Doppelter Diallo

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Endlich wieder ging es in die Rheingoldarena! Nach langer Winterpause und vielen ins NLZ verlegten Spielen trat die Zwote am Sonntagnachmittag wieder im angestammten Heimstadion im Schatten des Eintracht-Stadions an. Gegner war der SV Grün-Weiß Calberlah die im tiefen Abstiegsstrudel stecken. Die Zwote steckt etwas im Niemandsland der Tabelle fest, den Rest der Saison geht es nur noch um die Blau-Gelbe Ananas und die Ehre. Und vielleicht um den ein oder anderen ungeliebten Gegner in größere Abstiegssorgen zu schießen.

Trainer Marcus Danner schickte folgende Löwen in die Partie: Tobias Bremer (TW) – Robin Dybizbanski, Hendrik Neumann, Gunnar Niemann (C, 86. Deniz Tuzlak), Jonas Wand (79. Dominik Hänel) – Emil Kischka, Nils Gehde – Daniel Pflüger, Ibrahim Diallo – Marc Pfitzner (89. Ilhan Kizilhan), Nathan Wahlig (79. Moritz Hindermann)

Vereinsikone Marc Pfitzner spielte tatsächlich an vorderster Front und war natürlich der Mannschafts-Oldie. Wie es sich gehört, sorgte er mit seiner 31 für viel Unruhe in der gegnerischen Mannschaft, heute aber sehr viel weiter vorne als gewohnt. Quasi direkt nach dem Anpfiff brach er erstmals in den Strafraum, sein Querpass wurde aber geblockt. Die erste richtige Chance ging ebenfalls auf sein Konto: Per Volley zog er aus etwa 22m einfach mal ab und knallte ein richtiges Geschoss auf den Kasten der Grün-Weißen. Der Torwart flog und konnte zur Ecke abwehren. Ohne Handschuhe wäre das unschön für die Hände geworden.

Nils Gehde treibt den Ball voran

Die Gäste standen sehr tief und versuchten es fast ausschließlich mit langen Bällen, die aber weitestgehend absolut ungefährlich blieben. Nach der Anfangsviertelstunde zog Rechtsverteidiger Robin Dybizbanski aus der Distanz einfach mal ab, sein Schuss ging aber ein gutes Stück neben den Kasten. Kurze Zeit später wurde Mittelfeldmotor Nils Gehde schön freigespielt, sein wuchtiger Abschluss konnte vom Torwart zur Ecke pariert werden. Eine Zeigerumdrehung später lief Wand auf der linken Seite schön zur Grundlinie, allerdings fing der Torwart seine scharfe flache Flanke ab, bevor ein Blau-Gelber an den Ball kam. Einige Minuten später kam das Spielgerät im hohen Bogen in den Strafraum zu Emil Kischka, der das Leder super kontrollierte und blitzschnell abschloss: Ganz knapp am Tor vorbei. Wenig später kam Gehde nach einem tollen Doppelpass einen Schritt zu spät: Statt dem Tor traf der nur den Keeper, der Schiedsrichter entschied folgerichtig auf Stürmerfoul.

Zehn Minuten vor der Pause ließ Nathan Wahlig mit einer schnellen Körpertäuschung gleich mehrere Gegenspieler auf einmal stehen und zog von der rechten Strafraumecke ab. Der Torwart war bereits geschlagen als ein Abwehrbein den Linkschuss gerade so vor dem Einschlag in die lange Ecke abblockte. Doch mit dem Pausenpfiff fiel dann endlich der erlösende Führungstreffer: Nach einer schönen Ballstafette steckte Wahlig ganz fein auf Pfitze durch, der seinem Gegenspieler davongeeilt war. Der 37 Jährige blieb allein vor dem gegnerischen Tormann eiskalt und verwandelte mit einem Flachschuss zur Pausenführung.

Diese war hochverdient, denn neben einigen Chancen blieb Eintracht-Torwart Bremer quasi beschäftigungslos. Kein einziger Schuss flog in seine Richtung. Es war deutlich zu erkennen, warum die Gäste tief im Abstiegssumpf steckten.

