Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Blau-Gelbe Herbstmeisterschaft

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Die 1. Frauen schließen die Hinrunde ungeschlagen ab. 15 Siege und ein Unentschieden aus 16 Spielen bedeuten den ersten Tabellenplatz zur Winterpause. Und auch gegen den 1. FC Sarstedt war es wieder einmal eine einseitige Sache. Maya Andresen gelang durch zwei tolle Läufe ein Doppelschlag innerhalb einer Minute, noch im ersten Durchgang legten Gina Berger per Freistoßtor und Jill Lange aus spitzem Winkel nach. In der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeberinnen nicht einen einzige Ballkontakt in der Hälfte der Blau-Gelben. Allerdings wollten die Schüsse der Löwinnen einfach nicht im Tor einschlagen, bis Lyn Meyer mit der letzten Aktion des Spiels aus der zweiten Reihe zum 5:0-Endstand traf.

In Sarstedt gab es einen Grillstand. Für 3,50 Euro wurde als Grillgut eine Krakauer eingekauft. Diese war allerdings nicht mehr wirklich heiß und sonst in allen Belangen auch gerade mal durchschnittlich. Eine 6/10 gibt es von mir.

Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Melanie Würmel (TW) – Antonia Farr (62. Lena Ahl), Jolie Just, Gina Berger – Lea Eggers, Victoria Wiedermann (C), Imke Wiedenroth, Charlotte Brühler (62. Nele Wunsch) – Maya Andresen (62. Vanessa Schäfer), Lyn Meyer, Jill Lange (78. Neele-Sophie Schäfer)

Etwas mehr als eine Minute war gespielt, als eine Ecke von Jolie Just zentral vor dem Tor landete. Dort schraubte sich Gina Berger in die Luft und köpfte Richtung Tor. Die Torfrau brachte eine Hand an den Ball, hätte den Einschlag alleine aber nicht verhindern können. Eine Verteidigerin war auf der Linie noch entscheidend dran. Die Kugel fiel vor die Füße von Maya Andresen, die aus spitzem Winkel zur Ecke geblockt wurde. Diese brachte allerdings nichts ein. Ein paar Minuten später brach Lyn Meyer mit einem Dribbling in den Strafraum und hatte plötzlich freie Schussbahn. Doch aus zwölf Metern schoss die Torjägerin die Torfrau förmlich ab, die für die Parade eigentlich gar nicht viel getan hatte.

Zwei Zeigerumdrehungen danach prallte die Kugel vor die Füße von Lyn Meyer, die mit einem schnellen Antritt zwei Gegenspielerinnen stehen ließ und nur noch die Torfrau vor sich hatte, aus elf Metern geriet ihr Abschluss aber erneut zu zentral, sodass die Torhüterin stehen blieb und parieren konnte. Nicht ganz 20 Minuten waren gespielt, als Jolie Just einen langen Ball aus der eigenen Abwehrkette schlug. Maya Andresen war perfekt gestartet und setzte ihren Körper im Laufduell clever ein, so hielt sie sich ihre Verfolgerin vom Leib, tauchte alleine vor dem Tor auf und vollstreckte eiskalt in die untere linke Ecke. Die überfällige Führung und der elfte Saisontreffer für die Stürmerin, das 1:0!

Und jetzt hatte die robuste Angreiferin Lust auf mehr. Nur wenige Sekunden nach dem Anstoß setzte sie die letzte Reihe der Gastgeberinnen unter Druck, antizipierte klasse und eroberte das Spielgerät am Strafraumrand. Mit zwei langen Schritten überrannte Andresen die letzte verbliebene Gegenspielerin, hatte erneut freie Bahn und zog ab. Zwar brachte die Torfrau noch eine Hand an den Ball, konnte aber nicht verhindern, dass der wuchtige Schuss im Tor einschlug. Der blitzschnelle Doppelpack in unter 60 Sekunden, das 2:0!

