Tausendundeine Eintracht
7 min readAuswärtssieg! Die Eintracht gewinnt nach sechs sieglosen Spielen endlich wieder und schlägt Fortuna Düsseldorf mit 2:1. Vor über 31.000 Zuschauern war dabei vor allem die erste Halbzeit stark. Christian Conteh und Max Marie sorgten mit ihren Treffern für die Tore 1.000 und 1.001 in der Blau-Gelben Zweitliga-Historie. Da die Eintracht im zweiten Durchgang den Sieg über die Ziellinie bringen konnte, stehen die Löwen in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga mit 1.001 Punkten da und überholen damit Relegationsgegner Saarbrücken.

Für 4,50 Euro gab es vor Anpfiff eine Bratwurst. Die Wurst selber war vollkommen ok, das Brötchen gerade noch durchschnittlich. Insgesamt weder wirklich gut noch schlecht. 7/10 von mir.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Sven Köhler (C), Kevin Ehlers, Louis Breunig – Mehmet Can Aydin (46. Fabio Kaufmann), Florian Flick, Fabio di Michele Sánchez (85. Sanoussy Ba) – Lino Tempelmann, Max Marie (73. Robin Heußer) – Christian Conteh (79. Levente Szabó), Erencan Yardimci (73. Johan Gómez)
Von Beginn an hatten die Blau-Gelben überraschend häufig den Ball. Nach einem Einwurf von di Michele Sánchez wurde es erstmals unübersichtlich im Strafraum der Gastgeber, ein Abschluss kam für die Eintracht aber nicht zustande. Zwei Minuten später brach der linke Schienenspieler bis zur Grundlinie durch, seine scharfe Hereingabe wurde im letzten Moment vor dem abschlussbereiten Yardimci geklärt. Wieder zwei Minuten später ging es nach einem Ballgewinn schnell. Christian Conteh tankte sich über rechts durch, doch auch seine Hereingabe wurde geklärt, dieses Mal zur Ecke. Und diese war, nun ja, wenig überraschend, mal wieder sehr ungefährlich, der Abschluss von Aydin aus der zweiten Reihe im zweiten Anlauf flog eher Richtung Eckfahne.

Auf der anderen Seite steckte Raimund auf Al Azzouzi durch, der gefährlich im Strafraum auftauchte, den Ball aber nicht sauber verarbeitete. Ehlers passte auf und bereinigte die Situation auf Kosten einer Ecke. Diese brachte Oberdorf in eine Abschlussposition, der Ball flog aber recht deutlich vorbei. Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als Fortuna-Keeper Kastenmeier einen Pass in die Füße von Sven Köhler spielte. Der Kapitän versuchte es aus etwa 60 Metern einfach mal, doch Kastenmeier pflückte den Ball, der ohnehin rechts am Tor vorbeigegangen wäre, aus der Luft.
Ein paar Minuten danach versuchte es Lino Tempelmann vom rechten Strafraumeck einfach mal, sein Schuss geriet aber zu zentral und stellte Kastenmeier vor keine Probleme. Wenige Augenblicke danach verlängerte Christian Conteh einen langen Ball per Kopf. Kastenmeier und sein Verteidiger verschätzten sich und so brachte Erencan Yardimci seinen Körper zwischen die Beiden, rutschte im entscheidenden Moment aber weg. Andernfalls hätte der Stürmer ins leere Tor einschieben können. Allerdings hatte er ohnehin im Abseits gestanden. Zwei Zeigerumdrehungen danach setzte sich Max Marie mit feinen Bewegungen auf dem rechten Flügel gegen zwei Verteidiger durch und schickte dann Christian Conteh in den Strafraum. Kastenmeier rechnete aus dem spitzen Winkel mit einer Hereingabe, doch Conteh knallte die Kugel einfach mal flach auf die kurze Ecke. Der völlig überraschte Fortuna-Schlussmann kam nicht mehr dran und das Ding war drin. Die erste Führung seit dem Auswärtsspiel in Darmstadt und das 1.000. Eintracht-Tor in der 2. Bundesliga, das 1:0!

Die Gastgeber waren nun merklich verunsichert, da klappte nun gar nichts mehr. Etwa eine halbe Stunde war gespielt, als der auffällige Tempelmann mit schnellen Schritten zum Strafraum zog, aus 20 Metern aber geblockt wurde. Drei Minuten später eine identische Situation, nur etwas weiter vorne, wieder wurde der Mittelfeldspieler geblockt. Zehn Minuten waren noch zu spielen, als Erencan Yardimci im gegnerischen Strafraum einen Befreiungsschlag blocken konnte. Der Abpraller flog beinahe Richtung Tor, trudelte schlussendlich aber Richtung Eckfahne. Yardimci sprintete, mit allem, was er hat, hinterher und hielt die Kugel tatsächlich im Spiel. Anschließend gab es einen Einwurf für die Löwen.
Dieser landete auf dem Kopf von Louis Breunig, der das Leder aber am Tor vorbei köpfte. Fünf Minuten vor der Pause kombinierten sich die Löwen herrlich durch die gegnerische Hälfte. Yardimci legte mit dem ersten Kontakt überragend in den Lauf von Lino Tempelmann, der mit Ball schneller war als seine Verfolger und Richtung Fortuna-Tor marschierte, in den Strafraum eindrang und abzog. Doch eine starke Grätsche von Zimmermann verhinderte den wohl sicheren Einschlag. Während sich die Gastgeber noch über die gelungene Rettungstat freuten, rollte der nächste Eintracht-Express. Christian Conteh wollte anscheinend nicht in der Vorlagen-Schuld stehen und steckte vom rechten Strafraumrand auf Max Marie durch. Der kam mit Tempo aus spitzem Winkel an den Ball und donnerte das Leder aus kurzer Distanz unter die Latte. Damit hatten die wenigsten der 1.700 mitgereisten Eintracht-Fans gerechnet, die sich nun im Freudentaumel die Kehle heiser sangen. Das 2:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Auf der anderen Seite kamen dann auch mal die Gastgeber zum Abschluss. Nach einer Ecke prallte der Ball irgendwie zu Iyoha, der mit seinem Abschluss aus 22 Metern Glück hatte, dass das Stadion in Düsseldorf doch recht hohe Decken hat, ansonsten hätte der Fortuna-Stürmer den Ball aus dem Stadion geballert, keine Gefahr für den beschäftigungslosen Thorben Hoffmann. Deutloch gefährlicher, wenn auch ebenfalls nicht erfolgreich waren kurz darauf die Löwen. Sven Köhler löffelte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld zum ersten Pfosten. Dort kam Florian Flick per Flugkopfball zum Abschluss und visierte die rechte Ecke an. Kastenmeier flog vergebens, doch der Ball rauschte Zentimeter am Tor vorbei. Der Gästeblock hatte schon zum dritten Torjubel Luft geholt.
Dann war Halbzeit. Ein absolut überzeugender Auftritt der Eintracht, mit Mut, Aggressivität und Tempo in den eigenen Aktionen. Sicherlich auch die benötigte Prise Glück bei den Toren aus spitzem Winkel, dennoch war die Führung hier absolut verdient und die Gastgeber wurden mit lauten Pfiffen in die Kabine begleitet. Trainer Heiner Backhaus musste dennoch wechseln. Der angeschlagene Mehmet Can Aydin blieb draußen, Fabio Kaufmann kam zu seinem ersten Einsatz seit dem fünften Spieltag.

