Rote Laterne
7 min readDie U19 verliert am siebten Spieltag das sechste Mal und steht weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz ihrer Gruppe. In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit konnten die jungen Löwen einen Rückstand schnell ausgleichen. Nach einem Foul an Mika Ketzscher traf Mads Runge vom Punkt. Der zweite Durchgang verlief ähnlich wie im Hinspiel. Kaum angepfiffen, lagen die Blau-Gelben vor knapp 100 Zuschauern wieder zurück. Anschließend fanden die jungen Löwen offensiv kaum nennenswert statt, dafür hagelte es Ungenauigkeiten und die wenigen Chancen wurden leichtfertig liegengelassen. Nach einer Roten Karte für Len Schütt in der Nachspielzeit folgte wenig später noch das 1:3.
U19-Coach Niklas Bahr entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Luca Perri, Ben Fuchs, Len Schütt, Marvin Hounkpati – Jonah Funk (C), Mads Runge (67. Luca Gille) – Bastian Redecker (57. Arda Aksac), Sebastian Dabrowski, Mika Ketzscher (67. Abdel Awali) – Ali Altay (85. Milan Gryglewski)

Gespielt wurde nicht im NLZ, sondern in der Rheingoldarena. Und im Schatten des Eintracht-Stadions gehörte den Gästen die erste Torchance. Eine Flanke flog aus dem rechten Halbfeld in den Löwen-Strafraum, wo ein Kieler völlig frei stand, die Kugel aus acht Metern aber nicht Richtung Tor drücken konnte. Eine Minute später brach ein KSV-Akteur frei durch und ging im Zweikampf mit Torwart Leon Herdes zu Boden. Herdes hatte mit der Hand nur den Ball erwischt. Die klare Schwalbe der Gäste wurde aber nicht mit der zwingend notwendigen gelben Karte bestraft. Wenige Augenblicke später verloren die jungen Löwen nahe dem eigenen Strafraum den Ball, der folgende Schuss von der Strafraumkante landete aber in den sicheren Armen von Leon Herdes.
Dann kam die Eintracht: und wie! Luca Perri eroberte tief in der gegnerischen Hälfte den Ball und schickte auf der rechten Seite Bastian Redecker zur Grundlinie. Der behielt die Übersicht und legte quer zu Luca Perri, der durchgelaufen war. Der Rechtsverteidiger ließ einen Gegenspieler stehen und hatte acht Meter vor dem Tor ziemlich viel Platz, schoss die Kugel aber links am Tor vorbei, die Riesenchance zu Führung. Da waren noch keine zehn Minuten gespielt. Drei Minuten danach wurde ein Freistoß von Sebastian Dabrowski aus dem Mittelkreis zu Bastian Redecker geklärt, der aus 17 Meter sofort abzog: knapp links vorbei.

20 Minuten war die Partie alt, als die Eintracht-Defensive unaufmerksam war. Die flinke Nummer 7 war nicht das letzte Mal zu schnell für die jungen Löwen, die dann zu passiv waren und einen Schuss aus 14 Meter zuließen. Diesen hatten wohl die meisten der knapp 100 Zuschauer schon drin gesehen, aber Leon Herdes tauchte ab und konnte parieren. Aber festhalten war bei dem Geschoss unmöglich. Leider reagierte die Nummer 9 vom KSV am schnellsten und drückte das Leder aus spitzem Winkel über die Linie. Das 0:1.
Die Blau-Gelben führten den Anstoß über die eigene Defensive aus. Ben Fuchs schlug den Ball vom eigenen rechten Strafraumeck weit und diagonal auf den linken Flügel. Dort war Mika Ketzscher schneller als sein Gegenspieler und war zuerst am Spielgerät. Der Verteidiger ging volles Risiko, traf aber nur Mika Ketzscher. Der Schiedsrichter entschied zuerst auf Strafstoß, besann sich dann aber nochmal, denn das Foul war klar im Strafraum gewesen: Strafstoß. Da meckerte auch kein Kieler. Mads Runge legte sich die Kugel zurecht, lief an und verwandelte in die linke Ecke. Der ganz schnelle Ausgleich, das 1:1!

