Rote Laterne

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Wieder kein Tor, wieder eine Niederlage. Nach den erneut ernüchternden Ereignissen im dritten Ligaspiel steht unsere Eintracht auf dem letzten Tabellenplatz. 16 Mannschaften gelangen in den ersten drei Spielen mindestens drei Tore, Bielefeld zwei und unserem BTSV gelang kein einziger Treffer. Gegen die von Vereinslegende Torsten Lieberknecht trainierten Darmstädter waren die Löwen die klar schlechtere Mannschaft und verloren verdient mit 0:1.

Bereits beim Einlass begannen die Probleme, denn die Ticketscanner funktionierten nicht, sodass der Einlass über die Arbeitskarten der Ordner lief. Als dann endlich auch die Kartenzahlung beim Getränkestand ging, begab ich mich in meinen Block 6. Da der Einlass weiterhin nicht wirklich funktionierte war der Grillstand immerhin leer, sodass ich kurz darauf meine Krakauer im Brötchen hatte. Wer unsere Stadionkrakauer kennt, weiß, dass diese absolute Spitze ist. Auch heute war sie gut gegrillt, heiß und knackig. Einen minimalen Abzug gibt es für den Elektrogrill, mit Holzkohle schmeckt es dann doch einfach noch besser. Mit starken 9,5/10 sucht die Stadionkrakauer immer noch würdige Gegner.

Die sehr gute Stadionkrakauer: Heute mit etwas zu viel Ketchup (meine Schuld)

Löwen-Trainer Michael Schiele schickte folgende Löwen in das dritte Heimspiel der Saison: Jasmin Fejzic (C) – Jan-Hendrik Marx (87. Maurice Multhaup), Michael Schultz, Brian Behrendt, Niko Kijewski (87. Philipp Strompf) – Bryan Henning, Jannis Nikolaou – Fabio Kaufmann (67. Luc Ihorst), Immanuel Pherai, Keita Endo (55. Anton Donkor) – Lion Lauberbach (67. Anthony Ujah)

Bereits nach zwölf Sekunden wurden die Gäste gefährlich: Schultz blockte einen Abschluss des gebürtigen Braunschweigers Phillip Tietz, doch der Abpraller landete genau bei Zimmermann, der sofort abzog, aber links am Tor schoss. Auf der anderen Seite versuchte es Kijewski mit einem Fernschuss, den Schuhen im Nachfassen sicher hatte. Sieben Minuten waren gespielt, als die Darmstädter erneut gefährlich wurden, dieses Mal aber aufs eigene Tor. Kaufmann konnte sich über seine rechte Seite durchsetzen und spielte eine scharfe Flanke vors Tor. Dort kam Gjasula so an den Ball, dass dieser in Richtung Darmstädter Tor flog. Schuhen konnte den Ball abwehren, war dann auch beim Nachschuss von Pherai da und sicherte sich das Spielgerät. Etwa eine Viertelstunde war gespielt, als Lauberbach 25m vor dem gegnerischen Kasten den Ball mit der Brust aus der Luft pflückte und volley abzog: Klar vorbei.

Dann kamen wieder die Lilien: Gjasula bediente Manu, der Braunschweig aus seiner Zeit bei unserer U23 kennt. Dieser legte in die Mitte quer, wo Tietz aus zentraler Position nur noch Fejzic vor sich hatte. Doch Niko Kijewski kam mit einem langen Bein noch dazwischen und spitzelte das Leder aus dem Strafraum. Die Situation blieb heiß, Kempe schnappte sich das Spielgerät und zog aus 20m ab, vorbei. Mitte der ersten Halbzeit hatten die Gäste plötzlich viel Platz. Bader bediente Kempe am Strafraumrand, doch dessen Schuss ging weit über den Kasten von Fejzic. Danach passierte längere Zeit nichts, bis eine Kaufmann-Flanke abgefälscht wurde und gefährlich auf das Darmstädter Tor flog. Doch Schuhen hatte aufgepasst und hatte den Ball dann doch ohne größere Probleme sicher.

