Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Pokalaus nach Führung

6 min read

Die U19 zeigt gegen den VfB Stuttgart eine klasse Leistung und lag vor 250 Zuschauern durch zwei herrliche Tore von Mika Ketzscher und Abdel Awali mit 2:0 zur Pause in Führung. Doch nach dem Seitenwechsel wurde der Druck immer größer. Zu Gast war schließlich eine der besten Nachwuchsmannschaften aus Deutschland. Nach einem fragwürdigen Strafstoß und dem damit verbundenen 2:1-Anschlusstreffer kippte das Momentum endgültig zu den Schwaben, die das Spiel in der Schlussviertelstunde mit zwei überragenden Toren noch zu einem 2:3 drehten. Eine Leistung, auf die die jungen Löwen stolz sein können, von der sie sich aber genau wie die Profis nichts kaufen können.

U19-Coach Niklas Bahr entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Luca Perri, Mads Runge, Jonah Funk (C), Marvin Hounkpati, Jan Strauß – Abdel Awali, Sebastian Dabrowski – Bastian Redecker (67. Milan Gryglewski), Ali Altay (73. Ben Fuchs), Mika Ketzscher (46. Luca Gille)

Bei den Gästen bestand eigentlich der komplette Spieltagskader aus aktuellen oder ehemaligen Junioren-Nationalspielern. Von Beginn an war klar, was für eine taktische, technische und körperliche Qualität die Gäste mit dem Brustring mit ins topmoderne Eintracht-NLZ gebracht hatten. Dennoch hatten die jungen Löwen den ersten Abschluss: Sebastian Dabrowski probierte es aus der zweiten Reihe einfach mal, jagte die Kugel aber über die Latte. Auch auf der anderen Seite hatten die Blau-Gelben den ersten Abschluss. Ein Rückpass von Abdel Awali rutschte völlig ab und flog nur knapp am rechten Winkel vorbei. Das wäre ein echtes (Alb)Traumtor gewesen. Im Gegenzug brach Mika Ketzscher über links in den Strafraum, sein flacher Abschluss aus leicht spitzem Winkel geriet aber zu zentral.

Kurz darauf kam Mads Runge nach einer Ecke von Marvin Hounkpati sieben Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball, setzte die Kugel aber links vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach leisteten sich die jungen Löwen einen Ballverlust am eigenen Strafraum. Ein Steckpass, und die Gäste hatten plötzlich viel Platz, schossen aus leicht spitzem Winkel aber über den von Leon Herdes bewachten Kasten. Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als Luca Perri einen Pass in der gegnerischen Hälfte abfing und sofort Mika Ketzscher ruft. Ein Verteidiger wies seine Nebenmänner noch an, den Offensiv-Akteur nicht schießen zu lassen, doch genau das tat Ketzscher und traf den Ball 22 Meter vor dem Tor perfekt. Über den Schlussmann hinweg senkte sich das Spielgerät unter die Latte, Traumtor! Die Führung für die U19, das 1:0!

Die Gäste erarbeiteten sich haufenweise Standards, aber nur selten sprangen dabei gefährliche Abschlüsse raus, wie fünf Minuten nach dem Führungstreffer, als der Kopfball nach einer Ecke nur auf dem Tordach landete. Etwas gefährlicher wurde es eine Minute später, als ein flacher Fernschuss durch den nassen Rasen richtig gefährlich wurde und nur knapp neben dem linken Pfosten vorbeizischte. Nun hatten die jungen Löwen aber immer wieder etwas Platz zum Kontern, eine Viertelstunde vor der Pause nutzte Jan Strauß diesen Platz und marschierte über die linke Seite in den Strafraum und bis zur Grundlinie. Von dort spielte der linke Schienenspieler die Kugel flach auf den Elfmeterpunkt. Dort machte Abdel Awali den Ball fest und zimmerte das Leder im Fallen in den rechten Knick! Das nächste wirklich schöne Tor, das 2:0!

Somit waren beide Torschützen ausgerechnet die beiden Spieler, die eigentlich sogar noch für die U17 spielberechtigt sind! Im direkten Gegenzug wurde eine Flanke der Gäste gefährlich abgefälscht, am Ende senkte sich der Ball aber nur aufs Tordach. Ein paar Minuten danach zog ein VfB-Akteur von links nach innen und kam aus 24 Metern ziemlich unbedrängt zum Abschluss, jagte das Leder aber mehrere Meter rechts am Tor vorbei. Eine Zeigerumdrehung danach kam Jan Strauß nach einem Steilpass im Laufduell mit dem Schlussmann einen Schritt zu spät. Drei Minuten später kam der VfB nach einer Halbfeldflanke aus kurzer Distanz völlig frei zum Kopfball, der Ball flog aber klar links neben das Tor.