Fünf Minuten später landete eine Ecke von Jill Lange bei Lyn Meyer, die das Leder auf dem Elfmeterpunkt mit dem Rücken zum Tor per Volley-Direktabnahme aufs Tor jagte. Die Torfrau guckte nur noch hinterher, wurde aber vom Querbalken gerettet. Es schepperte ordentlich, als das Spielgerät gegen das horizontale Gestänge knallte. Auf der anderen Seite musste BTSV-Torfrau Melanie Würmel das erste und letzte Mal ihre Hände benutzen. Bei einem langen Ball lief eine Stürmerin durch, war im Laufduell aber gleich drei oder vier Schritte langsamer als die anschließend völlig beschäftigungslose Würmel. Etwas mehr als zehn Minuten waren noch zu spielen, als sich Gina Berger am rechten Strafraumrand den Ball für einen Freistoß zurechtlegte. Die kopfballstarke Innenverteidigerin belegte erneut ihren feinen Fuß und zirkelte das Leder auf die lange Ecke. Weder Freund noch Feind und auch nicht die Torfrau hatten den Ball berührt, der neben dem linken Pfosten einschlug. Das 3:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Nur eine Zeigerumdrehung danach versuchte es Imke Wiedenroth aus der zweiten Reihe, ihr Fernschuss geriet aber zu zentral. Zehn Minuten vor der Pause setzte sich Jill Lange auf dem rechten Flügel gegen zwei Verteidigerinnen robust durch und drang bis zu Grundlinie vor. Dort nahm sie den Kopf hoch und entschied sich außerhalb des Strafraums für eine scharfe Hereingabe. Dabei rutschte ihr der Ball anscheinend etwas über den Schlappen, denn das Spielgerät schlug tatsächlich irgendwie unter der Latte ein, die Torfrau war trotz des extrem spitzen Winkels absolut machtlos. Ganz so gewollt war das vermutlich eher nicht, schön war es dennoch und jedes Tor ist ohnehin gleich viel wert: das 4:0!

Fünf Minuten später steckte Maya Andresen den Ball durch die Gasse in den Lauf von Jill Lange, die halbrechts im Strafraum abziehen konnte. Ihr Flachschuss aus 14 Metern rauschte denkbar knapp links am Tor vorbei. Kurz darauf klärten die Gastgeberinnen eine Ecke in die Füße von Lea Eggers, die es aus der zweiten Reihe einfach mal versuchte, ihr Fernschuss geriet aber zu zentral. Zwei Zeigerumdrehungen später schlug Maya Andresen von der Mittellinie auf der Außenbahn einen herrlichen Diagonalball über die Abwehrkette in den Lauf von Jill Lange, die allen davonlief, den Ball aus zwölf Metern aber direkt in die Arme der Torfrau bugsierte.

Dann war Halbzeit. Es klingt zwar kurios, aber die 4:0-Pausenführung war eigentlich zu wenig. Die Löwinnen waren dermaßen überlegen, dass zudem eigentlich noch deutlich mehr klare Abschlussgelegenheiten hätten herausspringen müssen. Natürlich konnten die Blau-Gelben mit dem Auftritt völlig zufrieden sein, standen sie doch jetzt bereits als Siegerinnen fest. Dementsprechend verzichtete Simon Wintgen auf Wechsel.

Mit Wiederanpfiff zogen sich die Gastgeberinnen noch weiter zurück. Erstaunlich daran war eigentlich nur, dass das tatsächlich möglich war. Ein kleiner Vorgriff auf die Offensivbemühungen des Tabellenvorletzten: In der gesamten zweiten Halbzeit gab es einen Ballkontakt in der Hälfte der Löwinnen. So dauerte es ein paar Minuten, bis die Eintracht zum ersten Abschluss kam. Charlotte Brühler setzte ein Zeichen und zog aus der zweiten Reihe ab, knallte das Leder aber rechts am Tor vorbei. Gegen noch tiefer stehende Gegnerinnen wurde es auf einem katastrophalen Platz natürlich nicht gerade einfacher. Dennoch rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Sarstedt-Tor. Eine Ecke von Jolie Just erwischte Gina Berger am zweiten Pfosten mit dem Kopf, bugsierte die Kugel aber links neben den Kasten.

Zwei Zeigerumdrehungen danach marschierte Imke Wiedenroth über die linke Seite und flankte den Ball in die Gefahrenzone. Am ersten Pfosten gelang Lyn Meyer ein sehenswerter Flugkopfball, doch die Kugel flog über den Querbalken. Kurz darauf fand Jill Lange mit einer flachen Hereingabe Lyn Meyer, die bei der Ballmitnahme stürzte, auf dem Hosenboden sitzend noch eine Gegenspielerin aussteigen ließ, wieder aufstand und aus spitzem Winkel abzog, aber die Torfrau verhinderte den Einschlag. Die Torfabrik der Eintracht hatte heute kein Glück an den Stiefeln und das zeigte sich wenig später erneut. Bei einem tollen langen Ball über die Abwehrkette von Jolie Just war Meyer perfekt gestartet, sie verarbeitete das Leder überragend und tanzte leichtfüßig die Torhüterin aus. Aus leicht spitzem Winkel vorm leeren Tor traf sie allerdings nur das Außennetz. Ein genervter Schrei der Frustration hallte über den Sportpark.

Drei Minuten später versuchte es Neele Wunsch aus der zweiten Reihe, zielte aber zu zentral. Wenig später versuchte es die Leihgabe aus der 2. Mannschaft, Vanessa Schäfer, aus etwa 20 Metern. Ihr Schuss setzte einmal auf und zwang die Torfrau zu einer starken Parade, sie lenkte den Schuss noch um den rechten Pfosten. Die anschließende Ecke landete über Umwege bei Victoria Wiedermann. Die Spielführerin zog aus 21 Metern halbrechts vor dem Strafraum ab. Auch ihr Schuss setzte auf und wäre in der rechten Ecke eingeschlagen, aber erneut war die Torfrau da und lenkte den Ball um den Pfosten. Und auch die nächste Ecke war gefährlich, denn nach der Hereingabe von Jill Lange bekamen die Gastgeberinnen den Ball nicht geklärt und so bugsierte Lyn Meyer die Kugel irgendwie aufs Tor. Im Hohen Bogen flog das Spielgerät aber genau in die Arme der Torfrau.

Ein paar Minuten danach setzte Lena Ahl vor dem Strafraum Vanessa Schäfer in Szene, die aus 20 Metern abziehen konnte: knapp rechts vorbei. Fünf Minuten später tankte sich Lyn Meyer über den linken Flügel durch und servierte den Ball auf den Elfmeterpunkt. Dort trat die als Feldspielerin eingewechselte Torfrau Neele-Sophie Schäfer am Ball vorbei, am zweiten Pfosten grätschte Lea Eggers ebenfalls an der Kugel vorbei. Doch die rechte Schienenspielerin gab die Kugel nicht verloren, rannte hinterher und hielt den Ball im Spiel. So kam das Leder zu Neele-Sophie Schäfer, deren Schuss aus 19 Meter zur Ecke abgefälscht wurde. Es liefen bereits die letzten fünf Minuten, als die Kugel über Victoria Wiedermann und Vanessa Schäfer zu Lena Ahl kam, die aus 20 Metern halblinks vor der Tor einfach mal abzog, aber auch ihr Schuss geriet zu zentral.

Torjägerin Lyn Meyer hatte derweil noch nicht aufgegeben und schnappte sich in der Schlussminute das Spielgerät. Nachdem es im Strafraum nicht klappte und ihre Mitspielerinnen aus den vielen Fernschussmöglichkeiten kein Kapital schlagen konnte, wollte sie es wohl selbst einfach mal wissen, schüttelte mit einem schnellen Antritt zwei Gegenspielerinnen ab, tanzte Gegenspielerin Nummer drei und Nummer vier mit zwei schnellen Haken aus und fand aus 22 Metern eine Lücke zwischen Gegenspielerin fünf und sechs. Der scharf geschossene Ball setzte einmal auf und schlug in der unteren linken Ecke ein. Die Torhüterin flog vergebens, denn das Ding war drin. Großer Jubel bei den zahlreich mitgereisten Fans und allen Löwinnen auf und neben dem Platz, das hatte sich die Stürmerin redlich verdient. Ein tolles Tor und ihr 25. Saisontreffer! Das 5:0!

Die Schiedsrichterin ließ noch den Anstoß ausführen, pfiff direkt danach aber ab. Ein absolut verdienter Kantersieg, der aber tatsächlich deutlich zu niedrig ausfiel. So richtig unzufrieden kann man bei einem 5:0 aber natürlich nicht sein, ist die Tordifferenz bereits jetzt schon klar besser im Vergleich zu Verfolger Lehre. Vor denen stehen die Löwinnen bei einem Spiel Rückstand mit einem Vorsprung von drei Punkten und zwölf Toren. Das Fußballjahr ist für die Löwinnen nun vorbei und die Herbsmeisterschaft wurde eingefahren. Weiter geht es also erst mit den Testspielen im neuen Jahr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Ich wünsche unseren Löwinnen frohe und besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Tore: 1:0 (19. Spielminute, Maya Andresen), 2:0 (19. Spielminute, Maya Andresen), 3:0 (34. Spielminute, Gina Berger), 4:0 (35. Spielminute, Jill Lange), (90. Spielminute, Lyn Meyer)

Bis dahin

Euer Kivi

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