Auf der anderen Seite probierte es Schnellhardt aus der Distanz. Der eigentlich sehr zentrale Schuss flutschte Fejzic durch die Hände, sodass dieser beinahe ein Eigentor produzierte. Im Endeffekt hatte er den Ball dann aber doch klar vor der Torlinie sicher. Kurz darauf gewannen die Lilien nach einer Kempe-Ecke wieder mal das Kopfballduell. Zimmermann setzte seinen Versuch aber deutlich zu hoch an, keine Gefahr für das Eintracht-Tor. Anders sah das nur wenige Augenblicke später aus. Holland konnte über die linke Seite ziemlich unbedrängt flanken und in der Mitte lief Phillip Tietz ein: Dieses Mal kam kein Braunschweiger an den Ball, sodass der ehemalige Löwe aus kürzester Distanz zum Abschluss kam, die Kugel aber knapp neben das Tor drückte.

Mannschaftskreis vor dem Anpfiff

Dann war Halbzeit. Beide Teams neutralisierten sich etwas, Darmstadt aber schon gefährlicher als die Löwen, vor allem bei den sehr knappen Gelegenheiten von Tietz. Die Löwen in der Offensive eher ungefährlich, die größte Chance fabrizierten die Gäste zu einem großen Teil selber.

Der Start in die zweite Hälfte verlief richtig super: Nach einem langen Ball war Manu viel schneller als Schultz und brachte den Ball mit einer Mischung aus Schuss und Pass vors Tor. Der Ball rutschte durch die Gefahrenzone und Fejzic verließ seinen Kasten um die Situation zu bereinigen. Doch Marvin Mehlem war deutlich schneller als unser Schlussmann und kam noch an den Ball. Fejzic versuchte die Situation zu retten, doch traf nur den Darmstädter, der sich eigentlich vom Tor weg bewegte: Ein Elfmeter der ärgerlichen und unnötigen Art. Doch wie der Bosnier im DFB-Pokal erneut bewiesen hatte, ist er ein echter Elfmeterkiller. Und die Darmstädter ließen ausgerechnet Tietz schießen. Den gebürtigen Braunschweiger und ehemaligen Mannschaftskollegen von Fejzic. Die Nummer 9 der Gäste zielte in die rechte Ecke. Dorthin tauchte auch Elfmetertöter Jasmin Fejzic ab und lenkte den Ball an den Pfosten. Den Abpraller klärte die Blau-Gelbe Abwehr, weiterhin 0:0.

Wer gehofft hatte, das würde den Löwen auftrieb verleihen, wurde schnell eines besseren belehrt. Nur zwei Zeigerumdrehungen später schickte Bader den für uns wieder mal zu schnellen Manu, der aus spitzem Winkel alleine vor Fejzic nur das Außennetz traf. Eine Minute später ließ Manu wieder einen Blau-Gelben Abwehrspieler stehen, seine Hereingabe wurde aber geklärt. Nicht ganz eine Stunde war gespielt, als die Eintracht nach einem Foul von Manu an Henning einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zugesprochen bekam. Aus halbrechter Position nahm sich Niko Kijewski der Sache an und zwirbelte den Ball auf die kurze Ecke. Das runde Leder setzte kurz vor dem Tor nochmal auf, doch Schuhen war zur Stelle und parierte. Eine Ecke gab es nicht, da das Schiedsrichter-Gespann aus irgendeinem Grund auf Abseits entschied. Wenige Minuten später wurden erneut die Darmstädter gefährlich: Manu hatte im Strafraum etwas zu viel Platz und will abziehen, wartete aber etwas zu lange, sodass ihn Henning noch stören konnte. Der Ball sprang zu Tietz, der völlig frei aus elf Metern schießen kann, drüber.