Der älteste Löwe auf dem Platz ließ seine Gegenspieler ein ums andere Mal alt aussehen

Im zweiten Durchgang zeigte sich das gleiche Bild. Es ging nur in eine Richtung. Immer wieder kamen die Blau-Gelben in Strafraumnähe. Ein ums andere Mal versuchten sie es etwas zu kompliziert und blieben an einem Abwehrbein hängen. Etwa zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt als Nils Gehde seine ganze Kraft in einen Distanzschuss legte. Der Hammerschuss aus 25m zischte knapp am Tor vorbei und knallte mit einem lauten Wumms gegen den Fangzaun. Zehn Minuten später wurde Sturmtank Pfitze steil geschickt und war schneller als alle Gegenspieler. Er hatte nur noch den Gästekeeper vor sich und versuchte es erneut mit einem Flachschuss. Dieses Mal traf er aber nur das Außennetz.

In der 67. Minute fiel dann die Vorentscheidung. Einen langen, hohen Ball ließ Kischka mit der Brust zu Ibrahim „Ibo“ Diallo klatschen, der den Ball ganz stark mitnahm und in den Strafraum eindrang. Er ließ alle Gegner hinter sich und hämmerte den Ball aus kurzer Distanz in den Knick, den hätte nicht mal Manuel Neuer abwehren können, vom 37-Jährigen Torschützen zum 20-Jährigen Torschützen. Einige Minuten später schickte Pfitze nach einigen sehenswerten Stationen Jonas Wand auf die Reise. Dieser zog aus spitzem Winkel ab und traf den Pfosten. Nur wenige Sekunden später wurde eine Dybizbanski-Flanke aus größerer Entfernung zum Torschuss, am Ende ging der Ball aber über den Kasten.

Torjubel nach dem 2:0 von Diallo

Die Schlussphase hatte bereits begonnen als sich Nathan Wahlig bockstark gegen seinen Gegenspieler durchsetzen konnte und in den Strafraum eindrang. Aus spitzem Winkel hatte er nur noch den Torhüter vor sich, entschied sich aber für den Querpass auf Daniel Pflüger, der sofort abschloss. Ein Abwehrspieler schmiss sich in die Schussbahn und blockte mit dem Oberkörper zur Ecke. Der Schiedsrichter signalisierte sofort „Kein Handspiel“. Proteste gab es aber auch keine. Dann sollte es doch die erste richtige Chance für Calberlah geben. Plötzlich war ein Stürmer der Gäste auf und davon, scheiterte aber im eins gegen eins an dem noch nicht eingeschlafenen Tobias Bremer, der Trotz 80 Minütiger Beschäftigungslosigkeit hellwach blieb und den Anschlusstreffer verhinderte. Etwas später trat Pfitze einen Freistoß von der rechten Seite in gefährliche Zone wo Dybizbanski zum Abschluss kam, aber klar am Tor vorbeizielte.

Was Pfitze verwehrt blieb, schaffte Diallo: Der Linksfuß kam nach einer tollen Balleroberung vom gerade eingewechselten Tuzlak an den Ball, wackelte einen Gegenspieler aus und zog von der Strafraumkante ab. Der Torwart konnte den Flachschuss nicht abwehren und musste mit ansehen, wie sich Diallo für seinen Doppelpack feiern ließ. Die letzte Aktion gehörte allerdings den Gästen: Erneut kam ein Stürmer recht überraschend ziemlich ungestört an den Ball und lief auf Tobias Bremer zu. Dieses Mal kam der Löwen-Torwart zwar nicht an das Spielgerät, allerdings klatschte die Kugel an den Pfosten und Bremer behielt seine weiße Weste.

Doppelpacker Diallo lässt sich feiern

Kurz danach war Schluss. Ein hochverdienter Sieg, auch in der Höhe. Calberlah gelang offensiv einfach zu wenig. Die Blau-Gelben hingegen zeigten schöne Kombinationen und bereiteten den Fans, die unter den 91 Zuschauern zum Blau-Gelben Lager gehörten, viel Freude. Bereits am Mittwoch geht es weiter. Dann tritt die Zwote beim TSC Vahdet Braunschweig an. Anstoß am Bienroder Weg ist um 18.30 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

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