Heimsieg-Wochenende
8 min readDie Eintracht trotzt einem Gegentreffer in der ersten Spielminute. Fortan übernahmen die Löwinnen das Zepter und drängten den Gast, den MTV Barum, an den Strafraum. Dennoch brauchte es ein herrliches Freistoßtor von Jolie Just zum Ausgleich. Noch im ersten Durchgang war es natürlich Lyn Meyer, die das Spiel per Kopf drehte. Auch nach dem Seitenwechsel sorgte die Blau-Gelbe Torfabrik für zwei weitere Tore. Erst per Kopf, dann aus der Drehung, so stand es vor knapp 100 Zuschauern am Ende hochverdient 4:1 für die Braunschweiger Eintracht.

Für vier Euro gab es vom Blau-Gelben Grillstand eine Krakauer im Brötchen. Diese hätte zwar noch ein paar Momente auf dem Grill vertragen, war aber trotzdem klasse. Da auch das Brötchen noch warm war, eine starke Gesamtleistung. 8,5/10 von mir.
Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Nele Schäfer (TW) – Lea Eggers (72. Antonia Farr), Laura Wolf (67. Lina Herterich), Gina Berger, Cindy Kaufmann – Leandra Hampe-Michels (67. Anna Fries), Jolie Just – Jill Lange, Imke Wiedenroth (80. Franziska Knopp), Celina Klebe – Lyn Meyer (C, 83. Maya Andresen)
Die Löwinnen hatten Anstoß, Lyn Meyer spielte diesen zurück zu Jolie Just, die den bekannten langen Ball weit in die gegnerische Hälfte schlug. Dort gewannen die Blau-Gelben auch das Kopfballduell, konnten den Ball aber nicht festmachen. Die Gäste befreiten sich mit einem langen, scheinbar harmlosen Schlag. Doch die Abwehrkette schätzte das Leder völlig falsch ein und brauchte dann zu lange, um die durchstartende Stürmerin zu sehen. Diese war dann zu schnell für die Löwinnen und hatte freie Bahn. Die Ex‑Löwin Shayne De Gala vollstreckte aus zwölf Metern in die rechte untere Ecke. Nele Schäfer im Tor war chancenlos, das 0:1 nach wenigen Sekunden.

Im direkten Gegenzug legte Imke Wiedenroth für Jolie Just ab, die aus 20 Metern den Abschluss suchte: drüber. Eine Zeigerumdrehung später zog Lyn Meyer ebenfalls aus der zweiten Reihe ab, platzierte ihren Versuch aber zu zentral. Zehn Minuten danach versuchte es Cindy Kaufmann ebenfalls aus der Ferne, ihr Schuss rauschte knapp über den rechten Knick hinweg. Kurz darauf bemerkte das Schiedsrichter-Team, dass ein Trainer der Gäste auf der Zuschauerseite stand und taktische Anweisungen gab. Damit befand er sich außerhalb der Coaching-Zone und wurde dementsprechend zurechtgewiesen.
Wenige Augenblicke danach tankte sich Leandra Hampe-Michels über rechts zur Grundlinie durch. Ihre Hereingabe verpassten Lyn Meyer und Celina Klebe knapp, doch der Ball rutschte durch zu Cindy Kaufmann. Die Linksverteidigerin zog links im Strafraum mit einem Haken an zwei Gegenspielerinnen vorbei und suchte aus 14 Metern den Abschluss. Ihren Flachschuss auf die linke untere Ecke parierte die Torfrau glänzend. Zwei Zeigerumdrehungen später machte Lyn Meyer vor dem Strafraum den Ball fest und steckte durch auf Celina Klebe, die aus spitzem Winkel geblockt wurde. Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als die Löwinnen einen Freistoß zugesprochen bekamen. Etwa 30 Meter vor dem Tor, da war sich der langjährige Fan David sicher: „Das ist sogar für Jolie zu weit!“. Das sah die Mittelfeldspielerin wohl anders und zog das Leder auf den linken Knick. Die Torfrau brachte zwar noch eine Hand an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Ausgleich per Traumtor, das 1:1!