Die Fahnenschwenker in der Südkurve

Nach einigen Unterbrechungen und wechseln wurden die Gäste sofort wieder richtig gefährlich. Eine Bader-Flanke von der rechten Seite wurde immer länger. Am zweiten Pfosten hatte niemand Warming auf dem Zettel, der sich mit einem langen Bein in die Flanke schmiss und den Pfosten traf. Da wäre kein Blau-Gelber mehr ran gekommen, somit erneut Pfosten-Glück für die Eintracht. Fünf Minuten danach parierte Fejzic einen Flachschuss von Bader. Wenig später war der Bosnier bei einem Kempe-Fernschuss erneut da. Auf der anderen Seite probierte es Behrendt aus der zweiten Reihe, klar vorbei. Nur noch wenige Minuten waren zu spielen, als Pherai einen langen Ball per Kopf auf Ihorst querlegte, der im Strafraum sofort abziehen wollte, aber entscheidend und robust von Gjasula gestört wurde. Kein Elfmeter, entschied Schiedsrichter Burda.

Direkt danach verloren die Löwen im Spielaufbau ein Kopfballduell, bei dem der Darmstädter resoluter und robuster das Duell ging. Dann ging es ganz schnell: Mehlem setzte mit einem Pass in den Lauf von Vilhelmsson die gesamte Eintracht-Abwehr schachmatt. Der junge Schwede hatte nur noch Fejzic vor sich, blieb cool und überlupfte unseren Schlussmann. 0:1 in der 86. Spielminute. Trotz vier Minuten Nachspielzeit wurden die Löwen nicht mal im Ansatz gefährlich und mussten sich erneut torlos geschlagen geben.

Auch im dritten Spiel können die Blau-Gelben somit weder Tore noch Punkte verbuchen. Das bedeutet Platz 18. Das war im Großen und Ganzen einfach zu wenig. Defensiv ließ man zu viele Chancen zu und offensiv blieb man fast das ganze Spiel ungefährlich. Am kommenden Samstag geht es nach Kiel, wo die Löwen in den vergangenen Spielen jeweils alles andere als gut aussahen. Ich werde dabei sein und berichten.

Bis dahin

Euer Kivi

4 thoughts on “Rote Laterne

  1. Vom Spielbetrieb abmelden und Neustart in der Bezirksliga; Rest rausschmeißen.
    Überforderung für die Spieler und die Zuschauer …
    Keine Linie und damit auch kein Konzept, es wird seit Jahren nur unnütz Geld verbrannt.

  2. Das war heute einfach nur absolute Sch….e. Es kann echt nicht sein das man nachdem Pokalspiel wo man mit Schwung, Elan und Zuversicht rausgegangen war, dann wieder solch einen Dreck abliefert. Es werden die nächsten Spiele so auch keine Punkte, nicht einmal Tore folgen und ich bin echt froh das ich keine 20-30 Euro für den Mist ausgegeben habe den heute Eintracht geboten hat. Wenn ich Fußball sehen will, dann will ich wenigstens von einer Mannschaft erwarten das sie sich wehrt, kratzt, kämpft, beißt aber das war ja heute sowas von gar nix, nur abwarten und lauern das man eine Umschaltsituation bekommt, funktioniert eben nicht werter Herr Schiele. Ich habs echt satt, mich von Woche zu Woche nur über Eintracht oder Bielefeld ärgern zu müssen aber die beiden stehen einfach momentan zu recht da unten drin und wenn das so weitergeht werden am Ende auch beide noch absteigen ohne wenn und aber. Schlimm ist es auch gerade dann wenn man Urlaub hat, dann wird man das noch schlechter los sondern klebt an einem einfach haften und nix macht momentan Zuversicht das sich bis zum nächsten Spiel weder bei Eintracht noch bei Bielefeld irgendwas auch nur bessert.

  3. Ich habe das Spiel gesehen … im Stadion – und schlage vor, dass wir überlegen, wie wir von hinten heraus spielen. Das kann natürlich nur der Anfang sein – und ist grundsätzlich auch nur systemisch zu entwickeln. Das heisst, dass das Mittelfeld und der Angriff involviert sein muss! Wie gesagt, ich war im Stadion, und musste feststellen, dass Schiele den Jungs keine Hinweise mit an die Hand gibt!!! Also, wir sind gefordert! … oder Vollmann?!

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