Zwei Zeigerumdrehungen danach zogen die jungen Löwen eine sehenswerte Kombination vom eigenen Strafraumrand über mehrere Stationen auf, an der fast alle Spieler beteiligt waren. Am Ende steckte Mika Ketzscher auf den aufgerückten Marvin Hounkpati durch, der aus 17 Metern freistehend abzog: knapp rechts vorbei. Auf der anderen Seite köpften die Gäste eine Freistoßflanke aus spitzem Winkel ans Außennetz. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Sebastian Dabrowski brach über rechts zur Grundlinie durch, an seinem Querpass grätschte Ali Altay knapp vorbei. Kurz darauf eroberte Ali Altay tief in der gegnerischen Hälfte den Ball und setzte sofort Bastian Redecker in Szene, der kurz vor dem Strafraum zum Abschluss kam. Seinen Flachschuss auf die linke untere Ecke hielt der Gäste-Keeper aber fest.
Auf der anderen Seite schossen sich die Blau-Gelben nach einer eigentlich harmlosen Hereingabe mehrfach selbst an und hätten dabei beinahe ein kurioses Eigentor produziert. Am Ende prallte der Ball vom linken Außenpfosten ins Toraus. Zwei Minuten danach war die Nummer 7 nach einem Steilpass schneller als Luca Perri, der Schuss aus 17 Metern halbrechts vor dem Tor landete aber wieder einmal in den Armen von Leon Herdes, der den Ball sofort lang und weit in die gegnerische Hälfte schlug. Bastian Redecker setzte sich klasse gegen seinen Gegenspieler durch und verarbeitete das Leder fast perfekt. Nur ein Stück legte sich der schnelle Torjäger den Ball zu weit vor und kam im Laufduell mit dem Torwart einen Schritt zu spät. Auf der anderen Seite rannte die Nummer 7 der Eintracht-Abwehr davon und legte quer. Die Nummer 9 musste sich völlig allein gelassen eigentlich nur noch drehen und einschieben, versuchte es aber mit der Hacke und schoss somit vier Meter rechts vorbei.

Die letzte Minute der regulären Spielzeit war gerade abgelaufen, als Luca Perri auf der rechten Seite Bastian Redecker in Szene setzte. Dieser zog mit einem starken Dribbling zur Grundlinie und suchte mit einem scharfen Querpass einen Mitspieler. Mika Ketzscher verpasste den Ball nur knapp, doch die Kugel prallte vor die Füße von Sebastian Dabrowski, der aus 13 Metern sofort abzog. Das Ding hätte gepasst, doch ein Abwehrspieler warf sich noch dazwischen und konnte zur Ecke abfälschen. Diese servierte Mika Ketzscher auf den ersten Pfosten. Dort setzte sich Mads Runge im Luftduell durch und verlängerte die Kugel mit dem Kopf auf die lange Ecke: knapp vorbei.
Dann war Halbzeit. Ein ausgeglichenes Spiel, bei dem beide Teams eigentlich mehr als einmal hätten treffen müssen. Nach dem Rückstand hatten die jungen Löwen im direkten Gegenzug zum Ausgleich getroffen und anschließend weiter auf die Führung gedrückt. Hier war jedenfalls noch alles drin. Trainer Niklas Bahr verzichtete auf Wechsel, ohne Veränderungen ging es weiter.