Ein paar Minuten später spielte Jill Lange den Ball in den Rückraum. Dort hatte Cindy Kaufmann eigentlich die perfekte Torchance, doch dies sah Lyn Meyer nicht und schnappte sich das Spielgerät. Ihr Drehschuss von der Strafraumkante rollte rechts am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach bekam Imke Wiedenroth den Ball von Lyn Meyer, ihr Flachschuss aus der zweiten Reihe hatte aber nicht die nötige Wucht, die Torfrau packte sicher zu. Auf der anderen Seite gab die Schiedsrichterin einen Freistoß per Pfiff frei, während Nele Schäfer noch die Mauer stellte. Zum Glück flog der Ball über den Kasten. Im direkten Gegenzug schickte Cindy Kaufmann auf der linken Seite Lyn Meyer zur Grundlinie. Die Stürmerin spielte das Leder in die Gefahrenzone. Imke Wiedenroth traf die Kugel per Grätsche nicht voll, die Gäste konnten klären.
Die daraus fällige Ecke schlug Celina Klebe auf den Kopf von Lyn Meyer, die das Leder neben den Kasten köpfte. Drei Minuten später setzte Gina Berger vor dem Strafraum Jolie Just in Szene, die sich drehte und aus 25 Metern abzog: drüber. Zehn Minuten waren noch zu spielen, als sich die Löwinnen am gegnerischen Strafraum festsetzten. Jill Lange verschaffte sich mit einer cleveren Körperbewegung etwas Platz und flankte vom rechten Strafraumeck in die Gefahrenzone. Dort schraubte sich Lyn Meyer in die Höhe und erwischte das Spielgerät mit einem Kopfball, der so auch im Lehrbuch hätte stehen können. Der Ball schlug genau unter der Latte ein. Spiel gedreht, das 2:1!

Nur wenige Sekunden nach dem Anstoß kam Lyn Meyer einige Meter vor dem Strafraum an den Ball, machte mit schnellen Schritten Meter und spielte dann einen absoluten Traumpass, der die Abwehrkette komplett aushebelte. Ein Raunen hallte über den Biberweg und Jill Lange hatte freie Bahn. Die Flügelspielerin kam mit viel Tempo in den Strafraum, visierte die linke untere Ecke an und zog ab. Ihr Schuss aus 13 Metern rauschte haarscharf am linken Pfosten vorbei. Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als Lea Eggers resolut den Ball eroberte und aus 22 Metern abzog. Den wuchtigen Fernschuss konnte die Torfrau nicht festhalten, hatte die Kugel aber im Nachfassen sicher.
Dann war Halbzeit. Die Löwinnen führten hochverdient und zu niedrig. Dennoch hatten die Blau-Gelben den frühen Rückschlag hervorragend verdaut und das Spiel sofort an sich gerissen. Einen weiteren Schuss aufs Tor hatte die Defensive nicht zugelassen. In der Offensive brach die Eintracht schlussendlich dann doch den massiven Abwehrriegel und drehte das Spiel fast schon überfällig. Ohne Wechsel ging es weiter.

Beinahe hätte es im zweiten Durchgang erneut früh im Kasten der Löwinnen geklingelt. Die ersten Minuten waren heute nicht unbedingt die Stärke der Eintracht. Nach einem Ballverlust ging es zu schnell für die Blau-Gelben. Die Gäste tauchten zu zweit im Strafraum auf, legten quer und kamen frei vor Nele Schäfer zum Abschluss. Doch die musste nicht eingreifen, denn der Ball flog knapp rechts am Tor vorbei. Zwei Minuten später legte Lyn Meyer für Jolie Just ab, die aus 20 Metern ein echtes Geschoss abließ. Die Torhüterin konnte nur hinterherschauen und sah, wie das Leder an die Latte klatschte. Anschließend machte Jill Lange die Kugel per Fallrückzieher scharf, aber die Fahne ging hoch: Abseits.
Eine Zeigerumdrehung danach verlängerte Lyn Meyer eine lange Flanke von Cindy Kaufmann per Kopf auf den zweiten Pfosten. Der Ball flog im hohen Bogen nah ans Tor, vier Meter vor dem Kasten kam Celina Klebe mit dem Kopf vor der Faust der Torfrau an den Ball. Ihr Kopfball flog aber knapp am leeren Tor vorbei. Zwei Minuten später setzte Lea Eggers vor dem Strafraum Imke Wiedenroth in Szene, deren Schuss aus 20 Metern zu zentral geriet. Die Torhüterin konnte die Kugel nicht festhalten und hatte Glück, dass es keinen indirekten Freistoß gab, als sie den Rückpass ihrer Mitspielerin aufnahm. Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als ein langer Ball von Jolie Just bei Lyn Meyer landete, die im Strafraum mit dem Kopf für Jill Lange ablegte. Die zog sofort ab, wurde aber geblockt. Der Ball prallte zu Lyn Meyer, die sich blitzschnell drehte und mit einem trockenen Flachschuss in die linke untere Ecke vollstreckte. Der Doppelpack und die Vorentscheidung, das 3:1!

Kurz darauf marschierte Laura Wolf Richtung Strafraum und zog aus 20 Metern ab, ihr Flachschuss ging links am Tor vorbei. Ein paar Minuten danach versuchte es Imke Wiedenroth aus ähnlicher Position, ihr Flachschuss geriet aber zu zentral. Eine Zeigerumdrehung später machte Lina Herterich den Ball am rechten Strafraumrand fest und spielte das Leder zu Lea Eggers am rechten Strafraumeck. Deren Flanke legte Lyn Meyer mit dem Rücken zum Tor zu Imke Wiedenroth ab. Der folgende Schuss aus 20 Metern rauschte rechts am Tor vorbei.
Wenig später hatte Cindy Kaufmann links vor dem Strafraum etwas Platz und zog aus 25 Metern einfach mal ab. Ihr Fernschuss rauschte denkbar knapp über den rechten Winkel. Anschließend passierte für ein paar Minuten nichts. Etwa zehn Minuten waren noch zu spielen, als die Löwinnen ein paar Meter vor dem Strafraum einen Freistoß zugesprochen bekamen. Dieses Mal überließ Jolie Just für Jill Lange, die diese Situationen ebenfalls in der Tasche hat. Lange zirkelte das Leder über die Mauer Richtung linkes Eck. Der Ball wäre genau neben dem Pfosten eingeschlagen, doch mit einer echten Glanztat brachte die Torfrau noch die Fingerspitzen an die Kugel und lenkte das Leder um den Pfosten. Die folgende Ecke schlug Cindy Kaufmann auf den zweiten Pfosten. Dort stand Lyn Meyer in der Luft und köpfte das Spielgerät in die rechte Ecke. Der Dreierpack für die Blau-Gelbe Torfabrik, das 4:1!

Danach machte die Torjägerin Platz für Maya Andresen. Das war doppelt ungewöhnlich, da Lyn Meyer äußerst selten ausgewechselt wird. Heute hatte es aber einen schönen Grund. Denn der Sieg stand fest und mit Maya Andresen konnte eine wichtige Spielerin nach Verletzungspause ihr Saison-Debüt feiern. Schön, dass du zurück bist, Maya!
Zwei Minuten später drückte Celina Klebe eine Flanke von Lina Herterich am Tor vorbei. Kurz darauf schlug Franziska Knopp einen herrlichen Diagonalball in den Strafraum. Dort lief Maya Andresen ein und nahm das Leder aus der Luft per Volley direkt. Der Schuss wurde leicht abgefälscht, doch die Torfrau parierte erneut stark und lenkte den Ball rechts am Tor vorbei. Die Ecke landete über Umwege wieder bei Maya Andresen, die aus 14 Metern aus der Drehung abzog: links vorbei.

Dann war Schluss! Die Eintracht gewinnt trotz eines frühen Gegentreffers verdient mit 4:1 und holt damit den siebten Sieg im achten Spiel. Dadurch bleiben die Löwinnen Spitzenreiter Rodenberg dicht auf den Fersen. Weiter geht es für die Blau-Gelben am kommenden Sonntag. Dann geht die Reise zum TSV Limmer. Anstoß beim Tabellenachten ist um 13 Uhr. Bilder zum heutigen Spiel findet ihr hier.
Nach dem Spiel wurde Lyn Meyer von uns ausgezeichnet. Die Torfabrik traf nicht nur bei den 1. Frauen am häufigsten, sondern erzielte auch von allen teilnehmenden Spielerinnen und Spielern die meisten Treffer für unseren Herzensverein. Damit bekam sie neben dem Pokal in der Teamwertung auch den Wanderpokal in der Gesamtwertung. Herzlichen Glückwunsch, Lyn! Wir sind sehr stolz auf dich!

Bis dahin
Euer Kivi
