kuriosen Ermahnungen wegen vermeintlichen Zeitspiels einen durchaus relevanten Anteil hatte. Das i-Tüpfelchen folgte dann kurz vor Ablauf der Nachspielzeit. Arlind Sadiku und Finn Hoffmann standen zur Ecke bereit und wechselten die Positionen, während sich in der Mitte noch alles sortierte. Das war dem Schiedsrichter anscheinend schon ein strafwürdiges Zeitspiel und schickte den fassungslosen Sadiku mit gelb-rot zum Platz. Die „Verzögerung“ von maximal zehn Sekunden durch den „Übeltäter“ verlängerte sich somit auf fast eine Minute. Das half zwar mit, den Vorsprung über die Zeit zu bringen, dennoch war es nach zweifelhaften Platzverweisen für Finn Hoffmann und Rami Zouaoui bereits der dritte merkwürdige Platzverweis in den letzten Wochen. Lando Baerwolf kam statt Sadiku zur Ausführung an die Eckfahne und startete nach dem Pass von Hoffmann ein Dribbling in den Strafraum. Halbrechts aus etwa 14 Metern zog Baerwolf mit links ab. Sein Flachschuss schlug unten links ein und ließ alle, die es mit Blau-Gelb hielten, ausgelassen jubeln. „Eintracht!“-Sprechchöre hallten über den Kunstrasenplatz und allen war klar: Die U23 würde erneut als Sieger vom Platz gehen! 3:1 für den BTSV!

Kurz darauf war dann auch Schluss! Es war dann doch noch spannend, aber am Ende trug der verdiente Sieger die schönsten Farben der Welt: Blau und Gelb. Lando Baerwolf sorgte mit seinem ersten Saisontor für die Entscheidung. Mit einem Spiel mehr als Aufstiegskonkurrent Göttingen 05 ist die U23 vorerst Spitzenreiter. Stand jetzt geht es am kommenden Sonntag beim MTV Gifhorn weiter. Da von den letzten vier Heimspielen der Gastgeber nur zwei stattfinden konnten, wird man mit einem Spielausfall rechnen müssen. Anstoß wäre jedenfalls um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