Anschließend gab es ein Déjà-vu. Bereits vor drei Wochen waren die jungen Löwen beim Hinspiel in Kiel nicht gut aus der Kabine gekommen. Damals gab es in Minute 46 und 47 den Doppelschlag. Heute dauerte es wieder nicht lange. Eine gute Minute war gespielt, als die Blau-Gelben im Mittelfeld leichtfertig den Ball herschenkten. Anschließend schalteten die jungen Störche schneller um als die Eintracht in den Rückwärtsgang kamen. Die Nummer 7 war wieder einmal zu flink, zog von links nach innen und vollstreckte aus 14 Metern per Flachschuss in die kurze Ecke. Und so traf die Nummer 7 wie auch schon im Hinspiel in der 47. Minute. Der erneute Rückstand, das 1:2.
Ein paar Minuten danach kamen die Gäste nach einer Ecke gefährlich zum Kopfball, aber noch vor der Linie konnten die jungen Löwen die Szene bereinigen. Immer wieder leisteten sich die Blau-Gelben nun zu einfache Ballverluste und Ungenauigkeiten. Zwar suchten die Einträchtler den Weg nach vorne, wirklich gefährlich wurde es aber selten. Mika Ketzscher versuchte es nach einem langen Ball von Mads Runge über eine Einzelaktion, ging an drei Gegenspielern vorbei und spielte die Kugel in die Gefahrenzone. Dort konnten die Gäste zwar klären, Ali Altay schnappte sich den Ball und zog aus 16 Metern ab, jagte die Kugel aber deutlich über den Kasten. Zehn Minuten später steckte Ali Altay auf Sebastian Dabrowski durch, der das Laufduell gegen seinen Gegenspieler gewinnen konnte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf.

Im direkten Gegenzug hebelte ein Steckpass die Blau-Gelbe Defensive aus und nach einem Querpass kamen die jungen Störche aus 13 Metern völlig frei zum Abschluss: drüber. Zehn Minuten danach musste Leon Herdes nach einem langen Ball aus seinem Tor und rettete in höchster Not per Flugkopfball gegen den Stürmer. Kurz darauf leisteten sich die jungen Löwen den nächsten unnötigen Ballverlust. Die Nummer 7 zog das Tempo an, wieder war er zu schnell für die Blau-Gelben, sein Schuss von der Strafraumkante zischte knapp rechts vorbei. Auf der anderen Seite zog Arda Aksac von der rechten Seite nach innen und steckte auf Luca Gille durch. Der schien freie Schussbahn zu haben und zog elf Meter vor dem Tor ab, doch eine starke Grätsche eines Verteidigers fälschte den Schuss zur Ecke ab.
Es gab sechs Minuten Nachspielzeit und die jungen Löwen bekamen auf der rechten Seite noch einmal einen Freistoß zugesprochen. Doch die Freistoßflanke von Luca Perri blieb in der Ein-Mann-Mauer hängen. Das passte zum Tag. Auch der zweite Flankenversuch vom Rechtsverteidiger wurde geblockt, er blieb aber am Ball und gab die Kugel an den aufgerückten Len Schütt weiter. Der vertändelte das Spielgerät und riss seinen Gegenspieler rustikal zu Boden. Dem gefielt das gar nicht und er trat nach dem Innenverteidiger. Eine wilde Rudelbildung entstand, an der fast alle Spieler beteiligt waren. Am Ende gab es gelb für einen Kieler und Abdel Awali, der eigentlich geschlichtet hatte. Len Schütt bekam glatt rot. In Unterzahl und dem allgemeinen Trubel fehlte wenige Augenblicke später die Ordnung. So drangen die jungen Störche über links in den Strafraum, die flache Hereingabe drückte die Nummer 20 in die Maschen. Die Vorentscheidung.

Zwar kam Luca Gille nach einer Dabrowski-Ecke noch per Volley zum Abschluss und setzte die Kugel nur knapp drüber, es war aber die letzte Aktion. Die sechste Niederlage im siebten Spiel, dazu 25 Gegentore. Das sind Zahlen, mit denen man nicht zufrieden sein kann, auch wenn es bei der U19 natürlich hauptsächlich um die Entwicklung der Nachwuchstalente geht. So steht man aber weiterhin mit der Roten Laterne in der Hand ohne Sieg da. Weiter geht es in der Liga erst am 18. Oktober. Vorher geht es im DFB-Pokal darum, endlich wieder erfolgreich zu sein. Kommenden Samstag ist der FC Hansa Rostock zu Gast im NLZ. Anstoß ist um 15 Uhr.
Tore: 0:1 (21. Spielminute, Kian Tack), 1:1 (22. Spielminute, Mads Runge), 1:2 (47. Spielminute, Younes Zöllner), 1:3. (90.+4 Spielminute, Emin Torunogullari)
Bis dahin
Euer Kivi