Aus dem folgenden Abstoß entwickelte sich ein Hochgeschwindigkeitsdribbling von Bastian Redecker über 60 Meter, der so in den Strafraum eindringen konnte. Beim Abschluss rutschte ihm der Ball vom Fuß, so flog der Ball deutlich über die Latte. Es lief bereits die Nachspielzeit, als die Gäste eine Ecke an den Pfosten köpften. Vor dem Nachschuss aufs leere Tor kam Abdel Awali noch artistisch mit der Fußspitze an den Ball, sodass der Stürmer das Tor klar verfehlte. Zwei Minuten später kam der VfB aus der zweiten Reihe zum Abschluss: links am Tor vorbei.

Dann war Halbzeit. Die jungen Löwen hatten keinen Schuss aufs Tor zugelassen und zwei herrliche Tore gespielt. Doch das hatte Kraft gekostet und es war klar, dass die nächsten 45 Minuten nicht einfach werden würden. Der VfB Stuttgart war stark und unterstrich grundsätzlich, warum die Schwaben zu einem der besten deutschen Teams gehören. Eintracht-Coach Niklas Bahr stellte etwas um und brachte Luca Gille für Mika Ketzscher.

Beinahe hätten die jungen Löwen kurz nach Wiederanpfiff für die vermeintliche Vorentscheidung gesorgt. Ali Altay machte die Kugel am gegnerischen Strafraum stark fest und legte sich den Ball dann überragend am letzten Verteidiger vorbei. Nun hatten sowohl er als auch Bastian Redecker eigentlich völlig freie Bahn Richtung Tor, aber beide wähnten, dass der Mitspieler zum Ball gehen würde und so blieb die Kugel und auch die dicke Chance liegen. Auf der anderen Seite flog ein direkt getretener Freistoß haarscharf rechts vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später landete eine Flanke von der rechten Seite auf einem Stuttgarter Kopf: drüber. Eine Viertelstunde war nach dem Seitenwechsel gespielt, als es strittig wurde. Der Ball sprang im Strafraum hin und her, ehe ein Stuttgarter ebenso schreiend wie theatralisch zu Boden sank. Der Schiedsrichter hatte leider ein Foul erkannt und entschied auf Strafstoß. Im Moment des Pfiffes sprang der Gefoulte auf und jubelte laustark. Das nennt man wohl clever. Die Nummer 10 nahm sich der Sache an und traf per Lupfer, Leon Herdes hatte sich für die linke Ecke entschieden, nur noch 2:1.

Die Eintracht war nun nur noch in der Defensive gefordert, Entlastungsangriffe gab es quasi gar nicht. Doch gefährlich zum Abschluss kamen die Stuttgarter auch nicht. Dabei wurden sie zehn Minuten später sogar von etwas Glück unterstützt. Ein eigentlich harmloser Flachschuss aus der zweiten Reihe wurde gleich zweimal abgefälscht und flog so brandgefährlich auf die rechte untere Ecke zu. Doch die Kugel klatschte nur an den Pfosten. Leon Herdes wäre aber ohnehin da gewesen. Eine Zeigerumdrehung später waren die jungen Löwen einmal unaufmerksam: Über den rechten Flügel hatten die Schwaben zu viel Platz und konnten vom rechten Strafraumrand eine scharfe und flache Hereingabe spielen. In der Gefahrenzone hatte die Nummer 11, immerhin bester Torjäger der Staffel, zu viel Platz und vollstreckte aus kurzer Distanz. Der Ausgleich, 2:2.

Jetzt schwanden die Kräfte der Blau-Gelben merklich und die Gäste drängten unerbittlich auf den Führungstreffer. Doch es schien dennoch auf die Verlängerung hinauszulaufen, denn die jungen Löwen hielten die Stuttgarter vom eigenen Tor entfernt und hatte bisher ja auch nur zwei Schüsse aufs Tor zugelassen. Doch kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit bekam die Eintracht eine Flanke nicht geklärt und so kam die Nummer 7 an den Ball, verschaffte sich mit einem Haken etwas Platz und donnerte das Leder aus 16 Metern in den linken Winkel. Leider überragend gemacht und auch der dritte Schuss aufs Tor war unhaltbar für Leon Herdes. Spiel gedreht, 2:3.

Die jungen Löwen rannten noch einmal an, kamen aber nur noch zu einem Abschluss von Sebastian Dabrowski aus der zweiten Reihe. Der flog über das Tor und dann war Schluss. Eine bittere Niederlage nach der 2:0-Führung, zumal die Blau-Gelben nur drei Schüsse aufs Tor zugelassen hatten. Allerdings waren die allesamt unhaltbar und landeten dementsprechend im Kasten. So ist die Reise im DFB-Pokal vorbei. Weiter geht es für die U19 erst in der übernächsten Woche. Beim FC St. Pauli geht es darum, Punkte zu sammeln, um vielleicht doch noch ein wenig in der Tabelle klettern zu können. Anstoß in Hamburg ist um 13 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen