Bayernbesiegerbesieger
7 min readDas Achtelfinale ruft! Die U19 zeigt sich erneut als pokaltauglich und gewinnt auch das zweite Spiel im DFB-Pokal deutlich und souverän. Gegen den FC Hansa Rostock ließen die jungen Löwen fast über die gesamte Spielzeit keinen Zweifel daran, wer dieses Spiel als Sieger verlassen sollte. Nach zehn Minuten traf Ali Altay zum 1:0, anschließend ließen die Blau-Gelben wenig zu und erhöhten direkt nach dem Seitenwechsel durch Bastian Redecker auf 2:0. Danach waren die jungen Löwen dem dritten Treffer deutlich näher als die Kogge dem Anschlusstreffer und so war es Arda Aksac, der in der Meisterminute auch die letzten Zweifel beseitigte und zum 3:0 traf. Die klar unterlegenen Gäste hatten in der ersten Runde den FC Bayern aus dem Pokal gekegelt, der in der Nachwuchs-Liga noch sieglose BTSV war aber eine Nummer zu groß.
U19-Coach Niklas Bahr entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Luca Perri, Len Schütt, Mads Runge, Marvin Hounkpati (85. Lasse Noster) – Jonah Funk (C), Abdel Awali (75. Luca Gille) – Bastian Redecker (60. Arda Aksac), Sebastian Dabrowski (85. Chris-Calvin Bessambo), Mika Ketzscher (60. Jan Strauß) – Ali Altay (75. Milan Gryglewski)

Die Gäste hatten anscheinend mitbekommen, dass die jungen Löwen in der Nachwuchs-Liga bereits häufig früh getroffen hatten und betrieben mit Anpfiff großen Aufwand, um die Eintracht vom eigenen Strafraum entfernt zu halten. Nach etwas mehr als einer Minute liefen sie auch Leon Herdes an und konnten dessen Befreiungsschlag sogar Richtung Tor blocken, doch mit einem schnellen Reflex verhinderte der BTSV-Schlussmann den frühen Rückstand. Fünf Minuten später schickte Luca Perri über die rechte Seite Ali Altay in den Strafraum, der aus spitzem Winkel zum Abschluss kam, doch der Gäste-Keeper konnte parieren.
Zehn Minuten waren gespielt, als Altay den Ball durch tolles Pressing zehn Meter vor dem gegnerischen Strafraum eroberte. Der Stürmer setzte links vor dem Strafraum Mika Ketzscher ein, der an zwei Gegenspielern vorbei in den Strafraum zog und Sebastian Dabrowski zur Grundlinie schickte. Der spielte den Ball zurück auf den Elfmeterpunkt. Ali Altay war perfekt mitgelaufen, nahm die Kugel direkt und vollstreckte in die untere rechte Ecke! Ein richtig schönes Tor und bereits der sechste Pflichtspieltreffer dieser Saison in den ersten zehn Minuten! Das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Und nun pressten die jungen Löwen weiter und schafften es im Gegensatz zu den Profis in den vergangenen Spielen auch, immer mal wieder den Ball zu erobern. So erzwangen Ali Altay und Sebastian Dabrowski durch Anlaufen im gegnerischen Strafraum eine Ecke zu erzwingen. Doch die sah dann eher danach aus, was die Eintracht-Fans in den letzten Zweitligawochen gesehen haben: genau in die Arme des Torwarts. Kurz darauf spielte Len Schütt einen herrlichen langen Ball über die Abwehrkette. Mika Ketzscher war perfekt gestartet und hatte eigentlich freie Bahn, rutschte aber weg und ging zu Boden. Auf der anderen Seite rutschte ein Steckpass durch, der Hansa-Akteur traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Eine Zeigerumdrehung später bekam die Eintracht den Ball nicht geklärt und so kamen die Gäste aus dem Gewühl heraus kurz vor dem Strafraum zum Abschluss: knapp links vorbei,
Aus dem eigenen Spiel heraus blieben die Rostocker ungefährlich, doch die jungen Löwen machten es ein ums andere Mal zu unkonzentriert im Spielaufbau. So kamen die Gäste nach einem Fehlpass am Löwen-Strafraum aus 18 Metern zum Abschluss. Torwart Leon Herdes parierte klasse, beim Nachschuss warf sich Marvin Hounkpati dazwischen. Der Einsatz stimmte heute absolut. Auf der anderen Seite eroberte Sebastian Dabrowski mit einem starken Zweikampf das Spielgerät und steckte auf Bastian Redecker durch, der freie Bahn hatte, aber zurückgepfiffen wurde: Abseits. Nach einer Flanke gab es die nächste Chance für die Gäste: Sehr glücklich, dafür aber völlig frei kam ein Rostocker aus elf Metern zum Abschluss, jagte das Leder aber ins Seitenaus. Anschließend dümpelte die Partie der Halbzeit entgegen, ehe es nach einem Ballverlust der Blau-Gelben am eigenen Strafraum zum letzten Abschluss vor dem Seitenwechsel kam. Den Schuss aus der zweiten Reihe hatte Leon Herdes aber sicher.
Dann war Halbzeit! Die U19 zeigte ein anderes Gesicht als in den vergangenen Wochen. Dort hatte man zwar offensiv ebenfalls gute Leistungen gezeigt, die Gegner aber zu oft zu Großchancen eingeladen. Auch heute hatten die jungen Löwen Einladungen verteilt, richtig gefährlich wurde es für Leon Herdes aber kaum. Dafür klappte das Pressing bei den Blau-Gelben gut, anschließend ging es blitzschnell nach vorne. Heiner Backhaus war zwar nicht da, aber Sebastian Polter konnte mitansehen, wie Vollgas-Fußball aussieht, wenn er tatsächlich umgesetzt wird.

Keine Minute nach Wiederanpfiff schnappte die Pressingfalle erneut zu. Wieder war es Sebastian Dabrowski, der tief in der gegnerischen Hälfte den Ball eroberte und an Ali Altay weitergab. Über Mika Ketzscher kam die Kugel zu Abdel Awali, der aus 19 Metern abzog. Flach und platziert, aber etwas zu wenig Wucht, sodass der Keeper abtauchten und den Ball festhalten konnte. Anschließend versuchte Rostock, das Spiel ruhig von hinten aufzubauen. Zu ruhig, wie sich herausstellten sollte. Anscheinend hatte der Schlussmann noch nicht mitbekommen, dass Bastian Redecker verdammt schnell ist und ließ sich von dem Flügelspieler den Ball abluchsen. Redecker hatte anschließend keine Mühe, die Kugel ins leere Tor zu schieben und belohnte sich für überragendes Pressingverhalten. Das 2:0 und nur etwas mehr als zwei Minuten waren gespielt!
Das hatte die Rostocker bis ins Mark getroffen, jetzt spielte nur noch die Eintracht. Fünf Minuten nach dem 2:0 setzte Sebastian Dabrowski auf der rechten Seite Bastian Redecker in Szene, der zur Grundlinie marschierte und die Kugel flach auf den Elfmeterpunkt servierte. Dort kam Mika Ketzscher vor seinem Gegenspieler an den Ball und bugsierte das Spielgerät im Fallen aufs Tor. Die Kugel rollte dem Schlussmann durch die Beine, der orientierungslos umfiel, dabei mit dem Hintern aber auf dem Ball landete und somit den Einschlag verhindern konnte. Wenige Augenblicke später marschierte Bastian Redecker über die rechte Seite und zog vom Strafraumeck ab. Sein Flachschuss geriet aber zu zentral, um wirklich gefährlich zu werden.

Zwei Zeigerumdrehungen danach funktionierte das Pressing erneut: Ali Altay eroberte die Kugel und steckte sofort auf den nur wenige Augenblicke zuvor eingewechselten Jan Strauß durch. Der Flügelflitzer entschied das intensive Laufduell gegen den letzten Verteidiger für sich und umkurvte den Schlussmann, doch dann war der Verteidiger wieder da und brachte seinen Körper entscheidend zwischen Ball und Tor. Fünf Minuten später war Jan Strauß auf der linken Seite unterwegs und drang bis zur Grundlinie vor. Von dort spielte er den Ball flach in die Gefahrenzone. Dort rutschte Abdel Awali am Ball vorbei, doch am zweiten Pfosten kam Arda Aksac eingelaufen und drückte die Kugel über die Linie. Die Vorentscheidung. Eine Blau-Gelbe Jubeltraube bildete sich an der linken Eckfahne, während die Gäste vollends die Köpfe hängen ließen. Das 3:0 für den BTSV in der 67. Spielminute!