Und auch nach dem Seitenwechsel ging es erstmal in Richtung Fortuna-Tor. Fabio di Michele Sánchez brach über die linke Seite bis zum Strafraumrand durch und spielte die Kugel flach in den Rückraum. Dort kam Erencan Yardimci eigentlich völlig ungestört zum Abschluss, traf den Ball aber überhaupt nicht gut. So rollte der Ball langsam und harmlos in die Arme von Kastenmeier. Eigentlich muss so ein Ding rein. Im Gegenzug köpfte Itten eine Flanke von Rasmussen klar vorbei. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Lino Tempelmann trug den Ball mit einem langen Dribbling bis zum Strafraum und setzte dann Christian Conteh in Szene, der sich mit schnellen Schritten eine Lücke zum Abschluss suchte und aus elf Metern zum Abschluss kam. Dieses Mal musste Kastenmeier eine Glanztag zeigen, um den Einschlag zu verhindern. Die nächste dicke Gelegenheit, die die Löwen liegen gelassen hatten.
Wenige Augenblicke später drang Tempelmann gefährlich in den Strafraum ein, doch dort standen sich der Mittelfeld-Akteur und Christian Conteh gegenseitig im Weg. Eine Stunde war gespielt, als Louis Breunig sehr unnötig am rechten Strafraumrand foulte. Eine hervorragende Freistoßposition für die Gastgeber, die bis dato so gar nicht mehr im Spiel waren. Rasmussen zirkelte das Spielgerät über die Mauer und die meisten der über 31.000 Zuschauer hatten den Schuss wohl schon drin gesehen, doch mit einer überragenden Flugparade verhinderte Thorben Hoffmann den Einschlag! Nun erwachte das Stadion aber und auch die Fortunen auf dem Platz, während die Löwen passiver wirkten und sich gar nicht mehr befreien konnten. Und so kam es, wie es diese Saison in fast jedem Spiel kommt: Die Fortunen kombinierten sich mühelos über rechts zum Strafraum, nach der flachen Hereingabe hatten die Blau-Gelben mal wieder die Übersicht verloren und Schmidt konnte aus kurzer Distanz einschieben. Der Anschlusstreffer, nur noch 2:1.

Ein Tor, das in dieser Saison gefühlt schon zehnmal so gefallen ist. Trotz des erfrischenden Auftritts der Eintracht zeigte sich, dass es immer noch Schwächen gibt, an denen zu arbeiten ist. Das Momentum hatte sich jetzt natürlich völlig auf die Seite der Gastgeber geschlagen. Nur eine Minute später kamen die Düsseldorfer gleich zweimal im Strafraum zum Abschluss, am Ende hatte Thorben Hoffmann die Kugel aber ohne Probleme sicher. Zehn Minuten hielt der Abwehrriegel der Löwen stand, dann kam Rasmussen im Anschluss an eine Ecke aus 19 Metern per Volley zum Abschluss, dieses Mal musste sich Hoffmann ordentlich strecken und lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen über den Querbalken.
Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab es beinahe eine Kopie des Anschlusstreffers zu sehen. Rasmussen lief einfach an di Michele Sánchez vorbei und gab das Leder flach in die Mitte. Dort kam Schmidt (aber ein anderer) aus kurzer Distanz zum Abschluss, Ehlers blockte wichtig wie stark. In der Nachspielzeit konterten die Löwen, Johan Gómez konnte die etwas zu weite Flanke von Levente Szabó aber nicht aufs Tor drücken. Beinahe hätte es zum Ablauf der siebenminütigen Nachspielzeit noch den Ausgleich gegeben. Irgendwie prallte der Ball zu Schmidt, der aus 17 Metern viel Platz hatte und wuchtig abzog. Mit der nächsten Glanztat verhinderte Thorben Hoffmann den ganz späten Ausgleich.

Jubel im Gästeblock über die Parade und wenig später über den Abpfiff! Die Eintracht hatte es geschafft und holte den zweiten Auswärtssieg der Saison! Damit hat man jetzt schon so oft in der Fremde gewonnen, wie in der kompletten letzten Saison und überholt die Fortuna in der Tabelle. Ein Sieg, der auf die Stärken und Eigenschaften der Eintracht zurückzuführen ist und Mut für die anstehenden Aufgaben bringt. Denn eins ist klar, nur mit Mut und Leidenschaft kann man ein Derby gewinnen!
Bis dahin
Euer Kivi
