Abwechslungsreiches Unentschieden
7 min readDie U23 bat den rund 100 Zuschauern im NLZ beim Aufeinandertreffen gegen den SV Vorwärts Nordhorn einiges, aber keinen Sieg. Bereits nach einer Minute traf Marvin Awuah nach Vorlage von Jona Renner zur frühen Führung, doch die Gäste drehten das Spiel noch im ersten Durchgang. Nach dem Seitenwechsel drehten die jungen Löwen die Partie erneut: Amer Buljubasic per Traumtor, Jona Renner per Strafstoß. Doch da die Gäste kurz darauf per Fernschuss ausgleichen konnten und trotz Chancen auf beiden Seiten und einer Roten Karte für die Blau-Gelben keine weiteren Treffer fielen, blieb es beim 3:3.

Da die Rheingoldarena derzeit nicht bespielbar ist, musste die U23 in das NLZ am Kennelbad ausweichen. Dort grillte wie immer Grillmeister Gerd und machte seine Sache erneut klasse. Für 3,00 Euro gab es eine Bratwurst mit Toastscheibe. Letzteres ist in Niedersachsen zwar üblich und den Umständen nach auch verständlich, dennoch gibt es dafür einen kleinen Abzug. 8,5/10 von mir.
U23-Coach Uwe Möhrle entschied sich für folgende Aufstellung: Nick Bodon (TW) – Andrej Schlothauer, Gunnar Niemann (46. Raffael Ziegele), Jakob Benstead, Max Belger – Abdel Awali (46. Yesua Motango), Mason Grumbach – Robin Placinta (81. Tyron Ohaji), Jona Renner (75. Arda Aksac), Marvin Awuah – Amer Buljubasic (80. Rot)
Obwohl die Gäste Anstoß hatten, eroberten die jungen Löwen schnell den Ball. Kapitän Jona Renner schlug den Ball aus der eigenen Hälfte lang auf den linken Flügel. Dort verarbeitete Marvin Awuah das Leder klasse und zog mit viel Tempo in den Strafraum. Halblinks 14 Meter vor dem Tor nagelte der Flügelspieler das Leder in den rechten Knick. Die ganz frühe Führung, das 1:0!

Zwei Minuten später führte Jona Renner eine Ecke kurz auf Marvin Awuah aus. Dessen Flanke prallte im Strafraum hin und her, doch kein Löwe kam zum Abschluss. Auf der anderen Seite konnte Nick Bodon einen hohen Ball nicht festhalten. Gunnar Niemann kam irgendwie noch vor dem Gegenspieler an den Ball und wurde dann gefoult. Kurz darauf konnte Nick Bodon einen eigentlich harmlosen Fernschuss nicht festhalten und machte die Szene somit brandgefährlich. Da er im Laufduell mit dem Stürmer zu spät kam, konnte dieser das Leder querlegen. Doch bevor ein Vorwärts-Akteur einschieben konnte, kam Andrej Schlothauer noch dazwischen und bereinigte die Situation.
Der Rasen im NLZ war katastrophal: Hügel, Löcher und andere Unebenheiten wären großflächiger verteilt als unbeschädigte Rasenstücke. Hier liegt viel Arbeit vor den Greenkeepern. Auf den Löwen-Keeper Nick Bodon rollte derweil der nächste Angriff zu. Bei einem langen Freistoß aus der gegnerischen Hälfte pennte die Eintracht-Abwehrkette. So reichte eine Verlängerung per Kopf und die Nummer 13 der Gäste hatte freie Bahn. Der Schuss aus 13 Metern schlug in der unteren rechten Ecke ein, nichts zu machen für Nick Bodon. Der Ausgleich, das 1:1.

Fünf Minuten später rutschte ein langer Ball durch und der Stürmer der Gäste marschierte alleine aufs Tor zu, wenn auch aus stark abseitsverdächtiger Position. Aus 13 Metern jagte die Kugel aber über den Kasten, Glück im Unglück für die U23. Zehn Minuten später flog ein Fernschuss knapp über den Löwen-Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen danach spielte Robin Placinta eine Ecke flach auf den Strafraumrand. Jona Renner behauptete die Kugel und zog im Fallen aus der Drehung ab. Trotz verdeckter Sicht tauchte der Schlussmann rechtzeitig ab und fischte das Leder aus der linken unteren Ecke. Im direkten Gegenzug ging es nach einem Konter zu schnell für die jungen Löwen. Eine Flanke vom linken Strafraumrand an den zweiten Pfosten legten die Gäste noch einmal quer, wieder war es die Nummer 13, die per sattem Abschluss aus elf Metern in die rechte Ecke traf. Spiel gedreht, das 1:2.
Die jungen Löwen bäumten sich noch einmal auf, mehr als ein Kopfball von Jakob Benstead nach einer Renner-Ecke neben den Kasten kam aber nicht dabei herum. Dann war Halbzeit! Zwei gefährliche Schüsse aufs Tor der Blau-Gelben, beide waren drin. So war die frühe Führung dahin und plötzlich lief die U23 einem Rückstand hinterher. Trainer Uwe Möhrle reagierte und brachte Raffael Ziegele und Yesua Motango für Gunnar Niemann und Abdel Awali.

Kurz nach Wiederanpfiff führte Jakob Benstead einen Freistoß schnell aus. Robin Placinta setzte auf der linken Seite den eingewechselten Yesua Motango in Szene, der nach innen zog, aus 14 Metern aber über den Kasten schoss. Eine Minute danach brach Marvin Awuah frei durch. Sein Verfolger konnte einigermaßen aufholen und wollte den Flügelspieler mit einem Bodycheck stoppen. Dabei fiel der Verteidiger hin und bekam vom nicht immer glücklichen Schiedsrichter tatsächlich einen Freistoß zugesprochen. Eine krasse Fehlentscheidung.
Auf der anderen Seite kamen die Gäste nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum Abschluss. Den ersten Versuch konnte Nick Bodon stark parieren, war beim Nachschuss dann allerdings machtlos. Aber die Fahne ging hoch: Abseits!
Sofort ging es wieder in die andere Richtung: Andrej Schlothauer legte für Robin Placinta ab, der aus 18 Metern zum Abschluss kam. Sein Versuch wurde gefährlich abgefälscht, doch der Torhüter konnte irgendwie noch parieren. Der Nachschuss von Andrej Schlothauer wurde geblockt. Etwa zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Robin Placinta kurz vor dem Strafraumrand Amer Buljubasic anspielte. Der Stürmer stand mit dem Rücken zum Tor, lupfte sich das Leder mit dem ersten Kontakt in die Luft und zog dann per Volley aus der Drehung ab. Die Kugel schlug sehenswert im rechten Eck ein. Ein absolutes Traumtor zum Ausgleich, das 2:2!

Bereits der zwölfte Treffer im achten Spiel für die Blau-Gelbe Torfabrik. Buljubasic erzielte in jedem seiner acht Einsätze mindestens ein Tor. Für die Gäste sorgte kurz darauf ein langer Einwurf für Gefahr. Der Ball landete über Umwege am Strafraumrand, von wo die Gäste per Flachschuss zum Abschluss kamen. Der sehr lasch, aber platziert geschossene Ball rollte an Nick Bodon vorbei und prallte an den rechten Pfosten. Anschließend konnte Raffael Ziegele klären. Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, als Marvin Awuah mit einem schnellen Antritt in den Strafraum zog und gefoult wurde. Dieses Mal sah das auch der Schiedsrichter so: Strafstoß! Das war eine Aufgabe für Jona Renner, der den Torwart verlud und das Leder in die Tormitte chippte. Spiel wieder in die andere Richtung gedreht, das 3:2!
Drei Minuten später fingen die jungen Löwen einen Pass im Aufbauspiel der Gäste ab und hatten eine gefährliche Überzahlsituation. Doch bevor die Blau-Gelben überhaupt einen Pass spielen konnten, ging die Fahne hoch: Abseits. Kurios, da der Ball sehr offensichtlich nicht von einem Eintracht-Spieler gekommen war. Im direkten Gegenzug prallte der Ball am Löwen-Strafraum etwas glücklich vor die Füße eines Nordhorn-Akteurs, der das Leder aus 17 Metern unhaltbar in die rechte Ecke schlenzte. Quasi jeder Schuss aufs Tor war hier ein Treffer. Der erneute Ausgleich, das 3:3.

Vier Minuten danach rutschte ein Steckpass durch, Raffael Ziegele ging volles Risiko und rettete mit einer starken Grätsche als letzter Mann in höchster Not. Aus der folgenden Ecke entwickelte sich ein Gegenstoß. Robin Placinta marschierte 30 Meter mit dem Ball und steckte dann auf Amer Buljubasic durch, der an zwei Gegenspielern vorbeizog und eine Schussposition von der Strafraumkante fand. Der hätte genau in die untere rechte Ecke gepasst, doch der Schlussmann verhinderte mit einer starken Parade den Einschlag zum vierten Löwen-Treffer.
Zehn Minuten vor dem Ende kam ein Nordhorn-Spieler im Zweikampf viel zu spät und traf Amer Buljubasic ziemlich heftig. Der Stürmer ließ sich zu einer Bemerkung hinreißen. Dies wertete der Schiedsrichter als Beleidigung, auch wie er nach dem Spiel erklärte, aufgrund der lautstarken Proteste der Gäste. Diese führten sich auf wie Grundschüler, die ihrem Lehrer petzen wollten, dass Sandkasten-Kumpel Kai ein Schimpfwort benutzt hatte. Am Ende eine Rote Karte, die zwar auf einer Seite hart war, auf der anderen Seite aber auch keine Fehlentscheidung war. Bitter für die Löwen, hatte erst vor Kurzem Robin Placinta ebenfalls eine ähnlich harte Rote Karte gesehen. Die letzten Minuten waren die jungen Löwen also zu zehnt. Die Defensive hielt stand, in der vierten Minute der Nachspielzeit zog Yesua Motango von links nach innen und suchte aus 14 Metern den Abschluss. Der wuchtige Schuss geriet etwas zu zentral und war so doch noch haltbar, was der Schlussmann auch zu einer letzten Parade nutzte.

Direkt danach war Schluss und beide Teams sanken erschöpft und enttäuscht zu Boden. Beide Teams hätten hier den Sieg mitnehmen können, auch wenn die jungen Löwen näher dran und die bessere Mannschaft gewesen waren. Mit nun 28 erzielten Toren haben die Löwen deutlich die torreichste Offensive. Dem gegenüber stehen aber auch 16 Gegentore. Öfter den Ball aus dem eigenen Netz holen mussten nur sechs Teams, die meisten davon klar im Abstiegskampf. Dazu gehört auch der nächste Gegner: der SSV Vorsfelde. Der Aufsteiger konnte erst ein Spiel gewinnen. Am kommenden Sonntag reist die Möhrle-Elf zum Vorletzten. Anstoß im Drömlingstadion ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum heutigen Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