Kurz darauf kamen die Rostocker das erste Mal im zweiten Durchgang zum Abschluss. Aus der zweiten Reihe flog der Ball aber bestimmt sieben Meter über den Kasten. Eine Minute später bekam Ali Altay im Zweikampf einen Schlag ins Gesicht und blutete aus der Nase. Ein Foul hatte der Schiedsrichter aber nicht gesehen. Nach einer Behandlung ging es für den Stürmer weiter, seine Mitspieler hatten in Unterzahl weiterhin alles im Griff gehabt. Wenig später wurde es dann das erste Mal richtig gefährlich für Leon Herdes. Nach einer Flanke von der linken Seite kam ein Hansa-Akteur aus vier Metern zum Kopfball. Vom rechten Pfosten prallte der Ball zu einem weiteren Rostocker, der aus sieben Metern vier Meter über den Kasten schoss.

Nun waren die Gäste merklich gefrustet. Das bekam Jan Strauß zu spüren, der rüde umgegrätscht wurde, obwohl der Schiedsrichter das Spiel schon unterbrochen hatte. Das war dunkelgelb, aber tatsächlich verzichtete der Schiedsrichter völlig auf eine Karte. Strauß konnte zum Glück weiterspielen. Als es weiterging, wurde es gleich im nächsten Zweikampf interessant. Die Nummer 10 der Gäste kam gegen Luca Gille deutlich zu spät, traf den Mittelfeldspieler aber nicht mit viel Intensität. Während der Assistent über das Headset deutlich hörbar „Gelb! Gelb! Gelb“ forderte, entschied sich der Schiedsrichter für die Rote Karte. Kurios, aber irrelevant, denn das Spiel war bereits entschieden.
Zwei Minuten danach löffelte Len Schütt den Ball über die Abwehrkette. Jan Strauß verarbeitete das Leder klasse mit der Brust, legte sich den Ball mit dem nächsten Kontakt im hohen Bogen über den Abwehrspieler und zog direkt aus der Luft volley ab. Das wäre ein Traumtor gewesen, doch der Verteidiger hatte noch das Knie dazwischen gebracht und den Ball abgefälscht, der über das Tor flog. Im Gegenzug zog ein Rostocker von links nach innen und suchte aus 20 Metern den Abschluss. Während ein mitgereister Hansa-Fan schon jubelte, flog der Ball fünf Meter rechts am Tor vorbei. Mit Ablauf der regulären Spielzeit bekamen die jungen Löwen noch einmal einen Freistoß 20 Meter vor dem Tor zugesprochen. Mads Runge versuchte es direkt, zirkelte den Ball aber haarscharf über den rechten Winkel.

Und dann war Schluss! Die jungen Löwen lagen sich in den Armen, tanzten wenig später in einer Jubeltraube und ließen sich von der lautstark anfeuernden U13 feiern, ehe es gemeinsam mit dem Trainerteam zu einem Siegerfoto ins Tor ging. Die Eintracht hatte es Achtelfinale geschafft und das absolut verdient. Auf wen die Blau-Gelben dort treffen, steht allerdings noch nicht fest. Weiter geht es für die U19 aber ohnehin erstmal in einem anderen Pokal-Wettbewerb. Am Sonntag in der nächsten Woche geht es im Niedersachsen-Pokal zum 1. SC Göttingen 05. Anstoß ist um 14 Uhr.
Tore: 1:0 (10. Spielminute, Ali Altay), 2:0 (47. Spielminute, Bastian Redecker), 3:0 (67. Spielminute, Arda Aksac)

Bis dahin
Euer Kivi
